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Venenthrombose

Venenthrombosen sollten nicht unterschätzt werden

Bei Thrombosen sollte die schulmedizinische Therapie den Vorzug haben. Da Thromboseschäden nur selten vollständig beseitigt werden können, kommt der Vorbeugung große Bedeutung zu.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Ohne Entsorgung keine Versorgung

Bei einer Venenthrombose (Phlebothrombose) verstopft ein venöses Gefäß. Während die Arterien das Blut im Körper verteilen, sammeln es die Venen wieder ein und bringen es zum Herzen zurück. Es liegt auf der Hand, dass beide Systeme ineinander greifen müssen, sonst funktioniert weder die Versorgung noch die Entsorgung. Ist ein Gefäß dicht, wird das betroffene Gewebe blau und schwillt an (Symptome). In extremen Fällen stirbt es sogar ab. Thrombenteile wandern unter Umständen im Blutsystem und erreichen dann auch die Lunge, was lebensgefährlich sein kann. Venenthrombosen sind gefährliche Erkrankungen, die mitunter schwere Komplikationen verursachen. Darum muss eine Venenthrombose schulmedizinisch behandelt und überwacht werden. Bei der Vorbeugung oder den Folgeerkrankungen kommt die Naturheilkunde ins Spiel. Damit lässt sich auch die Wirkung der schulmedizinischen Maßnahmen potenzieren.

Was tun bei Venenthrombosen?

Akute Beschwerden – schnell handeln

Meist betreffen Venenthrombosen die Beine. Im akuten Stadium haben Thromben eine hohe Wanderungstendenz. Daher muss der Arzt beurteilen, ob der Zustand gefährlich oder lebensbedrohlich ist. Liegt der Thrombus bereits in der Lunge (Lungenembolie), zeigen sich Symptome wie Atemnot, Lungenschmerzen, eventuell blaue Lippen oder sogar Hautfarbe (Wann zum Arzt). Es kann je nach Ausdehnung der Embolie Sauerstoffmangel bis zum Ersticken auftreten. Tiefe Venenthrombosen mit Komplikationen wie Atemnot und blauen Extremitäten sind ein Fall für den Notarzt, oberflächliche Ereignisse kann der Hausarzt behandeln.

Schnell wieder auflösen

Bei Thrombosen hat die schulmedizinische Therapie den absoluten Vorrang. Am aussichtsreichsten ist eine Behandlung kurz nach Beginn der ersten Symptome. Innerhalb von 4-8 Stunden gelingt es oft einen Thrombus wieder aufzulösen.

Bei einer Venenthrombose erst mal den Arzt fragen

Bei schweren akuten Venenthrombosen muss Bettruhe eingehalten werden. Falls der Thrombus nicht entfernt wurde, braucht er Gelegenheit festzuwachsen. Nur in leichteren Fällen kann nach ärztlicher Erlaubnis (!) die Naturheilkunde und Bewegung sofort einsetzen.

Die Vorbeugung „danach“

Besonders nach einer ersten Venenthrombose muss man Rückfällen konsequent vorbeugen. Thromboseschäden können oft nicht restlos beseitigt werden („postthrombotisches Syndrom“). Aber auch hier hat man die Möglichkeit den Verlauf zu beeinflussen. Deswegen müssen alle Risikofaktoren in der Folge gemieden werden. Die medizinische und naturheilkundliche Vorbeugung gegen Thrombosen ist für jede Patientengruppe und auch für gesunde Menschen relevant.

In ein aktives Leben starten

Wichtigster Punkt ist die Vermeidung des Blutstaus. Da zählen Hausmittel, Sport und Bewegung. Auch die Naturheilverfahren kurbeln die Blutbewegung, den Stoffwechsel und den Kreislauf an. Haut und Gefäße pflegt die Phytotherapie. Die richtige Ernährung mit dem Ziel einer Gewichtsreduktion, rundet den Maßnahmenkatalog ab.

Gerade wenn in Folge einer Phlebothrombose Wasser in den Beinen und Krampfadern (Varizen, Varikosis) auftauchen, sollte man aktiv werden. Am wichtigsten ist die konsequente Kompressionstherapie bei Venenleiden. Hautpflege und Vermeidung von Gewebeverletzungen verhindern im fortgeschrittenen Stadium die drohenden Komplikationen (siehe auch Formen). Wenn Wassertherapie (Hydrotherapie, Kneipp-Behandlung), Kompression und Phytotherapie nicht mehr ausreichen, muss operiert werden („Venenstripping“).

Heilpflanzen

Die Phytotherapie kann begleitend zur schulmedizinischen Thrombosebehandlung und den anderen Maßnahmen eingesetzt werden. Vor allem in den Anfangsstadien aller Venenerkrankungen. Dabei verfolgt man folgende Ziele:

  • Verringern der Gefäßdurchlässigkeit
  • Entwässern (Ödemausschwemmung)
  • Stärken der Venen (Venentonisierung)
  • Verbessern der Durchblutung (Mikrozirkulation)
  • Hemmung der Blutgerinnung (Blutverdünnung)

Die Phytotherapeutika werden üblicherweise innerlich angewendet. Die äußerliche Therapie mit Heilpflanzen wird bei Thromboseschäden kontrovers diskutiert und sollte nur begleitend zu Kompressionsstrümpfen und einer innerlichen Anwendung eingesetzt werden.

Blut verdünnen - Gerinnung hemmen

So effektiv wie die pharmazeutischen Blutgerinnungshemmer wirken Heilpflanzen nicht, dennoch ist ein Effekt zu verbuchen. Dabei verursachen sie deutlich weniger Nebenwirkungen. Relevant ist dieser Aspekt beim Knoblauch, der Zwiebel und dem Rotem Weinlaub. Präparate mit Enzymen sollen ebenfalls die Blutgerinnungsneigung und die Thrombenbildung verringern. Daneben „verdauen“ sie die Plasmaproteine, die aus den geschädigten Venen ins Gewebe aussickern. Verwendet werden zum Beispiel Enzyme aus der Ananas, Papaya oder tierischer Herkunft. Auch für weitere Aspekte wie Wundheilung, Schmerzen und Entzündungen sind Enzyme vermutlich vorteilhaft.

Innerliche Anwendung bei Krampfaderleiden (Varikosis) oder dicken Beinen:

Die Phytotherapie kann verschiedene Beschwerden bei Krampfadern reduzieren, insbesondere die Ödeme. Die bereits vorhandenen Veränderungen an den Adern sind aber leider nicht rückgängig zu machen. Heilpflanzenpräparate eignen sich als alleinige Therapie für die leichten Anfangsstadien. Danach können sie nur begleitend eingesetzt werden.

Das sind die möglichen Heilpflanzen-Präparate:

Besonders wirksam bei Ödemen erweist sich der Rosskastanienextrakt. Er dichtet die Venen ab und reduziert das Ödem. Daneben schützt er die Venen vor einem Verlust ihrer Festigkeit.

Auch Präparate aus Rotem Weinlaub und Mäusedornextrakte stärken die Venen. Daneben reduzieren sie Entzündungstendenzen nach Thrombosen. Sie sind besser verträglich als die Rosskastanie, welche Magenbeschwerden auslösen kann, aber auch weniger wirksam.

  •  Die Deutsche Gesellschaft für Phlebologie befürwortet wegen der bewiesenen Wirksamkeit ausdrücklich eine Therapie mit Rutin. Es verbessert die Durchblutung im Bereich der Kapillaren und ist bei allen Venenerkrankungen sinnvoll. Die gebräuchlichste Heilpflanze mit dem Wirkstoff ist der Buchweizen. Rutin ist auch in den Blüten des wilden Stiefmütterchens, dem Kraut des Johanniskrauts oder der Goldrute, sowie Blüten und Früchten des Schwarzen Holunders enthalten.
  • Steinklee regt den Abtransport des Wassers durch Anregung des Lymphflusses an und ist bei Ödemen mit Entzündungen geeignet (Thrombophlebitis). Buchweizen- und Steinkleepräparate werden als Teemischung angeboten.

Achtung: Alle Phytotherapeutika sollten bei Thromboseschäden langfristig über mehrere Monate angewendet werden.

Beine von außen pflegen

In Kombination mit Medikamenten und Kompressionsstrümpfen kommen Cremes und Salben in Frage. Sie helfen von außen, Spannungs- und Schweregefühl sowie Juckreiz vorzubeugen. Empfohlen werden können auch hier die bereits genannten Heilpflanzen, die innerlich wirken, also Rosskastanie, Rotes Weinlaub und Mäusedorn.

Gerade bei Spannungs- und Schweregefühl ist Salbe mit Arnikaextrakt eine lindernde Option. Beinwell wirkt ganz ähnlich, wird aber wie Arnika nicht bei offenen Wunden eingesetzt. Arnika eignet sich nicht für die Daueranwendung!

Wunden

Bei Wunden und Hautveränderungen ist zu beachten, dass eine erhöhte allergische Neigung besteht. So reagieren viele Betroffene auf Natur- (Perubalsam) und Arzneistoffe (Antibiotika) oder Grund- und Hilfsstoffe von Cremes (Wollwachs, Duftstoffe, Parabene). Beobachten Sie also Ihre Haut nach dem Auftrag genau. Am besten Sie testen das Mittel immer wieder an der Armbeugenhaut.

Der Wassernabel stimuliert äußerlich angewendet die Neubildung von Bindegewebe sowie die Heilung bei offenen Beinen. Oral eingenommen wurde eine Wirkung gegen Geschwüre und Entzündungen sowie eine immunmodulierende Eigenschaft festgestellt. Auflagen aus Eichenrinde und virginischem Zauberstrauch sind adstringierend, entzündungshemmend sowie juckreizstillend. Auch Schachtelhalm fördert die Wundheilung von außen und innen. Er steigert die Ausscheidung von Wasser, festigt das Bindegewebe und regt den Hautstoffwechsel an.

Homöopathie

In der klassischen Homöopathie wird das Mittel passend für jeden einzelnen Patienten ausgewählt. Das hängt von den jeweiligen Thrombose-Symptomen ab und sollte von einem erfahrenen Therapeuten ausgewählt werden. Es gibt bisher keine ausreichenden Wirkungsbelege für die Homöopathie.

  • Rosskastanie (Aesculus): Krampfadern mit schmerzhaften Beschwerden, oberflächliche Venenentzündung, chronische Verstopfung.
  • Lachesis (Schlangengift): oberflächliche Venenentzündung, Geschwüre mit Entzündungen, blaurote Verfärbung, Schweiß klebrig.
  • Kreuzottergift (Vipera): dicke, harte Venen mit einer Schwellung des Unterschenkels, oberflächliche Venenentzündung, Geschwür, kalter Körper.
  • Küchenschelle (Pulsatilla): Geschwollene Unterschenkel mit blauen hervortretenden Venen, Neigung zu Erkältungen, kalte Füße.
  • Mutterkorn (Secale): Arteriosklerose, Krampfadern mit Geschwüren, Kribbeln auf der Haut, Taubheitsgefühl, inneres Brennen.

Schüssler-Salze gegen Phlebothrombosen und die Folgen

  • Calcium carbonicum: bei Entzündungen der Haut.
  • Natrium sulfuricum: bei schwachen Venen (Veneninsuffizienz) mit Ödemen.
  • Calcium flouratum: Verhärtungen in der Haut und an den Wunden, stechende Schmerzen, Bindegewebsschwäche.
  • Manganum sulfuricum: ist zusammen mit Calcium flouratum geeignet zur Behandlung von Krampfadern nach der Schwangerschaft.

Auch die Wirkung von Schüssler-Salzen ist bei Venenthrombosen nicht wissenschaftlich bewiesen.

Nahrungsergänzungsmittel

Omega-3-Fettsäuren aus Fisch sollten in einer gesunden Ernährung nicht fehlen. Man bekommt Fischöl geruchsneutral in Kapseln zum Schlucken. Vermutlich aber wirkt der Fischverzehr umfangreicher als Kapseln mit isoliertem Fischöl auf die Thromboseneigung.

Ob künstliche Vitamineinnahmen (wie etwa B12, B6 und Folsäure) das Thromboserisiko beeinflussen, wird kontrovers diskutiert. Es zeichnet sich aber in hochwertigen Studien ab, dass positive Effekte verschwinden, wenn die Ergebnisse für diverse Begleitumstände korrigiert werden. Mit diesem Hintergrund können keine Empfehlungen für Venenthrombosen gegeben werden.

Hausmittel und Tipps für den Alltag

Hausmittel: Vorher den Arzt fragen

Nicht alle Hausmittel und Maßnahmen eigenen sich für akute Venenthrombosen. Erst wenn der Arzt Entwarnung gibt, können Sie sich behandeln.

  • Quark: Nicht nur essen, sondern auflegen: Quark ist nicht nur ein hochwertiges Lebensmittel, er enthält auch entzündungslindernde und hautpflegende Bestandteile. Bei allen Hautveränderungen nach Thrombosen lindert er Hitze und Entzündung (Achtung: nicht auf offene Stellen auftragen). Die kühle Masse wird ein Finger dick auf eine Mullbinde aufgetragen und auf die gewünschte Stelle aufgelegt. Mit einem Tuch abdecken und einem Schal festbinden. Er kann aufliegen, bis er trocken und bröckelig wird.
  • Hautpflege: Weizenkeimöl und Honig sind in der Volksmedizin ein beliebtes Mittel für die äußerliche Hautpflege und Thromboseschäden. Auch Heilerdeauflagen sollen die Haut entgiften, entkeimen, reinigen und mit Mineralien versorgen.
  • Beine „belichten“: Luft und ein wenig Sonnenlicht auf der strapazierten Haut helfen abtrocknend und manchmal bei der Umstimmung Richtung Heilung.
  • Randpflege: Bei offenen Geschwüren mit aggressiven Wundsekreten werden die Wundränder mit Zinksalbe geschützt. Sie darf aber nicht in die Wunde gelangen, sondern nur die gesunde Haut am Rand benetzen.

Bürstenmassage für die Mikrozirkulation

So lange die Haut gesund ist, regt man die Durchblutung mit Trockenbürsten an. Verwenden kann man jede Bürste, die nicht zu hart ist. Kurz nach dem Aufstehen ist dieses Hausmittel genau der richtige Start in den Tag. (Abends aber kann diese stimulierende Maßnahme den Schlaf stören.)

Begonnen wird die Massage „herzfern“. Stellen Sie also ihren rechten Fuß auf einen Hocker und bürsten sie den Fuß, die Wade und das Schienbein, die Kniekehle nicht vergessen. Weiter geht es über den Oberschenkel zum Po. Genauso geht man an den Armen vor. Die empfindliche Brust- und Bauchseitelässt man aus, oder man wechselt zu einer weicheren Bürste (wahlweise einem trockenen Handschuh). Achten Sie auf Ihr Wohlgefühl und lassen Sie Zonen mit Hautschäden aus.

Allgemeine Verhaltensregeln bei einer bekannten Neigung zu Thrombosen (Thrombophilie) und Krampfadern:

  • Oberste Regel: Blutstau vermeiden: langes Sitzen und Stehen sind bei Thrombosen tabu. Was also tun, wenn man dem gerade nicht ausweichen kann? Wer am Schreibtisch arbeitet, sollte spätestens nach einer Stunde aufstehen und ein paar Schritte gehen. Das gilt auch für's Dauerstehen.
  • Wadenpumpe: Egal wo man gerade sitzt oder steht, Thrombose-Gymnastik ist immer möglich. Ziel der Aktivität sind die Waden. Beim Stehen geht man wiederholt in den Zehenstand, bis die Waden einen leichten Schmerz melden. Dann ausruhen und gleich nochmal starten. Beim Sitzen ist die Bewegung weniger anstrengend, das muss man mit zunehmender Dauer ausgleichen.
  • Freie Bahn fürs Blut: Zusätzlich können Sie die abgedrückten Gefäße der Oberschenkel entlasten, wenn sie abwechselnd auf der linken oder rechten Pobacke sitzen und dabei den Oberschekel vom Stuhl heben. Auch bei der Kleidung darauf achten, dass sie in der Leiste nicht zu eng ist. Es nicht nur Venen-freundlich, sondern auch bequemer!
  • Gespornt und gestiefelt: Für jede Dauertätigkeit braucht man bequeme Schuhe. Was passt, weiß man oft ganz intuitiv: ein weiter, weicher Schuh mit Fußbett und etwas Absatz. Gerade bei brennenden Füßen auf atmungsaktives Material achten.
  • Gut bestrumpft: Besorgen Sie sich bei Thromboseneigung Stützstrümpfe. Dazu müssen Sie nicht einmal in den Sanitärladen, heute gibt es in jeder gut sortieren Kurzwarenabteilung auch optisch ansprechende Strumpfwaren.
  • Ein hoch auf die Pause: Das Hochlagern der Beine ist so fühlbar entlastend, dass man auf die Verhaltensregel bald nicht mehr verzichten will. Besorgen Sie sich einen kleinen Schemel. Er passt unter jeden Schreibtisch.
  • Rauchfrei sein und werden: Rauchen ist einer der größten Risikofaktoren für alle Gefäßkrankheiten und Thrombosen. Tauschen Sie den Glimmstängel gegen gesunde Adern ein. Das Geschäft zahlt sich auch noch in barer Münze aus.
  • Volles Rohr: Gerade für ältere Menschen gilt: Viel trinken. Sie empfinden oft keinen Durst und vernachlässigen das Trinken. Dann dickt das Blut ein und lässt das Thromboserisiko in die Höhe schnellen. Trinken bringt den Kreislauf in Schwung. Mineralwasser und Tee gibt es in jeder Teeküche und ist unterwegs in der PET-Fasche oder Thermoskanne immer dabei.
  • Totale Überwachung: Auf Durchblutungsstörungen folgen schnell Hautveränderungen, verletzliches Gewebe und Wunden. Überprüfen Sie daher nach Thrombosen beständig den Hautzustand und achten Sie auf regelmäßige Fußpflege. Eventuell auch den Umfang der Knöchel messen. Wenn die Beine dicker werden, muss man rechtzeitig gegensteuern - bevor Haut- und Gewebeschäden entstehen.
  • Abschrecken erwünscht: Heißes Wetter oder Sauna mögen geschädigte Beine gar nicht. Sorgen Sie lieber für gute Abkühlung: ein kühlender Wadenwickel, ein Tauchbad oder Quarkauflagen bringen die ersehnte Entlastung bei Spätschäden nach Thrombosen.

Weitere Therapien

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