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Symptome und Diagnose bei Venenthrombose

Eine Venenthrombose zeigt sich durch Ödeme, Blaufärbung und Schmerzen beim Auftreten oder längerem Stehen. Die Beine „glänzen“ wegen der durch die Schwellung gespannten Haut. Auch schwere Beine mit Spannungs- und Hitzegefühl sind deutliche Symptome für Venenprobleme. Der Arzt stellt die Diagnose, indem er den Blutfluss in den Adern misst. Eine Venenthrombose ist eine potentiell gefährliche Erkrankung.

Symptome

Welche Vene ist betroffen: Oberflächlich oder tiefer liegend?

Die Symptome sind unterschiedlich, abhängig davon, ob oberflächlich eine kleine Vene (Thrombophlebitis) betroffen ist oder ein Blutgerinnsel in einer tiefen Vene vorliegt (Phlebothrombose). Letzteres ist wesentlich gefährlicher.

Ist nur eine oberflächliche, kleine Vene betroffen, bemerkt man lokal eine deutlich ausgebeulte Schwellung, begleitet von einer Überwärmung und Rötung. Beim Drücken schmerzt die Stelle. Komplikationen sind hier selten.

Phlebothrombose: Größere, tiefe Vene verstopft

Eine Phlebothrombose kann zunächst symptomlos beginnen, später treten ziehende Schmerzen, wie bei einem Muskelkater, auf. Sie verschwinden typischerweise beim Liegen. Daneben kommt es zu Symptomen wie Spannungs- und Schweregefühl und Schmerzen. Der Arzt überprüft die typischen schmerzhaften Druckpunkte. Eventuell ist das Bein überwärmt und geschwollen, selten tritt Fieber auf. Bei starken Ödemen ist auch die Haut gespannt und meist auch bläulich-rot verfärbt. Überwärmung, Rötung, Schwellung und Schmerz treten stärker ausgeprägt auf als bei der Thrombophlebitis.

Von diesen akuten Beschwerden sind die im Verlauf der Erkrankung entstehenden Folgeschäden zu unterscheiden (Komplikationen).

Wann zum Arzt?

Eine Venenthrombose sollte immer ärztlich begutachtet werden. Kleine oberflächliche Thrombosen und Thrombosen ohne Komplikationen kann der Hausarzt ambulant behandeln, größere Venenthrombosen mit Komplikationen oder bei hohem Gesamtrisiko werden im Krankenhaus medizinisch betreut. Wenn Sie sich selbst behandeln wollen, fragen Sie vorher den Arzt, wann sie nach der akuten Venenthrombose beginnen dürfen.

Alarmsymptome einer Venenthrombose mit gefährlichen Komplikationen sind:

  • Herzrasen, Schmerzen im Brustbereich (ausstrahlend in Arm, Magen oder Nacken)
  • Husten, Luftnot
  • Angstzustände, kalter Schweiß
  • Blutdruckabfall
  • Schockzustand, Ohnmacht
  • Fieber, Überhitzung von Körperteilen

Das sind die Notfallmaßnahmen bei Venenthrombosen mit Komplikationen:

  • Den betroffenen blau angelaufene Körperteil hoch lagern, ansonsten nicht bewegen.
  • Person nicht alleine lassen und auf Ansprechbarkeit achten.
  • Kein Essen oder Trinken anbieten, es könnte eine OP notwendig sein.
  • Dann sollte man unverzüglich den Notarzt über 112 verständigen.

Als erste Maßnahme wird ein Arzt die Blutgerinnung mit Heparin hemmen und die Extremität bandagieren. Damit verhindert man das Anschwellen.

Vorsicht Blutung

Wer Antikoagulantien nimmt, blutet länger. Wenn bei Ihnen Verletzungen oder Nasenbluten nicht gestillt werden können, suchen Sie einen Arzt auf.

Diagnostik

Neben der sorgfältigen Anamnese sowie Abklärung von Risikofaktoren erfolgen eine körperliche Untersuchung (Haut, Farbe, Schmerzallgemein, Nägel und Druckschmerztests) sowie ein Vergleich der Extremitäten zur Feststellung des Ausmaßes der Schwellung und Hautveränderung.

Wasser in den Beinen: Dellen-Test

Optisch ist das betroffene Bein durch die Wassereinlagerungen geschwollen. Ein einfacher Test auf die Menge an Gewebewasser ist der Fingerdruck neben dem Schienbein für einige Sekunden. Danach bleibt eine mehr oder weniger tiefe Delle zurück, die sich nur sehr langsam zurückbildet. Auch Hautvernarbungen lassen sich ertasten.

Bildgebende Verfahren

Es stehen verschiedene Spezialmethoden zur Diagnose Verfügung.Ihr großer Vorteil besteht darin, dass sie schnell und einfach durchzuführensind.

  • Doppler/Duplex-Sonographie: Die Blutkörperchen reflektieren den Schall, so dass die Stärke und die Bewegungsrichtung des Blutes farbig dargestellt werden kann. Die Photoplethysmographie: Ist ganz ähnlich, nur verwendet dieses Verfahren keinen Schall sondern Infrarotlicht.
  • Phlebodynamometrie: Für die Messungen wird die Vene eröffnet und über einen Druckmesser der Druckausgleich in der Vene bestimmt. Je mehr Widerstände und Engstellen im Gefäßverlauf, umso langsamer ändern sich die Druckschwankungen. Wegen Infektionsgefahr wird dieses invasive Diagnose-Verfahren nur in besonderen Fällen angewendet.
  • Phlebographie/Angiographie: Hier wird in den Blutkreislauf ein Kontrastmittel gespritzt und die Adern dann mit Röntgen dargestellt. Die Ultraschallverfahren haben heute eine gute Messgenauigkeit, so dass invasive Kontrastmittelröntgen-Untersuchungen immer seltener notwendig werden.
  • Computertomographie(CT)/Magnetresonanztomographie (MRT): CT und MRT sind ergänzende Untersuchungsmethoden. Sie ermöglichen die Darstellung von Tumoren oder Lymphknotenschwellungen, die nach und nach die Venen abdrücken können. Auch tief liegende Venen im Brustkorb und Becken lassen sich damit untersuchen.

Allgemeiner Checkup notwendig

Immer sinnvoll ist eine Untersuchung der Lunge zum Ausschluss einer Lungenembolie durch Verschleppung von Blutgerinnseln aus dem Beinbereich in die Lungenstrombahn. Zur Sicherheit erfolgt eventuell eine Herzuntersuchung (EKG), weil auch dort oft Zeichen einer Lungenembolie zu sehen sind.

Labordiagnose

Eine Laboruntersuchung überprüft das Blutbild und die Gerinnungsfaktoren im Blut. Sinnvoller Weise testet man bei wiederholten Venenthrombosen auf gefährliche Genmutationen (Thrombophilie-Screening).

Besonders wichtig sind folgende diagnostische Blutparameter: D-Dimer, Lupus-Antikoagulans, Antithrombin III, Faktor, Ristocetin-Faktor, Prothrombin-Genmutation, Protein C und S zum Ausschluss einer erblichen Neigung. PAI-Gen und Fibrinogen-Spaltprodukte (FSP) für die Bestimmung der Blutgerinnung und des Gerinnungsablaufs – gegebenenfalls weitere Risikofaktoren und Werte, die eine Entzündung oder Tumore ausschließen.