Ihr Portal für Gesundheit,
Naturheilkunde und Heilpflanzen

natürlich gesund

Weitere Therapien: Verschlusskrankheit, periphere arterielle (PAVK)

Was sonst noch hilft

Der wichtigste Baustein bei der Behandlung der PAVK ist die Schulmedizin. Naturheilverfahren und das Anstreben eines gesünderen Lebensstils durch eine geeigneten Ernährung bei Verschlusskrankheit ergänzen die Therapie.

Ernährung

Das Altern wird wesentlich vom Zustand der Gefäße mitbestimmt. Im Gegensatz zu den Medikamenten der Schulmedizin ist eine Umstellung der Ernährung frei von Nebenwirkungen, erfordert aber eigene Anstrengung.

  • Fett: Am wichtigsten ist die Reduktion von tierischen und gesättigten Fetten in der Ernährung. Fette können teilweise durch hochwertige Pflanzenöle (Maiskeim-, Kürbiskern-, Olivenöl) ersetzt werden. Versteckte Fette sind auch in Wurst, Käse, fetten Milchprodukten und Knabbereien enthalten.
  • Fleisch: Der Konsum von rotem Fleisch, vor allem vom Schwein, sollte auf maximal 3 Mal pro Woche beschränkt werden. Eine „undogmatische“ vegetarische Ernährung mit reduzierter tierischer Nahrung, Ei, Milchprodukten wäre sinnvoll.
  • Stärke: Auch mediterrane Ernährung ist gut geeignet. Hier werden vermehrt Kalorien in Form von Stärkeprodukten (Nudeln, Mais, Reis, Kartoffeln) aufgenommen.
  • Obst und Gemüse: Viele Vitamine in Form von Obst und Gemüse sind ebenfalls positiv für die allgemeine und die Gefäßgesundheit.
  • Antioxidantien: Eine besondere Bedeutung kommt Antioxidantien zu, die in Obst, Gemüse, dunkler Schokolade, Kakao, vielen Heilpflanzen und Nahrungsmitteln wie rotem Traubensaft oder Rotwein enthalten sind. In Maßen genossen, etwa einem Glas pro Tag, ist davon ein positiver Effekt zu erwarten. Die schädlichen Nebenwirkungen des Alkohols überwiegen aber bei größeren Mengen. Zu viel Alkohol erhöht auch das Risiko für Krebs.

Heilfasten – als eine der stärksten wirksamen naturheilkundlichen Maßnahmen – kann die Risikoerkrankungen Fettstoffwechselstörung und Bluthochdruck positiv beeinflussen. Bei PAVK sollte es aber ärztlich begleitet werden.

Naturheilverfahren bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit (PAVK)

Ordnungstherapie

Eine Neuanpassung der Lebensweise ist am besten vor Eintreten der Beschwerden und tiefgreifenden Gefäßschäden notwendig. Dabei kann die Ordnungstherapie bei der Umsetzung helfen. Eine in den Alltag integrierte Umstellung der Ernährung, eine Gewichtskontrolle/-abnahme, sowie ausreichend Bewegung und Entspannung können im Vorfeld helfen, das Auftreten von Symptomen hinauszuzögern.

Daneben sollten konsequent die Risikofaktoren Fettstoffwechselstörung, Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Übergewicht und chronische Entzündungen bekämpft werden.

Geben Sie das Rauchen auf! Raucher verlieren im statistischen Mittel acht Lebensjahre, hinzu kommen Jahre mit eingeschränkter Gesundheit.

Physikalische Therapie

Wechselwarme ansteigende Teilbäder können die Durchblutung verbessern. Auch Gehtraining und Gymnastik bringen eine langfristige Besserung, wenn sie konsequent druchgeführt werden. Zwar treten Schmerzen auf, doch erweitern sich durch die Beanspruchung die Adern und es werden neue Gefäße gebildet. So können verengte Abschnitte umgangen werden.

Als Sportarten eignen sich Gehen, Fahrradfahren und Zehenstände. Dabei soll mindestens drei Mal pro Woche bis zu einer Stunde trainiert werden. Der Patient geht bis zur Schmerzgrenze und legt darauf eine Ruhephase ein. Die Therapie muss aber kontinuierlich beibehalten werden, um eine weitere Verschlimmerung aufzuhalten. Suchen Sie sich eine geeignete Veranstaltung wie eine „Gefäßsportgruppe“, denn in der Gemeinschaft macht der Sport mehr Spaß und das Durchhalten fällt leichter.

In späten Stadien, wenn Ruheschmerzen und Geschwüre auftreten, ist ein Gehtraining nicht mehr sinnvoll, da durch die Minderversorgung der Haut offene Beine entstehen können. Hier empfiehlt man, die Beine mehrere Male pro Tag hoch zu lagern. Um Druckgeschwüre zu vermeiden, muss die Unterlage weich sein, die Ferse sollte nicht aufliegen, da sich durch den ständigen Druck häufig Geschwüre bilden.

Achtung: Bei Ruheschmerzen oder Geschwüren sollen keine durchblutungsfördernden Maßnahmen durch eine physikalische Therapie oder Salben durchgeführt werden, da sonst Beschwerden und Gefäßschäden zunehmen!

Ausleitende Verfahren

Die alte Methode des Aderlasses setzt man heute gezielter ein als früher. Sinnvoll ist er bei „vollblütigen“ Patienten mit Bluthochdruck und „dickem“ Blut mit zu vielen roten Blutkörperchen. Es werden jeweils etwa 150-250 ml Blut abgenommen und der Vorgang nach einigen Tagen wiederholt. Achtung: ein zu hoher Blutverlust übt einen starken Blutbildungsreiz aus, der hier eine eher negative Wirkung hat.

Sauerstofftherapien

Es gibt zahlreiche Therapien, die Sauerstoff und Ozon verwenden. Dadurch soll die Sauerstoffversorgung der Körperzellen und die Blutzirkulation in den Geweben verbessert werden. Auch ein positiver Effekt auf die Abwehrkräfte und die Wundheilung wird propagiert. Für den Nutzen dieser unspezifischen Reiztherapien oder der Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie liegen leider keine unabhängigen und wissenschaftlich einwandfreien Untersuchungen v

  • hyperbare Sauerstofftherapie: Hier wird Sauerstoff in einer therapeutischen Druckkammer geatmet. Ziel ist es, den Sauerstoffgehalt im Blut zu erhöhen und dadurch den Wundverschluss fördern. Außerdem sollen Abwehrzellen angeregt werden, so dass Infektionen besser gemeistert werden. Auch Ödeme sollen sich so verringern lassen. Die Methode ist teuer und zeigt meist keine dauerhaften Effekte.
  • Ozontherapie: Ozon ist eine aktivierte Form des Sauerstoffs, der normalerweise in der Atmosphäre entsteht. Es wird injiziert oder entnommenem Blut zugesetzt. Die Therapie soll Keime töten und das Immunsystem sowie die Durchblutung anregen.
  • Sehr ähnlich ist auch die Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie: Der Patient atmet dabei den Sauerstoff über eine Maske oder Nasensonde ein. Kombiniert wird die Behandlung mit Vitamin- und Mineralstoffpräparaten sowie einer leichten Bewegungstherapie.

Chelat-Therapie

Ziel der Therapie ist es, durch Chemikalien (so genannte Chelatbildner) das in den arteriosklerotischen Plaques abgelagerte Calzium herauszulösen. Diese bestehen aber nicht nur aus den abgelagerten Kalzium-Salzen, sondern auch aus Cholesterin und anderen Schlackenstoffen. Die Wirksamkeit der Therapie wird daher von Fachleuten angezweifelt.

Frischzellentherapie

Hierbei werden Zellen, die aus ungeborenen Tieren (Kälbern oder Lämmern) gewonnen werden, injiziert. Da hierbei auch Viren und Krankheiten übertragen werden können, warnen Experten vor dieser Methode.

Schulmedizin

Der Schulmedizin behandelt schwerpunktmäßig die Risikokrankheiten Diabetes mellitus, Hypertonie und Fettstoffwechselstörungen sowie die Symptome der PAVK:

Lipidsenker werden eingesetzt um den Cholesterinspiegel im Blut zu senken. Dadurch kann der Zustand der Gefäße stabilisiert werden.

Thrombozytenaggregationshemmer reduzieren die Gefahr von Thrombosen sowie Herzinfarkte oder Schlaganfälle. Mittel zur Hemmung der Blutgerinnung können auch unkontrollierte Blutungen auslösen, weswegen man sie nur einsetzt, wenn der Patient bereits einen Herzinfarkt oder eine Embolie hatte. Bei nicht ausreichenden Effekten der allgemeinen Maßnahmen kommen Thrombozytenaggregationshemmer (ASS, Ticlopidin), gefäßerweiternde Stoffe (Buflomedil, Pentoxifyllin, Naftidrofuryl, Iloprost) und die Gerinnungshemmer mit Cumarinen zum Einsatz.

Thrombolyse durch Fibrinolytika: Frische Thromben können medikamentös aufgelöst werden. Länger bestehende Thromben kann diese Methode leider nicht beseitigen.

Durchblutungsfördernde Medikamente werden in den frühen Stadien der PAVK eingesetzt (Naftidrofuryl). Prostanoide stärken den Abfluss durch Gefäßerweiterung.

Perkutane transluminale Agioplastie, Ballondilatation: Ein aufblasbarer Katheter wird in die Arterien bis zur Verengung vorgeschoben. Die Ader kann dann durch Aufblasen geweitet werden. Oftmals aber verschließen sich die Stellen erneut. Daher bringt man häufig so genannte Stents ein, das sind feine Metallgitter, die die Ader dauerhaft offen halten sollen. Eine sichere Gewähr kann auch diese Methode nicht geben.

Gefäßoperationen haben ein hohes Risiko. Sie werden nur in bestimmten Situationen (Herzinfarkt) angewendet. Hierbei werden die Adern mit einem Katheter geweitet. Große Arterien können auch aufgeschnitten und die Verengung herausgeschält werden. Ein Bypass ist eine Überbrückung des verengten Abschnitts mit einer Arterie des Patienten oder einem Teflonschlauch.

Im Stadium IIb kommen Gefäßrekonstruktions-Operationen zum Einsatz, bei IIa nur als letzte Möglichkeit nach Ausreizen aller herkömmlichen Maßnahmen.
Im Stadium III ist eine stationäre Therapie notwendig. Wenn eine gefäßchirurgische Therapie nicht mehr möglich ist, muss mit einer gefäßerweiternden Infusionstherapie mit Prostanoiden (Iloprost, Alprostadil) versucht werden, die Extremität zu erhalten und Amputationen zu verhindern.

Offene Beine und Geschwüre werden mit Antibiotika und Antimykotika behandelt. Eine sorgfältig tägliche Wundpflege ist für das Abheilen besonders wichtig. In schweren Fällen werden Teile amputiert.

Da in den Stadien III und IV starke Schmerzen auftreten, ist eine Verordnung von Schmerzmitteln wichtig. Durch die Ausschaltung des vegetativen Nervensystems, durch eine so genannte lumbale Sympathikolyse erreicht man eine Gefäßerweiterung, und somit einen gesteigerten Blutfluss. Der Patient wird dadurch relativ gering belastet.