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Vitamin D-Mangel: Ursachen, Symptome, Behandlung

Ohne Sonnenlicht keine Vitamin-D-Herstellung. © Janina Dierks - Fotolia.com

Vitamin D-Mangel-Gebiet Deutschland

Vitamin D-Mangel droht allen, die im Sommer nicht regelmäßig an die Sonne kamen. Wer ist besonders betroffen, wie kann man vorbeugen?

Von: Dr. Corinna Cappellaro

Vitamin D: Ab in die Sonne

Vitamin D gehört zu den wenigen Vitaminen, die der Mensch unter bestimmten Bedingungen selbst herstellen kann – vorausgesetzt, es ist ausreichend Sonnenlicht verfügbar. Für die Vitamin D-Synthese ist ein Licht-getriebener Schritt notwendig, zusätzlich müssen die Organsysteme richtig zusammenspielen. Bei dieser Komplexität gibt es viele verschiedene Gründe für Vitamin D-Mangel. Dann leidet nicht nur der Kalziumeinbau in die Knochen. Neu ist der Verdacht, dass Vitamin D-Mangel weitere Krankheitsprozesse anstößt. Darum dürfte es sich auszahlen, gerade die Risikogruppen für Vitamin D-Mangel ausreichend zu versorgen. Aber Achtung: Es zeichnet sich aber ab, dass Sonnenlicht umfassendere Effekte hervorruft, als das künstliche Vitamin.

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Von Vitamin D-Mangel besonders betroffen

Vitamin D-Mangel ist in Deutschland häufig anzutreffen. Frau Dr. Birte Hintzpeter vom Robert-Koch-Institut in Berlin hat untersucht, wie es um die Vitamin-D-Versorgung in Deutschland bestellt ist. Bei den Teilnehmern wurde hierzu die Konzentration an Vitamin D im Blut gemessen. Das Ergebnis ist besorgniserregend: Insgesamt wiesen etwa 63 % der Kinder, sowie 58 % der Erwachsenen erniedrigte Vitamin D-Werte (unter 50 nmol/L) auf. Besonders häufig betroffen sind:

  • Kinder und Jugendliche mit 11-18 Jahren (die sich in Schule und Ausbildung befinden).
  • ältere Menschen mit körperlichen Einschränkungen oder Aufenthalt in Pflegeeinrichtungen.
  • schwangere Frauen mit vermehrtem Bedarf.
  • dunkelhäutige Menschen und Frauen, die immer verschleiert sind.
  • Frauen nach den Wechseljahren.
  • Männer ab 60 Jahren.
  • alle Osteoporose-Patienten.
  • Personen, die verschiedene Vitamin-D reduzierende Medikamente einnehmen.
  • Personen mit organischen Erkrankungen (Darm, Leber, Niere, Nebenschilddrüse).

Gründe für einen Vitamin D-Mangel

Vitamin D, ein Vitamin geht unter die Haut

Die meisten Vitamine muss der Mensch über die Nahrung aufnehmen, mit einer Ausnahme: Vitamin D hat die Besonderheit, dass es in der Haut hergestellt werden kann oder eigentlich hergestellt werden könnte, denn das hängt von Bedingungen ab:

Reiches Deutschland, arm an Sonne…

Für die Synthese bräuchte der Körper energiereiches Sonnenlicht und zwar regelmäßig. Nicht umsonst gilt Vitamin D als das Sonnenvitamin. Während in Ländern wie Australien und Afrika die Lichtintensität gar kein Problem ist, herrscht in Ländern wie Schweden, Österreich, Schweiz und Deutschland Mangel. Viele Menschen leben in Hochhäusern und haben keinen direkten Zugang zum Licht. Darüber hinaus spielt sich das Leben in den kalten Wintermonaten ohnehin meist in Gebäuden ab: Dann ist die Energie zu schwach, um ausreichende Mengen Vitamin D herzustellen. Folglich kann der Körper keinen ausreichenden Vitamin D-Vorrat für den Winter anlegen. Oktober bis März dauert die Knappheit bei uns. Setzt man voll aufgefüllte Körperspeicher voraus, geht der Vorrat Ende Januar/Anfang März zur Neige.

Vitamin D braucht alle Organe

Vitamin D-Mangel entsteht also meist durch Defizite in der Produktion, denn die hat es in sich. Gleich mehrere Organsysteme greifen hier ineinander (siehe Steckbrief Vitamin D). Darm, Leber, Niere und Schilddrüse müssen gesund sein. Es sind aber noch andere Ursachen vorstellbar, als organische Erkrankungen. Sehr nachdenklich stimmt der Befund, dass unter Alzheimer-, Herz- und Diabetespatienten mehr Menschen mit bestimmten genetischen Varianten des Vitamin D-Rezeptors sind. Das würde bedeuten, dass ein reiches Vitamin D-Angebot noch keine korrekte Körperantwort garantiert. Hier warten also weitere Einflussfaktoren, die es zu erkennen gilt.

Problematisch ist die Vitamin D-Versorgung immer dann, wenn die Vitamin D-Speicher nicht ausreichend gefüllt wurden, dann sinken die Werte, bis es zu Mangelerscheinungen kommt…

Welche Symptome verursacht Vitamin D-Mangel?

Wissen muss man, dass die Symptome für Vitamin D-Mangel unklar ausfallen und auch andere Diagnosen zulassen. Ganz oben rangieren Muskelschwäche und Müdigkeit.

Wenn die Nerven die Muskeln nicht mehr richtig steuern können, werden die Muskeln schwach und koordinierte Bewegungen fallen schwerer. Der Gang verändert sich und wird mit „Watschelgang“ beschrieben. Dabei werden die Füße nicht richtig angehoben. Gerade bei älteren Menschen steigt die Sturzneigung. Aber auch Kinder zeigen Muskelschwäche. Nimmt der Mangel zu, entspannen sich die Muskeln nicht mehr, was zu Krämpfen führt. Daneben ist Müdigkeit ein häufig bestätigtes Symptom. Viele andere unklare Symptome sind nicht gesichert wie Muskelschmerzen, Infektanfälligkeit, Depression, Unruhe und Schlafstörungen. Säuglinge schwitzen stark und sind daneben unruhig und schreckhaft.

Massiver Vitamin D-Mangel lässt Knochen brechen

Erst, wenn der Wert massiv und über Jahre unterschritten wird, zeigt sich die Schwere des Mangels. Das führt dazu, dass der Körper auf alle kalziumreichen Körperbestandteile zugreift, wie die Zähne und die Knochen. Unbehandelt kommt es zu einer langsamen Entkalkung des Knochens. Knochen- und Rückenschmerzen sind Alarmsymptome.

Senioren: Ältere Menschen werden kleiner, weil sich die Röhrenknochen und die Wirbelsäule biegen. Besonders gefährdet für Brüche ist der Oberschenkelhals, da beim Gehen kurze Momente lang das ganze Körpergewicht auf einem relativ dünnen Knochen lieg. Außerdem droht vermehrt Zahnverlust.

Kinder: Bei Kindern ist das größte Problem die fehlerhafte Skelettbildung. Der Schädel ist verformt („Quadratschädel“), am Rippen-Knorpel-Übergang bilden sich Knötchen und vor allem die Röhrenknochen der Beine sind gebogen (O-Beine, X-Beine). Symptomatisch ist auch der Haarausfall. Die Kinderzähne haben Schmelzdefekte. Besonders schwerwiegend ist der Mangel bei Säuglingen. Sie entwickeln Krampfanfälle und erleiden auf die Dauer einen gefährlichen Herzschaden.

Aktuelle Forschungen zeigen, dass sehr viele Krankheitsbilder mit niedrigen Vitamin D-Werten zusammen häufiger auftreten. Aber dies ist nur eine beobachtete Korrelation und noch keine kausale Beziehung, denn Vitamin D-Mangel spiegelt nur den Lebenswandel. Ob Vitamin D wie ein Medikament heilen und vorbeugen kann, muss noch bewiesen werden bzw. der präventive Charakter ist bisher nur bei Osteoporose und Knochenbrüchen bewiesen.

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Vitamin D-Mangel und die Folgen

Vitamin D wirkt umfassend auf den Körper. Da fast alle Zellen einen Vitamin D-Rezeptor haben, sprechen sie auf das Vitamin an. Umgekehrt formuliert, hat Vitamin D-Mangel Folgen in allen Organen und Körperfunktionen. Untersucht werden unter anderem die Zusammenhänge mit dem Krebsrisiko, Diabetes und Nervenkrankheiten. Besonders eindeutig ist der Effekt auf die Knochen (Osteoporose):

Empfindliche Knochen: Kinder und Senioren

Vitamin D sichert nicht nur die Calciumaufnahme im Darm, sondern hemmt auch die Ausscheidung durch die Niere und fördert den Einbau in den Knochen. Dabei gibt es die Phasen mit aktivem Knochenstoffwechsel, in denen Menschen besonders empfindlich auf das Fehlen reagieren: Kinder und Heranwachsende. Bei älteren Menschen hat sich das Problem verschoben: Der Knochenaufbau wird schwächer, so dass dann Knochenabbau umso gefährlicher ist. Bei Schwangeren und Stillenden ändert sich der Vitamin D- und Calciumstoffwechsel grundlegend, aber auch in diesen Fällen greift der Körper bei Mangel schnell auf das Kalziumreservoire der Knochen zu.

Was passiert im Knochen?

Fehlt es dem Körper an Vitamin D, wird aus dem Darm kein Calcium aufgenommen. Bekommt der Knochen aber keinen Calciumnachschub, geht die Festigkeit verloren. Was übrig bleibt, sind die elastischen Bindegewebselemente. Der Knochen wird weich und biegsam. Deswegen sieht man bei lang anhaltendem Vitamin D-Mangel oft gebogene Oberschenkelknochen (z. B. 0, X-Beine), meist aber sind Knochenschmerzen die ersten Hinweise. Später zeigen sich erste Knochenbrüche, selbst bei geringen Anlässen. Nicht immer ist der Knochen vollständig durchgebrochen, in der Regel bereiten winzige unsichtbare Knochenbrüche die schmerzhaften Beschwerden. Das Krankheitsbild nennt man Knochenerweichung (Osteomalazie), bei Kindern Rachitis.

Klassiker: Osteoporose und Vitamin D

Der Körper baut das Skelett ein Leben lang um. Wenn Knochenabbau und Vitamin D-Mangel kombiniert auftreten, hat das fatale Folgen. Einige Studien belegen, dass eine gute Vitamin D- und Calcium-Versorgung vorbeugen könnte. Damit vermeidet man nicht nur Knochenbrüche. Auch die neuromuskuläre Erregungsleitung verbessert sich. Vitamin D erhält die Muskelkraft, ist wichtig für den Gleichgewichtssinn und fördert die Mobilität. Das bedeutet schlicht, dass die Senioren besser zu Fuß unterwegs sind. Gute Voraussetzungen also für ein selbstbestimmtes Altern.

Fazit: Die DGE stellt fest, dass Vitamin D überzeugend das Frakturrisiko bei älteren Menschen senkt. Studien lassen mit 500-800 IE Vitamin D eine Senkung der Knochenbruchrate um 20 % erwarten. Unter 400 IE ist Vitamin D hier wirkungslos.

Achtung:

  • Ein möglicher Vitamin D-Mangel muss erst ausgeglichen werden. Später muss zur Erhaltung ausreichend und dauerhaft dosiert werden (vorgeschlagen sind 800-2000 IE).
  • Etwa 700 bis 1000 IE dürften das Sturzrisiko um etwa 20 % reduzieren.
  • Vitamin D braucht weitere Stoffe für die volle Wirkung. Das Calcium kommt idealer Weise aus der Nahrung.
  • Bei bereits eingetretener Osteoporose ist eine Behandlung mit Vitamin D und Calcium nicht ausreichend.
  • Eine Überdosierung von Vitamin D insbesondere bei Calcium-, Magnesium- und Vitamin K-Mangel muss unbedingt vermieden werden.
  • Die Einnahme von 400-800 IE dürfte nebenbei bei älteren gebrechlichen Menschen das Todesrisiko senken (ca. 10 %).

Vitamin D: ein Anti-Krebsvitamin?

Bei kardiovaskulären und Tumor-Vorerkrankung, steigt die Sterberate bei Vitamin D-Mangel um etwa 65-70 %. Ob das Vitamin D hier die fatale Statistik verbessern kann, muss aber noch gezeigt werden. Die Vorversuche verfehlten leider das Ziel. Enddarm und Brustkrebs-Raten sprechen auf die Vitamin D-Tabletten kaum an. Auch die Behandlung einer akuten Krebserkrankung mit Vitamin D und Vitamin D-Hormon hat nicht überzeugt. Aber die Hoffnung ist geweckt. Experten haben zahlreiche Einblicke gewonnen, wo Vitamin D in den Stoffwechsel der Krebszellen eingreift. Das Wissen darüber würde mehrere Bücher füllen: Vitamin D bremst zum Beispiel die Zellteilung und fördert die normale Zellidentität (Differenzierung). Vitamin D schützt Versuchstiere vor der Krebsentwicklung.

Fazit: Nur für das Dickdarm- und Brustkrebs-Risiko könnte Vitamin D „vielleicht senkend“ wirken. Eine flächendeckende Vitamin D-Einnahme mit dem Ziel einer Krebsprävention ist – mangels Beweisen - derzeit nicht zu empfehlen.

Diabetiker: Vitamin D-Spiegel abgestürzt

Aus England kommen alarmierende Zahlen: Etwa 90 % der Diabetiker leiden unter Vitamin D-Mangel. Beobachtet wurde außerdem, dass Vitamin D-Mangel oft mit einem schwer einzustellenden Blutzucker verbunden ist. Und besonders erschreckend ist der Befund, dass mangelversorgte Diabetiker früher versterben.

Bei Tieren zumindest stimuliert Vitamin D die Produktion des Blutzucker-senkenden Hormons Insulin. Doch es gibt noch mehr Argumente: Kinder mit Vitamin D-Mangel bekommen um den Faktor vier häufiger Diabetes Typ 1. Erhalten sie Vitamin D-Präparate fällt die Diabetesrate um 78 %. Diese Fakten schürten die Hoffnung: Vitamin D wäre eine verlockend einfache Lösung für die leidvollen Probleme bei Diabetes.

Die meisten Studien – 19 an der Zahl – fanden leider keinen Nutzen auf die Langzeit-Zuckereinstellung. Lediglich vier Studien geben etwas geringere Nüchtern-Blutzuckerwerte zu Protokoll. Auch das Ansprechen auf Insulin könnte sich etwas bessern. Beträchtliche Hoffnungen gibt es noch bei den Diabetes-Spätschäden (Retinopathie, Neuropathie, Nierenschwäche, Gefäßkrankheiten, Geschwüre). Hier fehlen noch die kurativen Studien.

Fazit: Insgesamt sind die Heileffekte zu gering, um Vitamin D generell in die Diabetiker-Versorgung aufzunehmen. Vitamin D-Mangel eignet sich vermutlich eher als Indikator, um eine Gefahr von diabetischen Spätschäden vorauszusagen. Leichte Ausdauertherapie im Sonnenlicht sollte Diabetikern immer nachdrücklich empfohlen werden.

Demenz, Parkinson, Schmerz: Vitamin D und die Nerven

Der Rezeptor für Vitamin D ist auch in den Zellen der Nerven und des Gehirns präsent. Bei sonnigem Wetter sind wir nicht nur besser gelaunt, Licht hat tatsächlich eine Wirkung auf die Gefühlswelt. Nicht nur Winterdepression ist ein Thema, auch der Zusammenhang von Vitamin D-Mangel und handfesten Depressionen sind bereits wissenschaftlich nachgewiesen.

Fazit: Gerade bei Depression ist Licht eine empfehlenswerte Begleittherapie.

Gezeigt wurde in den Experimenten der Grundlagenforschung außerdem, dass Vitamin D für die Ausschüttung von Nervenbotenstoffen und „neurotrope Faktoren“ zuständig ist. Diese Stoffe sind unentbehrlich, sorgen sie doch für das Überleben der empfindlichen Nervenzellen und deren Zellverbindungen. Calcium überträgt die Nervensignale und Vitamin D reguliert den Calciumspiegel im Gehirn. Auch beim oxidativen Stress und entzündlichen Prozessen in der Zentralschaltstelle spielt Vitamin D eine Rolle. So verspricht man sich gerade bei Schmerzen (wie neuropathischen Nervenschmerzen) einen Nutzen.

Im Alzheimer Tiermodell hilft Vitamin D an mehreren Stellen, den fatalen Krankheitsprozess abzumildern. Beim Menschen treten mit Vitamin D-Mangel gehäuft degenerative Gehirnerkrankungen auf (wie ParkinsonAlzheimer, Amyotrophe Lateralsklerose). In Zahlen ausgedrückt verdoppelt sich die Gefahr von kognitiven Defiziten bei Vitamin D-Mangel.

Fazit: Auch in Hinsicht auf Nervenerkrankungen ist der Zusammenhang mit Vitamin D-Mangel beobachtet worden. Bei den Interventionsstudien beginnt ein vorsichtiges Abtasten der möglichen Effekte, für Voraussagen ist es noch zu früh. Es erscheint aber sinnvoll, bei allen gefährdeten Menschen besonders auf die natürliche Vitamin D-Versorgung zu achten. Körperliche Aktivitäten im Freien senken nachweislich das Alzheimerrisiko.

Schwindel

Bei Mäusen führt eine Störung der Vitamin-D-Wirkung (Vitamin-D-Rezeptor-Defekt) zu einer schlechten Körper-Balance, ganz abgesehen von Muskel-, Koordinations- und Knochenproblemen. Auch beim Schwindel am Menschen zieht man Parallelen. Tatsache: Personen mit Lagerungsschwindel leiden häufig unter Vitamin D-Mangel. Zwar kann ihnen die Standardtherapie helfen, aber anhaltende Besserung stellte sich eher ein, wenn der Vitamin D-Mangel behandelt wurde. Das besagt ein Vorversuch.

Fazit: Als günstige und nebenwirkungsfreie Methode ist die Vitamin D Gabe bei Lagerungsschwindel (ev. auch orthostatischem Schwindel) einen Versuch wert. Die Daten sind nicht durch Statistik abgesichert. Die Dosis darf jedoch nicht zu hoch sein (siehe Nebenwirkungen).

Weitere Erkrankungen, bei denen Vitamin D helfen könnte

Vitamin D dürfte noch in viele andere Prozesse involviert sein:

Die Bedeutung von Vitamin D in der Prävention dürfte in der Zukunft wohl steigen. Informieren Sie sich auf unserer Seite über Vitamin D, welche umfangreichen Wirkungen von diesem Hormon noch zu erwarten sind.

Behandlung: Was tun bei Vitamin D-Mangel?

Diagnostik: Nur der Vitamin D-Bluttest ist eindeutig

Da die Symptome sehr unklar ausfallen, führt man bei Verdachtsfällen einen Bluttest durch, um festzustellen, ob der Vitamin D-Spiegel zu niedrig ist.

Ganz einfach messen kann man den Mangel am 25-Hydroxyvitamin D (Calcidiol). Bei Vitamin D-Mangel liegt der Wert unter 25 ng/ml, bei schwerem Mangel unter 12,5 ng/ml. Über die optimalen Werte wird noch diskutiert, sie liegen wohl im Bereich um 50 ng/ml. Steigt der Wert über 80 ng/mL sind Vergiftungserscheinungen möglich.

Ärzte werden bei Bedarf noch weitere Blutparameter anordnen (wie Parathormons für Schilddrüse und alkalischen Phosphatase für den Knochenstoffwechsel).

Was kostet die Vitamin D-Bestimmung?

Auf Kassenkosten werden die Werte nur bei einem begründeten Verdacht bestimmt (wie bei Verdauungsstörungen nach schwerer Magenoperation oder chronischen Darmerkrankungen, Nebenschilddrüsendefekt, Osteoporose) oder erhöhtem Vitamin D-Bedarf (z. B. bei Einnahme von Antikonvulsiva bei Epilepsie oder Cortison). In den meisten Fällen muss man den Test allerdings selbst bezahlen (IGeL). Kostenpunkt ist etwa 25 €, kann aber mit Blutabnehmen und Beratung bei 40-60 € liegen. Es gibt aber bereits Vitamin D Bluttestkits im Handel. Ein Test (mit 2 Bestimmungen) kostet 30 €.

Handlungsbedarf in Deutschland?

Während die Vitaminversorgung bei moderner Lebensweise bei uns fast immer gedeckt ist, sieht es bei Vitamin D anders aus. Offizielle Stellen sehen jedoch keinen Handlungsbedarf. Nach den Zahlen der DGE liegen nur bei etwa 26 % der Erwachsenen ernsthafte Mangelzustände vor (unter 25 ng/ml). Bei häufigem Aufenthalt im Freien sei die Vitamin D-Versorgung gesichert, stellt die DGE fest. Ausnahmen gelten nur für kleine Kinder bis 2 Jahren und Senioren.

Der beste Weg ist noch nicht gefunden

Eine Überdosierung ist über Sonnenlicht im Gegensatz zu Supplementen nicht möglich, darauf verweist das Bundesinstitut für Risikobewertung. Daneben wirkt Bewegung am Licht wesentlich umfangreicher. In dieser Hinsicht ist für den Normalbürger die Empfehlung nach Bewegung im Sonnenlicht mehr wert, als der Griff zum Supplement. Nahrungsergänzungsmittel helfen aber immer dann, wenn dies nicht gewährleistet werden kann. Sie sind sozusagen die zweitbeste Lösung. Die Forscher diskutieren im Augenblick darüber, ob man das Abfallen des Vitamin D-Spiegels im Winter vermeiden muss und ob die offiziellen Dosierungen eventuell zu tief angesetzt sind.

Achtung! Das winterliche Absinken können Sie selbst mit Supplementen angehen, den akuten Vitamin D-Mangel behandelt der Arzt!

Informieren Sie sich in unserem Artikel über Vitamin D,

Akuten Mangel behandelt nur der Arzt

Bei akutem Mangel (< 10 ng/ml) wird zum Beispiel eine hohe Dosierung von 50.000 IE pro Woche für 1-3 Monate gegeben, um die erschöpften Speicher zu laden. Ist das Aufladen gelungen (Bluttest!), kann zur Erhaltung auf 800-2000 IE pro Tag dosiert werden.
Niedrig dosierte Mittel sind in Drogerien frei verkäuflich, hoch dosierte unterstehen der Rezeptpflicht.

Tipp: Trotz Einnahme eines Vitamin D-Präparates sollte man täglich ans Tageslicht gehen! Licht wirkt umfangreicher auf den Organismus, von der Stimmung bis hin zum Schlaf/Wach-Rhythmus, ganz abgesehen von Abhärtung und Bewegung.

Was zahlt die Kasse?

Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen bei „medizinischer Notwendigkeit“, allerdings sind für Vitamin D nur ganz wenige Indikationen anerkannt.

  • Manifeste Osteoporose bei älteren Menschen
  • Rachitis bei Kindern und Osteomalazie bei Erwachsenen
  • Wenn riskante Präparate eingenommen werden, die eine Knochenentkalkung bewirken (wie Cortison)
  • Wenn organische Erkrankungen vorliegen, welche die körpereigene Vitamin D Herstellung verhindern (Leber, Nieren, Nebenschilddrüsenerkrankung).
  • Säuglinge im ersten Lebensjahr
  • Behandlung von ärztlich festgestellten schweren Vitamin D-Mangelzuständen

Die Prävention eines Mangels sowie Nahrungsergänzungsmittel werden grundsätzlich nicht erstattet.

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