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Warzen

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Warzen sind durch Viren ausgelöste Gewebs-Wucherungen

 Gerade bei Warzen gibt es zahllose Hausmittel und "Rituale" als Behandlungstipps. Die Tinktur aus dem Lebensbaum (Thuja) lässt nachweislich etwa die Hälfte der Warzen verschwinden.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Sind Warzen nur hässlich oder auch gefährlich?


Warzen sind harte, hornige Erhebungen auf der Haut, die eindeutig das ebenmäßige Hautbild stören. Meist sind sie harmlos, doch Achtung: Warzen sind ansteckend. Behandeln muss man sie aber nur, wenn sie stören. Dornwarzen auf der Fußsohle zum Beispiel schmerzen empfindlich. Auch bei Intimwarzen gilt erhöhte Aufmerksamkeit, da sich durch die beteiligten Viren unter Umständen im Laufe vieler Jahre Krebs entwickeln kann. In diesen Fällen sollte man aktiv werden (Schulmedizin, Phytotherapie). Leider führen alle Maßnahmen gegen Warzen erst einmal zu Wunden oder Hautreizungen. Invasive Maßnahmen hinterlassen unter Umständen Narben. Doch es bleibt ein kleiner Trost: Warzen verschwinden manchmal ganz von selbst, ganz unabhängig davon, ob man sie bespricht oder verhext.

Entfernen – Hemmen – Immunstimulation

Bei Warzen hat man diese drei Optionen zur Auswahl. Alle Wirkstoffe sind giftig oder zumindest reizend, so dass man die gesunde Haut schützen muss. Sanfter verspricht die allgemeine Stärkung des Immunsystems oder der Durchblutung zu sein (Naturheilverfahren). Auch die geläufigen Hausmittel könnten eine gewisse Wirkung haben. Die Maßnahmen wirken nicht sicher und kommen lediglich unterstützend in Frage. Darum bekommt man besser keine Warzen, Vorbeugung und Hygieneregeln helfen dabei.

Impfen vor der Infektion

Neu ist die Impfung gegen einige Intim-Warzen-Viren (HPV). Sie wirkt verbindlich aber leider nur gegen ein paar der Erreger (HPV 6, 11, 16 und 18). Jedoch lassen sich einige Fälle von Krebs im Intimbereich (Vagina, Gebärmutter, Penis, Anus) damit vermeiden. Für einen sicheren Schutz muss die Impfung vor der Infektion erfolgen, danach ist der Schutz nicht mehr vollständig. Mehr zu Impfung und damit verbundenen Problemen unter Schulmedizin.

Abwarten oder Eingreifen?

Bei gesunden Menschen verschwinden Dell- oder vulgäre Warzen von selbst. Gerade bei Kindern ist die Chance hoch, dass die Warze vergeht. Wenn sie nicht stören oder kosmetisch belasten, muss man Warzen nicht entfernen. Behandelt werden sollten schmerzhafte Dornwarzen und Feigwarzen im Intimbereich.

Eine Ausbreitung von Viruswarzen sollte man eindämmen. Bei allen äußerlichen Mitteln zählt Durchhalten und Disziplin, sie müssen über einen längeren Zeitraum regelmäßig angewendet werden.

Feigwarzen bedürfen – auch wenn sie verschwunden sind – einer jahrelangen Beobachtung. Bei Frauen können Die verursachenden HP-Viren Gebärmutterhalskrebs auslösen.

Seborrhoische Warzen sind harmlos, aber kosmetisch störend. Sie haben mit Viren nichts zu tun. Es handelt sich um Verhornungsstörungen, die mit zunehmendem Alter und bei genetischer Disposition vermehrt auftreten. Auf Wunsch werden sie oberflächlich abgetragen.

Heilpflanzen

Äußerlich

Klassiker Fußblatt und Lebensbaum

Auf Feigwarzen kann man einen Extrakt der Fußblattwurzel (Podophyllum peltatum) als Creme aufgetragen. Besser wirksam sind Präparate, die das konzentrierte Podophyllotoxin enthalten (5-25 %ige alkoholische Lösung). Diese Substanz ist antiviral wirksam und hemmt darüber hinaus die Zellteilung. Die Behandlung wird auch von der Schulmedizin befürwortet, jedoch ist die Wirkung nicht sicher erfolgreich. Immerhin bei 75 % der Patienten dürften die Warzen in ein bis sechs Monaten verschwinden.

Achtung: Der Wirkstoff Podophyllotoxin ist giftig und sollte wirklich nur auf die Warze aufgetragen werden. Andere Bereiche werden vorsorglich mit Fettcreme oder Vaseline abgedeckt. Der behandelte Bereich darf 25 cm² nicht überschreiten. Der Extrakt darf nicht in die Augen kommen!

Eine homöopathische Urtinktur aus Lebensbaumspitzen (Thuja) lässt nachweislich nach einer Behandlung von vier bis acht Wochen etwa die Hälfte der Warzen verschwinden. Sie werden morgens und abends damit eingepinselt.

Auch das stärkste in der Natur vorkommende antiviral/antibiotisch/antimykotisch wirkende ätherische Öl des Thymians dürfte wirksam sein.

Grüner Tee

Die Catechine und Polyphenole aus dem Grünen Tee entfalten auch antivirale Wirkungen. Sie hemmen die Zellteilung und schützen vor Entzündungsschäden. In klinischen Studien bewirkte die Creme bei etwa 54-60 % der Patienten ein Abheilen der Genitalwarzen. (Spontan verschwunden waren mit Placebo-Behandlung 35 % der Warzen.) Angesprochen hatten auch die Reizung und das Jucken. Bei der Behandlung braucht man einen langen Atem: 16 Wochen muss man durchhalten und den Wirkstoff dreimal täglich auftragen.

Achtung:

  • Die enthaltenen Catechine beeinträchtigen die Stabilität von Latex enthaltenen Kondomen und Diaphragmen.
  • Auf der Schleimhaut kann es zu Entzündungen kommen. Nebenwirkungen im Intimbereich sind sehr häufig (26-48 %)

Hautpflege

Gerbstoffhaltige Drogen wie Eichenrinde, Schwarzer Tee oder Stiefmütterchen können in der äußeren Anwendung die Entzündung lindern und das Abstoßen der befallenen Hautregionen fördern. Als nützlich gegen die Viren werden äußerlich Produkte mit ZitronenmelisseKamillePfefferminzeEukalyptus, Pinie, Campher und Mahonie genannt. Ihre Bedeutung ist aber eher untergeordnet und der Erfolg unsicher.

Warzen innerlich bekämpfen

Warzen gehören zu den Infektionskrankheiten. Hier gibt es allgemeine Mittel, um die Abwehrkraft anzuregen.

  • Der Sonnenhut (Echinacea) stimuliert das Immunsystem und ist darüber hinaus auch antiviral wirksam.
  • Eine allgemeine Stärkung des Immunsystems kann auch durch eine Misteltherapie erfolgen.

Heilpflanzen und Vitalstoffe, die bei Warzen helfen können

Homöopathie

Warzen sprechen auf ganz unterschiedliche Einflüsse an. Möglich wäre auch, dass die Homöopathie helfen kann. Wissenschaftlich bewiesen ist die Wirkung aber nicht. Entscheidend für das homöopathische Mittel sind die jeweiligen Symptome, hier einige Beispiele:

Schwarzer Spießglanz (Antimonium crudum): flache und harte Warzen, bröckelig oder glatt. Bevorzugte Lokalisation Handinnenflächen (Nagelränder), Fußsohlen. Mund- und Nasenwinkel-Risse.

Ätzkalk (Causticum): verhornte, gestielte Warzen, Lage bevorzugt an den Händen; Reizung bei mechanischer Beanspruchung.

Salpetersäure (Acidum nitricum): große Warzen, rissig und feucht, bei Berührung zur Blutung neigend, Lage neben Händen, Gesicht und After. Stechende Schmerzen.

Lebensbaum (Thuja): Neigung zu Warzenbildung, besonders im Intimbereich. Weiche, leicht blutende und nässende Warzen, begleitet von stechendem Schmerz und Juckreiz. Die Urtinktur darf nur äußerlich angewendet werden.

Schüßler-Salze:

Bei Narben, Warzen und verhärteten Pusteln setzt man Calcium fluoratum ein.

Auch die Wirkung von Schüßler-Salzen ist nicht bewiesen.

Nahrungsergänzung

Vielleicht nützen Vitamine bei Feigwarzen

Eine Studie testete Antioxidantien auf Förderung der Heilung nach operativer Entfernung von Genitalwarzen. Zwar sind radikalische Sauerstoffverbindungen für die Abwehr von Viren wichtig, doch führen diese Verbindungen auch zu unkontrollierten Entzündungen und Gewebeschäden. Eine Kombination von Coenzym Q10, Vitamin E, Selen und Methionin verbesserte die Heilung der Wunden und verminderte Rückfälle.

Epidemiologische Studien zeigen, dass ein hoher Verzehr dieser Vitamine in Form von Obst und Gemüse die Entstehung von Krebs vermindern kann. In einer klinischen Studie hat eine gezielte Gabe von Folsäure, Riboflavin, Thiamin und Vitamin B12 das Risiko für krebsartige Veränderungen nach HPV-Infektionen der Gebärmutter deutlich reduziert.

Über die Wirkung von Vitaminen bei Warzen gibt es aber keinen allgemeinen Konsens.

Hausmittel und Tipps für den Alltag

Bei Vollmond besprechen…

Gerade bei Warzen gibt es zahllose Hausmittel und Rituale. Aber sie belegen nur eines: Warzen verschwinden manchmal spontan. Ob man sie davor besprochen hat oder nicht, mag damit nicht zusammenhängen, möglich wäre es aber doch. Offensichtlich sprechen manche Menschen darauf an und auch die Medizin kann sich der Suggestivwirkung nicht ganz verschließen. Immunsystem und Psyche sind nämlich eng verbunden.

Warzenkraut

Möglicher Weise erfolgreich könnte der gelbe Saft des Schöllkrauts oder der weiße Saft des Löwenzahns sein. Er wird mehrfach täglich auf die Warze aufgetragen, ob es hilft ist wissenschaftlich nicht belegt. Aus toxikologischer Sicht spricht jedoch nichts dagegen.

Knoblauch gegen Warzen

Eine frisch abgeschnittene Scheibe Knoblauch wird mit einem Pflaster auf der Warze befestigt. Das Mittel soll vor allem gegen Warzen an den Händen helfen. Eine erste kleine Studie bescheinigt einem Fett-Extrakt aus Knoblauch eine verblüffende Wirkung von 96 %. Ähnlich soll Zwiebelsaft anschlagen.

Teebaumöl

Die ziemlich aggressiven ätherischen Öle des Teebaums haben antibiotische und antivirale Wirkung. Das dürfte auch Warzenviren beeindrucken. Doch Vorsicht: Teebaumöl kann empfindliche Haut reizen. Am besten nur auf die Warze streichen. Für den Erfolg der Behandlung gibt es nur vereinzelte Berichte.

Lebensführung

Gefährliche Feuchtgebiete

Warzen sind ansteckend. Daher zählen alle Maßnahmen zur Hygiene.

  • Trockenheit schützt: Gefahr droht in allen Feuchtbereichen wie Schwimmbädern oder Saunen. Es zählt nach dem Bad sorgfältige Hygiene und gutes Abtrocknen (auch zwischen den Zehen). Besorgen Sie sich Badeschuhe für die öffentlichen Feuchtbereiche.
  • Füße müssen atmen: Auch Schweiß ist übrigens problematisch. Hand- und Fußschweiß Hand-und Fußschweiß sollte nicht dauerhaft intensiv auf die Haut einwirken. Daher immer wieder trocknen bzw. Wäsche wechseln. Ansonsten zählt atmungsaktives Schuhwerk und Baumwollsocken. Problematisch auch dauerhaft getragene Gummi-Handschuhe.
  • Kondom unsicher: Erwachsenen drohen Intimwarzen durch eine Ansteckung beim Sexualverkehr. Kondome schützen nach großen Erhebungen nicht vollständig! Der beste Schutz vor HPV ist Monogamie in der Paarbeziehung. Wer Creme gegen Genitalwarzen verwendet, muss darauf achten, dass diese die Kondome nicht schädigt. Starke Beanspruchung, Schleimhautverletzungen, Intimrasuren begünstigen die Übertragung von HPV. Auch wenn nur ein Partner erkrankt ist, müssen beide behandelt werden. Die Infektion im Genitalbereich ist häufig unsichtbar.
  • Kontaktverbot: Haben Sie Warzen an den Händen oder Füßen, sorgen Sie für ein extra Handtuch. Wer in der Familie Warzen hat, soll eigene Handtücher benutzen. Vermeiden Sie auch einen engen körperlichen Kontakt mit warzigen Hautbereichen. Im Intimbereich kommt es zwangsläufig zur Verschleppung in Kontaktzonen der Hautfalten.
  • Verbotener Bereich: Das Kratzen an den Warzen soll auf alle Fälle vermieden werden, da dadurch infektiöses Material verbreitet wird. Wenn Sie Warzen behandeln, verwenden Sie ein Wattestäbchen. Kremen Sie nicht vom befallenen Bereich auf gesunde Haut. Haben Sie dennoch gekratzt oder mit einer Schere an der Warze gearbeitet, desinfizieren sie diese sowie Haut und Hände.
  • Weg mit dem Glimmstängel: Das Wichtigste ist, das Rauchen aufzugeben, denn durch Nikotin und seine Begleitstoffe wird die Gewebsdurchblutung massiv verschlechtert, was Viruswarzen stark fördert.

Weitere Therapien

Warzen lassen sich mit Heilpflanzenextrakten gut behandeln. Die Mittel zur Nahrungsergänzung, Hausmittel und Homöopathie sind keine sicheren Maßnahmen. Hier finden Sie die Fortsetzung: Naturheilverfahren und Schulmedizin gegen Warzen.