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Wechseljahre

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Die Hormone läuten einen neuen Lebensabschnitt ein

Beschwerden wie Herzklopfen, Schweißausbrüche, Depressionen und Hitzewallungen sind unangenehme Begleiterscheinungen. Die wichtigste Heilpflanze ist die Traubensilberkerze.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Die Phase des Übergangs ist etwas ganz Natürliches

Wenn „frau“ älter wird, kreisen die Gedanken zwangsläufig immer öfter um ein ungeliebtes Thema, die Wechseljahre (Klimakterium). Sie beginnen irgendwann zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr. Die Änderung des Hormongleichgewichts und die anfänglichen starken Schwankungen der Wechseljahre können Beschwerden auslösen. Gefürchtet sind Erscheinungen wie Hitzewallungen, Schwindel, Schweißausbrüche und depressive Verstimmungen. Die gute Botschaft: Immerhin bei zwei Dritteln aller Frauen halten sich die Beschwerden in Grenzen, sie kommen ohne medizinische Behandlung aus.

Nach der Studie der Women’s Health Initiative im Jahr 2002 ist die Behandlung mit einer Hormontherapie in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken. Gegenläufig dazu ist das Interesse an komplementären Verfahren deutlich angestiegen, schließlich sind Wechseljahre keine Krankheit! Die wichtigste Heilpflanze in der Naturheilkunde ist die Traubensilberkerze; diese Naturheilverfahren sind eine ideale Unterstützung für den neuen Lebensabschnitt.

Natürliche Hilfe in den Wechseljahren: Basis der Therapie

Wechseljahre: immer erst abklären

In jedem Fall muss genau abgeklärt werden, ob die Beschwerden mit den Wechseljahren zusammenhängen oder eine andere Krankheit dahinter steckt. Daher ist ein Arztbesuch unvermeidlich.

In weiser Voraussicht: Vorbeugen

Mit dem neuen Lebensabschnitt wird die Vorbeugung ein wesentlicher Faktor für eine anhaltende Lebensqualität. Der Naturheilkunde liegt Sport und Bewegung ganz besonders am Herzen. Von körperlicher Aktivität profitieren alle Bereiche des Körpers – nicht nur Knochen, Muskeln und Gelenke sondern auch Herz und Kreislauf, sogar die Psyche und das Gehirn! Das kann die Beschwerden in den Wechseljahren deutlich reduzieren.

Aber auch Osteoporose im Klimakterium ist und bleibt ein Dauerthema: Ab einem Alter von 50 bis 55 empfiehlt sich zumindest einmal im Leben eine vorsorgliche Knochendichtemessung um die vorhandene Knochenmasse zu dokumentieren. Später können diese Daten zum Vergleich herangezogen werden.

Übrigens: Mit einer gesunden Ernährung kann man – ganz abgesehen von der Osteoporose-Prophylaxe – einiges für sich tun.

Sollten die Wechseljahresbeschwerden die Lebensqualität zu sehr beeinträchtigen und die Maßnahmen der Naturheilkunde nicht anschlagen, kann ärztlich eingegriffen werden. Eventuell hilft hier die Hormontherapie der Schulmedizin.

Wechseljahre kann man häufig aber ganz ohne Chemie behandeln. In der Natur gibt es einige Heilpflanzen mit hormonartig wirkenden Inhaltsstoffen.

Heilpflanzen bei Wechseljahresbeschwerden

Traubensilberkerze (Cimicifuga)

Die Traubensilberkerze ist eine der am häufigsten eingesetzten Phytotherapeutika bei Wechseljahresbeschwerden. Hauptindikationen von Traubensilberkerze sind neurovegetative Wechseljahresbeschwerden wie Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen und Befindlichkeitsstörungen wie Antriebslosigkeit, Anspannung und Konzentrationsstörungen. Auch bei Schweißausbrüchen und Hitzewallungen konnten deutliche Effekte erzielt werden. Es gibt Hinweise, dass die Traubensilberkerze auch die Entkalkung der Knochen vermindert. Man sollte jedoch zu standardisierten Fertigarzneimitteln (Tinkturen, Tabletten) greifen. Sie sind hochwertiger als Tees.

Als Hormon steigert die Traubensilberkerze das Thromboserisiko nicht. Bei schweren Lebervorschäden ist es allerdings nicht das richtige Produkt.

Beruhigende Pflanzenextrakte

Mit Cimicifuga kombinierbar sind beruhigende Präparate. Besonders psychische Labilität und Stimmungsschwankungen werden im Klimakterium häufig erfolgreich mit beruhigenden Pflanzen wie Baldrian, Hopfen, Melisse, Passionsblume, Lavendel, Kava-Kava (nur homöopathisch verfügbar) und stimmungsaufhellenden wie Johanniskraut behandelt. Johanniskraut linderte nach einer Behandlungszeit von 8 Wochen offensichtlich auch die Hitzewallungen, so eine kleine iranische Studie.

Mönchspfeffer, Keuschlammfrüchte (Agnus castus)

Während die Traubensilberkerze ein typisch frühes Medikament ist, setzt man den Mönchspfeffer meist in den späteren Wechseljahren ein. Als Angriffspunkt von Agnus castus wird die Produktion regulativer weiblicher Hormone in den Steuerungszentren des Gehirns angenommen. Behandelt werden Brustspannen, Ödeme, innere Spannungszustände bis zu Depressionen und Kopfschmerzen.

Sibirischer Rhabarber/Rhapontikrhabarber

Produkte aus Sibirischem Rhabarber schnitten in klinischen Studien über Wechseljahre erfolgreich ab. Gebessert hatte sich der Zustand bei Zweidritteln der Probandinnen, vor allem die somato-vegetativen und psychischen Symptome wie Hitzewallungen und Ängstlichkeit, bei vergleichsweise guter Verträglichkeit.

Isoflavone („Phytoöstrogene“) aus Rotklee und Soja

Die Wirkung von Isoflavonen gegen Wechseljahresbeschwerden können ähnlich einer niedrig dosierten Östrogen-Ersatztherapie sein, so vermutet man. Nebenwirkungen von Phytoöstrogenen sind jedoch nicht auszuschließen. Ob die Nebenwirkungen höherer Isoflavon-Dosen mit denen von Östrogen gleichzusetzen sind (wie erhöhtes Brustkrebsrisiko), wurde immer wieder diskutiert, aber nicht bewiesen. Die Beweislage von Rotklee und Soja gegen Osteoporose oder Wechseljahresbeschwerden ist für eine Empfehlung nicht ausreichend. Eine kürzlich erschienene Studie mit 403 Frauen in den späten Wechseljahren fand keinen positiven Effekt auf die Beschwerden.

Salbei bei Hitzewallungen

Der Trockenextrakt aus Salbeiblättern kann bei starkem Schwitzen auch in den Wechseljahren zur Reduktion der Schweißbildung eingesetzt werden, so berichtet es die Tradition. Eine kleine Vorstudie belegt die Wirkung an Frauen in der Menopause tatsächlich: Verabreicht wurde eine Tablette aus frischen Salbeiblättern pro Tag. Nach 8 Wochen hatten die Hitzewallungen deutlich abgenommen, die schweren Anfälle sogar um 100 %. Wer den Tee vorzieht, sollte ihn kalt trinken.

Ginkgo für den Kopf

Neben den psychischen Symptomen kann es in den Wechseljahren auch zu mentalen Problemen kommen. Man wird vergesslich oder ist geistig nicht so beweglich als normal. Hier hilft ein Präparat aus Ginkgo. Nicht sicher belegt ist, ob er auch Hitzewallungen effektiv beseitigt. Das haben nicht alle Studien gleichermaßen festgestellt.

Leinsamen: nur für den Darm

Unbestritten ist, dass Leinsamen für eine geregelte Verdauung sorgt. Er enthält neben den Schleimstoffen noch Lignane, die eine östrogenartige Wirkung haben. Da lag eine Studie gegen Wechseljahresbeschwerden nahe. Zwar nahmen die Beschwerden in der Leinsamengruppe um 4,9 Punkte ab, in der Placebogruppe waren es 3,5 Einheiten. Allerdings war der Unterschied zwischen den Probandinnen sehr groß, so dass die Werte nicht als signifikant angesehen wurden. In der Ernährung sollten Leinsamen dennoch vorkommen, zumindest der Darm bedankt sich.

Homöopathische Mittel

Eine Auswertung der Verordnung homöopathischer Mittel aus mehreren Ländern ergab, dass folgende Präparate am häufigsten gegen Wechseljahresbeschwerden verschrieben werden: Lachesis mutus (Buschmeisterschlange), Belladonna (Tollkirsche), Sepia officinalis (Tintenfischtinte), Sulphur (Schwefel) und Sanguinaria canadensis (kanadische Blutwurzel). Etwa 90 % der Frauen gaben an, dass ihre Beschwerden dadurch gebessert wurden oder ganz verschwanden. Dabei trat die Wirkung vergleichsweise schnell ein (innerhalb der ersten 14 Tage). Allerdings gab es in der Studie keine Kontrollgruppe ohne Behandlung.

Einzelmittel und ihre Anwendung

Belladonna, Tollkirsche: Wechseljahresbeschwerden durch starkes Schwitzen mit hochrotem Gesicht, Reizbarkeit, Verwirrtheit, Angstzustände, Trockenheit der Schleimhaut in Mund und Scheide, Empfindlichkeit gegen Kälte, kaltes Wetter, Zugluft; Gelenkbeschwerden.

Cimicifuga, Traubensilberkerze: Wechseljahresbeschwerden, vor allem Hitzewallungen mit Schwindel, Herzbeschwerden (ohne krankhafte Ursachen), Depression, Unruhe, Angst, Kopf- oder Nackenschmerzen.

Ignatia, Ignatiusbohne: Emotionale Störungen während der Wechseljahre, Sensibilität, heftige Stimmungsschwankungen, auch widersprüchliche (wie lachen und weinen gleichzeitig), Widererleben vergangener Verletzungen.

Lachesis, Sekret der Buschmeisterschlange: Herzbeschwerden und Herzklopfen, Blutdruck in den Wechseljahren, Hitzewallungen und starkes Schwitzen, bei Ohnmacht.

Sanguinaria D 12, der Wurzelstock der Kanadischen Blutwurzel

Hitzewallungen erzeugen ein brennendes Gefühl in Händen und Füßen – wie einschießende Hitze, auch bei Kopfschmerzen.

Sepia officinalis, getrocknete Tinte des Tintenfisches: Häufige Entzündungen im Bereich des Harntrakts und des Geschlechtsapparats. Hitzewallungen in den Wechseljahren mit viel Schweiß, dabei fröstelig; Neigung zu Leber und Gallenproblematik, sowie eine Neigung zu Hauterkrankungen wie Ekzeme und Schuppenflechte.

Sulfur, Schwefel: Brennende Handflächen und Fußsohlen im Bett während der Wechseljahre, juckende Haut, klopfende Kopfschmerzen, besonders beim Bücken.

Schüßler-Salze: Über den Tag verteilt

Von den angegebenen Salzen werden jeweils 5 Tabletten in heißem Wasser aufgelöst und schluckweise getrunken.

Morgens vor dem Frühstück:
Kalium phosphoricum D6 (Nr. 5, gegen Erschöpfungszustände und Kopfschmerzen)

Vormittags:
Natrium sulfuricum D6 (Nr. 10; Förderung der Ausscheidung gegen Wassereinlagerungen und Ödeme)

Vor dem Schlafengehen:
Silicea D12 (Nr. 11; gegen Schweiß und Hitzewallungen)

Sonstige Wechseljahresbeschwerden:

  • trockene Scheide: Salbe Natrium chloratum Nr. 8 auftragen oder/und Natrium chloratum als Tabletten einnehmen.
  • Osteoporose nach den Wechseljahren (Gelenkschmerzen): Calcium flouratum, D12, Nr.1
  • Hauterkrankungen und Krampfadern: Calcium flouratum, D12, Nr.1
  • Krämpfe, Krampfschmerzen, Kopfschmerzen: Magnesium phosphoricum, D6, Nr. 7
  • nächtliche Hitzewallungen: Arsenum jodatum D12, Nr.27
  • Eierstocks- und Gebärmuttererkrankungen: Aurum chloratum natronatum, D12, Nr. 25

Nahrungsergänzung

Wegen der zunehmenden Knochenentkalkung im Alter kann es sinnvoll sein, Nahrungsergänzungsmittel mit Calcium und Vitamin D einzunehmen. Zu beachten ist: Calcium ohne Vitamin D-Gabe wird oft nicht ausreichend eingebaut. Der menschliche Körper kann Vitamin D zwar selbst herstellen, dazu ist allerdings ein Schritt notwendig, der UV-Licht aus Sonnenlicht benötigt. Stattdessen kann die Empfehlung auch lauten: 1 Mal täglich 30 Minuten Sonne!

Achtung: Bei zu hoher Dosierung von Calcium und Einmalgabe pro Tag besteht eine erhöhte Gefährdung, Nieren- und Harnsteine zu bilden. Am besten ist es daher, eine Calcium-Vitamin-D-Brausetablette über den ganzen Tag verteilt schluckweise zu trinken. Außerdem sollte die Dosierung und die Beschreibung der Gegenanzeigen beachtet werden (eventuell in Rücksprache mit Ihrem Arzt).

Eine hochdosierte Einnahme von Vitamin E ist nicht generell zu empfehlen. Besonders Raucher sind dadurch vermehrt durch Krebs gefährdet und Herzkreislauf-Erkrankungen können dadurch häufiger auftreten. Im Idealfall liefert die gesunde Ernährung alle Vitamine und Spurenelemente.

Wechseljahre: Tipps für den Alltag

Was Sie selbst tun können

Nach den Wechseljahren werden die Regenerationsphasen länger. Beschwerden erinnern daran, dass die Kräfte nicht grenzenlos sind. Hier wird es daher immer wichtiger, die eigenen Kräfte klug zu verwalten.

Management der Kraft

Sinn einer Ordnungstherapie ist es, eine gesunde Struktur ins Leben zu bringen und mit Problemen kreativ umzugehen. Die Wechseljahre könnten ein Anstoß hierfür sein, denn Stress beschleunigt das Altern. Neben anstrengenden Tätigkeiten sollen immer Regenerationsphasen eingeplant werden. Aber nicht nur Entspannung ist wichtig. Besondere Bedeutung nach den Wechseljahren haben auch körperliche Aktivitäten und Sport – Kraftsport und Koordinationstraining – am besten mindestens dreimal pro Woche.

Für die Wechseljahre: der Zwiebel-Look

Wer in den Wechseljahren unter Hitzewallungen leidet, sollte die Bekleidung darauf einstellen. Wenn man mehrere dünne Kleidungsstücke übereinander trägt, kann man im Bedarf leicht eine Schicht ablegen. Unter Baumwolle entsteht kein „Hitzestau“ wie unter Kunstfasern und Schweiß wird gut aufgenommen. Allerdings bleibt sie länger feucht und kann Erkältungen begünstigen. Eventuell ist es in den Wechseljahren sinnvoll, Reservekleidung für alle Fälle dabeizuhaben.

Übrigens: Raucherinnen leiden vermehrt unter Hitzewallungen. Auch Stress verstärkt das Schwitzen, so dass Methoden zum Stressmanagement und Entspannung zunehmend wichtig werden.

Tipp gegen nächtliche Hitze: Schlafen Sie in kühlen Räumen und in Baumwoll-Wäsche.

Krebsfrüherkennung ernst nehmen

Nicht nur die Haut muss besser vor der Sonne geschützt werden, auch auf eine Krebsfrüherkennung sollte frau in und nach den Wechseljahren zunehmend Wert legen. Lernen Sie Ihre Brüste abzutasten und führen Sie dies auch regelmäßig durch. Im Verdachtsfall ist eine Mammographie ratsam. Gehen Sie außerdem regelmäßig zu Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen. Ab dem 51. Lebensjahr werden Sie zum Mammographie-Screening-Programm schriftlich eingeladen. Der Sinn für junge Frauen ist umstritten, nach den Wechseljahren (Alter von 55) scheint der Nutzen das Risiko zu überwiegen.

Weitere Therapien

Auf der folgenden Therapieseite finden Sie weitere Maßnahmen gegen Beschwerden in den Wechseljahren von Ernährung, Naturheilverfahren bis hin zur schulmedizinischen Therapie.