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Die Erkrankung verstehen: Wechseljahre

Wechseljahre: Von Natur aus eigentlich gut gemeint

Das Wort „Wechseljahre“ klingt für viele Frauen erschreckend, doch die Natur hat sich etwas dabei gedacht. So sind sie vor weiteren Schwangerschaften geschützt, die mit dem Alter immer gefährlicher für die Frau werden. Nicht nur in Naturvölkern helfen ältere Frauen bei der Pflege ihrer Enkelkinder. Da dieses Prinzip extrem erfolgreich ist, hat es sich in der Evolution durchgesetzt. Eigentlich kein Grund für Depressionen…

Definition

Das steckt dahinter

Dennoch, da bleibt ein bitterer Geschmack. Im öffentlichen Leben wurde Alter bis vor einiger Zeit negativ bewertet und aktiv verdrängt: zum Beispiel sah man in den Medien keine Gesichter von Frauen jenseits der Wechseljahre. Auch auf dem Arbeitsmarkt haben es ältere Menschen besonders schwer. Dass hier Verlustängste und Selbstwertfragen auftreten, liegt auf der Hand… und es ist nicht ganz einfach die neue Lebensqualität in diesem Lebensabschnitt zu entdecken.

Alt wird modern!

Aber es wächst das Selbstverständnis der „grauen Panter“, die als Unruheständler ganz selbstverständlich am öffentlichen Leben teilhaben. Heute, nicht zuletzt durch das höhere Durchschnittsalter der Bevölkerung, beginnt auch ein öffentliches Umdenken. Dazu hat auch die Werbebrache beigetragen: Sie entdeckte die Schönheit eines alten Gesichts – und die Kaufkraft der älteren Menschen. Dass Wechseljahre keine Krankheit sind, haben außerdem Studien belegt: Nach den Wechseljahren fühlen sich etwa 75 % aller Frauen gesund und leistungsfähig. Kein Grund, Gramfalten zu bekommen.

Gleichberechtigung?

Ein Trost für alle Frauen: Auch Männer kommen in die Wechseljahre. Man nennt dies „Klimakterium virile“. Allerdings ist der Umschwung der Hormone nicht so abrupt wie bei der Frau, sondern erfolgt schleichend. Der Beginn liegt aber früher – zwischen dem 35. und 40. bis etwa zum 75. Lebensjahr. Dann sinken die Testosteronwerte, Libido und Potenz. Beschwerden treten selten auf, nur 15-20 % der Männer über 50 bekommen Probleme. Doch die dickere und dichtere Haut der Männer neigt weniger zu Faltenbildung.

Häufigkeit

Jede Frau kommt einmal in die Wechseljahre. Wann diese aber eintreten, kann sehr unterschiedlich sein. Vor dem 40. Lebensjahr sind Wechseljahre sehr selten (etwa 1 %). Bei den meisten Frauen beginnen die Wechseljahre zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr. In Deutschland kommt der Großteil der Frauen mit 51 in die Wechseljahre.

Ursachen

Bei der Geburt sind im Eierstock der Frau etwa 2 Millionen Eizellen angelegt. Theoretisch würde das für unzählige Jahre reichen, doch mit der Zeit nimmt die Zahl der Eizellen ständig ab, bis schließlich alle aufgebraucht oder zurückgebildet sind. Dadurch fallen auch die Hormone.

Betroffen ist vor allem die Produktion der Sexualhormone (Progesteron und Östrogen), zwei Hormone die normalerweise zyklusbedingt schwanken. In der frühen Phase der Wechseljahre nimmt die Progesteronmenge ab, so dass das Gleichgewicht der beiden Hormone entgleist und zu viel Östrogen vorhanden ist. Erst in einer späteren Phase fällt auch das Östrogen.

Wo bleiben die Hormone?

Das reife Ei im Eibläschen, das während des Zyklus der Frau entsteht, ist Produktionsort der wesentlichen Hormone:

- Es stellt Östrogen her. Wenn nach und nach die Eizellen verschwinden, fällt auch das weibliche Hormon Östrogen.

- Wenn sich das Eibläschen später im Zyklus zum Gelbköper umwandelt, wird Progesteron hergestellt. In den Wechseljahren fällt die Produktion immer geringer aus.

- Daneben sinkt die Empfindlichkeit von Eibläschen und Gelbkörper für Hormone.

Dies führt zu einer einschneidenden Veränderung des weiblichen Hormonspiegels. Das Gehirn bemerkt den Mangel und versucht durch eine Steigerung seiner Hormonproduktion doch noch einen Eisprung auszulösen. Es kommt zu einer Steigerung des follikelstimulierenden und des luteinisierenden Hormons. Damit entgleisen die wohl geordneten Zyklen.

Prävention

Früher oder später kommen alle Frauen in die Wechseljahre, das ist unvermeidlich. Die Frage ist nur, kann man den Beginn hinauszögern?

Im Vergleich zum letzten Jahrhundert hat sich die Menopause nach hinten verschoben; vermutlich auf Grund der besseren Versorgung, denn auch Frauen mit geringem Körpergewicht und einer fettarmen/ kohlenhydratreichen Ernährung kommen eher in die Jahre. Dafür macht sich aber ein sehr hohes Gewicht (BMI über 30) mit einer geringeren Lebensqualität nach dem Wechsel bemerkbar.

Auch die Geburt von Kindern wirkt sich auf das Alter aus, die Wechseljahre treten etwas später ein. Beim Gebrauch von Verhütungsmitteln und dem Körpergewicht liegen widersprüchliche Daten vor. Das Rauchen dagegen könnte den Beginn 1-2 Jahre verfrühen. Übrigens, wenn Mütter während der Schwangerschaft geraucht haben, kommen die Töchter früher in die Jahre, da die Eizellen bereits im Mutterleib angelegt werden.

Daneben können auch sozioökonomische Faktoren auf die Umstellung einwirken: Eine höhere Bildung wirkt verzögernd. Alleinlebende Frauen sind früher betroffen als Frauen in einer Partnerschaft, vielleicht eine Folge der sexuellen Aktivität oder des Stresslevels: Stress verstärkt bei älteren Frauen den Verlust an Eizellen.

Darüber hinaus dürfte es auch unveränderliche genetische Parameter geben, denn auch die ethnischen Wurzeln reden ein Wörtchen mit. So kommen Japanerinnen signifikant später und Latinas früher als weiße Frauen in die Wechseljahre.

Im Allgemeinen sind die Möglichkeiten auf das Wechseljahresalter Einfluss zu nehmen eher gering, schätzungsweise etwa 1-2 Jahre.

Verlauf und Komplikationen

Verlauf

Etwa zwei bis sieben Jahre vor der eigentlichen Menopause steht die Prämenopause. Normalerweise ist im Alter von 45-50 damit zu rechnen. Hier finden noch Regelblutungen statt, sie werden jedoch zunehmend unregelmäßig, sind verkürzt oder verlängert, vermindert oder verstärkt und es können leichte Wechseljahresbeschwerden auftreten.

Es kann jedoch noch in größeren Abständen zu weiteren Blutungen und damit theoretisch, wenn auch praktisch selten, zu Schwangerschaften kommen. Die „letzte Blutung“ sollte also sicher die letzte sein, bevor frau sich im Punkt Verhütung darauf verlässt. Erst wenn es ein Jahr lang keine Blutungen mehr auftraten, spricht man dann von Menopause, die Zeit kurz davor und danach ist die Perimenopause, das ist die Zeit mit den stärksten Beschwerden.

In der Postmenopause haben sich die meisten Frauen an die Umstellungen gewöhnt, der Körper hat sein neues Gleichgewicht gefunden. Viele Frauen erleben sie als einen neuen Lebensabschnitt mit neuen Gewohnheiten und Freiheiten.

Erst etwa mit 65 bis 70 Jahren beginnt das „Alter“ (Senium), dann ist vermehrt mit Alterserkrankungen und Abnutzung zu rechnen.

Komplikationen

Wie eine Frau das Klimakterium erlebt und wie gut sie damit zurechtkommt, hängt nicht nur von den körperlichen Beschwerden ab, sondern besonders von ihrem Umgang mit den Beschwerden, ihrer Lebenseinstellung und den Umständen.

Frauen mit Vorerkrankungen wie Migräne, Schilddrüsenerkrankungen und Allergien sind erfahrungsgemäß häufiger von einem schwereren Verlauf der Wechseljahre betroffen.

Nach Eintritt der Wechseljahre kommt es häufiger zu Herzkreislaufproblemen, zum Beispiel zu Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße. Das Risiko ist geringer, wenn die Wechseljahre spät eintraten.

Bei schwerem Übergewicht (BMI über 30 kg/m2) leidet die Lebensqualität der Frauen in der Postmenopause. Zunehmende Erkrankungen des Bewegungsapparats (Arthrose, Osteoporose – „Knochenschwund“) führen mitunter zu chronischen Schmerzen.

Formen

Für etwa 30 % der Frauen sind die Wechseljahre ohne Beschwerden, ein weiteres Drittel leidet unter starken Symptomen, die behandelt werden müssen. Der Rest der Frauen empfindet zwar eine Einschränkung der Lebensqualität, doch kommen sie durchaus damit zurecht.

Quellen/Weitere Informationen

Quellen