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Weitere Therapien: Wechseljahre

Unterschiedliche Therapieansätze

Wirksame HeilpflanzenHomöopathie und praktische Tipps für den Alltag helfen in den Wechseljahren. Sinnvolle Naturheilverfahren und Ernährungstipps können die Symptome der Wechseljahre ebenfalls lindern. Das Standardverfahren der Schulmedizin kann ebenfalls als Therapiemöglichkeit in Betracht gezogen werden.

Ernährung während der Wechseljahre

In den vorhandenen Untersuchungen zeichnet sich ab, dass eine ungesunde Lebensweise wie Rauchen, energiedichte Nahrung (Fett, Zucker, Protein) und häufige süße Zwischenmahlzeiten das Auftreten von Wechseljahres-Beschwerden verstärken. Hitzewallungen werden auch häufig durch stark gewürztes Essen oder den Genuss von Koffein und Alkohol ausgelöst. Zudem vertragen viele Frauen in den Wechseljahren nicht mehr alle Nahrungsmittel problemlos – viele Gründe, um auf eine ganz bewusste Ernährung umzustellen.

Besonders in den Wechseljahren sollte man in verstärktem Maße auf eine ausgeglichene und regelmäßige Ernährung achten. Um der Gefahr von Osteoporose vorzubeugen, wird eine ausreichende Versorgung mit Calcium zunehmend wichtig. Im Grunde sollte man damit spätestens ab 40 beginnen. Als Nahrungsmittel empfehlen sich grüne Gemüse, Sprossen, Fisch, Getreide und Sojaprodukte, Mineralwasser und fettarme Milchprodukte.

Auch Vitamin D, welches im Verwertungsprozess von Calcium unentbehrlich ist, sollte ausreichend bereitgestellt werden (Fischöl, Fisch, Butter, Sahne, Fleisch, Eier). Sojabohnen oder Tofu können Fleischprodukte regelmäßig ersetzen: Die Produkte enthalten mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Calzium und Isoflavone („Phytoöstrogene“).

Daneben soll Vitamin E die Wechseljahres-Beschwerden reduzieren. Man findet es in kaltgepressten Pflanzenölen, Nüssen, Samen und Getreidekeimen. Die Nahrung soll also gar nicht fettfrei sein. Auch dosiertes tierisches Fett darf‘s sein – sorgt es doch für die Fettung der Haut.

Vorstudien lassen vermuten, dass sich Hitzewallungen und Depressionen mit ω-3-Fettsäuren aus Fisch lindern lassen. Schon aus diesem Grund sind zwei Fischmalzeiten pro Woche empfehlenswert.

In der modernen Tierzucht werden zur Mast Substanzen genutzt, die möglicherweise auch im Menschen eine östrogenartige Wirkung entfalten. Damit würde der relative Östrogenüberschuss im ersten Teil der Wechseljahre verstärkt. Der logische Ausweg aus dem Dilemma wäre biologisch produziertes Fleisch. Ihre Gesundheit und der Tierschutz bedanken sich für die Mehrkosten!

Naturheilverfahren

Bewegungstherapie: viele Fliegen mit einer Klappe

Belastete Knochen bauen weniger ab. Nachdem die Wechseljahre eingesetzt haben, ist die Osteoporose eine besondere Gefahr für Frauen. In den Wechseljahren ist daher eine regelmäßige körperliche Aktivität wie Training von Kraft- und Koordination extrem wichtig. Muskelstärke und Geschicklichkeit bestimmen die Knochenfestigkeit und Knochenbruchgefahr wesentlich mit. Sie lindert am besten und gesündesten dieses Risiko, denn Knochen, die nicht belastet werden sowie eine abnehmende Muskelmasse sind Risikofaktoren für eine beschleunigte Osteoporose. Sport fördert ganz nebenbei Gleichgewicht, Balance, Flexibilität, Koordination und Geschicklichkeit und ist die beste Sturzprophylaxe.

Sport schützt rundum

Nach den Wechseljahren drohen verschiedene Krankheiten, die durch Prävention vermieden werden können. Zur Vorbeugung von Herz-Kreislauferkrankungen und Arteriosklerose ist sportliche Aktivität hilfreich. Es sinkt auch das Risiko von Brustkrebs und Diabetes.

Daneben wurde festgestellt, dass Bewegung sogar Parameter wie Depression, Angst und Stress, Reizbarkeit und Vergesslichkeit verbesserte. Sport im Sonnenlicht hebt die Stimmung und sichert die Vitamin D-Versorgung. Sport wird daher mit zunehmendem Alter immer wichtiger und gewährleistet lange Zeit eine gute Lebensqualität.

Aber Achtung: Bewegungstherapie sollte nicht übertrieben werden, sondern gelenkschonend und abwechslungsreich sein.

Hydrotherapie, Kalt und Heiß trainieren

In den Wechseljahren kommt es zu „vasomotorischen Störungen“ – der Fachmann meint damit Schwitzen und Hitzewallungen, die durch die Störung der Blutgefäßreaktion zu Stande kommen. Dann leiten die erweiterten Adern vermehrt warmes Blut aus dem Körperinneren an die kühlere Oberfläche, was die Hitzeempfindungen auslöst.

Mit Temperaturreizen kann man auf diese Reaktion gezielt Einfluss nehmen. Wasser überträgt die Temperatur besonders intensiv auf die Haut, geschickt genutzt wird dies bei Kneipp-Verfahren. Kaltes und warmes Wasser trainieren dabei die Gefäßreflexe auf Temperaturschwankungen – genau das richtige bei Hitzewallungen. Nach einer Vorstudie waren nicht nur die Hitzewallungen besser, sondern auch der Schlaf. Dabei war die Akzeptanz unter den Probandinnen sehr gut, und sie setzten die Anwendung auch nach Studienende fort. Auch Saunabesuche und Bürstenmassage verhelfen der Haut zu einem rosigen Teint.

Mit Achtsamkeit und Entspannung durch die Wechseljahre

Stress treibt gerade in der Perimenopause den Schweiß aus den Poren. Wie immer im Leben, wenn Belastungen auftreten, sollte man aktiv für Entspannung sorgen. Heute sind die Angebote zahlreich und für jede Lebenseinstellung passend. Von asiatischen Übungen wie Qi Gong, über indisches Yoga, zu europäischen Entspannungsformen wie Progressive Muskelrelaxation n. Jacobson, Autogenem Training oder Meditation bietet der Markt einiges. Als positive Nebenwirkung helfen diese Verfahren auch bei Stimmungsschwankungen, depressiven Verstimmungen und Reizbarkeit. Vielleicht sind die Wechseljahre auch eine Zeit, wo "frau" sich auch einmal auf sich selbst konzentrieren darf, um nach innen zu sehen oder das eigene Wohlbefinden neu zu entdecken, schließlich investieren Frauen in ihrem Leben überdurchschnittlich viel Zeit im Dienst an anderen. Auch die Schönheitspflege darf nicht zu kurz kommen, insbesondere weil reife Haut mehr gepflegt werden will.

Psychotherapie

Die Wechseljahre sind ähnlich der Pubertät eine Umbruchphase. Sie ist nicht immer leicht zu bewältigen. Neben den körperlichen Veränderungen kommt es mitunter zu psychischen Problemen. Dabei spielen die äußeren Umstände und die innere Einstellung der Frau eine wichtige Rolle. Für Frauen, die sich auf ihre Attraktivität und weibliche Reize reduziert erleben, ist die Umstellung besonders schwierig. Damit dieser Wechsel gelingt und sich neue Quellen für Selbstwert und Aktivität zu erschließen, kann eine (psycho-) therapeutische Begleitung helfen, denn: Wechseljahre sind auch eine Chance, neue Bereiche zu finden, die im bisherigen Leben zu kurz gekommen sind. Je nach Therapeut und Vorlieben wählt man ein Verfahren wie Gruppentherapie, Gesprächstherapie, Hypnose, Verhaltenstherapie, Psychotherapie und anderes.

Akupunktur, Akupressur

Natürlich kennt auch die Traditionelle Chinesische Medizin Mittel gegen Wechseljahresbeschwerden. Erste Studien zeigen eine Besserung durch Akupunktur und Akupressur. Problematisch aber ist die Bewertung dieser Arbeiten, da immer noch fraglich ist, welches Placebo der richtige Vergleich ist. Wenn die Nadeln nicht in die Haut gestochen werden, kann die Behandlung immer noch als „Akupressur“ gewertet werden und ist daher kein „guter“ Vergleich. So haben die meisten Studien diverse Mängel, was ein reelles Bild der Therapie ausschließt. Als Fazit daraus: Es liegen positive Berichte für Akupunktur vor, bei geringen Nebenwirkungen, insofern ist die Methode einen Versuch wert. Wer Angst vor Nadeln hat, weicht auf Akupressur, Laserakupunktur oder Shiatsu aus (leider liegen hier noch weniger Daten vor).

Ausleitung, Ausleitende Verfahren

Wenn die Blutungen wegfallen, ist nach traditionellen Vorstellungen auch die Ausleitung von Giften beeinträchtigt. Dem begegnet man mit Aderlässen. Bei Bluthochdruck und Füllezuständen ist blutiges Schröpfen oder Aderlass sicherlich eine sinnvolle Maßnahme, bei sehr dünnen und schwachen Frauen sollte man davon absehen. Die „alten“ ausleitenden Verfahren sehen auch Cantharidenpflaster in den Zonen Genitale oder kleines Becken vor, Studien liegen aber nicht vor.

Schulmedizin

Das wichtigste Medikament der Schulmedizin bei Wechseljahresbeschwerden sind weibliche Hormone. In der Regel wird eine Mischung aus Östrogen und Gestagen verwendet. Dabei soll das Gestagen den Progesteronmangel und das Östrogen den Östrogenmangel ausgleichen. Eigentlich besteht aber gerade in der frühen Phase ein Östrogenüberschuss. Heute beginnt ein Umdenken in der Behandlung und es wird vermehrt „natürliches“ Progesteron verwendet. Progesteron wird zumeist als Creme oder Pflaster über die Haut zugeführt. Natürliche Varianten gibt es unter Heilpflanzen.

Bei Trockenheit der Scheide, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr kommen u. a. östrogenhaltige Cremes zum Einsatz.

Wirkungen

Umfangreiche Studien zeigten, dass Hormone in der Tat gegen Hitzewallungen und Schweißausbrüche lindernd wirken und zwar bereits in sehr niedriger Tagesdosierung. Ebenso sinkt bei einer langfristig durchgeführten Hormonbehandlung mit Östrogenen und Gestagenen das Risiko an Dickdarmkrebs zu erkranken. Die Behandlung schützt außerdem vor der gefürchteten Osteoporose.

Nebenwirkungen

Eine Hormontherapie wird nicht immer ohne Probleme vertragen. Es können sich unangenehme Nebenwirkungen zeigen: Übelkeit, Kopfschmerzen und Migräne, Gewichtszunahme durch Fett oder Wasser im Fettgewebe, schmerzhafte Brustschwellung.

Risiken

Jede Hormontherapie birgt gewisse Risiken, denn Tumore werden unter Umständen über Hormone aktiviert. Eine Reihe von Untersuchungen zeigte, dass die Risiken statistisch gesehen höher sind als man früher angenommen hat – dennoch sind die absoluten Zahlen gering. So sind die Effekte nur sichtbar, wenn man zehntausende Frauenleben auswertet.

Bezogen auf 10.000 Frauen profitieren 11 von einer Hormontherapie (durch geringeres Risiko einer Osteoporose Verhinderung von Frakturen, Verhinderung von Dickdarmkrebs), dagegen erleiden 55 von 10.000 Frauen eine der Risikoerkrankungen

  • Thrombose (10 von 10 000 Frauen)
  • Lungenembolie (8 von 10 000)
  • Herzinfarkt (7 von 10 000)
  • Schlaganfall (8 von 10 000)
  • Brustkrebs (8 von 10 000)
  • Gallenblasenerkrankung (14 pro 10 000 untersuchten Lebensjahren)

Hormone werden daher heute weniger verschrieben als früher und häufig auch niedriger dosiert. Bei jeder Behandlung wird genau abgewogen, ob der Nutzen für die jeweilige Frau größer ist als das Risiko. Hormone sollten also nur bei ausgeprägten Symptomen eingesetzt werden sowie kurz und niedrig dosiert werden.