Ihr Portal für Gesundheit,
Naturheilkunde und Heilpflanzen

natürlich gesund

Die Erkrankung verstehen: Wunden

Geschichte der Wundheilung

Definition

Das steckt dahinter

Frühe Aufzeichnungen der Sumerer zu Wundbehandlungen sind 4.000 Jahre alt. Den Ägyptern war bereits der Unterschied zwischen infizierten im Gegensatz zu nicht infizierten Wunden bekannt, sie differenzierten schon 1650 v. Chr. etwa 50 verschiedene Wundtypen.

Meilensteine der Wundversorgung stellen die Entwicklung der desinfizierenden Handwäsche durch Ignaz Philipp Semmelweis (1818-1865) und der Mikrobiologie mit dem Nachweis von Bakterien als Krankheitserreger durch Louis Pasteur dar (1822-1895). In den 1960er und 1970er Jahren wurden Verbandsstoffe mit unterschiedlichen abdeckenden oder absorbierenden Eigenschaften entwickelt, die je nach Bedarf zur Anwendung kommen.

Häufigkeit

Kleinere Wunden, vor allem bei Kindern, sind an der Tagesordnung. Die meisten Verletzungen werden selbst behandelt. Sie sind ein klassisches Gebiet der Selbstmedikation.

Ursachen

Wunden und Verletzungen sind je nach Ursache sehr unterschiedlich und bedürfen einer anderen Behandlung.

Man unterscheidet zwischen

  • stumpfer Gewalteinwirkung: geschlossene Verletzungen (Blutergüsse, Prellungen, Quetschungen, Verstauchungen, Schwellungen, Zerrungen)
  • spitzer bzw. Haut verletzender Gewalteinwirkung: offene Verletzungen (Biss-, Kratz-, Riss-, Schürf- und Schnittwunden)
  • Einwirkung von schädlichen Faktoren (Chemikalien, Hitze, Frost, radioaktive Strahlung etc.)

Durch eine Wunde wird Gewebe geschädigt. Je nach Art der Gewalteinwirkung kommt es zur Zertrennung von Haut, Blutgefäßen, Nerven und anderen Geweben (Knochen, Knorpel ect.). Der Körper muss diese Gewebe regenerieren, was einige Zeit dauern kann.

Verlauf und Komplikationen

Verlauf

Bei kleineren und nicht infizierten Wunden kann in 6-8 Tagen mit einer Heilung gerechnet werden. Es dauert länger, wenn viel Haut und Gewebeteile ersetzt werden müssen und tiefere Gewebsschichten betroffen sind. Dies ist vor allem bei Riss-, Quetsch- oder Brandwunden der Fall.

Phasen der Wundheilung

Blutstillung und Entzündung (Tag 1-3): Durch die Gerinnung des Blutes entsteht sehr schnell ein Wundverschluss. Als nächstes wird das Immunsystem an die Stelle der Verletzung gerufen, um eindringende Krankheitserreger sofort zu bekämpfen. Es kommt daher zu einer lokalen Entzündungsreaktion. Sie ist mit einer Rötung, Erwärmung sowie Schwellung verbunden.

Zellteilung (Tag 4-7): Als nächstes muss der Körper für den Ersatz des geschädigten Gewebes sorgen. Er bildet kleinste Blutgefäße (Kapillaren) und die Zellen des Bindegewebes beginnen, sich zu teilen. Es entsteht ein besonderes Wundgewebe, man nennt es auch „Granulationsgewebe“. Die Haut wird allmählich durch das Einwandern von Hautzellen aus den Wundrändern wiederhergestellt.

Reifung (Tag 8-12): Durch das Einwachsen von Bindegewebszellen wird die Narbenbildung eingeleitet. Diese Zellen bilden Bindegewebsfasern mit dem Ziel, die Festigkeit der Haut wiederherzustellen. Diese bindegewebsreiche Narbe zieht sich zusammen, so dass die Wundränder verwachsen können.

Differenzierungsphase (ab 2-3 Wochen): Die Bindegewebsfasern ordnen sich, um wieder eine belastbare und reißfeste Oberfläche zu bilden. Eine vollständige Belastbarkeit ist nach ca. 3 Wochen zu erwarten. Vor allem bei größeren Wunden wird jedoch keine 100-prozentige Festigkeit des Gewebes erreicht.

Komplikationen

Eine Infektion der Wunde, eine verminderte Durchblutung des Wundbetts, Grundkrankheiten wie Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), abwehrschwächende Therapien wie Chemotherapie bei Krebs, Kortisontherapie, kalte Umgebung sowie eine Verschmutzung u.a. verzögern die Heilung von Wunden. Ebenso wirken Fremdkörper oder Implantate und eine mangelnde Ruhigstellung. Die Veranlagung zu einer übersteigerten Bindegewebsbildung – insbesondere nach Verbrennungen – kann zu großen Narben (sog. Keloide) führen.

Eine Reihe von allgemeinen gesundheitlichen Faktoren stören und verzögern die Wundheilung:

  • höheres Alter
  • Ernährungsmangelzustände (besonders Vitamin-C-Mangel)
  • Bluterkrankungen
  • Unterdrücktes oder krankes Immunsystem (Immunsuppression, AIDS, Chemotherapie)
  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
  • Tumore
  • Infektionskrankheiten (z. B. Tuberkulose)
  • Übergewicht (Adipositas)
  • Niereninsuffizienz

Formen

Man unterscheidet offene und geschlossene Verletzungen. Geschlossene Verletzungen können sehr schmerzhaft sein, doch ist hier das Risiko einer Infektion mit Krankheitserregern gering. Offene Wunden können zusätzlich verschmutzt sein und neigen zu entzündlichen Vorgängen.

Quellen/Weitere Informationen

Quellen