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Zahnstein

„Essbare Zahnbürsten“ beugen Zahnstein vor © eyetronic - Fotolia.com

Da versagt die Zahnbürste

Zahnstein ist versteinerter Zahnbelag. Über viele Jahre kann Zahnstein zu Zahnausfall führen.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Die Plage mit der Plaque

Zahnstein ist ein hoch komplexer Lebensraum für Bakterien. Er entsteht aus weichen Zahnbelägen („Plaque“) unter der Mitwirkung von Bakterien. Auf die Dauer bleibt es nicht bei den weichen Belägen. Der Speichel mineralisiert das Material und schnell wird daraus Zahnstein. Bakterien wachsen darin sicher geschützt. Ihre reizenden Stoffe greifen den Zahnfleischrand an, bis sie schließlich ihr Ziel erreicht haben: Dann kolonisieren die Bakterien unter dem Zahnfleisch und sind von außen nicht mehr erreichbar. Parodontitis schließlich ist der dramatische Endzustand dieses Prozesses. Darum muss man rechtzeitig eingreifen. Die richtige Pflege, Ernährung und Phytotherapie sind effektive Eigenleistungen. Aber auch der Zahnarzt darf nicht fehlen: Zahnstein muss regelmäßig entfernt werden.

Behandlung bei Zahnstein: Naturheilkunde und Hausmittel

Das Haltbarkeitsdatum der Zähne

Zähne sind für eine durchschnittliche Lebenszeit von etwa 30 Jahren angelegt. Da wir heute generell länger leben, müssen wir uns aktiv um gesunde Zähne kümmern. Dabei ist es gerade die moderne Lebensweise mit weicher kohlenhydratreicher Ernährung, die den Zähnen zu schaffen macht. Daneben hinterlassen manche Alltagssünden Spuren am Zahn und der Schleimhaut. Alkohol, Nikotin, Kaffee oder Tee. Die wichtigste Maßnahme gegen Zahnstein ist eine sorgfältige Mundhygiene. Darüber entscheidet nicht nur das Putz-Verhalten: Haben Sie gewusst, dass auch die Ernährung eine Putzfunktion hat? Daneben rücken Gewürze und Heilpflanzen den Missetätern mit antibiotischen Wirkstoffen zu Leibe. Damit ist auch die Zahnsteinbildung für eine Weile blockiert. Übrigens: Die richtigen Bakterien im Mund verhindern Zahnbelag. Man kann sie auch gezielt animpfen. Die Symbioselenkung leistet einen nachweisbaren Beitrag gegen Zahnstein.

Zahnstein und Heilpflanzen

Wie viele und welche Bakterien sich im Mund tummeln ist auch eine Frage der Immunantwort. Über den Speichel gibt der Körper Antikörper und Enzyme ab, die Bakterien bekämpfen. Zahlreiche Heilpflanzen stimulieren die Abwehrkräfte – schlechte Zeiten für die Plagegeister im Zahnstein.

Einige Beispiele sind:

  • Sonnenhut (immunstimulierend, keimhemmend, entzündungshemmend, wundheilungsfördernd)
  • Wilder Indigo
  • Propolis (immunstimulierend, antimikrobiell, entzündungshemmend, adstringierend, heilungsfördernd)
  • Umckaloabo (immunstimulierend, schleimlösend, reduziert Bakterienanheftung)
  • Ginseng (immunstimulierend, schützt vor Stress, Stärkungsmittel)

Weitere Heilpflanzen und Maßnahmen zur Steigerung der Abwehr finden sich im Artikel Abwehrschwäche.

Antibiotische Pflanzen

Besonders gut für die Mundhygiene sind Heilpflanzen mit antimikrobiellen Eigenschaften. Sie schützen zumindest zeitweise vor der üppigen Vermehrung der Plaque-Bakterien im Zahnstein. Viele Heilpflanzen sind sinnvollerweise auch in antibiotischen Mundwässern oder Zahnpasta verarbeitet:

  • Salbei (antiseptisch, entzündungshemmend, adstringierend)
  • Kamille (entzündungshemmend, wundheilungsfördernd, antibakteriell)
  • Schafgarbe (adstringierend, entzündungshemmend, antibakteriell)
  • Thymian (antimikrobiell, entzündungshemmend, speichelanregend)
  • Spitzwegerich (einhüllend, immunstimulierend, antibiotisch, entzündungshemmend)
  • Propolis (antimikrobiell, entzündungshemmend, adstringierend, heilungsfördernd, immunstärkend)
  • Ringelblume (entzündungshemmend, heilungsfördernd, antibiotisch)

Antihaft-Beschichtung

Auch gegen die „klebrigen“, also die anhaftenden Eigenschaften der Bakterien ist ein Kraut gewachsen. Mehrere Heilpflanzenextrakte hemmen ganz allgemein das Anhaften von Bakterien, zum Beispiel Granatapfel, Preiselbeere, Cranberry und Umckaloabo. In zwei kleineren Studien über Granatapfel und Cranberry wurde dies auch für die Mundhöhle überprüft. Demnach reduzierten die beiden Pflanzen sowohl den Zahnbelag als auch die Bakterienzahl darin. Schlechte Zeiten für Zahnstein…

Für einen frischen Atem

Zu einem gepflegten Mund gehört auch ein guter Atem. Mundgeruch ist ein enger Begleiter von Zahnstein. Hier stehen zahlreiche ätherische Öle zur Verfügung, zum Beispiel:

  • Eukalyptusöl (außerdem: antimikrobiell, entzündungshemmend)
  • Thymianöl (außerdem: antimikrobiell, lokal schmerzlindernd)
  • Salbeiöl (außerdem: antimikrobiell, entzündungshemmend, adstringierend)
  • Teebaumöl (antimikrobiell, entzündungshemmend, Achtung: Allergien und Hautreaktionen!)
  • Nelkenöl (örtlich betäubende und antiseptische Wirkung, entzündungshemmend, Achtung: Allergien und Hautreaktionen!)
  • Pfefferminzöl (antimikrobiell, kühlend, lokal schmerzlindernd)

Klinische Studien haben Kombination ätherischer Öle bei Menschen mit guter Mundhygiene getestet: Eukalyptus-/Thymian-/Pfefferminzöl und Teebaum-/ Myrtenöl/ Calendula- und Grünteeextrakt. Ätherische Öle wurden von den Probanden sehr geschätzt, eine objektive Wirkung auf den Zahnbelag war nicht festzustellen. Der wahrscheinliche Grund: Wenn die Zähne schon optimal gepflegt werden, bringt eine zusätzliche Mundspülung kaum etwas gegen Zahnbelag oder Zahnstein.

Für Gehirn und Zähne: Ginkgo

Ginkgo wird meist gegen Vergesslichkeit eingesetzt, doch hat er auch Eigenschaften, die dem Zahnfleisch zu Gute kommen: Er verbessert nämlich die Durchblutung in den feinen Kapillaren. Das beschränkt sich nicht nur auf das Gehirn, sondern betrifft auch die Haut und Schleimhaut. Auch Mundgeschwüre heilen besser ab. Personen mit arteriosklerotischen Durchblutungsstörungen und Zahnstein könnte Ginkgoextrakt also helfen.

Nahrungsergänzungsmittel

Vitamine für das Bindegewebe

Vitamin C (Ascorbinsäure) aus Rohkost ist für die Bildung von Festigungselementen und für ein straffes Zahnfleisch nötig. Damit begegnet man den Zahnstein-Komplikationen wie „Zahnfleischschwund“. Durch Vitamin C Mangel entsteht die (früher sehr gefürchtete) Krankheit Skorbut. Sie äußert sich unter anderem mit Zahnfleischbluten. Mit einer gesunden Ernährung kann man Vitamin-C-Mangel leicht vermeiden. Obst und Gemüse gibt es schließlich das ganze Jahr über.

Hausmittel und Tipps für den Alltag

Hausmittel für Unerschrockene: Teebaumöl und Knoblauch

Beide Maßnahmen sind klassische Hausmittel gegen Zahnstein. Für empfindliche Schleimhäute durchaus belastend. Bei einer Studie beklagten 100 % der Patienten das Brennen und den Mundgeruch nach Knoblauch, und 60 % nach Teebaumöl. Immerhin ergab die mikrobiologische Auswertung leichte Effekte auf die bakterielle Besiedlung der Mundhöhle.

Ölspülung

Man nimmt einen Schluck Olivenöl in den Mund und zieht das Öl ca. 5 Minuten durch die Zähne. Die Idee dabei ist es, alle „fett-affinen“ Stoffe abzufangen und die Zahnbeläge durch das Fett zu lockern. Ohne ausreichend Zähneputzen hat die Maßnahme praktisch keinen Nutzen gegen Zahnstein.

Zahnstein abscheuern: Salz und Backpulver

Das Hausmittel ist schnell gebrauchsfertig: Man mischt einen Teelöffel Backpulver (Natron, Natriumhydrogencarbonat) und eine Prise Salz. Dann taucht man die nasse Zahnbürste in das Pulver. Die Mischung schmeckt sehr schlecht, dennoch scheuert sie heftig am Zahn. Sie fühlen sich danach deutlich glatter an. Daneben neutralisiert Natron Säuren und wirkt bei regelmäßiger Anwendung aufhellend. Aber alle Scheuermittel (auch einige Zahnpasten für Raucher) tragen Zahnstein und Schmelz gleichermaßen ab. Also nur sparsam anwenden.

Sauer macht sauber: von Zitrone bis Erdbeere

Zitronensaft löst Kalkbeläge wie Zahnstein tatsächlich an und hellt Zahnverfärbungen auf. Wer jedoch begleitend mit der Zahnbürste an den Zähnen schrubbt, schädigt den Zahnschmelz. Auch von der Kombination aus Backpulver und Zitronensaft kann man nur abraten. Daneben hält sich das Gerücht, Erdbeeren wirken gegen Zahnverfärbungen und Zahnstein. Wissenschaftliche Belege gibt es für dieses Hausmittel aber nicht. Wegen der Säure ist auch hier ein Effekt immerhin denkbar.

Lebensführung:

Die beste Vorbeugung gegen Zahnstein ist gute Zahnhygiene. Es zahlt sich aus, die richtige Methode zu lernen. Fluor hemmt das Bakterienaufkommen und härtet den Schmelz. Dann ist das gründliche Zähneputzen weniger schädlich für die Zähne. Wichtig wäre auch die regelmäßige wöchentliche Fluoridierung. Am besten man merkt sich dazu einen bestimmten Wochentag, an dem man auch die nötige Ruhe für ausgedehnte Körperpflege hat (z. B. am Wochenende).

Bei kleinen Sünden

Nach dem Essen oder nach Getränken (Kaffee, Tee, Rotwein) sollte man gegen den Zahnstein ein Glas Wasser in kleinen Schlucken trinken. Damit spült man Gerb- und Farbstoffe, Zucker- und Stärkereste weg. Für die Bakterien heißt es dann: Hungern. Alternativ kaut man zuckerfreien Kaugummi. Damit fördert man die Bildung von Speichel und die Reinigung von Mundhöhle und Zähnen. Zuckeraustauschstoffe Sorbit, Mannit, Isomalt oder Xylit sorgen für die nötige Süße und sind dennoch kein gut nutzbares Substrat für Bakterien. Sie hemmen sogar das Wachstum pathogener (krankmachender) Keime. Mehr Tipps zu Lebensmittel gegen Zahnstein finden Sie unter Ernährung.

Weitere Therapien

In diesem Teil konnten Sie die Hinweise zur Lebensführung, Heilpflanzen und Nahrungsergänzung lesen. Es folgen die wichtigen Kapitel zur Ernährung und Schulmedizin gegen Zahnstein.