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Weitere Therapien: Zahnstein

Was sonst noch hilft

Die richtige Ernährung wirkt gegen Zahnstein. Daneben helfen auch einige Naturheilverfahren, wie zum Beispiel die Symbioselenkung. Die Bakterien, die den Körper besiedeln, kann man auch künstlich aufbringen. Das macht aber mehr Sinn, wenn die Medizin in der Mundhöhle aufgeräumt hat. Daher sind auch die Maßnahmen der professionellen Zahnreinigung zu beachten.

Ernährung

"Essbare Zahnbürsten" beugen Zahnstein vor

Natürliche, faserreiche Nahrung wirkt wie eine natürliche Politur. Kohlrabi, Paprika sollten daher regelmäßig frisch verzehrt werden. Auch eine knackige Karotte oder ein faseriger Staudensellerie bekommen beste Noten für die Putzfunktion. Auch die enzymreiche Ananas hat einen reinigenden Effekt in der Mundhöhle. Die ideale Version sind Äpfel. Die Säure löst den kalzifizierten Zahnstein an und das Fruchtfleisch schrubbt hinterher. Danach braucht der Schmelz aber Ruhe, um mit den Mineralien im Speichel wieder ausreichend Mineralien aufzunehmen. Faustregel: Nach Säure immer neutralisieren (Mineralwasser).

Das macht die Zähne rau

Nicht alle Obst- und Gemüsesorten beseitigen Zahnbelag: Oxalate aus Spinat, Mangold oder Rhabarber bilden mit dem Kalzium der Zähne unlösliche Komplexe, das hinterlässt ein stumpfes Gefühl und lässt den Zahnstein florieren. Wenn man die Pflanzen mit Milchprodukten kombiniert, fällt der Effekt etwas geringer aus. Das Kalzium darin fängt Oxalat ab. Dann wird das Kalzium im Zahn als Bindungspartner weniger interessant.

Aber auch unreife Bananen, Mangos oder Kakis fördern das pelzige Gefühl. Die Lösung: Reife Früchte sind in der Regel gerbstoffärmer. Die Gerbstoffe darin werden erst zur Reife enzymatisch abgebaut. Alternativ kombiniert man die Früchte mit Äpfeln.

Antibiotische Gewürze

Unzählige Küchenkräuter bringen antibiotische Eigenschaften mit. Das hat nicht nur einen Nutzen im Darm, sondern allem voran in der Mundhöhle. Knoblauch-, Basilikum- oder Ingwerextrakt können es im Punkt Antibiose mit einer Chlorhexidin-haltigen Mundspüllösung aufnehmen. Ingwerextrakt schwächt die bakteriellen Virulenzfaktoren, die Klebrigkeit der Bakterien und daher auch die Biofilmbildung. Daneben setzen SalbeiRosmarin und Thymian den Missetätern zu. Grund genug für die richtige Würze.

Schwarze Schafe: Weißes Mehl und Zucker

Zucker in der Nahrung fördert generell die Bildung von Zahnbelag und somit auch Zahnstein. Er ist optimales Futter für Bakterien, die sich heftig vermehren und aus Zucker schädliche Säuren bilden. Nicht nur Zucker führt zu Karies, auch Kohlenhydrate wie weißes Mehl werden im Mund langsam zu Zucker und Säuren abgebaut. Besonders die gekochte Stärke ist leicht für Bakterien zugänglich (im Gegensatz zu den Speicherzuckern in Rohprodukten). Diese Komponenten sollten nicht den Großteil der Nahrung ausmachen. Vor allem: Sie sollten keine Mahlzeit abschließen. Lieber einen Apfel oder eine Karotte als Nachspeise einplanen.

Bunte Zähne – färbende Speisen

Fettige oder schwerlösliche Stoffe haben ein Faible für Zahnbelag: Gerbstoffe in Kaffee oder Tee sind die bekanntesten. Teerbeläge durch das Rauchen dringen so tief in den Schmelz ein, dass sie nicht mehr mechanisch zu entfernen sind. Aber auch der fettlösliche Stoff Curcumin aus Curry oder Kurkuma findet den Weg in den Belag. Dass Blaubeeren Zähne und Zunge kräftig einfärben, hat jeder schon einmal bemerkt. Dabei sind die gut wasserlöslichen roten und violetten Frucht-Farbstoffe (Anthocyane) nicht das Problem. Zusammen mit enthaltenen Gerbstoffen (Tanninen) aber fallen sie auf, weil sie ihre Löslichkeit verlieren. Auch Rotwein und Balsamico-Essig enthalten die Stoffe kombiniert. Sie gehören zu den potentiellen Gefährdern für brauen Zahnstein. Abmildernd hilft ein Glas Wasser oder Rohkost nach dem Genuss.

Naturheilverfahren bei Zahnstein

Darmsanierung oder Darmsymbioselenkung

Die Komplementärmedizin empfiehlt generell bei allen Störungen der Abwehr und der natürlichen Bakterienflora eine Darmsanierung oder Darmsymbioselenkung (Pro- und Präbiotika). Dabei wird der Darm gezielt mit „gesunden“ Bakterien beimpft, sodass diese Keime die krankmachenden verdrängen. Ein gesundes Darmmilieu hat für das Immunsystem eine zentrale Bedeutung.

Man forscht bereits auch an einer Symbioselenkung für den Mund. Zuckerfreie Kaugummis verändern immerhin das Milieu so, dass viele säureerzeugende, schädliche Bakterienarten schlechter wachsen. Auch die gezielte Ansiedlung gesunder Bakterien im Mund ist ein weiterer logischer Lösungsansatz. Derzeit gibt es eine Fülle von Untersuchungen zum Thema und erste Produkte sind am Markt. Offensichtlich lässt sich die Plaquebildung durch die richtigen Bakterien signifikant verringern. Das dürfte auch den Zahnstein betreffen.

Vorsichtig pflegen

Allerdings gilt es bei der Pflege einiges zu beachten. Wenn direkt nach der Mahlzeit die Zähne zu heftig geputzt werden, wird nach und nach etwas Zahnschmelz abgetragen, bis schließlich das Zahnbein freiliegt und die Zahnhälse empfindlich schmerzen. Zwischen der Zahnpflege und der letzten Mahlzeit sollte also ein Zeitraum von 30-40 Minuten liegen.

Immunsystem anregen

Ein aktives Immunsystem spielt ebenso eine zentrale Rolle für die Abwehrsituation im Kopf-Hals-Bereich. Es bestimmt mit, welche Keime auf und in uns wachsen. Speziell für die Schleimhäute produziert es bestimmte Antikörper (Typ IgA). Man sollte daher bei Erkrankungen im Mundraum im Zuge einer ganzheitlichen Therapie auch das Immunsystem stärken. Am einfachsten geht das über wechselwarme Anwendungen (Kneipp, Hydrotherapie), Sauna, Inhalationen, viel Bewegung und Sport an der Luft. Übrigens hat hier auch die Phytotherapie Mittel auf Lager.

Naturheilverfahren, die bei Zahnstein helfen können

Schulmedizin

Frühjahrsputz im Mund: professionelle Zahnreinigung

Der Zahnarzt entfernt Zahnstein durch „Abkratzen“ mit bestimmten Instrumenten (Scaler, Kürette). Auch Ultraschallgeräte sind weit verbreitet. Sie sprengen den Zahnstein ab, müssen aber mit Wasser gekühlt werden, damit nicht zu viel Hitze entsteht. Wenn der Zahnschmelz bereits geschädigt ist, kann die Prozedur auch schmerzhaft sein.

Von einer Behandlung mit Salzkristallen ist eher abzuraten, da diese den Zahnschmelz zu stark abschleifen. Nur in Fällen mit hartnäckigen Belägen ist diese Methode sinnvoll.

Keimreservoirs sanieren

Die Bakterien verstecken sich nicht nur im Zahnstein, sondern auch in den Zahntaschen unter dem Zahnfleisch. Selbst wenn man die Zähne sauber putzt, sind sie immer noch da. Wenn nötig, werden auch die Zahntaschen saniert und mit desinfizierenden Lösungen gespült. Daneben werden auch alle kariösen Zähne mit Füllungen versorgt. Damit beseitigt man die „Keimschleudern“. Besonders problematisch sind infizierte Zähne und Zähne mit schwerer Parodontitis. Sie müssen aber nicht immer gezogen werden. Leichte Lockerungen lassen sich oft rückgängig machen: Entscheidend wirkt dabei die Entfernung der Beläge unter dem Zahnfleisch (subgingivales Debridement). Die Prozedur ist blutig und schmerzhaft und wird daher unter lokaler Betäubung durchgeführt. Neuerdings gibt es auch neue Verfahren wie die Laserbehandlung oder die Antimikrobielle-photodynamische Therapie. Sie verwendet einen Stoff, der bei Belichtung aktiv wird und die Bakterien abtötet. Herkömmliche Antibiotika wirken nur schlecht, da sie die Zahntasche kaum erreichen. So muss man in schlimmen Fällen Antibiotikastreifen direkt in die Tasche einbringen. Aber für alle Maßnahmen gilt: ohne vorherige Entfernung von Zahnbelag macht eine antibiotische Behandlung keinen Sinn.

Generell sollte man darauf achten, dass sich eine gesunde „Mundflora“ einstellen kann. Eine andauernde Behandlung mit desinfizierenden Lösungen ist nicht sinnvoll. Durch die Anwendung von Antibiotika besteht immer auch das Risiko, antibiotikaresistente Keime zu fördern und weitere Nebenwirkungen zu erleiden.

Härtesiegel mit Fluorid

Zum Abschluss werden die Zähne häufig mit einer Politurpaste und einer rotierenden Gummiglocke geglättet und abschließend fluoridiert. Das schützt eine Weile vor Zahnstein. Fluorid härtet nicht nur den Zahnschmelz, es verhindert auch das Anhaften der Bakterien.

Fazit:

Zahnstein kann meist gut bekämpft werden, man muss sich aber beständig um dieses Problem kümmern.