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Kinderwunsch: Unterstützung der Psyche wichtiger Punkt im Gesamtkonzept

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Negative Gedanken beeinflussen auch den Körper negativ

Und können eine Schwangerschaft zusätzlich behindern. Deshalb ist es wichtig, auf die Psyche beider Partner zu achten und eine jahrelange negative Programmierung umzupolen.

Von: Claudia Ernst

Oft wird der ganze Lebensweg in Frage gestellt

Viele Paare leiden unglaublich unter dem Gedanken, kein Kind bekommen zu können. Wenn das Wunschkind ausbleibt, stellen viele Partner ihren gesamten Lebensweg in Frage. Es kommt zu Zweifeln, Schuldgefühlen, Selbstvorwürfen und nicht selten zu depressiven Verstimmungen bis hin zu Depressionen. Die Bemühungen in jedem Monat die fruchtbare Zeit effektiv nutzen zu müssen, dann die Hoffnung auf eine Schwangerschaft und die darauf folgende Enttäuschung bei Einsetzen der Periode, hinterlässt Spuren.

Der Ursprung der Partnerschaft, die Harmonie, die Nähe und Liebe bleiben auf der Strecke. Wenn nun noch die Versuche in einem Kinderwunschzentrum mit IUI (intrauterine Insemination), IVF (In-vitro-Fertilisation) oder ICSI (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion) hinzukommen, ist dies ohne eine psychische Unterstützung kaum zu bewältigen. Wie diese konkret aussieht und wie man negatives Gedankenkreisen verhindert, möchte ich Ihnen im Folgenden erläutern.

Das Leiden der Partner stellt sich oft unterschiedlich dar

Bei Frauen tritt nicht selten eine tiefe Traurigkeit auf, die nur durch Ärger und Wut erträglich wird. So kann sich die Enttäuschung über Aggressionen äußern, zum Beispiel, wenn eine Frau im näheren Umfeld ein Kind bekommt. Vielen Frauen fällt es schwer, diesen Gedanken zu ertragen und sie verurteilen sich sehr stark für ihre Negativität. Diese Emotionen fressen die Seele und die Partnerschaft mehr und mehr auf und können zu einer Verbitterung führen, die jede Lebensfreude verzehrt. Hinzu kommen Selbstvorwürfe, wie die andauernde Frage, warum man nicht früher mit der Familienplanung begonnen hat oder ähnliche Gedanken. Frauen können jedoch im Gegensatz zu Männern ihre Gedanken und Zweifel oft viel leichter an eine hilfreiche Stelle transportieren und sich helfen lassen.

Männer leiden häufig im Stillen

Sie versuchen schmerzhafte Themen durch Ablenkung oder Bewegung abzubauen, was gar nicht verkehrt ist, da sich die Stresshormone durch Bewegung tatsächlich reduzieren lassen. Jedoch wird der Ursprung des Stresses so nicht beseitigt. Da Urologen und Kinderwunschzentren meist keine Lösung für ein schlechtes Spermiogramm haben und in diesem Fall eine ICSI die Behandlung der Wahl ist, wird hierfür keine große Anzahl an Spermien benötigt. Die Aufgabe des Mannes besteht dann in der Abgabe der Spermien, er erhält jedoch keine Behandlung wegen unerfülltem Kinderwunsch. Obwohl sich gezeigt hat, dass Therapien wie Ernährungsumstellung, Gewichtsregulation, Akupunktur, Stressmanagement und Hypnotherapie durchaus Einfluss auf die Spermienqualität und -quantität haben können, sind es immer noch vorwiegend Frauen, die sich einer Behandlung, sei es schulmedizinisch oder naturheilkundlich, unterziehen. Ich erlebe immer wieder Frauen, die zu mir kommen und bereits schulmedizinisch alles unternommen haben, ohne dass ein Spermiogramm bei ihrem Partner erstellt wurde. Dies zeigt, dass das Thema Kinderwunsch immer noch mit einem „Makel“ belegt ist und selbst unter den Partnern zu einem Schamgefühl führen kann.

Frauen lernen von der Jugend an, dass ein Besuch bei einem/r Frauenarzt/Frauenärztin regelmäßig zu erfolgen hat. Für einen Mann ist es meist ein absolut neues Thema und alles Neue wird vom Unterbewusstsein erst einmal als Bedrohung eingestuft. Auch die Angst ein negatives Ergebnis zu erhalten, mit dem man dann leben muss, macht den Gang zum Urologen nicht einfacher. Nicht selten fühlen sich Frauen von ihren Männern emotional allein gelassen, da Männer ihre Ängste und Sorgen selten mit der Partnerin teilen.

Selbstvertrauen wiederherstellen

Das Wichtigste in dieser Phase für beide Partner ist, das Selbstvertrauen, welches früher einmal vorhanden war, wieder herzustellen und sich an ihren Beziehungsbeginn, in dem die Emotionen füreinander Priorität hatten, zu erinnern. Das Bewusstsein lässt solche Bilder in dieser aktuellen Stressphase nicht zu. Daher ist es wichtig, das Unterbewusstsein, zum Beispiel mittels Hypnotherapie, anzusprechen. So kann eine Konditionierung, hin zu der alten Stärke, erfolgen. Auch eine geistige Reise in die Zukunft (hypnotherapeutisch), in der eine tiefe Zufriedenheit verankert wird, ist eine hilfreiche Möglichkeit. In der Hypnotherapie wird die Zeitreise „Timeline“ genannt. Wichtig ist, dass das Thema Kinderwunsch nicht mehr belastend im Fokus steht und das Gedankenkreisen um diesen Punkt und die mentale Belastung abnimmt. Auch das Vertrauen in den eigenen Körper und die Lebensfreude sollen wieder wachsen.

Gedankenkreisen und Ängste

Welchen Einfluss die Gedanken in Bezug auf die Einnistung einer Eizelle und somit der Entstehung einer Schwangerschaft haben, zeigt sich bei einer künstlichen Befruchtung in dem Moment des Rücktransfers der befruchteten Eizelle in die Gebärmutter. Gelingt es der Frau, sich in dieser Zeit in einen entspannten Zustand zu versetzen, dann wird die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft deutlich erhöht, wie eine israelische Studie belegt:

Erlernt die Frau eine Selbsthypnose, so steigt, der Studie zufolge, die Schwangerschaftsrate deutlich an.

Solange eine geistige Blockade vorhanden ist, sich die Stresshormone erhöhen und die Unzufriedenheit immer mehr wächst, wird eine Schwangerschaft immer unwahrscheinlicher. Gelingt es dem Paar, den Weg zu mehr Entspannung, zu einer ausgewogenen Emotionalität, einem liebevollen Blick auf sich selbst und den Partner zu finden, kann das Gleichgewicht wieder hergestellt werden. Dann sind die Tore der Seele (und diese bestimmt die Hormonausschüttung!) geöffnet und der Nachwuchs kann kommen.

Gedankenhygiene: Wie gelingt es, wieder positiver zu werden?

Und wie gelingt es, den Fokus auf das gesamte Leben zu richten? Wie bei allen Dingen im Leben hilft hier Kontinuität. Das heißt, eine konsequente Gedankenhygiene mit dem unbedingten Willen hin zu mehr Zufriedenheit, Selbstliebe und einer guten Partnerschaft. Eine jahrelange negative Programmierung hat Folgen und braucht seine Zeit, doch es lohnt sich.

Bei meiner Hypnotherapie gebe ich zur Einübung eine CD mit der Aufnahme der Hypnose an meine Patienten, so dass sie diese CD immer wieder hören können und somit eine Veränderung der Gedanken sukzessive stattfinden kann. Begleitet von einem Stressmanagement-Training ist dies ein guter Weg, wieder in die Mitte des Lebens zu finden. Dies kann auch für die Vorbereitung auf den Rücktransfer (bei künstlicher Befruchtung) individuell zum Einsatz kommen.

Weitere Möglichkeiten aus der Naturapotheke

Eine Unterstützung können auch Kräuter sein, zum Beispiel kann die Passionsblume bei Unruhe gute Dienste leisten, hier hat sich das Mittel „Pascoflair“ bewährt. Kommt zu der Unruhe eine Schwere und reduzierte Lebenslust, kann das Mittel „Neurapas balance“ (beide Pascoe) mit Baldrian, Passionsblume und Johanniskraut unterstützen.

Als Nervennahrung setze ich auch gerne "Kräuterblut" (Salus) ein. Hier haben wir die Abdeckung von verschiedenen Faktoren (u.a. die B-Vitamine für die Nerven), als auch die Versorgung mit Folsäure und Eisen für die Mama in spe.

Zur Einnistungförderung nach dem Rücktransfer des Embryos bei künstlicher Befruchtung empfehle ich das Mittel „Bryophyllum 50 % Pulver“ (Wala).

Auch eine individuelle Bachblütenmischung ist sehr hilfreich und kann mit der Wasserglasmethode in akuten Stress-Situationen eingenommen werden. Mental unterstützend wirkt die Hormonmassage, die der Mann erlernen kann und die neben der Hormonregulation des Urogenitaltraktes auch für eine Oxytocin-Ausschüttung sorgt. Dieses Hormon wird auch als „Wohlfühlhormon“ bezeichnet und ist in dieser angespannten Zeit ein willkommenes körperliches Geschenk.

Im nächsten Teil erfahren Sie mehr über die osteopathischen Möglichkeiten, das Hormonsystem anzuregen und den Bauchraum auf den Nachwuchs vorzubereiten.

Die Autorin
Claudia Ernst
hat ihre Praxis für Naturheilkunde in Darmstadt. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind Kinderwunschbehandlung, Stressmanagement und der Bewegungsapparat.