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Gute Partnerschaft – langanhaltende Liebe

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Was klappt eigentlich in guten Ehen, auch wenn es Meinungsverschiedenheiten oder Ärger gibt? Was machen diese Paare richtig?

Von: Mädy Verwied

Es gibt Unterschiede zwischen dem, was Ehen/Partnerschaften zusammenhält und dem, was eine gute Ehe/Partnerschaft ausmacht. Dorthin, wo Partnerschaften gut verlaufen, möchte ich heute meinen paartherapeutischen Blick werfen. Was klappt eigentlich in guten Ehen, auch wenn es Meinungsverschiedenheiten, schlechte Laune, Ärger, unvorhergesehene Belastungen gibt? Was machen diese Paare richtig?

Was ich bisher in meiner Praxis gesehen habe, und da stimme ich mit einigen Kollegen überein, ist, dass diese Paare sich den Veränderungen des Lebens anpassen können.

Und zu diesem Anpassungsprozess gehört im Grunde, dass ...

  • sie den jeweils anderen so sehen, wie der andere ist. Sie übertragen und delegieren nicht ihre Wünsche, Bedürfnisse und deren Erfüllung auf den Partner. Jeder übernimmt für genau diese seine eigenen Bedürfnisse, Gefühle und sein Verhalten Verantwortung.
  • sich jeder im Grundsatz geliebt, respektiert, akzeptiert fühlt, „so wie er ist“.
  • keiner den anderen erziehen will. Jeder gewährt dem anderen das Recht, Fehler zu machen.
  • jeder den Freiraum hat, um sich zu entfalten, ohne dass der andere sich dadurch in seiner Autonomie bedroht fühlt. Im Gegenteil fördert der jeweils andere den Partner in seiner Entwicklung und seinen Interessen.
  • beide Interesse aneinander haben. Sie interessieren sich für das, was der andere tut, denkt und fühlt. Sie besprechen und erforschen gemeinsam Meinungsverschiedenheiten.
  • es genug Gemeinsamkeiten gibt, wodurch Vertrautheit und Zusammengehörigkeit erlebt wird. Auf diese Art können neue Erfahrungen miteinander gemacht werden, die wiederum das Gemeinschaftsgefühl stärken.
  • beide Humor haben. Humor hilft, um mit den Eigenheiten des anderen umzugehen oder sie zu ertragen. In guten Ehen erkennen Partner auch, wann es für ein Verhalten, Denken, keine Lösung gibt. Sie werfen dies dem anderen nicht vor, sondern können scherzen, weil sich jeder selbst nicht zu ernst nimmt.
  • sie sich von ihren Eltern und Geschwistern emotional abgelöst haben und ihre Kraft in die Entwicklung ihrer eigenen Partnerschaft investieren.

Sind diese Voraussetzungen weitestgehend gegeben, können Meinungsverschiedenheiten, Streitigkeiten ausgefochten und ausgehalten werden, ohne die Partnerschaft im Kern zu erschüttern. Denn auch in guten Ehen gibt es Streit, Unmut, Verletzungen, schlechte Laune, Eigenarten. Partner, die nach dem oben genannten Strickmuster sich begegnen, sind einander zugewandt und haben mehr Spielraum. Sie können dem jeweils anderen auch den Raum lassen. Gute Ehen sind durchlässiger und kennen gleichzeitig Grenzen.

Die oben genannten Grundsätze sind nicht unbedingt gleich von Anfang an erfüllt. Sie sind im Grunde über Jahre gewachsen und wachsen weiter. Zu diesem Wachstum gehört auch, dass sich die Partner loyal zueinander verhalten. Bewusst oder unbewusst ist es ein lebenslanger Annäherungs- und Lernprozess, in dem sich Paare auf dem Weg zu einer guten Partnerschaft befinden und vielleicht niemals endgültig ankommen. Sie finden sich immer wieder neu und damit auch ihre Liebe zueinander. Ich glaube, dass darin ihr Geheimnis und ihr Erfolg liegt und dies im Endeffekt gute Ehen ausmacht - sie bleiben miteinander im emotionalen Prozess oder ganz einfach ausgedrückt: im Gespräch.

Die Autorin
Dipl.-Päd. Mädy Verwied ist Paar- und Familienberaterin in Berlin.