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Hormontherapie in den Wechseljahren: Pflanzliche Hormone als Alternative

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Phytotherapie in den Wechseljahren mit Phyto-Östrogenen, 4. Teil

Im 3. Teil ging es um die Hormontherapie der konventionellen Medizin. In diesem Teil beschreiben wir die Möglichkeiten der Hormontherapie mit Heilpflanzen, also Phytopharmaka.

Von: Berthold Musselmann

Ordnungstherapie vor Medikalisierung

Die Teile 1-3 befassten sich mit den Symptomen und Ursachen der Wechseljahre, damit, wie man die Diagnose sichern, die Beschwerden bei Frauen mit Hilfe der konventionellen Medizin lindern kann und welche Fehler Medizinern dabei häufig unterlaufen.

Generell gilt wie immer in der Heilkunde: Vor Pillen, Spritzen & Co („Medikalisierung“) sollten immer erst die Möglichkeiten der Ordnungstherapie ausgenutzt werden. Insbesondere regelmäßige körperliche Betätigung und Bewegung, kalorienreduzierte, leichtere und entwässernde, vitaminreiche Kost helfen, die Symptome der Wechseljahre zu lindern. Auch die Einnahme von Heilpflanzen-Präparaten macht in gewisser Weise „abhängig“ von Medikamenten, auch wenn diese vergleichsweise harmlos und nur mit wenigen Nebenwirkungen behaftet sind. Akupunktur, Massage und viele weitere Therapieformen können Symptome lindern.

Hormontherapie mit Heilpflanzen

Ist die Lebensführung für die Bedürfnisse des Körpers im Klimakterium optimiert und es bleiben lästige Symptome, kommen folgende Pflanzen zur Therapie in Frage, wobei die Wirkung einer korrekten Estrogen (Östradiol)/Gestagen (Progesteron)-Therapie am stärksten ist.

Wirkung bei klimakterischen Beschwerden (stärkste zuerst): Rhapontik-Rhabarberwurzel > Cimicifuga > Mönchspfeffer > Soja > Rotklee.

Rhapontik-Rhabarber (Rheum rhaponticum): der Spezial-Extrakt Phytooestrol N enthält keine abführenden Anthranoide, sondern ist auf einen Mindestgehalt an Rhaponticin (ein Stilbenderivat!) eingestellt. Zulassung 12/2005 vom BfArM zur Therapie klimakterischer Beschwerden, neben Cimicifuga die beste pflanzliche Option, enthält auch b-Sitosterin u.a. Phytosterole.

Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa): mehrjährige bis 2 m hohe Pflanze (Kanada, USA), getrocknetes Rhizom und Wurzeln. Beruhigend bei Menstruationsstörungen, Klimakterium (neuro-vegetative Beschwerden), allgemeines „Stärkungsmittel“, hilft auch beim Prämenstruellen Syndrom (PMS).

Enthält tetrazyklische Triterpenglykoside (Actaein: krampflösend, gefäßerweiternd, blutdruckerniedrigend) Isoflavone (östrogenähnliche Wirkung, selektive Modulation des Östrogenrezeptors), LH-Hemmung, Nutzen für Knochen, kardiovaskuläres System und Gehirn, bisher kein Hinweis auf unerwünschten Effekte für Uterus oder Mamma oder Gefahr der Endometriumhyperplasie bei Langzeittherapie. Nicht einnehmen bei hormonabhängigen Tumoren (Mamma-, Gebärmutter-CA), nicht Schwangere/Stillende. Sicherheitshalber maximal drei Monate.

Wirkung: Östrogenrezeptor-unabhängige zentrale Wirkungen über Modulation von Neurotransmittern verbessern klimakterische Beschwerden. Kann leicht lebertoxisch sein, daher bei längerer Therapie oder bei Symptomen von Leber/Galle: Leberwerte bestimmen.

Im 5. Teil folgen weitere Heilpflanzen, im 6. und letzten Teil werden wir zusammenfassende Empfehlungen für eine optimale individuelle Hormontherapie geben.

Ihr

Berthold Musselmann