Ihr Portal für Gesundheit,
Naturheilkunde und Heilpflanzen

natürlich gesund

Hormontherapie in den Wechseljahren – Teil 5 - Pflanzliche Alternativen II

© C. Heyer/PhytoDoc

Phytotherapie in den Wechseljahren

Mit diesen Pflanzen lassen sich weitere Symptome der Wechseljahre lindern.

Von: Berthold Musselmann

In Teil 4 wurden bereits Phytopharmaka vorgestellt, die bei Wechseljahrsbeschwerden helfen können. Hier folgen weitere Erläuterungen zu Heilpflanzen, die in Frage kommen.

Linderung von Symptomen der Wechseljahre

Weitere pflanzliche Heilmittel zur Linderung von Symptomen der Wechseljahre sind (andere Anwendungen sind mit aufgeführt):

Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus):

Einsatz zusätzlich bei Gelbkörper (Corpus luteum)-Insuffizienz, Prämenstruellem Syndrom (PMS), Menstruationsstörungen (Dysmenorrhoe), Brustspannen (Mastodynie). Von Mönchen zur Erhaltung der Keuschheit verwendet, Symbol der Keuschheit.

Wirkfaktoren unbekannt (keine Phyto-Östrogene), dopaminartiger Wirkung auf Hypophyse (Hemmung Prolaktin-Freisetzung an D2(Dopamin-2)-Rezeptoren von laktotropen Zellen, durch Dopaminantagonisten wie Haloperidol (Psychopharmakon bei Psychosen, Neuroleptikum) antagonisierbar; Steigerung der Prolaktin-Sekretion bei zu niedrigen Spiegeln (tierexperimentell), weitere nervlich beruhigende Komponente durch hemmenden Einfluss auf die Stresshormon- (Katecholamin) ausschüttung. Enthält etherisches Öl (rel. geringe Mengen, etwa 1,2%): 1,8-Cineol, Limonen, Pinien; Iridoidglykoside (Agnusid, Aucubin), Diterpenoide (Vitexilacton, Rotundifuran), Flavone, Flavonoide (Casticin, Penduletin, Chrysospenol-D).

Phyto-Östrogene in Soja (Lecithinum ex soja): zusätzlich Einsatz bei leichten Fettstoffwechselstörungen, vor allem Hypercholesterinämie, wenn diätetische Maßnahmen allein nicht ausreichen. bei Appetitlosigkeit, Beschwerden bei toxisch-nutritiven Leberschäden und chronischer Hepatitis.

Phytohormonwirkung durch Isoflavone (häufig in Leguminosen enthalten) ähnlich wie bei Traubensilberkerze SERM-ähnlich anzunehmen.

Es gibt Hinweise, dass bei Frauen ohne langjährige Sojazufuhr (bereits in jungen Jahren) eher negative Effekte bei Hochdosisgabe in den Wechseljahren eintreten können.

Rotklee enthält ebenfalls Phyto-Östrogene. Es laufen z.Zt. Studien, die die Langzeitwirkungen und -nebenwirkungen von Phyto-Hormonen untersuchen sollen. Es besteht der Verdacht, dass auch pflanzliche Hormonersatz-Therapie in höherer Dosierung Nebenwirkungen ähnlich der konventionellen Therapie mit oralen Östrogenen haben kann.

Frauenmantelkraut (Alchemillae vulgaris herba): Gerbstoffe, Flavonoide: adstringierend (Gerbstoffdroge), bei leichten unspezifischen Durchfallerkrankungen und Dysmenorrhoe. Studienlage bisher uneinheitlich.

Hopfen (Humulus lupulus):

Könnte auch symptomlindernd in den Wechseljahren sein, als Bier muss jedoch die Alkoholmenge bei den Alkohol-empfindlicheren Frauen strikt begrenzt werden (im Normalfall maximal 0,4l pro Tag, zwei Tage Pause pro Woche). Problemloser möglich ist die Verwendung als Tee oder Kapseln.

Verwendung im Brauwesen, zweihäusig, männliche Pflanzen werden eliminiert, es soll keine Befruchtung stattfinden, weibliche Pflanzen werden vegetativ vermehrt; Hopfenbitterstoffe (5%), hauptsächlich Humulon u. Lupulon (beide wirken konservierend, antimikrobiell, natürliche Konservierungsstoffe und als Phyto-Östrogene: Bildung von Brüsten bei Biertrinkern wohl teilweise darauf zurückzuführen und auf die Leberdysfunktion mit verringertem Abbau von Östrogenen), bei Lagerung bildet sich langsam C5-Alkohol (beruhigend), Phenole (2-4 %): Rutin, Quercetrin, Proanthocyanidine; bis 1 % etherisches Öl.

Im 6. und letzten Teil werden wir zusammenfassende Empfehlungen für eine optimale individuelle Hormontherapie geben.

Ihr

Berthold Musselmann