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Hormontherapie in den Wechseljahren – Teil 6

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Zusammenfassung: Hormontherapie in den Wechseljahren

Wie sieht nun zusammenfassend eine optimale individuelle Hormontherapie aus?

Von: Berthold Musselmann

Die Teile 1-5 befassen sich mit den Symptomen und Ursachen der „Wechseljahre“, damit, wie man die Diagnose sichern, die Beschwerden bei Frauen mit Hilfe der konventionellen Medizin lindern kann, welche Fehler Medizinern dabei häufig unterlaufen und mit den Möglichkeiten der Hormontherapie mit Heilpflanzen.

Ordnungstherapie vor Medikamenten jeglicher Art

Generell gilt wie immer in der Heilkunde: Vor Pillen, Spritzen & Co („Medikalisierung“) sollten immer erst die Möglichkeiten der Ordnungstherapie ausgenutzt werden:

Insbesondere regelmäßige körperliche Betätigung und Bewegung, kalorienreduzierte, leichte und entwässernde, vitaminreiche Kost helfen, die Symptome der Wechseljahre zu lindern. Selbst die Einnahme von Heilpflanzen-Präparaten macht in gewisser Weise „abhängig“ von Medikamenten, auch wenn diese vergleichsweise harmlos und nur mit wenigen Nebenwirkungen behaftet sind. AkupunkturMassage und viele weitere Therapieformen können Symptome lindern.

Der schlimmste Fehler falsch verstandener Heilkunde bleibt es, den Patienten abzusprechen, „es“ allein zu schaffen. Daher ist am wichtigsten für Menschen mit körperlichen Symptomen oder Leiden, soweit es geht, ohne künstliche Hilfsmittel auszukommen. Auch relativ ungefährliche Heilmittel wie Phytopharmaka sind daher immer nur die zweite Wahl vor einer optimalen Lebensführung und Selbsthilfe.

Als Mensch und/oder Patient muss man sich immer wieder die Frage zu stellen: „Brauche ich medizinische Hilfe und will ich in dieser Situation etwas „mit mir gemacht“ haben oder kann ich es hinnehmen als natürlichen Vorgang?“ Jeder/e muss das für sich selbst klären. Es gibt immerhin eine Reihe von guten Argumenten und Daten, die für eine rationale Behandlung mit Hormonen sprechen, um Symptome zu lindern und Altersvorgänge zu verzögern. Dennoch muss die Aufklärung ehrlich und offen verlaufen und es darf kein Druck ausgeübt oder gar Angst gemacht werden.

Wirklich heilsame Therapie ist nicht nur ein passiv hinzunehmende Behandlung des Patienten, sondern Hilfe zur Selbsthilfe.

Wie sieht nun zusammenfassend eine optimale individuelle Hormontherapie aus?

Nach eingehender Beratung, Untersuchung und Bestimmung von Laborwerten ist am ehesten eine hormonelle Therapie mit oralem Progesteron und dermalem Östradiol zu empfehlen, wenn eine Hormontherapie gewünscht wird. Entscheidend ist, dass dies in einer Atmosphäre des Vertrauens geschieht, dass man sich nicht überreden lässt und nur tut, was man wirklich mitträgt. Viele eigene Bedenken haben ihre Gründe, z.B. eine frühere Unverträglichkeit von Hormonen etc. Das Vertrauen zum Therapeuten muss dazu groß genug und das therapeutische Verhältnis ausreichend belastbar sein, um auch kontrovers über diese Themata reden zu können. Oft können Bedenken im ausführlichen Gespräch ausgeräumt werden.

Die Regeln der optimalen Hormontherapie im Alltag:

  • Kontraindikationen beachten (Patienten ausschließen, die keine Hormontherapie bekommen dürfen), ärztliche Begleitung
  • richtige Hormone: natürliche
  • richtige Darreichung: orales Progesteron, Östradiol-Gel
  • richtige Dosierung über Laborkontrolle ermitteln (Östradiol-, Testosteron-, Progesteron-, LH-, FSH-Spiegel) und damit individuell anpassen
  • pflanzliche Mittel möglich, im Fall der Wechseljahresbeschwerden und als Pro-/Anti-Aging-Therapie kein Vorteil pflanzlicher Medikamente gegenüber natürlichen Hormonen (Östradiol und Progesteron) außer bei Unverträglichkeiten im Einzelfall, bei Hormonmangel oft zu schwache Wirkung von Phytopharmaka
  • Beachtung weiterer Hormone bei der Therapie/Beurteilung der Gesamtsituation (Testosteron, Pregnenolon, DHEA-S uvam.)

Die Empfindlichkeit der Menschen gegenüber Hormonen ist individuell höchst unterschiedlich. Die PatientInnen sind darauf hinzuweisen und die Therapie ist bei Auftreten von schwereren Nebenwirkungen abzubrechen. Auch die Resorption über die Haut kann sehr unterschiedlich verlaufen. Vorerkrankungen sind zu beachten, z.B. Leberkrankheiten, die den Abbau der Hormone verlangsamen/verändern können und Medikamente, die mit dem Hormonstoffwechsel interagieren. Johanniskraut z.B. kann den Hormonabbau beschleunigen (induzieren).

Insbesondere synthetische, nicht natürliche Hormone wie Norethisteron, andere synthetische Gestagene, Östrogenderivate etc. sind mit großer Vorsicht anzuwenden (z.B. auch „Antibaby-Pille“) bzw. möglichst zu vermeiden. Es sind auch bei jungen Menschen erhebliche Nebenwirkungen wie Schlaganfälle und Thrombosen (besonders bei Rauchern), schwere Leberschäden etc. möglich. Übergewicht, psychische Veränderungen, auch sexuelle Unlust, Heißhunger u.a. treten nach Erfahrung in der Praxis häufiger auf als in den Beipackzetteln deklariert.

Eine „künstliche Dauerschwangerschaft“, zudem noch mit Hormonen, die eine andere Wirkkombination haben als die natürlichen, ist eben mit Gesundheit auf Dauer nicht vereinbar. Es ist natürlich schwierig, dies jungen Frauen zu vermitteln, die auf keinen Fall schwanger werden wollen, da keine andere Methode so sicher ist wie die Pille. Auch ältere Frauen in der Phase vor den Wechseljahren haben ja dieses Problem. Zumindest „Pillenpausen“ sollten hier regelmäßig eingelegt werden. Wir haben auch Fälle von erheblichen systemischen Nebenwirkungen (z.B. der Leber) bei Hormonspiralen gesehen. Von Hormonstäbchen, Drei-Monatsspritze u.ä. würden wir eher abraten, die Entwicklung von Übergewicht u.a. Nebenwirkungen sind nach unserer Beobachtung häufig.

Die Langzeittherapie mit den natürlichen Hormonen Östradiol (über die Haut als Gel) und Progesteron (oral) ist sicher, wirksam, in der Regel gut verträglich, kann viele Probleme des Älterwerdens lindern und das Eintreten von Alterserkrankungen verzögern.

Ob nun mit mehr oder weniger Nachhilfen für den Körper ― ein Älter- und Altwerden in Würde wünscht Ihnen

Ihr

Berthold Musselmann