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Hormontherapie in den Wechseljahren: Welche Fehler werden häufig gemacht?

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Wechseljahre - Die Behandlung

Im 3. Teil erfahren Sie, wie die Behandlung am besten durchgeführt wird und welche Fehler dabei oft gemacht werden. Wegen der besten Verträglichkeit wird Östradiol (also ein natürliches weibliches Geschlechtshormon) als Gel oder Pflaster eingesetzt.

Von: Berthold Musselmann

Ist es sicher, dass es sich um Beschwerden in den Wechseljahren, also nicht um eine Krankheit im engeren Sinne handelt, können die Symptome gelindert werden, wenn die PatientInnen darunter leiden und wenn sie es wünschen. Auch der Wunsch nach einer Verzögerung von natürlichen Alterserscheinungen kann ein Grund für die Therapie sein.

Wie sich die sog. „Wechseljahre“ anfühlen und woher die vielen Beschwerden herrühren, haben Sie im Teil 1 gelesen. Wie man die Diagnose sichern kann, wurde im Teil 2 beschrieben. In diesem Teil erfahren Sie, wie die Behandlung am besten durchgeführt wird und welche Fehler dabei oft gemacht werden.

Hormontherapie in den Wechseljahren: Östradiol als Gel oder Pflaster

Es wird hier die Behandlung von Frauen vertieft, die wegen der einschneidenderen und plötzlicheren hormonellen Veränderungen meist mehr leiden als die Männer.

Die Behandlung der Männer, vorzugsweise nicht mit Testosteron (nur in Ausnahmefällen), sondern mit DHEA (Di-Hydro-Epi-Androsteron) wird bei Gelegenheit vorgestellt.

Eine Behandlung muss genauso wie bei unbehandelten Frauen von Vorsorgeuntersuchungen einmal im Jahr begleitet sein, hiervon befreit die Hormontherapie nicht.

Vor Beginn einer Therapie muss der Hormonspiegel gemessen werden, um festzustellen, ob ein Mangel objektivierbar ist. Dies wird meist aus Unkenntnis, Kosten- und Aufwandsgründen gescheut. Auch die Möglichkeit der Durchführung als Selbstzahler-Leistung (sog. IGeLeistung) wird meist nicht erwähnt, um Diskussionen zu vermeiden.

Wegen der besten Verträglichkeit und Resorption wird Östradiol (also natürliches weibliches Geschlechtshormon) als Gel oder Hormonpflaster eingesetzt. In erster Linie wird hier gegenüber der oralen Aufnahme und Resorption über den Darm der enterohepatische Kreislauf umgangen, bei dem Östradiol in weniger nützliche, teilweise schädliche Hormone wie Östriol und Östron umgewandelt wird.

Bisher wird bei der Hormonersatz-Therapie (HET) meist synthetisches Östrogen eingesetzt, zudem noch oral. Dies erhöht die Rate an Brustkrebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und vielen anderen Krankheiten. Bei der dermalen Östradiol-Therapie ist dies nicht der Fall.

Zweites Element ist der Einsatz von natürlichem Progesteron (Gelbkörperhormon) oral bei allen Frauen, die ihre Gebärmutter noch besitzen. Auch hier wird fälschlicherweise meist synthetisches Gelbkörperhormon verwendet.

Progesteron wirkt deutlich beruhigend auf Psyche, Schlaf, Blutdruck, Herzrhythmus uvam.

Wichtig ist die Kontrolle der Hormonspiegel unter der Therapie, was meist nicht durchgeführt wird. Diese ist genauso wie beim Einsatz von Schilddrüsenhormon angebracht, wo Kontrollen regelmäßig durchgeführt werden.

Ziel ist ein Östradiol-Spiegel von 40-60 (-100)ng/l, unter 5 ng/l ist der Knochenabbau stark gesteigert. Die Beseitigung der Hitzewallungen ist ein Indiz für die richtige Dosis. Tritt Brustspannen auf, dann ist die Dosis möglicherweise zu hoch. Sicher ist jedoch nur der gemessene Spiegel. Möglicherweise ist auch die Messung der Hormone im Speichel ausreichend, die wissenschaftlichen Daten dafür sind noch unsicher, die Störanfälligkeit der Messung ist höher als im Blut.

Bei bleibenden Beschwerden und niedrigem Testosteronspiegel (ja, auch bei Frauen von Bedeutung!) bzw. trockenen Augen (Minderfunktion der Meibomschen Talgdrüsen) kann die/der erfahrene Therapeut/in auch niedrigdosiert transdermal Androgene zuführen. Diese Indikation ist jedoch bisher nicht zugelassen („off label“) und nur im individuellen Fall unter Abwägung aller Risiken und mit genauer Aufklärung anzuwenden. Auch für Frauen ist Testosteron für den Erhalt der Muskelmasse und zur Minderung des Risikos von Depressionen und Antriebsarmut von Bedeutung.

Zusammengefasst die Fehler vieler Ärzte bei der Hormonersatz-Therapie

  • falsche Hormone (synthetisch)
  • falsche Darreichung, Art der Östrogen-Darreichung ist bedeutsam
  • fehlende Kontrolle der Dosierung (analog Schilddrüsentherapie)
Richtig:
  • oral Progesteron, Östrogen-Gel auf die Haut
  • richtige Dosierung über Kontrolle ermitteln (Östradiol-, Progesteron-, u.U. Testosteron-, LH-, FSH-) Spiegel

Die Therapie muss mit ärztlicher Begleitung stattfinden, Kontraindikationen und mögliche Nebenwirkungen sind zu beachten. Die Resorption des dermalen Östradiols ist individuell stark unterschiedlich.

Effekte bei korrekter Therapie:

  • Brustkrebs-Risiko u.a. bleiben gleich
  • Knochenabbau, Arthrosen gestoppt
  • Beseitigung der meisten störenden Symptome, Psyche gestützt, Befinden erheblich besser
  • viele Alterserkrankungen deutlich verzögert wie Demenz, Krebs, Herz-Kreislauf uvam.

Teile 4 und 5 widmen sich dem Stand zur Behandlung mit Heilpflanzen.

Einen angenehmen Wechsel wünscht

Ihr

Berthold Musselmann