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Natürliche Hormontherapie in den Wechseljahren

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Optimal wirkt die Therapie mit natürlichem Östrogen und Progesteron. Diese Stoffe kennt der Organismus der Frau und sie stabilisieren den gesamten Stoffwechsel am besten.

Von: Berthold Musselmann

Chance auf ein Ende der Leidensgeschichte vieler Frauen

Ich habe 2010 6 Beiträge zu diesem Thema geschrieben, möchte aber wegen der Wichtigkeit und Häufigkeit des Themas, hier nochmals einen Überblick geben. Langzeitstudien mit Veröffentlichung in den letzten Jahren und unsere persönlichen Erfahrungen haben unsere Äußerungen bestätigt.

Bei den meisten Menschen, ja Menschen, also auch Männern, nicht nur Frauen, begibt es sich um das Alter von 50 Jahren herum, dass merkwürdige Dämonen den Körper befallen. Was keine Krankheit ist, kann sich dennoch häufig wie eine anfühlen:

Typische Symptome äußern sich wie folgt

Die Betroffenen, mehrheitlich Frauen quälen nächtliche Unruhe, Herzrasen und –stechen, Blutdruckschwankungen und –spitzen, Hitzewallungen, Nervosität, Reizbarkeit, Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Schwellungen im Gesicht, im Bauchbereich (typisch die Beobachtung des „aufgetriebenen Leibes“), an Händen und Füßen, Gewichtszunahme, Schweißausbrüche aus dem Nichts , Ängste, Stimmungsschwankungen, Depressionen, Schwindel, Tinnitus, migräneartige KopfschmerzenErschöpfung, verminderter Antrieb , reduziertes Interesse an oder Schmerzen beim Sex, trockene Scheide, Scheidenpilz, Entzündungen von Blase und Harnröhre, erhöhte Cholesterin-/Fettspiegel, Zeichen eines beginnenden Knochenschwundes (Osteoporose), trockene oder/und entzündete Haut, Juckreiz, dünnere Haare, brüchige Nägel, Neigung zu Gelenkschmerzen und Arthrose uvam.

Die beschriebenen Symptome treten bei Frauen in erster Linie durch Mangel an Östradiol und Progesteron auf, aber auch viele andere Hormone und Hormonsysteme spielen dabei eine Rolle. Diese werden wir bei anderen Gelegenheiten genauer beschreiben. Es handelt sich z. B. um Melatonin, um Serotonin, um das menschliche Wachstumshormon (STH = SomatoTropes Hormon oder HGH), um DHEA-S (ein Hormon der Nebenniere, Ausgangspunkt vieler andere Hormone), Pregnenolon, Östron, Testosteron (ja, auch bei Frauen!), natürlich die Schilddrüse, die Nebenschilddrüsen, die Keimdrüsen (produzieren noch andere Hormone als die Genannten), die Steuerzentralen des Hormonsystems, nämlich der Hypothalamus und die Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) u. a.

Natürlich kann man die beschriebenen Veränderungen auch als einfache Alterserscheinungen sehen, was sie sicher sind. Nur wird das Altern oft „wie auf einen Schlag“ spürbar (der Klassiker: der durch neue Beschwerden/Krankheiten vergällte 50. Geburtstag), die Lebensqualität wird oft erheblich beeinträchtigt. Viele wollen solche Zustände heute nicht mehr hinnehmen, was sicher diskussionswürdig ist. Auf jeden Fall sind diese Beschwerden behandelbar.

Dennoch muss jede/r die Grundsatzentscheidung fällen, ob sie/er das Leben „natürlich“ verlaufen lassen will oder das Altern mehr oder weniger hinauszögern will. Eine Entscheidung, bei der man als Arzt zwar beratend zur Seite stehen kann, die aber dennoch eine souveräne Entscheidung der Patienten bleiben muss, erleichtert durch faire und offene Aufklärung.

Zuerst stellt sich der/m verantwortlichen Ärztin/Arzt immer die Frage: Handelt es sich wirklich um Symptome der Wechseljahre, also des Klimakteriums?

Durch breites Unwissen bei Ärztinnen und Ärzten werden auch heute noch viele, vorwiegend durch Hormonmangel bedingte, Beschwerden beim Kardiologen durch Betablocker & Co („Bluthochdruck“, Schwankungen des Blutdrucks sind häufig im Klimakterium), beim Orthopäden/Rheumatologen Gelenkschmerzen mit Schmerzmitteln, beim Psychiater/ Psychotherapeuten seelische Tiefs und sexuelle Störungen mit Psychopharmaka, beim Urologen Blasenbeschwerden mit Antibiotika, beim Gastroenterologen Bauchbeschwerden psychosomatisch usw. behandelt.

Ein sehr trauriges Kapitel der Medizin. An sich müssten die Gynäkologen die Frauen über die Breite der Beschwerden aufklären, was meist nicht geschieht.

Die Allgemeinmediziner wären noch mehr zuständig, haben aber meist zu wenig Zeit und Wissen, um das ausreichend zu leisten. So irren die Frauen im Medizinsystem herum und leiden, bekommen viele lediglich symptomdämpfende Therapien mit jeder Menge Nebenwirkungen und leiden weiter, bis die Beschwerden häufig teilweise von allein abklingen.

Wenn genau nachgefragt und Blut abgenommen wurde und diese Frage damit geklärt ist (vgl. Teil 2, 3 des Blogs von 2010), kann eine Therapie eingeleitet werden.

Optimal wirkt die Therapie mit „natürlichem“ (also naturidentischen) Östrogen und Progesteron. Diese Stoffe kennt der Organismus der Frau und sie stabilisieren den gesamten Stoffwechsel am besten.

In Teil 4 5 des Blogs von 2010 habe ich dargelegt, welche anderen Therapiemöglichkeiten bestehen (Sport, Ordnungstherapie, Phytotherapie, weitere Naturheilverfahren) und warum diese oft nicht ausreichen.

Eine Behandlung muss genauso wie bei unbehandelten Frauen von Vorsorgeuntersuchungen einmal im Jahr begleitet sein, hiervon befreit die Hormontherapie nicht.

Eine ärztliche Betreuung und Blutkontrollen sind während der Therapie notwendig.

Wegen der besten Verträglichkeit und Resorption wird Östradiol (also natürliches weibliches Geschlechtshormon) als Gel oder Pflaster einmal pro Tag bzw. auch gelegentlich zwischendurch bei Hitzewallungen eingesetzt. In erster Linie wird hier gegenüber der oralen Aufnahme und Resorption über den Darm, der enterohepatische Kreislauf (Darm-Leber-Kreislauf) umgangen, bei dem Östradiol in weniger nützliche, teilweise schädliche Hormone wie Östriol und Östron umgewandelt wird.

Bisher wird bei der Hormonersatz-Therapie (HET) immer noch meist synthetisches Östrogen eingesetzt, zudem noch oral. Dies erhöht die Rate an Brustkrebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und vielen anderen Krankheiten. Bei der dermalen (heißt: über die Haut zugeführt) Östradiol-Therapie ist dies nicht der Fall.

Zweites Element ist der Einsatz von natürlichem Progesteron (Gelbkörperhormon) oral bei allen Frauen, die ihre Gebärmutter noch besitzen.Auch hier wird fälschlicherweise meist synthetisches Gelbkörperhormon verwendet.

Progesteron wirkt deutlich beruhigend auf Psyche, Schlaf, Blutdruck, Herzrhythmus uvam.

Progesteron kann auch seltener als jeden Tag verabreicht werden. Unter gynäkologischen Kontrollen (Untersuchung der Gebärmutterschleimhaut) kann Progesteron alle 3Monate für 10-12Tage verabreicht genügen. Falls noch Blutungen bestehen meist mindestens alle 6Wochen für 10-12Tage verabreichen.

Wichtig ist die Kontrolle der Hormonspiegel unter der Therapie, was meist nicht durchgeführt wird. Diese ist genauso wie beim Einsatz von Schilddrüsenhormon angebracht, wo Kontrollen regelmäßig durchgeführt werden.

Ziel ist ein Östradiol-Spiegel von 40-60(-100) ng/l, unter 5 ng/l ist der Knochenabbau stark gesteigert. Die Beseitigung der Hitzewallungen ist ein Indiz für die richtige Dosis. Tritt Brustspannen auf, dann ist die Dosis (auch u.U. des Progesterons) möglicherweise zu hoch. Relativ genau in der Aussage ist der gemessene Spiegel zwischen 8 und 10h morgens unter gleichmäßiger Anwendung der Therapie für mindestens eine Woche. Möglicherweise ist auch die Messung der Hormone im Speichel ausreichend, die wissenschaftlichen Daten dafür sind noch unsicher, die Störanfälligkeit der Messung höher als im Blut.

Effekte bei korrekter Therapie:

Brustkrebs-Risiko und Gebärmutterkrebsrisiko bleiben gleich wie ohne Therapie. Im Laufe des Lebens bekommt jede fünfte Frau irgendwann, meist im Alter, Brustkrebs – mit und ohne Hormonersatztherapie nach den obigen Regeln.

Knochenabbau, Arthrosen werden gestoppt, teilweise können Gelenke sogar regenerieren, wenn der Abbau noch nicht zu weit fortgeschritten war. Immer werden die Beschwerden gebessert.

Es kommt zur Beseitigung der meisten störenden Symptome, die Psyche wird gestützt, das Allgemeinbefinden bei den meisten Frauen erheblich besser.

Viele Alterserkrankungen werden deutlich verzögert oder verhindert: Demenz, Krebs, Herz-Kreislaufkrankheiten uvam.

Etwa 1 von 10 Frauen muss die Therapie wegen Nebenwirkungen absetzen, 9 von 10 sind nach unserer Erfahrung sehr zufrieden damit. Abgesetzt werden kann jederzeit.

Die Langzeittherapie mit den natürlichen Hormonen Östradiol (über die Haut als Gel) und Progesteron (oral) ist sicher, wirksam, in der Regel gut verträglich, kann viele Probleme des Älterwerdens lindern und das Eintreten von Alterserkrankungen verzögern.

Nach fünf Jahren wird eine Pause oder die Beendigung der Therapie empfohlen.

Viele Frauen berichten aber über eine so gute Wirkung, dass sie die Therapie weiter fortführen wollen, u. U. altersgemäß mit langsam sinkenden Dosen (je nach Blutwerten).

Die Therapie kann jederzeit abgesetzt werden.

Hormonersatztherapie schützt nicht vor dem Eintreten einer Schwangerschaft und eine ärztliche Begleitung (Allgemeinarzt, Gynäkologe) ist immer nötig. Kontraindikationen müssen beachtet werden. Bestimmte Frauen dürfen keine Hormontherapie bekommen.

Ob nun mit mehr oder weniger Nachhilfen für den Körper - ein Älter- und Altwerden in Würde wünscht Ihnen

Ihr

Berthold Musselmann