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Wechseljahre: Beschwerden durch Veränderung des Hormonhaushalts

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Wechseljahre betrifft Frauen & Männer, Teil 1

Was keine Krankheit ist, kann sich dennoch häufig wie eine anfühlen. In dieser 6-teiligen Reihe erfahren Sie alles über die Wechseljahre: Symptome, die richtige Hormontherapie und pflanzliche Alternativen.

Von: Berthold Musselmann

Männer und Frauen in den Wechseljahren

Bei den meisten Menschen, ja Menschen, also auch Männern, nicht nur Frauen, begibt es sich um das Alter von 50 Jahren herum, dass merkwürdige Dämonen den Körper befallen.

Welche Beschwerden auftreten können

Die Betroffenen, mehrheitlich Frauen, quälen nächtliche Unruhe, Herzrasen und –stechen, Blutdruckschwankungen und –spitzen, Hitzewallungen, Nervosität, Reizbarkeit, Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Schwellungen im Gesicht, im Bauchbereich (typisch die Beobachtung des „aufgetriebenen Leibes“), an Händen und Füßen, Gewichtszunahme, Schweißausbrüche aus dem Nichts , Ängste, Stimmungsschwankungen, Depressionen, Schwindel, Tinnitus, migräneartige KopfschmerzenErschöpfung, verminderter Antrieb, reduziertes Interesse an oder Schmerzen beim Sex, trockene Scheide, Scheidenpilz, Entzündungen von Blase und Harnröhre, erhöhte Cholesterin-/Fettspiegel, Zeichen eines beginnenden Knochenschwundes (Osteoporose), trockene oder/und entzündete Haut, Juckreiz, dünnere Haare, brüchige Nägel, Neigung zu Gelenkschmerzen und Arthrose u.s.w. 

Die beschriebenen Symptome treten bei Frauen in erster Linie durch Mangel an Östradiol und Progesteron auf, aber auch viele andere Hormone und Hormonsysteme spielen dabei eine Rolle. Diese werden wir bei anderen Gelegenheiten genauer beschreiben. Es handelt sich z.B. um Melatonin, um Serotonin, um das menschliche Wachstumshormon (STH = SomatoTropes Hormon oder HGH), um DHEA-S (ein Hormon der Nebenniere, Ausgangspunkt vieler andere Hormone), Pregnenolon, Östron, Testosteron (ja, auch bei Frauen!), natürlich die Schilddrüse, die Nebenschilddrüsen, die Keimdrüsen (produzieren noch andere Hormone als die Genannten), die Steuerzentralen des Hormonsystems, nämlich der Hypothalamus und die Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) u.a.

Bei beiden Geschlechtern fällt ab etwa dem 30. Lebensjahr der Testosteron-Spiegel kontinuierlich ab. Beim Mann hat dies eine höhere Bedeutung als bei der Frau, da Testosteron das wichtigste Geschlechtshormon des Mannes ist. Männer sind jedoch auch weiblichen Hormonen ausgesetzt: aus den Nebennieren, dem Fettgewebe, über die Nahrung und Umweltbelastung und durch Hautkontakt und Sekrete ihrer Partnerin. Testosteron-Mangel zeigt viele ähnliche Symptome wie Östrogen-Mangel.

Natürlich kann man die beschriebenen Veränderungen auch als einfache Alterserscheinungen sehen, was sie sicher sind. Nur wird das Altern oft „wie auf einen Schlag“ spürbar (der Klassiker: das durch neue Beschwerden/Krankheiten vergällte 50. Geburtstag), die Lebensqualität wird oft erheblich beeinträchtigt. Viele wollen solche Zustände heute nicht mehr hinnehmen, was sicher diskussionswürdig ist. Auf jeden Fall sind diese Beschwerden behandelbar.
Dennoch muss jede/r die Grundsatzentscheidung fällen, ob sie/er das Leben „natürlich“ verlaufen lassen will oder das Altern mehr oder weniger hinauszögern will. Eine Entscheidung, bei der man als Arzt zwar beratend zur Seite stehen kann, die aber dennoch eine souveräne Entscheidung der Patienten bleiben muss, erleichtert durch faire und offene Aufklärung.

Zuerst stellt sich der/m verantwortlichen Ärztin/Arzt immer die Frage: Handelt es sich wirklich um Symptome der Wechseljahre, also des Klimakteriums?

Dies werden wir im nächsten Beitrag zum Thema genauer erörtern.

Einstweilen wünschen wir Ihnen eine gute Zeit des Wechsels mit einer positiven und gefestigten inneren Einstellung dazu.