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Für sich selber gut sorgen - "ja, aber ..."

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Durch Krankheit zu mehr Selbstachtung

Ein sehr persönlicher Erfahrungsbericht zur "Segnung" mit Krankheit und dem persönlichen Bauchgefühl.

Von: Martina Coldewey

In den letzten Monaten hatte ich viel Zeit mal wieder zu lesen - zwar unfreiwillig aber wohl, weil mein Körper dem Rest meines Körper-Geist-Seele-Systems nachgegeben hat und mich mit Krankheit gesegnet hat.

Ja ich sage gesegnet - heute kann ich es wieder so sehen. Die letzten Monate hat es mich aber schon sehr an meine Grenzen gebracht. Verspannt und ausgepowert war ich schon längere Zeit. Diverse kleinere Herbst-Winter-Infekte hatte ich immer noch mit all den netten Mitteln und Pflanzen-Cocktails, die man als Heilpraktikerin so zur Verfügung hat, in den Griff bekommen und stand dann am nächsten Morgen jeweils wieder mehr oder weniger frisch in der Praxis. Bis zu einem Novembermorgen, an dem ich morgens mit einer Gürtelrose aufstand. Diese Gürtelrose oder auch Herpes Zoster zwang mich dann doch endlich in die nötige Ruhe.

Wenn der Körper den Menschen zur Ruhe zwingt

Der Versuch den Zoster mit Virustatika und Eigenblut beim Hautarzt zu bezwingen funktionierte ebenso wenig wie diverse Eigenversuche von MMS (eine chlorähnliche Mischung die antiviral wirken soll, scheußlich schmeckt und riecht) über Enzymtherapie, Homöopathie, Bioresonanztherapie und vieles mehr. Teils halfen nachts nur noch Schmerzmittel gegen die Zosterschmerzen, die jede Bewegung, jedes Umdrehen im Bett verursachte. Äußerlich zu sehen war vom Zoster nichts, bis auf drei, vier kleine Bläschen - das nennt sich dann fachsprachlich Zoster sine. Zoster, also Gürtelrose ohne sichtbare Rose. Da sind nur die Nerven- und Segmentschmerzen an den Rippen und in den Zwischenrippenbereichen. Und die haben es in sich. Nach diversen Wochen fand sich dann jemand für das gute alte Besprechen und siehe da der zweite Zyklus wirkte und plötzlich war ich wieder schmerzfrei.

Ich natürlich wieder voller Euphorie und Elan in die Praxis, die ja während der Wochen mit der Gürtelrose sehr zurückgefahren worden war und mich erwischte der nächste Virus und dann noch einer und noch einer und ich hangelte mich von Tonsillitis (Mandelentzündung) zu Sinusitis (Nebenhöhlenentzündung) und wieder zu Schnupfen und zurück. Gerade so, als ob mein Körper mir zeigen wollte - all die Therapien, die bei Patienten so gut helfen, greifen bei mir selber nicht. Sowas stärkt natürlich auch nicht gerade das Selbstvertrauen und somit auch nicht das Immunsystem.

Ich kam mir vor wie jemand, der gerade eine "Burnout Therapie" hinter sich hat und auch wieder genauso ins Berufsleben startet wie vor der Erkrankung. Mein Körper sah es anscheinend auch so. Der Gedanke vielleicht insgesamt einmal den Arbeitsalltag umzustrukturieren kam mir zwar, aber auch das berühmte "ja aber"- wie soll das gehen, wovon soll ich als Selbstständige dann leben? Reicht das Geld dann noch zum Leben, muss ich alle Rücklagen aufbrauchen, bzw. dann kann ich keine Rücklagen für schlechte Zeiten mehr bilden und und und... Das kennt wohl auch jeder.

Ich trete kürzer und es wird gehen

Aber nach mittlerweile 5 Monaten mit Infektanfälligkeit, immer noch starker Erschöpfung und bei zuviel Stress auch immer noch mal "Post-Zoster-Schmerzen" habe ich mich wirklich getraut zu sagen - ich trete kürzer und es wird gehen. Ich werde nicht gleich verhungern, ich verliere vielleicht einige Patienten, weil ich nicht mehr so schnell verfügbar bin, aber es werden auch wieder neue kommen und es ist ja vermutlich auch nicht für immer. Ich kann auch meinen Lebensstil und meine Ansprüche überprüfen, auf das was ich wirklich brauche und was nur "Ersatzbefriedigung" war und auf diese Weise vielleicht neu definieren, was ich zum Leben brauche.

Aber das Wichtigste ist - ich habe die Hoffnung, dass mein Körper mir wieder vertraut, wenn ich ihm die Beachtung schenke, die er wohl braucht und damit mir auch die nötige Selbstachtung. Und so sieht mein Zeitplan nun so aus, 1 Tag voll arbeiten, 1 Tag halb und auch mal 1 Reservetag hier und da, der ganz frei bleibt. Ich spüre wie ich langsam wieder ruhiger werde im Inneren und auch das Immunsystem langsam wieder in die alte Form kommt. Ich bin immer noch dabei, den Darm wieder aufzubauen und die Abwehrkräfte zu stärken, mit Probiotika und Enzymen und Schüsslersalzen und Spagyrik und bioenergetischen Verfahren, aber auch mit positiver Grundeinstellung und dem Vertrauen in den eigenen Körper.

Das Vertrauen auf den eigenen Körper und das eigene Bauchgefühl zu hören, wünsche ich Ihnen allen auch.

Ihre

Martina Coldewey