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Fruchtsäfte: Vitamin- oder Kalorienbomben?

Fruchtsäfte unter der Lupe

Fruchtsäfte sind nicht immer so gesund, wie sie angepriesen werden. Das Problem ist der viele Zucker. Doch auch hier gibt es Unterschiede bei den verschiedenen Fruchtsaft-Arten.

Von: Hedwig Streifeneder

Oh, wie süß!

Das klingt wie ein Ausruf der Freude - z.B. über 'das süße Baby'.

Heute jedoch möchte ich Ihre Aufmerksamkeit auf einen anderen Grund für einen derartigen Ausruf lenken: den süßen Inhalt unserer Fruchtsäfte.

Denn zum Beginn der sommerlichen Aktivitäten wie Biergarten, Grillfeste etc. sollte man sich bewusst machen, wie viel zuckerhaltiges Potential der Apfel- oder Orangensaft so haben kann.

Apfelsaft ist doch gesund - oder nicht?

Vor kurzem erzählte mir ein Patient, dass eine Ernährungsberaterin ihm den Apfelsaft madig machen würde - er hatte nicht gewusst, dass er mit einem Liter Apfelsaft vielleicht bis zu 700 kcal zu sich nehmen würde! Da wäre dann vielleicht sogar eine Tafel Schokolade noch gesünder!

Diese Episode nehme ich zum Anlass, Ihnen heute einige Hinweise in Sachen Fruchtsaft zu geben.

Was gibt es eigentlich für Unterschiede bei Säften?

  • Saftkonzentrat entsteht durch Entziehen des Wassers unter Vakuum. Eingefroren, verschifft, in der Abfüllanlage aufgetaut und mit Wasser verdünnt kommt es in den Laden.
  • Direktsaft ist zwar fast 'wie frischgepreßt', wird aber sofort filtriert - nur im Idealfall auch gleich abgefüllt. Der Saft hat dann zwar das fruchteigene Aroma, aber die festen Anteile sind weg.
  • Sogenannten Nektar könnten Sie Zuhause selber machen: Nehmen Sie 13 Zuckerwürfel auf 200 ml Wasser und geben einen Schuss Saft dazu - also Zuckerwasser pur!

Fruchtsaftgetränke sind ähnlich, es können jedoch außer den verschiedenen Süßungsmitteln auch Aromen zugesetzt sein. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe lohnt sich, um zu wissen, was sich wirklich hinter dem jeweiligen Getränk versteckt.

Welche Fruchtsaftgetränke sind zu empfehlen?

  • Die bessere Wahl sind die naturtrüben Säfte. Sie sind nicht gefiltert und sie enthalten ca. 30 Prozent mehr gesunde Polyphenole (aromatische Verbindungen, gut gegen die freien Radikalen). Bei frisch gepressten Säften bleiben die Nährstoffe am besten erhalten.
  • Noch besser: Das Obst einfach ganz essen. Dadurch erreichen Sie zumindest einen höheren Ballaststoffgehalt sowie ein schnelleres Sättigungsgefühl - weil es ja schließlich gekaut werden müssen.

Bild am Sonntag hat vor einigen Jahren 54 beliebte Fruchtsaftgetränke für Kinder unter die Lupe nehmen lassen. Davon sind nur 5 Produkte als empfehlenswert beurteilt worden (bis auf einen, jedoch nur Schorle, also schon verdünnter Saft). Die meisten Säfte oder was unter diesem Namen angeboten wird, sind zu süß = zu zuckrig, machen dick und greifen auch noch die Zähne an.

Säfte mit Süßstoffen als Alternative?

Auch wenn Sie Saft mit Süßstoffen verwenden, sollten Sie sich nicht auf der sicheren Seite fühlen. Die Crux bei Süßstoffen, ob chemisch oder pflanzlich, ist, dass der Körper auf das Zungensignal "süß" hin Insulin produziert. Insulin ist der Gegenpart zum Blutzucker. Je süßer der Geschmack desto höher die Bereitstellung von Insulin. Wenn jedoch nur der süße Geschmack kommt, aber nicht wirklich der Zucker, steigt der Blutzuckerspiegel gar nicht an - aber das frisch produzierte Insulin senkt ihn trotzdem! 

Die Folge: zu wenig Zucker im Gehirn ergibt Konzentrationsprobleme, zittrige Knie, rapiden Leistungsabfall ... - und das Gefühl: 'ich muss dringend etwas essen!' Dann braucht der Körper wirklich schnelle Kohlenhydrate, um wieder auf Leistung zu kommen; der Kreislauf ist angeworfen!

Das sollte zu denken geben: Haben Sie gewusst, dass Süßstoffe bei der Schweinezucht verwendet werden, um den Appetit bei Schweinen zu erhöhen?

Das Beste? Wasser - 30 ml pro Kilogramm Körpergewicht am Tag und den 'Direktsaft' durch Selberkauen. Mmmh! Lecker!

So wünsche ich Ihnen einen wunderschönen leichten Sommer und immer ein paar süße Früchte zur Hand.

Herzlichst Ihre

Hedwig Streifeneder