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Wie sieht eine krebspräventive Ernährung aus?

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Krebs vorbeugen durch gesunde Ernährung

Es gibt einen Zusammenhang zwischen Ernährung und Krebs. Welche Ernährungsweise kann vorbeugend gegen Krebs empfohlen werden?

Von: Dr. Corinna Cappellaro

Krebs und Ernährung

Der Markt wird augenblicklich von einer wahren Flut an Publikationen überschwemmt, die sich mit dem Zusammenhang von Krebs und Ernährung auseinandersetzen. Problem dabei ist, dass viele der Untersuchungen nur einen winzigen Mosaikstein ins Auge fassen. Weder eine rückblickende Untersuchung zum „allgemeinen“ Ernährungsverhalten noch isolierte Laborversuche geben Auskunft über die realen Verhältnisse. Erst wenn man verschiedenste Methoden in der Zusammenschau sieht, zeichnen sich Trends ab. Eine gezielte Intervention, über viele Jahre hinweg durchgeführt, würde dann wissenschaftlich akzeptable Daten liefern. Aber eine Ethikkommission würde niemals eine „ungesunde“ Ernährung in der Kontrollgruppe erlauben. Wir drehen uns im Kreise und sind wieder bei der Beobachtung des Ernährungsverhaltens angelangt. Was also hält man aktuell für eine Anti-Krebsernährung?

Sicher ist...

...übergewichte Menschen, mit Bewegungsarmut, hohem Zuckerkonsum und diabetischer Stoffwechsellage bekommen häufiger Krebs. Sicher ist, dass die Krebsentwicklung durch die Ernährung mit beeinflusst wird. Sicher ist auch, dass es keine Ernährung gibt, die Krebs mit 100 %iger Sicherheit verhindern kann, bestenfalls wäre eine Risikoreduktion erreichbar. Die WHO schätzt eine Risikoreduktion um 30 %. Aber: Es gibt keine Diät, die den Krebs besiegt.

Dennoch hat man auch für Krebspatienten Ernährungsempfehlungen.

Die gesündeste Ernährung sieht so aus:

Beim Ernährungsstil zeichnet sich ab, dass eine gesunde mediterrane Mischkost in Hinblick auf alle Erkrankungen am gesündesten ist (Gemüse, pflanzliche Öle, Nüsse und Meeresfrüchte, wenig Fleisch und Milch).

  • Fette: Gesättigte tierische Fette und Milchfett bekommen schlechte Noten, wenn sie im Übermaß vorhanden sind. Daher sollte man auf den Fettgehalt achten. Besser ergänzt man mit gesunden Fettvarianten aus pflanzlichen Ölen (Omega-3 und Omega-6 ungesättigte Öle) und fetten Fischprodukten.
  • Fleisch hat seinen Platz in der Ernährung, es darf jedoch nicht zu viel sein. Stattdessen sollte man auch Fisch, Soja, fettarme Milchprodukte und pflanzliche Eiweißquellen nutzen und mit Wurstwaren, Eiern und rotem Fleisch sparsam umgehen.
  • Pflanzenkost: Begleitstoffe sind bei Obst und Gemüse das Stichwort. Pflanzen liefern Mineralien, Spurenelemente, Vitamine und Antioxidantien. Überrascht hat aber, dass ein hoher Anteil an Obst und Gemüse im Vergleich zu einem geringen Anteil keinen Vorteil bei der Darmkrebsentstehung bietet. Empfohlen sind 5 Portionen Obst/Gemüse pro Tag.
  • Kohlarten wie Brokkoli und Grünkohl sollten in einer gesunden Ernährung nicht fehlen.
  • Abwechslungsreiche Kost mit hochwertigen Kohlehydraten (Vollwertkost). Im Gegensatz zu „weißem Mehl“ enthalten die Vollwertprodukte mehr wertvolle Begleitstoffe, die Darmkrebs vorbeugen.
  • Auch Nüsse sollten zur täglichen Ernährung gehören. Etwa 30 g sind schon genug.
  • Zucker: Leider essen wir im Westen viel zu süß. Besser ist den Geschmackssinn für die natürliche Süße von Obst und Gemüse zu sensibilisieren. Auch bei Getränken gilt: lieber ohne Zucker.
  • Salz und Glutamat: Zu salzige Kost kann selbst krebserregend wirken und Glutamat, künstliche Aromen und Co verführen dazu, über den Hunger zu essen.

Thema Gifte

Sicher kann man sagen, dass Ernährungsgifte zur Krebsentstehung beitragen. Ganz oben auf der Liste stehen Alkohol und Nikotin, gleich danach kommen fette Wurstwaren mit Nitritpökelsalz. Aber auch bei der Essenszubereitung gibt es Unterschiede. Beim Dünsten entstehen die wenigsten schädlichen Stoffe, beim Grillen und Frittieren am meisten. Diskutiert werden Konservierungsstoffe und Pestizide, wobei man hier die Krebswirkung nicht beziffern kann. Auch der Blutfarbstoff Hämoglobin (Blutwurst, rotes Fleisch) wird als möglicher Krebserreger heftig diskutiert. Wer sehr viel „rotes“ Fleisch (Rind-, Kalb-, Schweine-, Schaffleisch) isst, hat ein höheres Darmkrebsrisiko (um etwa 30 % höher). Diverse Schimmelgifte von Pilzen können die Krebsentstehung begünstigen, besonders relevant ist dies bei Nüssen und Getreide (Brot), Tomaten und Kartoffeln.

Ernährung-Gewicht-Bewegung-Genussgifte

Gesundheitsbewusstes Verhalten an sich schützt vor Krebs und bessert den Verlauf, das ist zweifelsfrei. Dabei profitiert man nicht nur bei Krebs, sondern die gesamte Gesundheit. Alleine der Verzicht auf Alkohol und Zigaretten und die Einschränkung von rotem Fleisch und Wurstwaren bringt rein rechnerisch 17 Jahre mehr Lebenszeit. Und: Das Gefühl dem eigenen Körper etwas Gutes zu tun, ist am Ende des Tages unbezahlbar.

Literatur

Links

  1. Deutsche Krebsgesellschaft e. V.: Ernährung und Krebs, Homepage, Stand Juli 2016
  2. Deutsches Krebsforschungszentrum: Ernährung, Einfluss auf das Krebsrisiko, Homepage, Stand Juli 2016

Literatur

  1. Bouvard V et al: Carcinogenicity of consumption of red and processed meat. Lancet Oncol 2015, online 26. Oktober. DOI: 10.1016/S1470-2045(15)00444-1
  2. Emaus MJ et a: Vegetable and fruit consumption and the risk of hormone receptor-defined breast cancer in the EPIC cohort. Am J Clin Nutr. 2016 Jan;103(1):168-77. doi: 10.3945/ajcn.114.101436. Epub 2015 Nov 25.
  3. Kyrø C et al: Plasma Alkylresorcinols, Biomarkers of Whole-Grain Wheat and Rye Intake, and Incidence of Colorectal Cancer. JNCI 2013. DOI: 10.1093/jnci/djt352
  4. Li K et al: Lifestyle risk factors and residual life expectancy at age 40: a German cohort study. BMC Med. 2014 Apr 7;12:59. DOI: 10.1186/1741-7015-12-59
  5. Liu B et al: The association of cruciferous vegetables intake and risk of bladder cancer: a meta-analysis. World J Urol. 2013 Feb;31(1):127-33. DOI: 10.1007/s00345-012-0850-0
  6. Schütze M et al: Alcohol attributable burden of incidence of cancer in eight European countries based on results from prospective cohort study. BMJ. 2011 Apr 7;342:d1584. PMID: 21474525
  7. The international Agency for Research on Cancer: EPIC Studies, Homepage, Stand Juli 2016
  8. Wu L et al: Nut consumption and risk of cancer and type 2 diabetes: a systematic review and meta-analysis. Nutr Rev. 2015;73:409–25. DOI: 10.1093/nutrit/nuv006