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PET-Flaschen – eine Gesundheitsgefahr?

Joggerin trinkt Wasser aus PET-Flasche.

PET: Schadstoffe & Hormone?

Schadstoffe und Hormone im Wasser aus PET-Flaschen – was ist dran an diesen Meldungen? Wir haben nachgeforscht.

Von: Heidemarie Wolter

Die neue Leichtigkeit durch PET

Ende der 90er Jahre kamen PET-Flaschen in den Handel und in Mode. Die Zeiten des schweren Schleppens waren vorüber. Statt Glas wurde vielfach auf die neuen Plastikflaschen zurückgegriffen [1]. Auch wer viel unterwegs ist und immer sein Getränk dabei haben, dabei aber auch nicht schwer tragen möchte, greift gerne zur Plastikflasche. Doch so mancher steht der PET-Flasche aus diversen Gründen skeptisch gegenüber…

Was ist dran & drin im PET?

Gesundheitlich unbedenklich

PET steht für Poly-Ethylen-Terephthalat. Das ist ein Polyester-Kunststoff, der aus Erdöl gewonnen wird. Bei diesem Prozess wird u. a. Antimon(III)-Oxid als Katalysator eingesetzt, welcher in geringer Dosis im Kunststoff zurückbleibt. Wird dieser Kunststoff dann als Verpackung eingesetzt, z. B. als PET-Flasche, kann das Oxid Antimon(III) auch auf den jeweiligen Inhalt übergehen, so z. B. in das Wasser [1].

Antimon(III)-Oxid wird als möglicherweise krebserregend eingestuft [3]. Jedoch lagen bei durchgeführten Kontrollen die Werte sämtlicher Mineralwässer, die in PET-Flaschen angeboten werden, weit unter der Grenze der Trinkwasserverordnung. Daher soll es gesundheitlich unbedenklich sein, Wasser aus solchen Flaschen zu trinken [4, 6, 7].

Hormone im Wasser

In den letzten Jahren wurden jedoch noch andere bedenklich stimmende Stoffe bei Kontrolluntersuchungen von Mineralwässern aus PET-Flaschen festgestellt.

Zum einen wurden hormonähnliche Substanzen gefunden und zwar in doppelt so hoher Menge wie bei Wasser aus Glasflaschen. Es handelt sich dabei sowohl um Östrogen wirksame als auch um anti-östrogene Stoffe. Vermutet wird, dass eine der Ursachen für diesen Umstand in dem im Kunststoff enthaltenen Weichmacher liegt. Diese sollen kontinuierlich ins Wasser auslaugen [1, 5].

Allerdings stellte das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit bereits 2006 fest, dass diese Schadstoffe schon teilweise in den Mineralwasserquellen selber zu finden sind [5]. Allerdings sollen die im Wasser gefundenen Mengen gesundheitlich unbedenklich sein [2]. Jedoch ist weiterer Forschungsbedarf nötig, um eine vollständige Entwarnung geben zu können [2, 5].

Mehrweg statt Einweg?

Ein weiterer Stoff, der aus PET-Flaschen ins Mineralwasser übertreten kann, ist Acetaldehyd. Vor allem, wenn die Flasche längere Zeit in der Sonne gelegen hat, bekommt das Wasser durch diesen Stoff einen leicht süßlichen, plastikartigen Geschmack [1]. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung soll die Konzentration jedoch unbedenklich sein [2]. Wer dennoch auf Nummer Sicher gehen will, sollte eher zu Mehrweg- statt zu Einwegflaschen greifen, da Acetaldehyd nach und nach aus dem Plastik entweicht [1].

Auch ökologisch gesehen sollen Mehrwegflaschen den Einwegflaschen und sogar Glasflaschen vorzuziehen sein. Aufgrund des geringeren Gewichtes dieser Flaschen sind größere Transportmengen möglich, die eine positivere ökologische Bilanz abzeichnen sollen [1].

Problem Verpackungsmüll

Plastik wohin man sieht…

Trotzdem das Bundesrisikoamt bezüglich der bedenklichen Stoffe in den Mineralwässern Entwarnung gegeben hat [2], bleibt ein kritischer Beigeschmack. Und das nicht nur bei den PET-Flaschen. Viele unserer heutzutage zu kaufenden Lebensmittel sind in Plastikbehältern verpackt oder in Plastik eingeschweißt. Und obwohl es auch hier keinerlei gesundheitliche Konsequenzen haben soll [2], raten Wissenschaftler zur Vorsicht. Vor allem hormonell wirksame Stoffe gehen leicht vom Plastik auf ihre Umgebung bzw. ihren Inhalt über. Hier gibt es noch viel Forschungsbedarf, bis endgültige Resultate vorliegen [1, 5].

Vorsorgen und Müll reduzieren

Nichtsdestotrotz kann bereits jeder Vorsorge treffen – und dadurch auch gleichzeitig Verpackungsmüll reduzieren, um die Umwelt zu entlasten: Wer einmal frische Milch aus der (Mehrweg-)Flasche getrunken hat, greift nie wieder zum Tetrapack. Und Obst und Gemüse schmecken am besten, wenn sie beim Bauer vor Ort oder frisch auf dem Wochenmarkt gekauft werden. Oder gar aus dem eigenen Garten kommen…

Quellen/Weitere Informationen

Literatur und Links