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Vorsatz Diät? Lieber nicht! Was langfristig wirklich hilft...

Mann mit Maßband misst seinen Bauchumfang.
© Spofi - Fotolia.com

Abnehmen - ein guter Vorsatz?

Mit dem neuen Jahr kommen die guten Vorsätze. Abnehmen steht häufig auf dem Plan. Warum es keine sinnvolle Diät gibt und was tatsächlich hilft.

Von: PhytoDoc-Redaktion

DIE Erfolgsdiät gibt es nicht

Die Feiertage sind vorbei und mit dem neuen Jahr kommen die guten Vorsätze für 2017. Weg mit dem Weihnachtsspeck, ist einer davon. Doch welche Diät soll es diesmal sein? Gibt es überhaupt eine sinnvolle Diät?

Dieses Jahr wird alles besser, oder?

Wir machen mehr Sportessen gesünder und wollen Abnehmen. So lauten die Vorsätze für 2017, wie Statista ermittelt hat.

Infografik: Jeder Zweite will 2017 mehr Sport treiben | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Müssen Sie wirklich Abnehmen? Welche Gewichtsrechner sind sinnvoll?

Der BMI hat ausgedient

Dass wir Deutschen zu dick sind, werden die Medien ja nicht müde, zu berichten. Klar, Übergewicht hat gravierende Folgen für unsere Gesundheit. So ist z. B. das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes erhöht. Mehrere Studien haben aber auch gezeigt, dass leicht Mollige Gesundheitsvorteile haben. Der Grenzwert beim BMI von 25 (alles darüber soll dann Übergewicht sein) ist daher auch nicht mehr das Maß aller Dinge (Berechnung des Body Mass Index (BMI): Körpergewicht geteilt durch Körpergröße im Quadrat (in kg/qm)). Werte, die etwas darüber liegen und bis 27 gehen, erhöhen das Gesundheitsrisiko bei vielen nicht. Bei einem BMI größer 30 sollten dann allerdings die Alarmglocken schrillen. Doch ist natürlich auch mehr Gewicht als das bisher postulierte "Idealgewicht" kein Freifahrtschein für ungebremstes Futtern. Und der behandelnde Arzt sollte regelmäßig die Blutwerte checken, um Diabetes oder Fettstoffwechselstörungen auszuschließen.

(c) www.BMI-Rechner.biz

Wichtig zu wissen: wo sitzt das Fett

Entscheidend ist außerdem die Verteilung des Übergewichts, also wo sitzt das Fett? Bauchspeck ist gefährlich, während Fettpolster an Hüfte und Po nur unschön aussehen, aber nicht das Risiko für Bluthochdruck und Diabetes erhöhen. Ein Grund liegt darin, dass das Bauchfett so genanntes Viszeralfett ist, was sich in der Bauchhöhle z.B. rund um Leber und Darm bildet und sehr stoffwechselaktiv ist. Das heißt, hier werden Botenstoffe produziert, die die Entwicklung chronischer Erkrankungen fördern.

Ein großer Taillenumfang und insbesondere ein ungünstiges Verhältnis von Taille zur Hüfte beeinflussen also unsere Lebenserwartung. Das geht aus der EPIC-Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition) hervor, einer der größten europäischen Langzeitstudien. Optimal ist nach WHO ein Taillenumfang von unter 80 cm bei Frauen und von unter 94 cm bei Männern. Der Waist-to-Hip-Ratio (Verhältnis von Taille zu Hüftumfang) sollte bei Frauen unter 0,85 und bei Männern unter 1,0 liegen.

Welche Diät darf es denn diesmal sein? Keine!

Wir müssen also handeln, wenn wir ein paar Pfunde verlieren möchten und keine verkürzte Lebenserwartung in Kauf nehmen wollen. Doch wie? Welche Diät darf es denn diesmal sein? FdH, Atkins, Trennkost, Glyx, low-fat oder vielleicht low-carb? Das Problem bei allen Diäten, die auf schnelle Gewichtsabnahme abzielen: Nach anfänglicher Euphorie über die schnell purzelnden Pfunde folgt der Frust über die noch schneller zurück gewonnenen Pölsterchen. 

Schätzungsweise 90 % aller Diäten scheitern

Der Grund: Genuss und Spaß bleiben häufig auf der Strecke und der Hunger wird zum neuen Wegbegleiter. Aber warum fallen wir jedes Mal wieder aufs Neue darauf herein? Gäbe es DIE Erfolgsdiät, mit der wir alle schön und schlank würden, wären wohl kaum so viele Diätkonzepte auf dem Markt.

Fakt ist: Nur die generelle Umstellung auf eine ausgewogene Ernährung, die satt macht und schmeckt, führt langfristig zum Ziel. Und so geht's!

Gesund essen heißt nicht Verzicht

Häufig wird bei „gesund“ oder „Ernährungsumstellung“ gleich an Verzicht gedacht. Warum denken wir dabei nicht mal an einen Urlaub in Italien oder Spanien? Schließlich haben die Bewohner der Mittelmeerländer uns in Sachen „gesunde Ernährung und Lebensweise“ einiges voraus. Genuss spielt dort eine große Rolle. Essen ist keine Vernunftsache, sondern macht Spaß, schmeckt und ist sehr gesellig.

Auf die Signale des Körpers achten

Häufig wählen wir Lebensmittel mit dem Verstand aus, z. B. nach Fett-, Kalorien- oder Vitamingehalt. Forscher haben herausgefunden, dass der Körper eigentlich selbst weiß, was er essen will, zumindest was die Eiweißaufnahme betrifft! So schlägt er Alarm, wenn ein Mangel an einer lebensnotwendigen Aminosäuren droht, die wir mit Eiweiß aufnehmen. Bei der riesigen Fülle an Lebensmitteln ist es jedoch schwierig geworden, auf die Signale des Körpers zu hören. Häufig sorgen nicht mehr die Inhaltsstoffe der Lebensmittel für Sättigung und Zufriedenheit, sondern die Masse, in der die Nahrung aufgenommen wird. Unregelmäßige Essenszeiten mit vielen kleinen Zwischenmahlzeiten verstärken diesen Effekt. Das wichtige Sättigungsgefühl bleibt aus. Appetit wird dann schnell als Hunger interpretiert. Auf diese Weise kann leicht Übergewicht entstehen.

Süßes bewusster konsumieren

Natürlich ist bei einer gesunden Ernährung auch die Lebensmittelauswahl entscheidend. Ausgewogen und vielseitig soll sie sein, so die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Ihr veröffentlichter Ernährungsbericht zeigt jedoch noch einige Defizite in unserer Ernährung auf. So essen und trinken wir Deutschen einfach zu süß! Süßigkeiten und süße Erfrischungsgetränke wie Cola und Limonade enthalten einen hohen Gehalt an Zucker, der sich ungünstig auf unseren Blutzuckerspiegel auswirkt. Er steigt rasch und hoch an und sinkt relativ schnell wieder ab. Die Folge: Blutzuckerschwankungen, die die Umwandlung von Zucker in Fett begünstigen sowie Heißhungerphasen!

Mediterrane Kost

Die Mittelmeerküche ist ein gutes Beispiel für eine ausgewogene, schlanke und sättigende Kost, bei der vor allem der Genuss nicht zu kurz kommt. Sie ist reich an frischem Obst und Gemüse, Fisch und wertvollen Fetten wie Oliven- und Rapsöl sowie zahlreichen Kräutern und Gewürzen. Fleisch wird nur sparsam verwendet. Sie stellt damit eine vitamin- und ballaststoffreiche und gleichzeitig fettarme Kost dar, die nachweislich das Risiko für Gefäßkrankheiten, Herzinfarkt und Schlaganfall senkt. Das bedeutet nicht, dass wir auf unsere traditionelle deutsche Küche verzichten müssen, um gesund zu leben. Aber vielleicht können uns die Südländer in Bezug auf ihre Lebensweise und die Art zu genießen als Vorbild gelten.

Neue Vorsätze

Vielleicht sollten wir also unsere Vorsätze für das neue Jahr überdenken und sie eher so formulieren: "Ich lerne, wieder mit Lust und Genuss zu essen und mehr auf die Signale meines Körpers zu hören."

Übrigens…

Das meiste nehmen wir nicht zwischen Weihnachten und Neujahr zu, sondern zwischen Neujahr und Weihnachten!