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Hilfe, Haarausfall! Ursachen & Behandlung

Mann betrachtet sich im Spiegel und fasst sich entsetzt an den Kopf.

Signal für Erkrankungen

Wenn der Haarschopf immer kahler wird, ist das nicht nur ein kosmetisches Problem. Haarausfall ist für den Heilpraktiker ein wichtiges Signal für Erkrankungen, die bisher nicht sichtbar geworden sind.

Von: Jörg Pantel

Wie viel Haarausfall ist normal?

Rund 100.000 Haare wachsen auf einem durchschnittlichen Menschenhaupt. Täglich sprießen bei einem gesunden Menschen etwa 100 neue Haare aus der Kopfhaut, während die gleiche Menge „alter“ Haare ausfällt.

Wenn man also morgens auf seinem Kopfkissen oder im Waschbecken jede Menge ausgefallener Haare findet, ist das nicht unbedingt alarmierend. Erst wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Haar insgesamt lichter wird oder an einzelnen Stellen besonders stark ausfällt, sollten Sie die Ursachen von einem Heilpraktiker oder einem Arzt abklären lassen.

Haarausfall: Ein vielseitiges Symptom

Auf die Wurzel schauen

Haarausfall (medizinischer Fachbegriff: Alopezie) kann verschiedene Ursachen haben. Zunächst einmal versucht der Arzt oder Heilpraktiker festzustellen‚ ob sich der Haarausfall rückgängig machen lässt oder ob an den kahlen Stellen nie mehr Haare nachwachsen werden. Hilfreich ist dabei ein sogenanntes Trichogramm, womit eine Untersuchung der Haarwurzeln gemeint ist. An der Form der Haarwurzeln können Fachleute nämlich erkennen, unter welcher Art von Haarausfall der Patient leidet.

Diffus oder kreisrund?

In der Medizin unterscheidet man den diffusen (zerstreuten), kreisrunden und den hormonbedingten Haarausfall.

Unter dem diffusen Haarausfall, wobei das Haupthaar insgesamt immer lichter wird, leiden meist Frauen. Ursachen können beispielsweise Entzündungen im Körper, Stresssituationen oder Eisenmangel sein. 

Der kreisrunde Haarausfall tritt recht häufig sowohl bei Männern als auch bei Frauen auf. Dabei entstehen plötzlich eine oder mehrere kleine, rundliche bis ovale Kahlstellen am behaarten Kopf. An den Rändern dieser Stellen lassen sich die Haare leicht und schmerzlos ausziehen. Die Ursachen für den kreisrunden Haarausfall sind noch nicht hinreichend geklärt. Möglicherweise spielen Störungen des Immunsystems eine Rolle. Auch durch Medikamente und chronische Erkrankungen kann der kreisrunde Haarausfall ausgelöst worden. Sind die Auslöser beseitigt, wächst das Haar gewöhnlich nach etwa einem halben Jahr – zunächst weiß – wieder nach.

Den Auslöser finden

Medikamente, zum Beispiel im Rahmen einer Chemotherapie, aber auch verschiedenste Erkrankungen können nicht nur kahle Stellen auf dem Kopf verursachen, sondern zum völligen Haarverlust führen. Bekannt ist weiterhin der psychogene Haarausfall als Folge von Schockzuständen, aber auch von familiären Schwierigkeiten oder depressiven Verstimmungen

Oft sind Hormone schuld

Das Wachstum unserer Haare wird durch Hormone gesteuert. Eine besondere Rolle spielen die männlichen Hormone, die Androgene. Sie beeinflussen die Lebensdauer unserer Haare, stören das Wachstum neuer Haare und sorgen dafür, dass schließlich überhaupt keine neuen Haare mehr gebildet werden.

Von diesem hormonbedingten Haarausfall sind in erster Linie Männer betroffen. Mit Beginn des zweiten Lebensjahrzehntes zeigen die männlichen Hormone beim Haupthaar ihre Wirkung. Zuerst entstehen die sogenannten Geheimratsecken, später fallen auch die Haare am Hinterkopf aus.

Bei Frauen in und nach den Wechseljahren können Hormonstörungen käppchenförmigen, starken Haarausfall um den Wirbel herum auslösen.

Unter dem Einfluss von weiblichen Hormonen, den Östrogenen‚ wird die Haarpracht bei Frauen übrigens in der Schwangerschaft oft fülliger und erreicht einige Monate nach der Entbindung wieder ihren Normalzustand.

Achtung bei der Pille

In diesem Zusammenhang: Auch die Pille kann zu Haarausfall führen, gaukelt sie doch dem weiblichen Organismus mit Hilfe von Gestagenen vor, dass eine Schwangerschaft besteht. Diese Hormone können in manchen Fällen zu Haarausfall führen. Da hilft es dann nur, die Pille abzusetzen oder ein anderes Präparat auszuprobieren.

Schon häufiger habe ich auch Frauen mit Haarausfall behandelt, der nach dem Absetzen der Pille (wegen Kinderwunsch bspw.) aufgetreten war. Die Ursache des Haarausfalls ist hier die plötzliche Hormonumstellung. Nach einer Zeit der Umgewöhnung kann der Haarausfall von alleine aufhören, sollte er aber mehrere Monate andauern, sollte die Problematik mit einem Arzt oder Heilpraktiker besprochen werden. Es gibt eine spezielle homöopathische Kur, um den Hormonhaushalt wieder ins Lot zu bringen, so dass der Haarausfall und andere auftretende Symptome nach dem Absetzen beseitigt werden können.

Die Ursache bedingt die Behandlung

An Wundermittel glauben?

Um den Haarausfall zu behandeln, muss der Heilpraktiker also zunächst dessen Ursache feststellen. Bei erblich bedingtem Haarausfall der Männer gibt es aus meiner Sicht keine wirksame Behandlungsmöglichkeit, die nicht gleichzeitig starke Nebenwirkungen haben kann. Auch wenn in den Medien immer wieder irgendwelche Wundermittel auftauchen.

Phosphorus bei kreisrundem Haarausfall

Beim kreisrundem Haarausfall, dessen Ursache sich manchmal gar nicht feststellen lässt, hat sich die Behandlung mit dem homöopathischen Mittel Phosphorus bewährt. Wird Haarausfall durch straff gebundene Frisuren, Haarspangen oder besondere Kopfbedeckungen ausgelöst, beseitigt man solche Ursachen natürlich. Zusätzlich werden die kahlen Stellen mit Mitteln aus der klassischen Homöopathie, zum Beispiel Thallium und seinen Salzen, und der Bachblüten-Therapie behandelt, um das Wachstum der Haare wieder anzuregen.

Allergisch bedingter Haarausfall

Stelle ich einen allergisch bedingten Haarausfall fest, muss ich den Stoff finden, der die Allergie auslöst und dem Patienten sagen, wie er diesen Stoff meiden kann. Hilfreich ist bei diesen Patienten eine Behandlung, die den körperlichen und seelischen Allgemeinzustand verbessert und dadurch die Allergiebereitschaft des Körpers senkt. Auch bei allen anderen Formen des Haarausfalls muss die Grundkrankheit beseitigt werden. Sie sehen, Haarausfall ist nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern kann uns wichtige Hinweise zum Aufspüren von Erkrankungen geben, die bisher nicht sichtbar geworden sind.

Medikamentös bedingter Haarausfall

Bei medikamentös bedingtem Haarausfall gilt es, zwischen Schaden und Nutzen der angewandten Medikamente abzuwägen. Wobei sich mir die Frage stellt, ob etwas wirklich nützlich sein kann, was einem die Haare ausfallen lässt.

Haarausfall natürlich behandeln

Gift im Körper?

Wird der Haarausfall durch giftige Stoffe hervorgerufen, müssen wir die Quelle der Belastung ausschalten. Weiterhin ist es notwendig, den belasteten Körper zu entgiften. 

Sehr häufig tritt, bedingt durch Zahnfüllungen, die Belastung mit Quecksilber auf. Dazu ein Tipp: Falls ihre Amalgamfüllungen einmal entfernt werden sollten, so achten Sie bitte unbedingt darauf, dass zeitgleich eine Entgiftung und Ausleitung seitens des Zahnarztes oder Ihres Therapeuten vorgenommen wird.

Homöopathische Entgiftungskur

Ich hatte schon zahlreiche Patienten, die aufgrund der enormen Belastung, die durch das Herausbohren der Amalgam-Füllung hervorgerufen wird, gesundheitlich darnieder lagen und, neben vielen anderen Symptomen, auch den Haarausfall zeigten. Sie sprachen auf eine homöopathische Entgiftungskur schon innerhalb weniger Tage an. Zudem binden bestimmte Algensorten Schwermetalle an sich und unterstützen den Prozess.

Eigenurin gegen Haarausfall

Bei Haarausfall mit ungeklärter Ursache haben sich Einreibungen der Kopfhaut mit Eigenurin bewährt. Dafür sammelt man morgens den Mittelstrahl-Urin. Am besten reibt man die befallenen Stellen damit am folgenden Abend ein, wickelt den Kopf in ein Handtuch und lässt den Urin über Nacht einwirken. Am nächsten Morgen werden die Haare gründlich ausgewaschen. Diese Behandlung muss einige Wochen oder auch Monate durchgeführt werden.

Mit Homöopathie Haarausfall bekämpfen

Homöopathen verwenden Kalium oder eines der Kalium-Salze zur Behandlung des unspezifischen Haarausfalls. Erfolge haben sich auch gezeigt beim Einsatz der Notfalltropfen oder der Notfallcreme aus der Bachblüten-Therapie.

Männliche Patienten, die sehr früh mit ergrautem Haar und auch Haarausfall zu kämpfen haben, sprechen oft gut auf das homöopathische Mittel Lycopodium an. Da aber auch andere Mittel dabei in Frage kommen können, muss das passende Mittel individuell ermittelt werden.

Welches Shampoo bei Haarausfall?

Generell empfiehlt es sich, ein Shampoo zu benutzen, das nicht aggressiv ist und nur natürliche Inhaltsstoffe enthält. Hierzu eignen sich insbesondere Haarwaschmittel, die auf der Basis von vergorener Milchsäure hergestellt sind.

Wer Haarprobleme hat, sucht in der Regel besonders sorgfältig das Haarshampoo aus. Dabei sind die teuersten Mittel nicht unbedingt die Besten, weiß die Verbraucher-Zentrale Düsseldorf. Vielmehr kommt es darauf an, wie Kopfhaut und Haare auf das Shampoo reagieren. Und da kann ein preiswertes Produkt genauso mithalten wie teure Mittel. Ich habe mir selbst angewöhnt, meine Haare mit Neutralseife zu waschen, da weiß ich, dass sich kein Chemie-Cocktail auf meinem Kopf befindet.

Zum richtigen Haarewaschen gibt die Verbraucher-Zentrale außerdem folgende Tipps:

  • Das Shampoo nur kurz auf Haaren und Kopfhaut einwirken lassen und gründlich auswaschen.
  • Stark schäumende Shampoos meiden.
  • Kräftiges Rubbeln und Frottieren nach der Wäsche ist nicht gut für die Haare. Besser ein Handtuch umbinden, das das Wasser schonend aufsaugt.
  • Zu heißes Föhnen vermeiden, die Haare am besten völlig oder möglichst lange an der Luft trocknen lassen.

Zum Schluss ein Glaube aus alter Zeit:

Zur Förderung des Haarwuchses vertrauten die Menschen früher ihr Haar einem schnellwachsenden Baum (Pappel, Weide) an. Dazu lösten sie etwas Rinde vom Stamm des Baumes und legten einige ihrer Haare dahinter. Dann wurde die Rinde wieder angedrückt. Die Wuchskraft des Baumes sollte sich auf das eigene Haar übertragen. Wer weiß: Vielleicht funktioniert diese Methode tatsächlich?

Der Autor

Jörg Pantel ist Heilpraktiker in Münster seit 1986, Schwerpunkte sind psychosomatische und chronische Erkrankungen.