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Insektenstiche vermeiden und behandeln

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Ssssssss ... Natürliche Mittel gegen Mücke & Co

Wie man sich mit natürlichen Mitteln gegen Biene, Mücke & Co schützen kann – und was die Natur zur Linderung bereit hält, wenn sie denn gestochen haben.

Von: Eva Pantleon

Das Erwachen des Frühlings

Endlich ist es wieder soweit: Es blüht und duftet draußen, und die Temperaturen steigen in Bereiche, die selbst pessimistische Zeitgenossen „vorerst keinen weiteren Schneefall“ erwarten lassen. Also heißt es Picknick-Korb einpacken, rauf aufs Fahrrad und hinaus ins Grüne! Und wenn man dann auf einer Wiese liegt, den Duft der Frühlingsblumen in der Nase und die ersten warmen Sonnenstrahlen im Gesicht, könnte das Leben wirklich sehr in Ordnung sein – wenn SIE nicht wären: die krabbelnden, fliegenden und surrenden Herren und Damen aus der Abteilung Kerbtiere, besser bekannt als: Insekten.

Nützlich, aber lästig ....

Nun mögen Biologen zwar nicht müde werden, die Nützlichkeit dieser Tierklasse zu preisen - bei einem gemütlichen Picknick im Grünen sind sie vor allem eines: lästig. Schließlich krabbeln sie stets da herum, wo sie nicht hin sollen: auf dem Essen, in der Limo und natürlich auf unsereins. Außerdem können sie trotz ihres sprichwörtlichen Fliegengewichts Folgen gigantischen Ausmaßes auslösen: angefangen von der roten Quaddel am Arm, die tagelang juckt, bis hin zur lebensbedrohlichen Bienengift-Allergie.

Umstritten: DEET gegen Insekten

Sich nun vorbeugend von Kopf bis Fuß mit Insektenschutz-Milch einzuschmieren ist aber leider auch keine wirklich gute Idee. In allen gängigen Mitteln, wie z.B. „Autan“, ist nämlich der Wirkstoff „Deet“ enthalten. Dieser galt lange als harmlos. Man vermutete, dass er lediglich den Duftrezeptor von Insekten blockiere. Dadurch würde dann verhindert, dass diese Blut- oder Schweißgeruch wahrnehmen und damit ihr „Opfer“ finden könnten. Doch eine Studie kam 2009 zu einem anderen Ergebnis: „Wir haben festgestellt, dass Deet (….) die Aktivität eines der Schlüsselenzyme des zentralen Nervensystems hemmt, und dies sowohl in Insekten als auch in Säugetieren“, so Vincent Corbel vom Forschungsinstitut für Entwicklung im französischen Montpellier. Da auch bei uns Menschen dieses Enzym eine wichtige Rolle spielt, weckt dies nach Ansicht der Forscher ernste Sicherheitsbedenken gegenüber Deet-haltigen Präparaten.

Was aber ist die Alternative? Und was ist zu tun, wenn es denn passiert ist – und auf dem Arm eine rote Quaddel zu schwellen beginnt? Lesen Sie im Folgenden, was die Natur an Hilfsmitteln parat hält:

Biologische Abwehr: Sandelholz & andere ätherische Öle

Biene, Mücke & Co haben eine Schwachstelle: ihre äußerst empfindlichen Riechorgane. Daher lassen sie sich mit intensiven Gerüchen meist schnell in die Flucht schlagen. Hierfür eignen sich diverse ätherische Öle – wie etwa Nelke, Melisse, Pfefferminze, Zitrone, Lavendel, Palmarosa oder auch Sandel- und Zedernholz. Die durchgreifendste Wirkung haben aber Citronellaöl und Citriodiol. Letzteres wird aus dem ätherischen Öl des Zitronen-Eukalyptus (Eucalyptus citriodora) gewonnen und ist Hauptbestandteil vieler biologischer Insekten-Repellents wie z.B. „Anti-Brumm Naturel“ (nicht zu verwechseln mit „Anti-Brumm forte“, dem Schwesterpräparat Marke Chemiekeule) oder etwa dem „Stechmücken- und Zeckenschutz“ von Bjuti.

Wer lieber selber mischt, sollte unbedingt beachten: Ätherische Öle nie pur auf die Haut auftragen! Am besten vermischt man sie mit einer Hautcreme oder Bodylotion. Die Wirkung hält zwar nicht so lange an wie bei synthetischen Mitteln, dafür ist aber eine wiederholte Anwendung völlig ungefährlich.

Die Aromatherapeutin Eliane Zimmermann empfiehlt als Grundmischung folgende Zusammensetzung:

  • 4 ml Citronella (oder Zitroneneukalyptus)
  • 2 ml Rosengeranie
  • 2 ml Eukalyptus
  • 1 ml Pfefferminze
  • 1 ml Zedernholz

in ein 10 ml-Fläschchen geben (1 ml=circa 20 Tropfen). Wer sich zusätzlich noch das ätherische Öl des heute sehr seltenen Gagelstrauchs (Myrica gale) beschaffen kann, sollte noch ein paar Tropfen davon in die Grundmischung geben. Laut Zimmermann ist der Strauch „ein hervorragendes Insektenverteibungsmittel, vor allem für die irisch/schottisch/norwegischen Mini-Mücken namens midgets“. (Aber Achtung: wirklich nur ein paar wenige Tropfen zufügen - Gagel ist in höherer Dosierung giftig!).

Zum Einreiben gibt man 5 bis 8 Tropfen dieser Ölmixtur in 10 ml Jojobaöl (oder jedes andere hochwertige Pflanzenöl) und reibt sich damit ein (nicht in der Nähe von Augen und Schleimhäuten). Für Babys (über 6 Monaten) mischt man nur 3 Tropfen der Grundmischung in 10 ml Jojobaöl - und lässt den Gagel weg!

Günstig und 100 % nebenwirkungsfrei: mechanische Abwehr

Und ansonsten gilt: am besten die kleinen Biester einfach durch Hindernisse fernhalten - also Speisen abdecken (z. B. mit einem „Haubennetz", im Kaufhaus erhältlich), Moskitogitter vors Fenster und die in den 60ern so beliebten „Perlschnur-Vorhänge“ vor offene Balkon- und Terrassentüren hängen.

Sollte der heimische Garten von einer Gras-Milbenplage heimgesucht werden, kann man es mit einem Niembaumpräparat versuchen. Das gibt es als Fertigprodukt im Handel (Garten-/Baumarkt). Das Öl der Früchte des indischen Niembaums ist auch in manchen biologischen Insektenmitteln für Menschen enthalten, da es nachweislich insekten-abweisend wirkt. Doch aufgrund einer noch unklaren Studienlage hinsichtlich der medizinischen Unbedenklichkeit ist es nur bedingt zu empfehlen.

Was dagegen gewiss nicht hilft bzw. ins Reich der Legenden gehört, ist der Rat, Knoblauch zu essen, um die stechenden Plagegeister abzuwehren – das vertreibt zwar alle anderen, aber gewiss nicht die Mücken.

Ist das Kind dann aber trotzdem in den Brunnen gefallen, sprich: hat ein Insekt zugestochen, hält die Natur auch so einiges bereit, das Linderung verschaffen kann. Dabei ist die Behandlung immer abhängig von der Art des Stichs und der individuellen Reaktion.

Achtung Vampir: Wenn die Blutsauger zustechen

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Bei Stichen von Blutsaugern, also etwa Mücken oder Grasmilben, reicht es in der Regel, die Einstichstelle zu kühlen. Hierfür eignet sich, sollte sonst nichts zur Hand sein, auch erst einmal der eigene Speichel.

Wirkungsvoller ist allerdings, die Stiche mit Teebaumöl zu betupfen – da es antiseptisch ist und zugleich den Juckreiz stillt.

Gute Hilfe leistet auch die gute alte Zwiebel. Frisch aufgeschnitten auf die Einstichstelle gepresst, lindern ihre Wirkstoffe den Juckreiz und verhindern die Schwellung.

Kräuter-Kundige sollten es mit dem „Spitzwegerich-Knoten“ probieren: Hierfür mehrere lange Spitzwegerich-Blätter aufeinander legen und miteinander verknoten. Den Knoten mit den Handflächen so lange kräftig reiben, bis der Pflanzensaft austritt. Diesen Saft sofort auf den Stich streichen, und Schwellung und Schmerz lassen fast unmittelbar nach.

Ähnlich kann man mit frischen Pfefferminz- oder Huflattichblättern verfahren: in der Hand zerreiben und auf die betroffene Stelle auftragen – das Menthol in der Pfefferminze wirkt kühlend, der Huflattich entzündungshemmend.

Gut wirksam ist auch der Saft der Aloe vera. Dazu eine Blattspitze abschneiden und den Saft auf die Haut träufeln. Aloe kühlt und lindert den Juckreiz.

Nichts Pflanzliches, aber auch einen Versuch wert, sind die Zap it-Klicker, die auf Klick kleine Stromimpulse aussenden. Diese elektrischen Impulse sollen dafür sorgen, dass es zu keinen Schwellungen und Juckreiz kommt. Erklärung: Was den Juckreiz über eine Reaktion des Immunsystem auslöst, ist das Speichelsekret der Mücken. Wenn man diese körperfremden Substanzen durch die Stromimpulse unschädlich macht, entsteht erst gar kein Juckreiz. Je schneller Sie hier sind, desto effektiver die Wirkung.

Und Achtung: Kratzen sollten Betroffene sich nicht – das verschlimmert den Juckreiz. Außerdem könnten dadurch Bakterien in die Haut eindringen und zu einer Entzündung führen.

Gefährlich: Zeckenbisse

Zeckenbisse verursachen – leider – zunächst kaum Symptome. Daher bleiben sie oft unbemerkt und die „Holzböcke“, die übrigens nicht zu den Insekten, sondern zu den Spinnentieren gehören, können sich in Ruhe mit Blut vollsaugen. Ist die Zecke aber am Körper entdeckt, gilt es sofort zu handeln: Je länger sie in Kontakt mit dem Körper ist, desto höher die Gefahr, dass die gefürchteten Borreliose-Erreger übertragen werden. Am besten lassen sich Zecken mit einer Pinzette entfernen. Sehr gut funktionieren auch die in der Apotheke erhältlichen „Zecken-Karten“. Wichtig ist, die gesamte Zecke inklusive des Saugapparates zu entfernen und die Zecke beim Entfernen nicht zu verletzen oder zu quetschen, da dies ebenfalls einen Erregerausstoß nach sich ziehen könnte.

Ebenso sollte man nicht, wie früher öfter empfohlen, versuchen, die Zecke zunächst durch Öl, Vaseline oder Klebstoff zum Ersticken zu bringen. Dies kann - wie man heute weiß - zum „Erbrechen“ der Zecke führen, was ebenfalls mit dem Risiko eines vermehrten Erregerausstoßes verbunden ist. Ist die Zecke entfernt, sollte die Bissstelle desinfiziert werden. Und dann gilt es aufzupassen. Entsteht um die Bissstelle ein roter Kreis oder treten 3-5 Tage nach dem Biss grippeähnliche Symptome auf: unbedingt zum Arzt!

Erste Hilfe bei Stichen von Biene, Wespe & Co

Schnelles Handeln ist auch angesagt, sollte eine Biene, Wespe oder Hummel zugestochen haben. Denn zunächst gilt es sicher zu stellen, dass keine Allergie gegen Insektengift vorliegt – schließlich kann diese lebensgefährlich werden. Anzeichen, bei denen Sie sofort den Notarzt benachrichtigen sollten, sind:

  • Fieber
  • Zunehmende Schwellungen und Ausschlag
  • Kopfschmerzen
  • Schwindelgefühl
  • Übelkeit
  • Schmerzen in der Brustgegend
  • Zusammenschnüren der Luftwege oder der Brust
  • Atembeschwerden

Für Nicht-Allergiker ist ein solcher Stich zwar schmerzhaft, aber vollkommen harmlos – sofern er nicht im Mund- oder Rachenraum liegt (in dem Fall ebenfalls Notarzt rufen und bis zum Eintreffen desselben Eiswürfel lutschen gegen die Schwellung. Treten Schluckbeschwerden auf, sollte allerdings kein Eis mehr gelutscht werden, damit kein Eis oder Schmelzwasser in die Atemwege gelangt!).

Ansonsten ist wie auch beim Mückenstich zunächst die Kühlung der Stichstelle das wichtigste (z.B. mit Eiswürfeln). Sollte sich aber der Bienenstachel noch in der Haut befinden, ist es nötig, ihn so bald wie möglich mit einer Pinzette vorsichtig aus der Haut zu ziehen. Anschließend wird die Stichstelle desinfiziert, am besten mit Alkohol oder Teebaumöl. Viele schwören auch auf die in der Apotheke erhältlichen kleinen Vakuumpumpen, mit Hilfe derer sich das Bienengift zumindest teilweise aus der Wunde pumpen lässt. Die Alternative aus Omas Hausapotheke: ein feuchtes Stück Würfelzucker auf den Stich gelegt soll das Gift ebenfalls herausziehen.

Zur weiteren Behandlung eignen sich dann von der frischen Zwiebel über den Spitzwegerich bis zum Teebaumöl alle Mittel, die schon bei den Mückenstichen genannt wurden. Wer eine gut sortierten Vorrat an ätherischen Ölen hat, kann auch gut Lavendelöl einsetzen: Es lindert nicht nur Juckreiz und Rötung, sondern wirkt auch abschwellend. Dafür die betreffende Stelle dreimal täglich mit einem Tropfen Lavendelöl betupfen. Sollten die Schwellung besonders stark sein, was bei Bienenstichen nicht selten ist, kann auch ein Quarkwickel helfen oder ein Umschlag mit essigsaurer Tonerde (Apotheke). Hierfür 2 EL essigsaure Tonerde mit 1 Glas Wasser vermischen und ein Tuch damit tränken.

Weitere Alternativen bietet die Homöopathie: Deren Anhänger schwören nach dem Prinzip „Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt“ darauf, Bienenstiche mit Präparaten zu behandeln, die von der Honigbiene stammen (z.B. Apis). Entsprechende Mittel gibt es im Handel auch für die Behandlung von Wespen -und Hornissenstichen.