Anis

Gewinnung

Das Hauptanbaugebiet von Anis, der ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum stammt, ist Südrussland. Ein gleichmäßig feuchter Boden wirkt sich günstig auf die Wachstumsperiode aus, während wechselnde trockene und feuchte Perioden eine schlechte Erntequalität bewirken. Die Ernte erfolgt im August/September, wenn die Stängel gelb werden.

Das Anisöl wird aus den reifen, zerkleinerten Anisfrüchten mit Wasserdampf destilliert. Es lässt sich mit der gleichen Methode auch aus „Sternanis“ gewinnen. Daher sollten die Ölchargen nach ihrer botanischen Herkunft beschriftet werden.

Wirkstoffe

Echter Anis (Pimpinella anisum)

Bis zu 5 % ätherisches Öl

  • Phenolcarbonsäuren (Chlorogen- und andere Chinasäurederivate)
  • Glucoside von Phenylpropanderivaten
  • Cumarine (Umbelliferon, Scopoletin)
  • Flavonoide (u.a. Glykoside und Glykosyle des Quercetins, Luteolins und Apigenins)
  • Fette: Glyceride der Petroselinsäure, Lipide (darunter Sterole)
  • Proteine
  • Kohlenydrate
  • mineralische Bestandteile

 

ätherisches Öl (Echter Anis)

Bis zu 90 % trans-Anethol

Bis zu 4 % Estragol (Methylchavicol)

  • Anisketon
  • Anisaldehyd
  • Anissäure

 

Sternanis (ätherisches Öl)

Das ätherische Öl des Sternanises enthält ebenfalls trans-Anethol (als Hauptbestandteil), Anisaldehyd und Methylchavicol. Im Gegensatz zu dem des Echten Anis enthält es noch einige Monoterpene.

Anwendungsgebiete
Produkt
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Der Hauptinhaltsstoff der Anisfrüchte ist ein wohlschmeckendes ätherisches Öl. Für dessen Wirkung liegen keine klinischen Studien vor. Die Aussagen der Kommission E stützen sich im Wesentlichen auf Labor-/Tierversuche oder die Überlieferung.

Anis ist ein traditionelles Hustenmittel bei Atemwegskatarrh (Erkältungen und Grippe, Husten, Bronchitis) zur Linderung des Hustenreizes und Förderung des Auswurfs. Daneben sorgt es für eine Steigerung der Produktion der Verdauungssäfte und wird bei allgemeinen Verdauungsbeschwerden sowie Blähungen eingesetzt. Anisöl entspannt die glatte Muskulatur und wirkt daher sehr wahrscheinlich auch gegen Magen-Darmkrämpfe.

Hinweis: Damit das ätherische Öl aus den Früchte austreten kann sollten die Früchte vor der Verwendung gequetscht werden.

Anwendungen unterteilt nach Wirksamkeit Gesicherte Wirkung (nach Einschätzung Kommission E/ESCOP) Hier gibt es gute wissenschaftliche Studien, die in ausreichender Zahl vorhanden sind und die Wirksamkeit der Heilpflanze bei dem genannten Anwendungsgebiet bestätigt. Die Bewertung der Daten nahm die Kommission E von 1978 bis 1995 vor und erstellte so genannte Positiv-Monographien.

Innere Anwendung

  • Verdauungsbeschwerden (dyspeptische Beschwerden)


Innere und äußere Anwendung

  • Katarrhe der Luftwege, Schleimlösung im Bereich der Atemwege

Laut Volksmedizin und Ärzte-Erfahrung hilft Anis bei

Die Wirksamkeit wird vermutet, ist aber noch nicht ausreichend belegt. Das heißt, bei diesen Anwendungsgebieten waren die Ergebnisse der bisherigen klinischen Studien nicht eindeutig oder es sind zu wenige Studien oder aus Kostengründen noch keine wissenschaftlichen Studien durchgeführt worden. Das Fehlen überzeugender Beweise für die Wirksamkeit der Heilpflanze bei diesem Anwendungsgebiet ist aber nicht gleichbedeutend mit deren Unwirksamkeit. Es kann durchaus sein, dass weitere Untersuchungen die Wirksamkeit in Zukunft belegen.
  • Erkältungen, Grippe, Husten, Bronchitis
  • Durchblutungsstörungen: Stimulierende Einreibung (Öl);
  • Parasiten: gegen Parasiten auf der Körperoberfläche (Ektoparasiten)

Klinische Studien, welche die Wirksamkeit bei den genannten Anwendungsgebieten belegen, liegen nicht vor.

Links zu den Erkrankungen, bei denen Anis helfen kann