" /> Aronia: Anwendungen und Wirkungsweise - PhytoDoc

Aronia

Die Aronia (Aronia melanocarpa), deren Charakteristika ihre dunkelfarbigen Beeren sind, gilt in Osteuropa seit langem als Heilpflanze. Bekannt ist sie für ihre gallentreibende, entzündungshemmende, gefäßstärkende und schützende Wirkung. Die schwarzen, meist erbsengroßen Beeren enthalten neben Niacin, Riboflavin, Folsäure, Vitamin-K und Vitamin-C auch Anthocyane, also Pflanzenfarbstoffe, die für die Färbungen der Beeren verantwortlich sind und sie vor Licht schützt. Auch bei Menschen wirken diese sekundären Inhaltsstoffe antioxidativ. Das heißt sie fangen Stressoren aus dem Stoffwechsel ab und schützen so vor Schäden, die Herzkreislaufkrankheiten, Arteriosklerose oder gar Krebs auslösen können. Die Aroniabeere stärkt die Abwehrkräfte, weshalb sie auch für Kinder und Schwangere empfohlen wird. Vertrieben wird der konzentrierte Saft, Extrakt oder Tablette mit Aronia und wer die Möglichkeit hat, kann die Beere auch frisch genießen.

Anwendungsgebiete: Wogegen hilft Aronia?

Aronia – neues Obst für unseren Speisezettel?

Aronia ist ein Newcomer und wird erst seit den 1990er Jahren überwiegend in Russland, Polen und Bulgarien wissenschaftlich untersucht. Bisher gibt es Labor- und Tierversuche mit extrahierten Inhaltsstoffen der Aroniabeere, die auf die ausgesprochen positiven antioxidativen Eigenschaften hinweisen. Der Gehalt an Antioxidantien und Anthocyanen in der Beere ist einer der höchsten bisher gemessenen.

Mehrere, als vorläufig zu wertende Studien über Aronia, deuten an, dass auch für Menschen positive Effekte durch den Extrakt oder konzentrierten Aroniasaft bestehen. Untersuchungen betreffen die Themen „metabolisches Syndrom“, Insulinresistenz, zu hohe Fettwerte (Cholesterin, Fette), Arteriosklerose, Bluthochdruck, prothrombotische und entzündliche Veränderungen.

Übrigens: Bekannt aber ist bereits, dass viele Beerenfrüchte, die wie Aronia reich an Anthocyanen sind, als präventive Heilmittel im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung sinnvoll sind. Therapeutisch eingesetzt wird z.B. der mit Aronia verwandte Weißdorn bei Herzerkrankungen, insbesondere Herzschwäche oder die ebenfalls anthocyanreichen Früchte der Heidelbeere (Vaccinium myrtillus) bei Durchfallerkrankungen.

Anwendungen unterteilt nach Wirksamkeit

Wirksamkeit laut Erfahrung

Blatt Blatt
Es liegen zahlreiche Hinweise aus einer langen Anwendungstradition in der Volksmedizin und in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde vor, die eine Wirksamkeit annehmen lassen. Dennoch sind bisher nicht alle Kriterien erfüllt, die für eine volle Beweiskraft notwendig sind. Falls es klinische Studien gibt, haben die Ergebnisse nicht zweifelsfrei überzeugt.
  • Abwehrschwäche
  • Antiaging, Zellschutz
  • Diabetes, metabolisches Syndrom: mildernd
  • Herzkreislauferkrankungen, Arteriosklerose, Reduktion der Risikofaktoren
  • Hyperlipidämie, Hypercholesterinämie: Fettwerte senkend
  • Leberschäden, Vergiftungen, Strahlenschäden: schützend
  • Magenschleimhautentzündung, Magengeschwür: schützend

Nicht gesicherte Wirksamkeit

Blatt
Die Hinweise aus traditioneller Anwendung oder Laborversuchen sind zu wenig überzeugend und gehen über einen experimentellen Status nicht hinaus. Es gibt bisher keine korrekten oder positiven klinischen Studien.
  • Bluthochdruck: reduzierend
  • Entzündung, mildernd
  • Gedächtnisschwäche, degenerative Nervenerkrankungen: hemmend
  • Harntrakt: schützend
  • Infektionen: antibakteriell und antiviral
  • Thrombose, Schlaganfall: schützend

Links zu den Erkrankungen, bei denen Aronia helfen kann

Wie wirkt Aronia?

In Russland gehört Aronia zu den Heilpflanzen. Man behandelt damit Vitaminmangel, Appetitmangel, Gallenblasenleiden, Bluthochdruck und Arteriosklerose. Die Beere gilt als gallentreibend, gefäßstärkend/-schützend und entzündungshemmend. Auch gegen virale Kindererkrankungen (Masern, Influenza) oder bakterielle Infektionen (Scharlach) empfiehlt man die Aroniabeere. Zumindest im Hühnerei bremst Aronia die Vermehrung von Influenzaviren. Sie soll auch das Immunsystem stärken.

Aronia schützt sich mit Farbe

Warum leisten sich die Pflanzen blaue Farbstoffe? Schließlich ist das ein erheblicher Kraftaufwand. Anthocyanine sind im Pflanzenreich nicht nur Fraßschutz und schützen gegen mikrobielle Infektionen sondern auch Lockstoffe für Blüten und Früchte, auch in den Blättern und jungen Blatttriebe findet man diese Farbstoffe. Einige Pflanzen können diese Stoffe in Stresssituationen gezielt produzieren. Das hat seinen Sinn, wie experimentell gezeigt werden konnte: Anthocyanine schützen vor Licht und fangen offensichtlich oxidativen Stress  ab, der durch Licht entsteht. Auch so schützen sie Früchte oder Blätter.

Aronia ist ein Stresskiller

Die Inhaltstoffe aus einem Aronia-Extrakt wirken auch in Mensch und Tier antioxidativ und fangen Radikale ab, das zeigen verschiedene Versuche. Dabei ist das antioxidative Potential der Aronia vier- bis neunmal höher als das von Cranberrys, Blaubeeren und Preiselbeeren.

Aronia die Anti-Aging-Beere

Aronia ist also bei allen Gesundheitsstörungen, die durch sich anhäufende oxidative Schädigungen entstehen, eine sinnvolle Maßnahme.

Oxidative Schäden lauern überall, beispielsweise werden sie durch falsche, übermäßige Ernährung, Schadstoffe und Entzündungen hervorgerufen. Sie sind möglicherweise maßgeblich am Fortschreiten des Alters, an Krebs- und Herz-Kreislauferkrankungen beteiligt. Darüber hinaus schützt Aronia Leber, Nieren, Magen und Darm vor Schäden durch Gifte. Im Tierversuch minderte Aronia die Symptome einer Blei- oder Cadmiumvergiftung und verhinderte die Konzentration der Metalle in Leber und Niere. Auch gegen die Strahlenkrankheit soll die Beere wirken.

Den Organschutz verdeutlicht auch folgender Tierversuch, bei dem junge Mäuse über vier Monate Zigarettenrauch ausgesetzt wurden. Sie entwickelten daraufhin Zellschäden und Veränderungen in Lunge, Leber und Blase. Mit einem Extrakt aus Aronia fielen die Schäden wesentlich geringer aus. Von den Tumoren (Adenomen) der Lunge war dann nur noch jede siebte statt jede dritte Maus befallen. Auch das Gewicht war bei der Beerengruppe höher, wenn auch geringer als in der unbelasteten Kontrollgruppe. Es sollten Untersuchungen an Raucher stattfinden, um den positiven Effekt am Menschen zu testen. (…aber natürlich wäre ein Rauchstopp wesentlich besser als Essen von Aroniaprodukten).

Herz-, Kreislauf und Thrombosen

Der Extrakt aus den Beeren hemmt die Blutgerinnung. Die Blutplättchen haben eine geringere Tendenz anzuhaften oder Aggregate auszubilden. Ob relevante antithrombotische Wirkungen auch mit oralem Verzehr beim Menschen erreicht werden können ist noch nicht untersucht. Tatsache: Viele Stoffe aus Aronia kann man nach dem Verzehr tatsächlich im Blut und Urin nachweisen. Das macht eine Wirkung sehr wahrscheinlich.

Im Laborversuch verhindert ein Extrakt aus Aronia frühe Prozesse, die arteriosklerotische Schäden verursachen und unterhalten, wie Entzündung, Leukozytenanheftung und Bildung von reaktivem Sauerstoff (ROS). Effekte (Superoxidproduktion reduziert) konnten ganz besonders im Blut kardiovaskulärer Risiko-Patienten gezeigt werden. Auch durch die Besserung von Bluthochdruck wird das Herz-Kreislaufsystem geschont.

Immunomodulatorisch

Im Tierversuch wirken die Flavonoide aus dem Saft der Aronia entzündungshemmend bei einer experimentell ausgelösten Entzündung im Auge oder an der Pfote. Besonders die entzündliche „Aufrüstung“ der weißen Blutzellen (Fresszellen) oder Produktion entzündlicher Botenstoffe wurde signifikant abgemildert. Dabei erreichte der Trockenextrakt die Wirkstärke des Glucocorticoids Prednisolon, man muss allerdings etwa zehnmal mehr Aronia-Wirkstoff einsetzen.

Unter anderen Umständen erfolgt durch Aronia eine Stärkung der Immunfunktion: Beschrieben ist dies bei Brustkrebspatientinnen, die sich einer Strahlentherapie unterziehen mussten. Sie erhielten Apfelpektin und ein Konzentrat aus Aroniasaft. Darauf stieg die Zahl weißer Blutzellen (T-Lymphozyten), in der Kontrollgruppe waren die weißen Blutzellen gefallen (CD3-Subgruppe).

„Beerenkraft“ gegen Fett und Zucker

Die Apfelbeere gilt als „antidiabetisch“. Im Tierversuch erniedrigt der Saft sowohl den Blutzucker als auch die Fettwerte (Cholesterin, LDL-Cholesterin, Triglyceride). Erwartungsgemäß wirkt der ungesüßte Saft auch bei Patienten mit nicht-insulinpflichtigem Diabetes (2 x 200ml über 3 Monate): Der Blutzuckerspiegel fiel um 30%, genauso Fettwerte und der Indikator für die Langzeit-Zucker-Einstellung (HbA1c).

Die isolierten Anthocyanine erhöhen in Personen mit Hypercholesterinämie den Spiegel der antioxidativen Enzymen im Blut (Glutathionperoxidase- und Katalaseaktivität). Das bedeutet eine Erhöhung der neutralisierenden Funktion für oxidative Schädigungen der Gefäßwände. Besonders positiv wirken sich die Flavonoide der Frucht aus, wenn sie mit einer Statin-Therapie kombiniert wurden. Statine sind die gängige konventionelle Therapie zur Reduktion der Fette und zur Herz-Kreislaufprävention. Hier verzeichnet man eine Abnahme der relevanten Risikoparameter im Blut.

 

Weiterlesen

1 2 3 4 5 6