Baldrian

Wechselwirkungen

Baldrian kann die Wirkung von Narkosemitteln verstärken. (Es wurde eine schwache, dosisabhängige Verlängerung der Thiopental- und Barbituratnarkose beobachtet). Daher soll Baldrian nicht zusammen mit Barbituraten angewendet und zwei Wochen vor einer Operation abgesetzt werden.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind nicht bekannt.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Baldrian hat sich als sehr verträglich erwiesen. Nebenwirkungen sind sehr selten. Gelegentlich wurden Kopfschmerzen, Magenunverträglichkeit, Magendruck, Verstimmung im Magen-Darm-Trakt und Juckreiz mit Ausschlag beobachtet.

Baldrian macht nicht abhängig und führt nicht zu einer Gewöhnungswirkung. Außerdem verursacht er bei Verwendung als Schlafmittel keine Benommenheit und Müdigkeit beim Aufwachen (bei einer Dosis < 900 mg).

Valepotriate und dessen Abbauprodukte sind sehr reaktiv. Sie sind im Reagenzglas giftig und gelten als krebsauslösend. Allerdings sind sie sehr instabil, so dass diese Stoffe in den Präparaten während der Herstellung zerfallen. Da die Valepotriate nicht wasserlöslich, sondern fettlöslich sind, gehen sie in Teeauszügen nicht in Lösung. Zusätzlich hat man die Extrakte an besonders empfindlichen Versuchstieren (trächtigen und neugeborenen Ratten) getestet. Dabei wurden keinerlei negative Wirkungen beobachtet. In Deutschland werden außerdem nur noch Valepotriat-arme Baldrianarten eingesetzt.

Aus der verbreiteten Anwendung von Baldrianwurzel als Arzneimittel haben sich bisher keine Anhaltspunkte für Risiken in der Schwangerschaft und der Stillzeit ergeben. Ergebnisse aus experimentellen Untersuchungen liegen jedoch nicht vor.

Zur Anwendung des Arzneimittels bei Kindern liegen nur Anwendungsbeobachtungen, aber keine ausreichenden Untersuchungen vor. Es sollte daher von Kindern unter 6 Jahren nur nach Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden.

In klinischen Versuchen wurde keine Beeinträchtigung der Reaktionsfähigkeit und Fahrtüchtigkeit gefunden. Einige Arzneimittelhersteller empfehlen jedoch, dass bis zu 2 Stunden nach Einnahme keine Maschinen bedient oder Kraftfahrzeuge gefahren werden sollten.

Während der Anwendung von Baldrian-Extrakt sollte kein Alkohol getrunken werden.

Baldrianprodukte dürfen nicht eingenommen werden bei bekannten Allergien gegen Baldrian.

Bei Anwendung in der praktischen Medizin hat sich eine außergewöhnlich niedrige Rate an Nebenwirkungen gezeigt. Am häufigsten wird hier der starke und häufig als unangenehm empfundene Geruch beklagt, den die Patienten auch durch die Kapseln hindurch wahrnehmen.

Anwendungsgebiete
Produkt
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Bewertung der Verwendung von Baldrian

Baldrian-Präparate sind klassische, natürliche Schlafmittel. Sie können aber auch bei Unruhezuständen, Angst oder Wechseljahrsbeschwerden eingesetzt werden. Baldrian unterstützt auch die Entspannung der Muskulatur. Er kommt daher auch bei Magen-Darmkrämpfen, Menstruationsbeschwerden und Reizblase zum Einsatz.

Der Vorteil gegenüber vielen anderen Präparaten liegt darin, dass Baldrian weder abhängig macht noch zu Tagesmüdigkeit führt.Die Wirkung von Baldrianpräparaten ist durch zahlreiche Versuche und klinische Studien verbürgt. Es ist darauf zu achten, dass es ausreichend dosiert und über einen längeren Zeitraum eingenommen wird.

Hinweis: Wegen eines schädlichen Inhaltsstoffes sollte indischer und mexikanischer Baldrian (Valeriana wallichii und Valeriana edulis) nach Einschätzung der Kommission E nicht verwendet werden.

Anwendungen unterteilt nach Wirksamkeit Gesicherte Wirkung (nach Einschätzung Kommission E/ESCOP) Hier gibt es gute wissenschaftliche Studien, die in ausreichender Zahl vorhanden sind und die Wirksamkeit der Heilpflanze bei dem genannten Anwendungsgebiet bestätigt. Die Bewertung der Daten nahm die Kommission E von 1978 bis 1995 vor und erstellte so genannte Positiv-Monographien.
  • Erregungs-, Angst- und Unruhezustände
  • Nervös bedingte Einschlafschlafstörungen

Laut Volksmedizin und Ärzte-Erfahrung hilft Baldrian bei

Die Wirksamkeit wird vermutet, ist aber noch nicht ausreichend belegt. Das heißt, bei diesen Anwendungsgebieten waren die Ergebnisse der bisherigen klinischen Studien nicht eindeutig oder es sind zu wenige Studien oder aus Kostengründen noch keine wissenschaftlichen Studien durchgeführt worden. Das Fehlen überzeugender Beweise für die Wirksamkeit der Heilpflanze bei diesem Anwendungsgebiet ist aber nicht gleichbedeutend mit deren Unwirksamkeit. Es kann durchaus sein, dass weitere Untersuchungen die Wirksamkeit in Zukunft belegen.
  • Bettnässen, symptomlindernd
  • Entzugserscheinungen beim Absetzen von Beruhigungsmedikamenten, Linderung der Symptome, Raucherentwöhnung
  • Entzündung der Magenschleimhaut (Gastritis), nervösem Reizmagen, Magenkrämpfen;
  • Koliken, Gebärmutterkrämpfe
  • Muskel-, Kopf- und Nervenschmerzen, z.B. bei Rheuma, Arthritis und Neuralgien
  • psychovegetative Störungen, nervöse Herzleiden
  • Reizblase, krampflösend
  • Stress, Reizbarkeit, Angstträume, Prüfungsangst oder Lampenfieber: beruhigend
  • Überarbeitung, geistige, Konzentrationsschwäche
  • Wechseljahrsbeschwerden
Links zu den Erkrankungen, bei denen Baldrian helfen kann