Chondroitinsulfat

Chondroitinsulfat
Chondroitinsulfat wird häufig aus Hühnerknorpel des Hahnenkamms gewonnen. © Denis Junker - Fotolia.com

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Nebenwirkungen

Die Verträglichkeit im Verdauungstrakt von Glucosamin war gut. Etwa 90% der Personen vertragen es ohne Probleme, auch wenn es über ein Jahr genommen wird. Eine kleiner Teil (etwa 3%) allerdings litt unter Übelkeit und Verdauungsbeschwerden.

Es gab aber Diskussion über die Sicherheit der Produkte, da sie aus Knorpeln aus Rind gewonnen werden. Bisher gibt es aber keinerlei Hinweise darauf, dass Tierkrankheiten wie BSE auf den Menschen übertragen worden wären. Knorpel zählen nicht zu den Risikogeweben, außerdem gibt es neue Gewinnungsmethoden, die keine Materialien aus Rindern verwenden.

 

Gegenanzeigen

Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt wegen fehlender Daten und bestehender Unsicherheiten aus Vorsorgegründen, dass schwangere oder stillende Frauen, Kinder, Jugendliche und Personen, die gerinnungshemmende Medikamente einnehmen, auf Nahrungsergänzungsstoffe mit Chondroitinsulfat verzichten sollten.

Personen mit Allergien auf Fischeiweiß sollten darauf achten, dass die Produkte mit Chondroitinsulfat nicht aus Haifischgewebe oder anderen Fischen gewonnen wurde.


Anwendungsgebiete

Chondroitinsulfat: das letzte Wort ist noch nicht gesprochen

Verschiedene Studien konnten eine positive Tendenz bei Knorpelerkrankungen feststellen, dennoch sind die Effekte klein und klinisch kaum relevant. Glucosamin wirkte schwach, Chondroitinsulfat war noch etwas schwächer. Auch die Kombination beider Stoffe (Chondoritinsulfat plus Glucosamin) erbrachte keinen Vorteil.

Die größte bisher verfügbare Studie welche mehrere Untersuchungen mit insgesamt ca. 4000 Patienten vergleichend auswertet, kommt zu dem Schluss, dass Chondoritinsulfat keine Wirkung hat. Bemängelt wird, dass viele ältere Studien – die positiv ausfielen – nicht korrekt durchgeführt wurden. Desweiteren dürfte sowohl die Herkunft des Chondroitinsulfats, als auch die Aufarbeitung erheblichen Einfluss auf die Wirkung haben. Da so viele Dinge ungeklärt sind, wird in den offiziellen Therapieleitlinen Chondroitinsulfat nicht als Maßnahme empfohlen. Einige Abteilungen, vor allem im Bereich Sportmedizin, sprechen sich dennoch für die Einnahme aus. Nach Erfahrungen im ärztlichen Alltag gebe es bei einem Teil der Patienten positive Wirkungen, wenn das Präparat lange genug eingenommen wird.

Außerdem dürften die Schmerzen deutlich langsamer auf die Therapie ansprechen als der Knorpelverlust selbst. Genau dies wird verschleiert, wenn man nur die Beschwerden aufzeichnet. Auch die Röntgenuntersuchungen des Gelenks lassen den Zustand des Knorpels nicht genau beurteilen. Die wesentlich modernere Magnetresonanztomographie liefert ein besseres Bild. Nach einer neueren Studie mit dieser Methode ist der Knopelverlust nach 6 Monaten Therapie verlangsamt und nach einem Jahr sei ein Gewinn an Korpelmasse messbar. Die Bewertung von Chondoritinsulfat für die Therapie muss wohl unter diesen Aspekten neu bestimmt werden.

Anwendungen unterteilt nach Wirksamkeit

Laut Volksmedizin und Ärzte-Erfahrung hilft Chondroitinsulfat bei

Es liegen zahlreiche Hinweise vor, die eine Wirksamkeit annehmen lassen, weshalb die Heilpflanze in der Praxis verwendet wird. Dennoch sind bisher nicht alle Kriterien erfüllt, die für eine volle Beweiskraft notwendig sind.
  • Arthrose, Gelenkverschleiß
  • Arthritis, entzündliche Gelenkerkrankung
  • Schuppenflechte
  • Blasenleiden (überaktive Blase, Blasenentzündung, chronische Harnwegsinfekte)
Links zu den Erkrankungen, bei denen Chondroitinsulfat helfen kann