" /> Cranberry: Anwendungen und Wirkungsweise - PhytoDoc

Cranberry

Dem Harninfekt die rote Karte zeigen

Cranberries (Vaccinium macrocarpon) sind getrocknet oder gekocht nicht nur wohlschmeckend, sie schützen präventiv vor wiederkehrenden Blasenentzündungen. Viele Frauen schwören daher auf die Wirkung der roten Beere und essen die getrockneten Früchte oder trinken Cranberry-Saft zur Vorbeugung. Mittlerweile sind auch Kapseln mit Cranberry-Extrakt erhältlich, die prophylaktisch eingenommen werden können und einen höheren Wirkstoffgehalt aufweisen. Das Wirkprinzip der Inhaltsstoffe ist genial: Sie besitzen die Eigenschaft, Keimen die Anheftung an Schleimhäute zu erschweren, so dass diese ohne Schaden anzurichten, einfach ausgespült werden.

Die Kranbeere (hier mehr zur Namensherkunft), wie sie in Norddeutschland auch bezeichnet wird, ist außerdem reich an Antioxidantien, Mineralien und Vitaminen. Dank des hohen Vitamin-C-Gehaltes werden Mangelerscheinungen oft mit Cranberries behandelt. Im großen Stil angebaut wird die Kranbeere in Nordamerika, wo sich die Beeren jedes Jahr zu Thanksgiving, dem amerikanischen Erntedankfest, großer Beliebtheit erfreuen.

Cranberry
Kleine Blätter, große Früchte: Die Großfrüchtige Moosbeere (Vaccinium macrocarpon) macht ihrem Namen alle Ehre. Bei uns sind sie besser bekannt unter dem Namen Cranberries. © C. Heyer/PhytoDoc

Anwendungsgebiete: Wogegen hilft Cranberry?

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Cranberries und Preiselbeeren sind seit langem genutzte Heilpflanzen. Studien über die Beere deuten insgesamt darauf hin, dass der Saft oder Tabletten mit konzentrierten Extrakten gegen Harnwegsinfekte wirksam sind. Nicht alle Studien kommen jedoch zu einem positiven Ergebnis. Eine vorbeugende Wirkung bei Frauen mit wiederkehrenden Harnwegsinfekten wurde in zwei Studien eindeutig gezeigt. Bei anderen Patientengruppen sowie bei akuter Blasenentzündung ist die Wirkung noch nicht gesichert.

Die Forschungsergebnisse bei anderen Anwendungsgebieten wie Herzkreislauferkrankungen, Mundhygiene, Krebs sind nur als Hinweise für eine mögliche Wirkung zu werten. Weitere Studien müssen folgen. Zu klären ist auch, wie die Stoffe aus der Cranberry zu verarbeiten und dosieren sind, um im Blut oder Urin wirksame Konzentrationen zu erzeugen.

Anwendungen unterteilt nach Wirksamkeit
Gesicherte Wirksamkeit
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Für diese Anwendungsgebiete liegen eindeutige klinische Studien vor, um von einer Wirksamkeit auszugehen. Die Wirksamkeit wurde von mindestens einer der maßgeblichen Bewertungskommissionen (Kommission E/ESCOP/HMPC/WHO) verbindlich festgestellt.
  • Harnwegsinfekt: vorbeugende Wirkung bei Frauen mit wiederkehrenden Infekten
  • Vitamin C-Mangel, Skorbut

Wirksamkeit laut Erfahrung

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Es liegen zahlreiche Hinweise aus einer langen Anwendungstradition in der Volksmedizin und in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde vor, die eine Wirksamkeit annehmen lassen. Dennoch sind bisher nicht alle Kriterien erfüllt, die für eine volle Beweiskraft notwendig sind. Falls es klinische Studien gibt, haben die Ergebnisse nicht zweifelsfrei überzeugt.
  • Arteriosklerose und Herz-Kreislauferkrankungen, vorbeugend
  • Nachbehandlung bei Antibiotikaeinsatz (wegen Blasenentzündung oder Helicobacter)

Nicht gesicherte Wirksamkeit

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Die Hinweise aus traditioneller Anwendung oder Laborversuchen sind zu wenig überzeugend und gehen über einen experimentellen Status nicht hinaus. Es gibt bisher keine korrekten oder positiven klinischen Studien.
  • akute Blasenentzündung
  • Magenschleimhautentzündung durch Helicobacter pylori
  • Paradontitis und Mundhygiene

Links zu den Erkrankungen, bei denen Cranberry helfen kann

Wie wirken Cranberries?

Cranberry-Früchte vereinen mehrere gesundheitlich positive Eigenschaften. Neben einem Reichtum an Mineralien und Vitaminen weisen sie mit Abstand die meisten Antioxidantien unter den Früchten auf. Eine Besonderheit der Cranberries sind ihre antibakteriellen Effekte. Sie beruhen aber offensichtlich nicht auf einer antibiotischen Wirkung, sondern einem „Haftschutz“: Charakteristisch für Krankheitserreger ist ihre Klebrigkeit. Sie haften an allen Oberflächen wie der Mundschleimhaut, der Blasen- und der Darmwand. Häufig bilden sie mit anderen Bakterien Filme und Beläge aus. Die Inhaltsstoffe der Cranberry greifen hier ein und fördern das Auswaschen der Keime mit Sekreten wie Speichel und Urin.

Gegen bakterielle Infektionen

Die am besten belegte Eigenschaft von Cranberry-Saft ist die Wirkung gegen bakterielle Harnwegsinfekte. Auch der Magenkeim Helicobacter pylori – welcher mit Magenkrebs in Verbindung gebracht wird – soll sich damit bekämpfen lassen.

Bei Herz-Kreislauferkrankungen

Versuche haben gezeigt, dass Antioxidantien effektiv die Initialreaktion der Arteriosklerose verhindern können: die Oxidation von LDL-Cholesterin („schlechtes“ Cholesterin). Sie lindern auch entzündliche Vorgänge in den Gefäßen. Es ist möglich, dass auch die Cranberry diese positive Wirkung hat.

Zahnhygiene

Laborversuche haben gezeigt, dass isolierte Produkte aus Cranberry die Entstehung von Zahnbelag reduzieren und die Zahl schädlicher Bakterien im Zahnbelag vermindern. Cranberry-Produkte könnten darüber hinaus die Behandlung von Paradontitis im Sinne einer „Entzündungshemmung“ unterstützen.

Krebs

Es ist seit langem bekannt, dass Antioxidantien die Entstehung von Krebs hemmen können. Auch Cranberry-Inhaltsstoffe wurden diesbezüglich getestet. In Laborversuchen reduzieren diese Stoffe die Häufigkeit der Krebsentstehung. Darüber hinaus wurde damit das Wachstum von Krebszellen und deren Metastaseaktivität reduziert und der „kontrollierte Zelltod“ gefördert.

Allerdings sind dies nur Versuche unter Laborbedingungen. Ob dieselben Wirkungen beim Menschen auftreten, ist unklar. Es muss außerdem geprüft werden, ob die im Blut ankommende Menge der Inhaltsstoffe für diese Wirkung hoch genug ist.

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