Ginseng

Die Ginseng-Wurzel (Panax ginseng) ist eines der ältesten Heilmittel Chinas. Die Wurzel wird traditionell bereits seit mehreren Jahrtausenden zur Stärkung und Kräftigung bei Müdigkeit oder Schwächegefühl verabreicht. Auch auf ein Leistungstief bzw. Konzentrationsschwächen wirkt der Ginseng positiv. Leistungssportler verwenden Ginseng-Produkte nach intensiven Trainingseinheiten oder Wettkämpfen, um die Erholungszeit zu verkürzen. Er hilft außerdem bei der Rekonvaleszenz nach einer Krankheit. In der Pharmazie werden vor allem die getrockneten Wurzeln des Ginsengs verarbeitet. Diese sind besonders reich an Ginsenosiden, ätherischen Ölen, Phytosterolen und Peptidoglykanen. Ginseng-Produkte werden in Form von Kapseln, Tabletten, als zerstoßenes Pulver oder Extrakt angeboten. Die volle Wirkung entfaltet sich meist nach einer Zeitspanne von 3-4 Wochen.

Ginseng
Ginsengwurzel-Ernte in Walsrode. In Asien ist Ginseng das Symbol für Gesundheit und ein langes Leben. © Florafarm

Anwendungsgebiete: Wogegen hilft Ginseng?

Ginseng: Diese Wurzel stärkt

Ginseng gehört zu den bedeutendsten Heilmitteln der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Die sehr gute Verträglichkeit bestätigte sich in der Anwendung seit Tausenden von Jahren in Asien und auch in neueren europäischen Studien. So wurden viele überlieferte Eigenschaften durch klinische Studien bestätigt: Ginseng hebt die Stimmung, stellt die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit durch Erschöpfung und Müdigkeit wieder her und  fördert bei Krankheit die Rekonvaleszenz. Viele der weiteren Anwendungsgebiete stützen sich nur auf traditionelle Anwendungsbeobachtungen.

Er ist kein Medikament im herkömmlichen Sinne, denn er wirkt nicht gezielt gegen eine spezifische Krankheit, sondern bei allgemeinen Schwäche- und Ermüdungszuständen (Tonikum, Adaptogen).

Billige Ginseng-Fertigpräparate sind häufig unterdosiert, vor allem wenn sie als Nahrungsergänzungsmittel in Verkehr gebracht werden. Extrakte, die neben einem hohen Gehalt an Ginsenoiden weitere Ginsenginhaltsstoffe mit konstanten Mindestgehalten enthalten, sind daher empfehlenswert.

Anwendungen unterteilt nach Wirksamkeit
Gesicherte Wirksamkeit
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Für diese Anwendungsgebiete liegen eindeutige klinische Studien vor, um von einer Wirksamkeit auszugehen. Die Wirksamkeit wurde von mindestens einer der maßgeblichen Bewertungskommissionen (Kommission E/ESCOP/HMPC/WHO) verbindlich festgestellt.
  • Müdigkeit
  • Rekonvaleszenz (Beschleunigen der Erholung nach Krankheit)
  • Schwächezustände und Erschöpfung: Stärkung der geistigen und körperlichen Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit, Vorbeugung von Schwächezuständen

Wirksamkeit laut Erfahrung

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Es liegen zahlreiche Hinweise aus einer langen Anwendungstradition in der Volksmedizin und in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde vor, die eine Wirksamkeit annehmen lassen. Dennoch sind bisher nicht alle Kriterien erfüllt, die für eine volle Beweiskraft notwendig sind. Falls es klinische Studien gibt, haben die Ergebnisse nicht zweifelsfrei überzeugt.
  • Anti-Aging, antioxidativ
  • Abwehrschwäche
  • chronisches Erschöpfungssyndrom (Depression/Erschöpfung/Burn-Out)
  • Diabetes (nicht gesichert)
  • Gedächtnis und Lernleistung, Steigerung, zentral aktivierend
  • Impotenz
  • klimakterische Beschwerden
  • Konzentrationsschwäche
  • Lungenfunktion, Unterstützung (bei Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen)
  • Magen-Darm-Beschwerden (Gastritis und Geschwüre), Unterstützung einer gesunden Darmflora
  • Resistenzsteigerung gegenüber verschiedenen Arten von Stress (physikalisch, chemisch, biologisch)
  • sportliche Belastung, Förderung der Erholung
  • Stress

Nicht gesicherte Wirksamkeit

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Die Hinweise aus traditioneller Anwendung oder Laborversuchen sind zu wenig überzeugend und gehen über einen experimentellen Status nicht hinaus. Es gibt bisher keine korrekten oder positiven klinischen Studien.
  • Alzheimer
  • Fettwerte, hohe
  • Husten, Tuberkulose
  • Krebsvorbeugung, Stärkung bei Krebserkrankungen
  • Leberkrankheiten
  • Rheuma
  • Schwangerschaftserbrechen

Links zu den Erkrankungen, bei denen Ginseng helfen kann

Praktische Anwendung: Produkte und Hausmittel

Ginseng wird als ganze getrocknete Wurzel oder in Kapseln, Tabletten, als zerstoßenes Pulver, Extrakt und Tonikum vertrieben.

Dosierung

Innerliche Anwendung
Tagesdosis: Eingenommen werden üblicher Weise 1–2 g (bis zu 3 g) der getrockneten Wurzel oder 200–600 mg Extrakt. Die Menge kann gekaut oder als Teeaufguss  (Instanttee, Teebeutel a 3 g oder Ginsengpräparate) eingenommen werden.

Hinweis: Um die volle Wirkung zu erzielen, soll die Behandlung mindestens 3–4 Wochen (bis zu 3 Monaten) dauern.

Heilwirkung von Ginseng

Von den chinesischen Arzneipflanzen ist die Ginsengwurzel die bekannteste. Sie gilt als das älteste Heilmittel und wird in China seit Jahrtausenden genutzt. Ginseng genießt einen guten Ruf als Stärkungsmittel („Adaptogen“), denn er steigert die körpereigene Abwehr gegen Stress und Krankheiten. Das schließt auch die Widerstandskraft gegen radioaktive Strahlung, virale Infekte, Sauerstoffmangel (bei Verschlusserkrankungen), Alkohol und andere Gifte mit ein.

Viele überlieferte Eigenschaften wurden durch klinische Studien bestätigt: Ginseng hebt die Stimmung, verbessert die physische und intellektuelle Leistung und fördert die Rekonvaleszenz. Daneben werden verschiedene Hormonprozesse und Stoffwechselvorgänge, wie die Immunreaktion stimuliert. Eine Studie an Krebspatienten zeigte eine Verbesserung verschiedener Parameter - eine Steigerung des Energieniveaus, der körperlichen Gesundheit sowie eine Reduktion der Müdigkeit.

Ginseng führt über eine Erweiterung der Adern zu einer verbesserten Durchblutung des Gehirns. Zahlreiche Labor- und Tierversuche sowie Studien belegen eine Wirkung bei Diabetes und einem gestörten Insulinhaushalt. Auch für die Anwendung zur Steigerung der Libido und bei Impotenz gibt es stützende Daten.

Einige kleinere Tests, die an Athleten durchgeführt wurden, zeigten eine Steigerung der Sauerstoffaufnahme, eine verstärkte Leistungsfähigkeit und eine langsamere Abnahme der Fitness nach dem Trainingsstopp.

Ginseng erhöht die Ausschüttung verschiedener Neurotransmitter (Dopamin, Noradrenalin, Serotonin) und fördert so die Gehirnaktivität. Ein Tierversuch an Kaninchen zeigte, dass nach Verabreichung von Ginsengextrakt das Gehirn vermehrt den Brennstoff Zucker aufnimmt und ökonomischer nutzt.

Wirkstoffe

Ginsenoside: komplexes Gemisch von Triterpensaponinen (bis zu 6%) mit 20(S)-Protopanaxadiol und 20(S)-Protopanaxatriol als Aglyka: Rg1, Rc, Rd, Rb1, Rb2 und Rb0

Polyacetylene: Ginsenoyne A–K

ätherisches Öl