Ingwer
Wirkungsweise
Die deutsche Expertengruppe zur Wirksamkeit und Sicherheit von Arzneipflanzen (Kommission E)* bewertete Ingwer positiv auf Grund seiner Wirkungen gegen Magen-Darm-Beschwerden und der Verhinderung von Reisekrankheiten. In ihrer Monographie beschreibt sie folgende Wirkungen des Ingwers:
- Ingwer verhindert Übelkeit und Erbrechen
- Ingwer steigert die Kontraktionskraft des Herzmuskels
- Ingwer fördert die Speichel- und Magensaftsekretion
- Ingwer treibt die Galle an
- Ingwer steigert die Darmbewegung und -anspannung
Im Folgenden werden einige wissenschaftliche Studien mit Ingwer vorgestellt.
Antioxidative Wirkung (Schutz der Körperzellen vor der Oxidation mit freien Radikalen)
- Bei Ratten verhinderte die Fütterung von Ingwerextrakt die Fettoxidation (Lipidperoxidation, eine Reaktion, bei der gewebeschädigende Substanzen und Radikale entstehen). Weiterhin erhöhte sich der Glutathion-Gehalt. Diese Substanz schützt Enzyme und andere Substanzen vor Oxidation und ist an Entgiftungsprozessen beteiligt. Bei Ratten, die mit chemischen Substanzen (Pestiziden) gefüttert wurden, verringerte sich der oxidative Stress stark, wenn sie zusätzlich Ingwer erhielten.
- In einem anderen Tierexperiment wurden Mäuse einer Strahlenbelastung ausgesetzt. Bei den Mäusen, die vor der Bestrahlung Ingwerextrakt erhielten, waren die Folgen der Bestrahlung geringer als bei den Mäusen, die keinen Ingwer erhalten hatten. Strahlenkrankheiten und Sterblichkeit waren deutlich geringer. Auch hier verringerte sich die Lipidperoxidation und der Gehalt von Glutathion in der Leber stieg nach der Strahlenbelastung wieder an. Erklärung: Ingwer enthält bestimmte Inhaltsstoffe, die freie Radikale abfangen können.
Arteriosklerose
- Bei genetisch veränderten Labormäusen konnte durch die orale Einnahme von Ingwer-Extrakt die Entwicklung von Arteriosklerose (Arterienverkalkung) verzögert werden. Die Konzentrationen von Plasma- und LDL-Cholesterin wurden gesenkt und die Empfindlichkeit von LDL gegenüber Oxidation (ein wichtiger Schritt bei der Entwicklung der Arteriosklerose) nahm ab.
- Um in einem Tierexperiment eine Arteriosklerose auszulösen, wurden Kaninchen 75 Tage mit Cholesterin gefüttert. Eine anschließende Fütterung mit Ingwer konnte Gefäßveränderungen teilweise verhindern.
Krebs
Bei Ratten, die mit einem Krebs auslösenden Stoff (einem Karzinogen) behandelt wurden, unterdrückte die Gabe von Ingwer die Entstehung von Dickdarmkrebs.
Magen
Die Magenschleimhaut vieler Menschen ist mit dem Bakterium Helicobacter pylori besiedelt. Es kann Magenkrebs, Verdauungsbeschwerden und Magengeschwüre auslösen. Eine amerikanische Forschergruppe testete im Reagenzglas die Wirkung eines Ingwerextrakts gegen dieses Bakterium. Dabei stellten die Forscher fest, dass der Extrakt aus dem Ingwer-Wurzelstock das Wachstum dieses Bakteriums hemmt.
Übelkeit und Erbrechen
Seit Jahrhunderten schätzen die Fischer in der Karibik die vorbeugende Wirkung des Ingwers gegen Seekrankheit. Inzwischen wurde die Wirkung gegen Brechreiz in Tierversuchen und vielen klinischen Studien wissenschaftlich bestätigt.
Schwangerschaft
Bezüglich der Anwendung von Ingwer gibt es widersprüchliche Angaben in der Literatur: Die Kommission E rät davon ab, Ingwer gegen Schwangerschaftserbrechen anzuwenden. Dennoch gibt es klinische Studien, in denen Ingwer erfolgreich gegen Übelkeit während der Schwangerschaft eingesetzt wurde.
Da der Wirkmechanismus noch nicht erforscht ist, sollte man Ingwer während der Schwangerschaft nur mit Vorsicht genießen. Gelegentlich wird sogar gewarnt, dass Ingwer Wehen auslösen könne.
Übergewicht
Neuerdings wird Ingwer als Schlankheitsmittel angepriesen, da er angeblich die Blutgefäße erweitern, die Körpertemperatur erhöhen und den Stoffwechsel steigern soll.
Japanische Forscher fütterten Mäuse über 8 Wochen mit einer fettreichen Diät. Eine Gruppe der Mäuse erhielt zusätzlich wässrigen Ingwerextrakt. Diese Gruppe nahm weniger zu als die „Kontrollmäuse“. Die Wissenschaftler vermuten, dass Inhaltstoffe von Ingwer die Fettaufnahme durch den Darm hemmen.
Schmerz und Entzündung
Im Reagenzglas wurde gezeigt: Inhaltsstoffe des Ingwers hemmen Reaktionen, die Entzündungen auslösen können.
Leber
Im Reagenzglas konnten Inhaltsstoffe des Ingwers Leberzellen schützen, die durch Chemikalien geschädigt waren.
Zintona
bei Reisekrankheit (Übelkeit, Erbrechen, Schwindel)
Kontrollierte klinische Studien haben erwiesen, dass Ingwer ein wirksames Mittel gegen Übelkeit ist (postoperative Übelkeit, Chemotherapie, See- und Reisekrankheit). Ob sich Ingwer auch zur Behandlung der Schwangerschaftsübelkeit eignet, ist nicht abschließend geklärt.
Ingwer wird derzeit lebhaft wissenschaftlich untersucht und man fand zahlreiche nützliche Wirkungen in Extrakten der Pflanze: sie stärken die Abwehr von Krankheiten durch ihre antibiotische und immunstimmulierende Wirkung. Ingwer fördert die Sekretion der Verdauungssäfte und die Darmbewegung. Nach Angaben der WHO kann Ingwer auch gegen entzündliche Erkrankungen wie Magengeschwüre und rheumatische Beschwerden zum Einsatz kommen. Zur seiner antioxidativen, antientzündlichen und anti-arteriosklerotischen Wirkung liegen zahlreiche Labor und Tierversuche vor. Ingwer soll vor Krebs schützen und den Blutzucker senken.

- Verdauungsbeschwerden (Dyspeptische Beschwerden)
- Vorbeugung vor Reisekrankheit
Laut Volksmedizin und Ärzte-Erfahrung hilft Ingwer bei

- Appetitlosigkeit, Anregung der Verdauungssäfte
- Arteriosklerose
- Cholesterinämie, cholesterinsenkend
- Durchfall
- Dyspepsie, Blähungen
- Kolikschmerzen
- Krebs, Vorbeugung
- Magenbeschwerden
- Rheuma und Muskelschmerzen
- Schwangerschaftsübelkeit (fraglich)
- Übelkeit, postoperative
- Übergewicht, Reduktion der Gewichtszunahme
- Vorbeugung der Alterung (antioxidativ)
Links zu den Erkrankungen, bei denen Ingwer helfen kann
- Augen:
- Herz, Kreislauf und Gefäße:
- Körperregionen übergreifende Symptome:
- Magen, Darm und Speiseröhre:
- Psyche und Sucht:
