Isländisch Moos

Aussehen und Herkunft

Isländisch Moos zählt weder zu den Blütenpflanzen noch – wie der Name vermuten lassen könnte – zu den Moosen.  Es handelt sich um eine Flechte, eine symbiotische Lebensgemeinschaft aus Alge und Pilz. Das bedeutet, sowohl Alge als auch Pilz haben einen Nutzen von der Partnerschaft.

Isländisch Moos wächst auf dem Erdboden oder auf Felsen und wird bis zu 10 cm hoch. Es bildet feine, geweihförmig verzweigte Gewebslappen von olivbrauner Farbe. Unterseits sind sie grau gefärbt. In nordischen Ländern war Isländisch Moos ein Hausmittel gegen Lungenkrankheiten und Entkräftung. Aus dem Mehl der Flechte wurde früher eine Art Brot hergestellt.

Flechten sind über die ganze Welt verbreitet. Von der Gattung Cetraria werden zwei Arten pharmakologisch genutzt: C. islandica und C. ericetorum. Damit entfernt verwandt sind die Bartflechten (z. B. Usnea barbata), die ebenfalls Verwendung finden. Das Naturvolk der Khoisan in Südafrika sammelt die auf Felsen wachsenden Parmelia–Arten zu Heilzwecken.

Isländisch Moos kann nicht angebaut werden und wird daher am Wildstandort gesammelt. Verwendet wird der ganze Flechtenkörper (Lichen islandicus = Cetrariae lichen). Das Material stammt meist aus arktischen Regionen und kalten Gebieten der Nordhemisphäre; Hauptlieferländer sind die skandinavischen Länder, osteuropäische Länder, aber auch Kanada.

Anwendungsgebiete


Isländisch Moos hat eine lange Anwendungstradition und ist seit dem 17. Jahrhundert unter Namen wie Lungenmoos oder Fiebermoos bekannt. Die Kommission E erkennt die Anwendung bei Husten, Schleimhauterkrankungen und Appetitmangel an. Versuche deuten zudem auf eine immunmodulierende Wirkung hin (d. h. eine anregende sowie dämpfende Wirkung). Auch eine Anwendung bei Krebs wird geprüft.

Es werden vorwiegend Zubereitungen in Form von Lutschpastillen hergestellt, da sich Isländisch Moos aufgrund seines hohen Schleimstoffanteils sehr gut als Schleimhautschutz in Mund und Rachen eignet.

Anwendungen unterteilt nach Wirksamkeit Gesicherte Wirkung (nach Einschätzung Kommission E/ESCOP) Hier gibt es gute wissenschaftliche Studien, die in ausreichender Zahl vorhanden sind und die Wirksamkeit der Heilpflanze bei dem genannten Anwendungsgebiet bestätigt. Die Bewertung der Daten nahm die Kommission E von 1978 bis 1995 vor und erstellte so genannte Positiv-Monographien.
  • Appetitmangel: bitteres Tonikum
  • Reizhusten: hustenreizstillend, auswurffördernd (auch für Kinder geeignet)
  • Schleimhauterkrankungen von Mund- und Rachenraum

Laut Volksmedizin und Ärzte-Erfahrung hilft Isländisch Moos bei

Die Wirksamkeit wird vermutet, ist aber noch nicht ausreichend belegt. Das heißt, bei diesen Anwendungsgebieten waren die Ergebnisse der bisherigen klinischen Studien nicht eindeutig oder es sind zu wenige Studien oder aus Kostengründen noch keine wissenschaftlichen Studien durchgeführt worden. Das Fehlen überzeugender Beweise für die Wirksamkeit der Heilpflanze bei diesem Anwendungsgebiet ist aber nicht gleichbedeutend mit deren Unwirksamkeit. Es kann durchaus sein, dass weitere Untersuchungen die Wirksamkeit in Zukunft belegen.
  • Blähungen
  • Bronchitis, chronische, Keuchhusten
  • Durchfall
  • Erschöpfung, Tonikum
  • Gallenleiden
  • Hals, kratzender, reizmildernd
  • Heiserkeit
  • Infekte der oberen Atemwege
  • Katarrhe
  • Magendarmentzündung, Gastritis
  • Übelkeit und Brechreiz (Schwangerschaftserbrechen und bei Migräne; nicht belegt)
  • Wunden, schwer heilend: immunstimulierend und entzündungshemmend
Links zu den Erkrankungen, bei denen Isländisch Moos helfen kann