Johanniskraut

Gewinnung

Die Ernte von Johanniskraut findet zur Blütezeit statt. Dabei wird der sog. Blütenhorizont gewonnen. Dies sind die oberen 20 cm der Pflanze mit Stängeln, Blättern und Blüten. Anschließend werden die Pflanzen schonend getrocknet. Die getrockneten und zerkleinerten Pflanzenteile werden mithilfe eines geeigneten Lösungsmittels (z.B. Alkohol-Wassergemisch) extrahiert. Dabei werden die wichtigen Inhaltsstoffe aus der Pflanze herausgelöst. Das Lösungsmittel wird anschließend unter Ausschluss von Luft (Vakuum) verdampft.

Wirkstoffe

  • 2 – 4 % Hyperforin (vermutlich ein Isoprenoid)
  • 2 – 4 % Flavonoide (Hyperosid, Rutosid, 3,8’-Biapigenin
  • 0,1 % Naphthodianthrone (Hypericin und Pseudohypericin)
  • Emodinanthranol
  • 10 % Catechingerbstoff
  • ätherisches Öl
Anwendungsgebiete
Produkt
Anzeige

Die wichtigste Indikation von Johanniskraut ist die Behandlung von leichten Depressionen, Stimmungsschwankungen, Angst- und nervösen Zuständen. Zur Wirkung liegen zahlreiche positive klinische Studien vor.

Im Altertum war Johanniskraut ein Mittel zur Wundheilung. Johanniskraut wird auch heute noch bei Wunden und Verbrennungen, ferner bei Magen- und Darmentzündungen verwendet. Experimentell wurden für Johanniskrautextrakte auch antivirale Effekte gezeigt; wegen den starken Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten war es zur Behandlung von HIV nicht geeignet. Die WHO befürwortet Johanniskraut nur bei äußeren viralen Infektionen.

Achtung: Hypericin kann bei hellhäutigen Menschen in Kombination mit Sonnenlicht zu schädlichen Reaktionen führen. Schützen Sie Haut und Augen!

Konzentrierte Johanniskrautextrakte haben zahlreiche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Wenn Sie Medikamente einnehmen, fragen Sie erst Ihren Arzt, ob Sie Johanniskrautpräparate einnehmen können!

Anwendungen unterteilt nach Wirksamkeit Gesicherte Wirkung (nach Einschätzung Kommission E/ESCOP) Hier gibt es gute wissenschaftliche Studien, die in ausreichender Zahl vorhanden sind und die Wirksamkeit der Heilpflanze bei dem genannten Anwendungsgebiet bestätigt. Die Bewertung der Daten nahm die Kommission E von 1978 bis 1995 vor und erstellte so genannte Positiv-Monographien.

innerliche Anwendungen

  • Angst und/oder nervöse Unruhe
  • depressive Verstimmungszustände
  • dyspeptische Beschwerden
  • Psychovegetative Störungen
  • Verdauungsbeschwerden (ölige Johanniskrautzubereitungen)

 äußerliche Anwendungen (ölige Johanniskrautzubereitungen):

  • Behandlung und Nachbehandlung von scharfen und stumpfen Verletzungen
  • Muskelschmerzen (Myalgien)
  • Verbrennungen 1. Grades

Laut Volksmedizin und Ärzte-Erfahrung hilft Johanniskraut bei

Die Wirksamkeit wird vermutet, ist aber noch nicht ausreichend belegt. Das heißt, bei diesen Anwendungsgebieten waren die Ergebnisse der bisherigen klinischen Studien nicht eindeutig oder es sind zu wenige Studien oder aus Kostengründen noch keine wissenschaftlichen Studien durchgeführt worden. Das Fehlen überzeugender Beweise für die Wirksamkeit der Heilpflanze bei diesem Anwendungsgebiet ist aber nicht gleichbedeutend mit deren Unwirksamkeit. Es kann durchaus sein, dass weitere Untersuchungen die Wirksamkeit in Zukunft belegen.
  • Alkoholkrankheit, Nikotinsucht: Erleichterung der Entwöhnung
  • Chronische Müdigkeit
  • Einschlafstörungen, Schlafstörungen
  • Gedächtnisschwäche
  • Herzbeschwerden, funktionelle
  • Neurodermitis
  • prämenstruelles Syndrom, Menstruationsbeschwerden
  • psychosomatische Bauchschmerzen
  • Reizblase, nächtliches Einnässen
  • virale Erkrankungen (Influenza, Herpes, Poliovirus II, HIV)
Links zu den Erkrankungen, bei denen Johanniskraut helfen kann