Kamille

Aussehen und Herkunft

Die Echte Kamille (Matricaria recutita) zählt zur Familie der Korbblütler. Die 10-60 cm hohe Pflanze ist ein einjähriges Kraut mit mehrfach gefiederten, wechselständigen Laubblättern. Die gestielten Blütenköpfe haben einen Durchmesser von 10-28 mm.  Kamille hat einen charakteristischen, aromatischen Duft und einen kegelig vorgewölbten, hohlen Blütenboden. Diese Merkmale unterscheiden sie eindeutig von der Geruchlosen Kamille (Matricaria inodora). Die Blüten sind in der Mitte gelb, die äußeren Zungenblüten weiß gefärbt.

Kamillen-Präparate gehören in Deutschland zu den am häufigsten angewendeten Phytopharmaka. Der deutsche Kamillenbedarf in Höhe von rund 3.000 Tonnen wird ausschließlich durch Einfuhren aus verschiedenen Anbauländern gedeckt.

Kamille kommt in ganz Europa einschließlich Skandinavien und in Nordasien vor und wurde in fast allen Erdteilen eingebürgert (Australien, Neuseeland, Südamerika, Nordamerika).

Anwendungsgebiete
Produkt
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Kamillenextrakte weisen eine ausgeprägte entzündungshemmende Wirkung auf. Sie können äußerlich und innerlich mit gutem Erfolg bei Entzündungen von Haut und Schleimhaut - wie Mund, Darm und Genitalbereich - eingesetzt werden. Auch bei milderen Magen-/Darmbeschwerden wie Krämpfen und Blähungen ist Kamille nützlich. Eine beruhigende Wirkung wurde ebenfalls nachgewiesen.

Kamille ist sehr gut verträglich und Nebenwirkungen sind bei Pflanzenzubereitungen mit guter Qualität sehr selten. Die Kamille ist wegen der Breite ihres möglichen Einsatzes, ihrer guten Wirkung und des guten Nutzen-Risiko-Verhältnisses eine der wertvollsten Heilpflanzen.

Anwendungen unterteilt nach Wirksamkeit Gesicherte Wirkung (nach Einschätzung Kommission E/ESCOP) Hier gibt es gute wissenschaftliche Studien, die in ausreichender Zahl vorhanden sind und die Wirksamkeit der Heilpflanze bei dem genannten Anwendungsgebiet bestätigt. Die Bewertung der Daten nahm die Kommission E von 1978 bis 1995 vor und erstellte so genannte Positiv-Monographien.
  • Erkrankungen und Entzündungen im Anal-/Genitalbereich (Sitzbäder)
  • Haut- und Schleimhauterkrankungen (incl. Mundhöhle und Zahnfleisch),
  • bakterielle Hauterkrankungen (Akne vulgaris, Dermatitis, Ekzeme, Furunkel, Entzündungen und Wunden allgemein): Förderung der Heilung
  • Luftwege, entzündliche Erkrankungen und Reizzustände der
  • Magen-Darmkrämpfe
  • Magen-Darmtrakt, Entzündungen

Laut Volksmedizin und Ärzte-Erfahrung hilft Kamille bei

Die Wirksamkeit wird vermutet, ist aber noch nicht ausreichend belegt. Das heißt, bei diesen Anwendungsgebieten waren die Ergebnisse der bisherigen klinischen Studien nicht eindeutig oder es sind zu wenige Studien oder aus Kostengründen noch keine wissenschaftlichen Studien durchgeführt worden. Das Fehlen überzeugender Beweise für die Wirksamkeit der Heilpflanze bei diesem Anwendungsgebiet ist aber nicht gleichbedeutend mit deren Unwirksamkeit. Es kann durchaus sein, dass weitere Untersuchungen die Wirksamkeit in Zukunft belegen.
  • Durchfall
  • Hautverletzungen, oberflächliche
  • Insektenbisse
  • Körpergeruch: geruchneutralisierend
  • Leichte Magen-Darmbeschwerden: Dyspepsie, Darmgeräusche, Blähungen
  • Menstruationsbeschwerden, Dysmenorrhoe
  • Pflege der Brustdrüse in der Schwangerschaft und Stillzeit, Brustdrüsenentzündung
  • Säuglingspflege
  • Schutz vor Magen-/Zwölffingerdarmgeschwüren und Übersäuerung des Magens
  • Unruhe, leichte, Schlafstörungen: beruhigend
  • Ulcus cruris, Decubitus, Operationswunden, Dermabrasio
Links zu den Erkrankungen, bei denen Kamille helfen kann