Kümmel

Aussehen und Herkunft

Kümmel ist eine Pflanze aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae = Umbelliferae). Die zweijährige Pflanze bildet im ersten Jahr eine Rosette und wächst im zweiten Jahr zu einer 30 bis 100 cm hohen Pflanze aus. Die verzweigten Stängel sind gerieft und die Blätter doppelt und dreifach gefiedert. Sie tragen am Ende eine aus vielen weißen Einzelblüten zusammengesetzten doldigen Blütenstand. Die kleine eiförmige Frucht spaltet sich bei der Reife in zwei Teilfrüchte. Kümmel ist seit der Antike beliebt und wird auch heute noch zum Würzen von Brot, Kohlgerichten, Käse und Likör genutzt. Einer Sage nach wächst Kümmel besser, wenn man ihn unter Flüchen aussät.

Der Kümmel ist vermutlich eine einheimische Pflanze, kommt aber auch im Mittelmeergebiet und Asien vor. Als Gewürz wird er in vielen Teilen der Welt angebaut.

Verwendet werden in der Pharmakologie die getrockneten Früchte (Kümmel – Carvi fructus) sowie das ätherische Öl (Kümmelöl – Carvi aetheroleum).

Anwendungsgebiete

Kümmel ist ein wirksames Mittel bei Verdauungsbeschwerden und für Erwachsene ebenso geeignet wie für Kinder. Er wirkt krampflösend, verdauungsfördernd und blähungslindernd. Seine Anwendungstradition ist lang. Die Kommission E hat daher seine traditionelle Anwendung als verdauungsförderndes Mittel voll anerkannt.

Wissenschaftliche Untersuchungen zur Wirkung gibt es wenige. Erste Versuche bestätigen aber die krampflösende, entwässernde, schmerzlindernde sowie antibakterielle Wirkung von Kümmel.

Anwendungen unterteilt nach Wirksamkeit Gesicherte Wirkung (nach Einschätzung Kommission E/ESCOP) Hier gibt es gute wissenschaftliche Studien, die in ausreichender Zahl vorhanden sind und die Wirksamkeit der Heilpflanze bei dem genannten Anwendungsgebiet bestätigt. Die Bewertung der Daten nahm die Kommission E von 1978 bis 1995 vor und erstellte so genannte Positiv-Monographien.
  • Blähungen
  • Appetitlosigkeit, verdauungsanregend
  • Verdauungsbeschwerden wie leichte krampfartige Bauchschmerzen und Völlegefühl

Laut Volksmedizin und Ärzte-Erfahrung hilft Kümmel bei

Die Wirksamkeit wird vermutet, ist aber noch nicht ausreichend belegt. Das heißt, bei diesen Anwendungsgebieten waren die Ergebnisse der bisherigen klinischen Studien nicht eindeutig oder es sind zu wenige Studien oder aus Kostengründen noch keine wissenschaftlichen Studien durchgeführt worden. Das Fehlen überzeugender Beweise für die Wirksamkeit der Heilpflanze bei diesem Anwendungsgebiet ist aber nicht gleichbedeutend mit deren Unwirksamkeit. Es kann durchaus sein, dass weitere Untersuchungen die Wirksamkeit in Zukunft belegen.
  • Erkrankungen der Galle
  • Husten, Förderung des Auswurfs
  • Menstruationsbeschwerden, krampflösend
  • Minderdurchblutung der Haut (Badezusatz)
  • Mundgeruch
  • Reizdarm, beruhigend
  • Stillzeit, Förderung der Milchbildung
Links zu den Erkrankungen, bei denen Kümmel helfen kann