Mariendistel
Aussehen und Herkunft
Die Mariendistel gehört wie die Artischocke zu den Korbblütlern (Asteraceae). Die beliebte Heilpflanze bildet im ersten Jahr eine Rosette und wächst im zweiten Jahr zu einer 60-150 cm hohen, blühenden Staude heran. Auffallend schön sind die dunkelgrünen Blätter mit ihrem hellem Marmorierungsmuster und dem dornigem Rand. Sind die purpurvioletten Blüten verblüht, bildet die Mariendistel baunschwarze etwa 6 mm lange Früchte, die durch ihren Pappus („Fallschirm“) mit dem Wind verbreitet werden können.
Die christliche Legende besagt, dass die Gottesmutter Maria auf der Flucht nach Ägypten ihren Sohn Jesus unter einer Distel stillte. Dabei fielen einige Tropfen Milch auf die Blätter und hinterließen weiße Flecken. Deswegen nannte man die Pflanze auch Milch- oder Liebfrauendistel und schrieb ihr zu, die Milchproduktion zu fördern.
Die Herkunft der Mariendistel ist Südeuropa, Nordafrika und Westasien. Sie wurde zunächst in Gärten angepflanzt und wächst inzwischen in Mitteleuropa wild. Auch in Nord- und Südamerika, Australien ist sie eingebürgert.
Man verwendet die reifen Früchte (Cardui mariae fructus) der Mariendistel aus kommerziellem Anbau, seltener die oberirdischen Pflanzenteile.
Iberogast
Pflanzliche Hilfe bei Magen-Darm-Beschwerden
Die Wirksamkeit von Früchten der Mariendistel bei toxischen Leberschäden und Leberzirrhose wurde in kontrollierten klinischen Studien nachgewiesen. Die Kommission E befürwortet die Anwendung bei den genannten Indikationen. Nach der Beurteilung der WHO liegen keine verlässlichen Daten vor. Es wird kritisiert, dass in den Studien über Hepatitis zu wenige Patienten untersucht wurden.
Über die Wirkung der Mariendistel zur allgemeinen Anregung, bei Gallenkoliken, funktionellen Störungen von Leber und Galle, Milzleiden, Gelbsucht und Seitenstechen gibt es keine wissenschaftlichen Belege.
Nach eigenen Beobachtungen an leberkranken Patienten bewirken Leberkuren mit standardisierten Präparaten mit ausreichend Sylimarin eine Verzögerung, teilweise einen Stillstand oder Rückgang der verschiedenen Symptome. Die Patienten haben allgemein eine bessere Leistungsfähigkeit. Die Regeldosis wurde dabei zwei Wochen pro Monat eingenommen.
Wie viele andere Phytotherapeutika wirken Präparate mit Früchten der Mariendistel bei unterschiedlichen Krankheitsprozessen und -ursachen und haben durch die zahlreichen Inhaltsstoffe verschiedene - sich gegenseitig unterstützende – Wirkprinzipien bei geringen Neben- und Wechselwirkungen. Konventionelle Pharmaka dagegen verfolgen meist ein oder wenige Wirkprinzipien und lösen oft unangenehme Nebenwirkungen aus.

- Chronisch entzündliche Lebererkrankung und -zirrhose, unterstützend zur Therapie
- Leberschäden, toxische
- Verdauungsbeschwerden (dyspeptische Beschwerden)
Laut Volksmedizin und Ärzte-Erfahrung hilft Mariendistel bei

- dyspeptische Beschwerden
- Fettleber
- Verdauungsbeschwerden
- Gallensteinen mit Koliken
- Hypotonie (Wirkung nicht belegt)
- Leberleiden: Übelkeit und Migräne, die auf Leberleiden zurückgeführt werden (Wirkung nicht belegt)
- Verstopfung (Wirkung nicht belegt)
Links zu den Erkrankungen, bei denen Mariendistel helfen kann
- Körperregionen übergreifende Symptome:
- Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse:
- Magen, Darm und Speiseröhre:
- Muskeln, Knochen und Gelenke:
- Psyche, Unruhe, Stress und Sucht:



