Pelargonie

Gewinnung

Nach dreijähriger Kultivierung wird die Wurzel der Pelargonie ausgegraben und gewaschen. Der Extrakt wird durch Sickerlaugung mit Wasser gewonnen (Perkolation) meist aber durch alkoholische Lösungsmittel (Mazeration).

Die pharmakologische Aufarbeitung und Einstellung auf einen bestimmten Wirkstoffgehalt ist sehr wichtig, denn der Gehalt an Inhaltsstoffen hängt stark von den Umständen der Kultivierung ab (Boden und Regenfällen).

Wirkstoffe

Die Hauptinhaltsstoffe der Pflanze sind (gilt zum Teil auch für den Spezialextrakt)

  • Cumarine (vorwiegend 7-Hydroxy-5,6-dimethoxycumarin, auch als Umckalin bekannt, sowie mindestens 7 andere Cumarine, Coumaringlycoside und Coumarinsulphate),
  • Gerbstoffe: Gallussäure und Gallussäuremethylester, Flavonoide, Proanthocyanidine wie Prodelphinidine, ferner Gallocatechine und Epigallocatechine
  • Öle: Monoterpene wie Geraniol, (+)-Isomenthon, Citronellol und Phenylethylalkohol.

 

Entscheidend für die Wirksamkeit ist – wie bei vielen pflanzlichen Arzneimitteln – die Gesamtheit des Extrakts. Welcher einzelne Inhaltsstoff für welche Wirkung verantwortlich ist, lässt sich oft nicht exakt zuordnen.

Anwendungsgebiete
Produkt
Anzeige

Umckaloabo wurde bei uns durch eine intensiv betriebene Vermarktung bekannt und hat sich in den letzten Jahren weit verbreitet. Der Preis auf dem Markt erscheint etwas hoch, einige Mediziner sind dennoch von ihrer Wirkung überzeugt.

In der jüngeren Vergangenheit hat man zur Wirkungsweise intensive Forschungsarbeiten betrieben: Entgegen der ursprünglichen Annahme hat die Pflanze – oder der Extrakt EPs 7630 – keine deutlichen antibiotischen Eigenschaften. Sie moduliert jedoch das Immunsystem auf unterschiedliche Weise und trägt so zur besseren Abwehr bzw. Elimination der Krankheitserreger bei.

Die klinischen Studien haben meist die Wirkung auf Erkältungskrankheiten (Bronchitis, Schnupfen, Halsbeschwerden) untersucht. Umckaloabo verringerte die Beschwerden sowie die Dauer der Erkrankungen bei Bronchitis.

Anwendungen unterteilt nach Wirksamkeit Gesicherte Wirkung (nach Einschätzung Kommission E/ESCOP) Hier gibt es gute wissenschaftliche Studien, die in ausreichender Zahl vorhanden sind und die Wirksamkeit der Heilpflanze bei dem genannten Anwendungsgebiet bestätigt. Die Bewertung der Daten nahm die Kommission E von 1978 bis 1995 vor und erstellte so genannte Positiv-Monographien.
  • Bronchitis
  • akute und chronische Infektionen der Atemwege
  • Erkältung

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM, Bonn) hat Umckaloabo im Jahr 2005 die Zulassung als Arzneimittel erteilt. 

Laut Volksmedizin und Ärzte-Erfahrung hilft Pelargonie bei

Die Wirksamkeit wird vermutet, ist aber noch nicht ausreichend belegt. Das heißt, bei diesen Anwendungsgebieten waren die Ergebnisse der bisherigen klinischen Studien nicht eindeutig oder es sind zu wenige Studien oder aus Kostengründen noch keine wissenschaftlichen Studien durchgeführt worden. Das Fehlen überzeugender Beweise für die Wirksamkeit der Heilpflanze bei diesem Anwendungsgebiet ist aber nicht gleichbedeutend mit deren Unwirksamkeit. Es kann durchaus sein, dass weitere Untersuchungen die Wirksamkeit in Zukunft belegen.
  • Durchfall (traditionell)
  • Infektionen von Hals-Nasen-Ohr: Mandelentzündung, Nasenrachenentzündungen
  • Nasennebenhöhlenentzündung
  • Tuberkulose (traditionell)
  • Vermeidung von bakteriellen Infektionen bei bestehenden viralen Erkältungskrankheiten
Links zu den Erkrankungen, bei denen Pelargonie helfen kann