Perubalsam

Gewinnung

Der Perubalsam wird geerntet, wenn die Bäume etwa zehn Jahre alt sind (sie haben dann einen Umfang von ca. 60 cm). Etwa ein Fuß über dem Erdboden wird die äußere Rindenschicht abgeschält und die Stelle vier bis fünf Minuten lang mit einer brennenden Fackel erhitzt. Durch die Verletzung und das Feuer entsteht der Perubalsam. Er wird mit einem aufgelegten Lappen aufgenommen. Nach dem Auskochen der getränkten Lappen erhält man den Lappenbalsam. Der Vorgang wird wiederholt. Zuletzt wird die restliche Rinde abgeschält und zu Pulver verarbeitet. Davon stellt man einen Absud mit Wasser her und erhält den Rindenbalsam. Dieser gilt jedoch als weniger wertvoll. Die Handelsware ist meist ein Gemisch des Lappen- und Rindenbalsam.

Werden Ruhezeiten eingehalten, in denen sich die Bäume erholen können, kann man von ihnen wiederholt ernten.

Mit dem Tolubalsambaum verfährt man anders: Um das Tolubalsam zu gewinnen wird die Rinde an zahlreichen Stellen V-förmig eingeschnitten und der austretenden Saft in kleinen Gefäßen oder auf Blättern aufgefangen. Anschließend wird der rohe Balsam gereinigt.

Wirkstoffe

Balsame sind Weichharze und damit reich an

  • Phenolcarbonsäuren: Benzoesäure, Zimtsäure und 45–70% Benzoesäure- und Zimtsäurebenzylester (insgesamt als Cinnamein bekannt), Alkohole der Benzoe- und Zimtsäure
  • Terpenen: α-Nerolidol, β-Nerolidol,
  • Benzaldehyden: Spuren von Vanillin
Anwendungsgebiete

Die antibiotische Wirkung und die Stimulation der Wundheilung wurden im Labor und in Tierversuchen bestätigt. Sie wurden in den einschlägigen Handbüchern und Standardwerken immer wieder aufgeführt und sind unbestritten. Auch die Kommission E bestätigt die Wirksamkeit in den genannten Anwendungsgebieten.

In angloamerikanischen Ländern und seit Juni 2005 auch in Europa ist der Perubalsam wegen seines (geringen) Allergierisikos von abnehmender Bedeutung – mal wieder ein Beispiel von vielen, bei denen gut wirksame Natur-Substanzen trotz nur geringer Risiken und guter Gesamtwirkung von synthetischen Substanzen abgelöst werden.

Anwendungen unterteilt nach Wirksamkeit Gesicherte Wirkung (nach Einschätzung Kommission E/ESCOP) Für diese Anwendungsgebiete liegt ausreichendes und eindeutiges Material vor, um von einer Wirksamkeit auszugehen. Die Wirksamkeit wurde von den relevanten Bewertungskommissionen verbindlich festgestellt.
  • Schlecht heilende, infizierte Wunden: antiseptisch und wundheilend
  • zur Hautpflege bei Unterschenkelgeschwüren (Ulcus cruris)
  • Verbrennungen
  • Frostbeulen
  • Wundliegen, Dekubitus
  • Prothesendruckstellen
  • Hämorrhoiden

Laut Volksmedizin und Ärzte-Erfahrung hilft Perubalsam bei

Es liegen zahlreiche Hinweise vor, die eine Wirksamkeit annehmen lassen, weshalb die Heilpflanze in der Praxis verwendet wird. Dennoch sind bisher nicht alle Kriterien erfüllt, die für eine volle Beweiskraft notwendig sind.
  • Husten, Auswurf fördernd (expektorierend)
  • Parasiten, Krätzmilben
Links zu den Erkrankungen, bei denen Perubalsam helfen kann