Schwarzkümmel(öl)
Wirkungsweise
In der Volksmedizin wird Schwarzkümmel seit langem gegen eine Vielzahl von Beschwerden eingesetzt. In neueren Veröffentlichungen konnten folgende Effekte nachgewiesen werden:
- blutzuckersenkend
- antioxidativ (gegen freie Radikale)
- leberschützend
- schmerzstillend
- antithrombotisch (gegen Verstopfung von Blutgefäßen durch Blutgerinnsel)
- krampflösend
- bronchienerweiternd
- gegen Tumoren gerichtet
- antibakteriell
Allergie
In der arabischen, asiatischen und afrikanischen Volksmedizin wird Schwarzkümmelöl gegen Allergien eingesetzt. Dazu wurden vier klinische Studien mit insgesamt 152 Patienten durchgeführt, die an allergischen Erkrankungen (Heuschnupfen, Asthma, Allergiedermatitis) litten. In den Studien erhielten sie täglich Schwarzkümmelöl-Kapseln in Dosierungen von insgesamt 40 bis 80 mg/kg. Schwarzkümmelöl erwies sich als wirkungsvoller Zusatz bei der Behandlung von allergischen Erkrankungen.
Blutfette
In kultivierten Mäuseleberzellen verringerten bestimmte Inhaltsstoffe des Schwarzlümmels, die Nigellamine, den Fett (Triglycerid) - Gehalt. Ein Nigellamin erwies sich in seiner Aktivität vergleichbar mit einem Medikament, dem Lipidsenker Clofibrat.
Diabetes
Im Reagenzglas fördert ein fettarmer Extrakt die Freisetzung von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse von Ratten, wodurch der Blutzuckerspiegel gesenkt wird. Die verantwortlichen pharmakologischen Verbindungen sind bisher unbekannt.
Bei diabetischen Ratten senkte Schwarzkümmelöl den Blutzucker. Eine erhöhte Insulin-Freisetzung wurde nicht beobachtet.
Entzündungen
Die entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften des Schwarzkümmels konnten mit einem wässrigen Extrakt der Pflanze an Mäusen bestätigt werden. Im Reagenzglas hemmte der wässrige Extrakt von Schwarzkümmel die Produktion von Stickstoffmonoxid (NO), einem an Entzündungsreaktionen beteiligten Stoffwechselprodukt.
Im Reagenzglas-Versuch wurde festgestellt: Thymochinon, ein wichtiger Inhaltsstoff des Schwarzkümmels, hemmt die Bildung von Leukotrienen in menschlichen Blutzellen. (Leukotriene sind körpereigene Signalstoffe, die eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Asthma und Entzündungen spielen). Eine andere Forschergruppe stellte fest, dass Schwarzkümmelöl die Produktion eines Enzyms, 5-Lipoxygenase, hemmt. Dieses Enzym ist an der Bildung von Leukotrienen beteiligt.
Erhöhter Homocysteinspiegel (Hyperhomocysteinämie)
Bei dieser Stoffwechselstörung ist der Homocysteinspiegel im Blut erhöht. Dadurch steigt das Risiko für Erkrankungen der Herzkranz-, Gehirn- und peripheren Blutgefäße.
Bei Ratten, die an dieser Stoffwechselstörung litten, erhöhten sich die Fett- und Cholesterinkonzentrationen, die Lipidperoxidation und einige Enzymaktivitäten stiegen. Die Vorbehandlung mit einem wichtigen Inhaltsstoff von Schwarzkümmels, dem Thymochinon, verhinderte fast vollständig die krankhaften Reaktionen. Auch die Vorbehandlung mit dem käuflichen Schwarzkümmelöl wirkte zum großen Teil vorbeugend.
Infektionen
Bakterien
Im Reagenzglas wurden die Wirkungen einiger Schwarzkümmelextrakte auf verschiedene Bakterien getestet, die gegen Antibiotika resistent waren. Einige Bakterien waren dagegen empfindlich. Am besten wirkte der rohe wässrige Extrakt und der rohe Alkaloid-Extrakt.
Pilze
Traditionell wird Schwarzkümmel gegen Pilzinfektionen angewendet. In einem Experiment wurde Mäusen der Sprosspilz Candida albicans injiziert, worauf sich Kolonien dieses Pilzes in Leber, Milz und Nieren bildeten. Das Wachstum dieses Pilzes wurde durch Behandlung der Mäuse mit einem wässrigen Schwarzkümmelextrakt gehemmt.
Würmer
In einer Studie wurde die Wirkung von Schwarzkümmelöl auf mit Schistosomiasis mansoni (subtropische Saugwurmgattung) infizierte Mäuse untersucht. Nach einer 2-wöchigen oralen Verabreichung von Schwarzkümmelöl verringerte sich die Anzahl der Würmer in der Leber ebenso wie die Gesamtzahl der Wurmeier in Leber und Darm.
Krebs
Wissenschaftler nehmen an, dass Tumorzellen die Fibrinolyse fördern, das bedeutet, sie begünstigen die Auflösung von geronnenem Blut. 2005 wurde mit menschlichen Tumorzellen im Reagenzglas nachgewiesen, dass Schwarzkümmelöl diese auflösenden Proteine der Tumorzellen hemmt.
Bei Mäusen, bei denen durch eine Chemikalie (20-Methycholanthren) ein Tumor ausgelöst wurde, hemmte Thymochinon im Trinkwasser zum Teil das Auftreten des Tumors und die Tumorbelastung. Auch der Ausbruch des Tumors wurde verzögert. Weiterhin verbesserte Thymochinon - im Vergleich zu den Mäusen, die kein Thymochinon erhielten - die Leberaktivität.
Bei Ratten wurde festgestellt, dass der flüchtige Anteil des Schwarzkümmelöls die Entstehung von Dickdarmkrebs hemmen kann. Dabei wurden keinerlei Nebenwirkungen beobachtet. Im Reagenzglas hemmt der Inhaltsstoff Thymochinon auch das Wachstum von Krebszellen des Dickdarms.
Ein alkoholischer Extrakt von Schwarzkümmel kann im Reagenzglas Brustkrebszellen inaktivieren.
Leber
Bei zuckerkranken Kaninchen wurde untersucht, ob Schwarzkümmel die oxidative Zerstörung von Fette (Lipidperoxidation) und den dadurch ausgelösten Leberschaden verhindern kann. Die Kaninchen wurden täglich für 2 Monate mit dem Samen von Nigella sativa gefüttert. Danach wurde das Blut und die Leber untersucht. Die Wissenschaftler stellten fest, dass die mit Schwarzkümmel behandelten Kaninchen im Vergleich zu den unbehandelten bessere Blutwerte aufwiesen und der Leberschaden verhindert wurde.
Eventuell kann Schwarzkümmel bei Diabetikern angewendet werden, um die Fettoxidation und den Leberschaden zu vermeiden und um das Abwehrsystem zu fördern.
Ratten, die für 4 Wochen täglich Schwarzkümmelöl erhielten, bevor sie mit Leber schädigenden Substanzen behandelt wurden, wiesen weniger Leberschäden auf.
In der Volksmedizin wurde jedoch eher der Samen von Schwarzkümmel als das Öl verwendet. Daher untersuchte eine Forschergruppe in einem Tierexperiment die Wirkung einer wässrigen Suspension von Schwarzkümmelsamen auf die durch eine Chemikalie (Tetrachlorkohlenstoff) ausgelöste Lebervergiftung. Schlussfolgerung dieses Experiments: Die Vorbehandlung mit Schwarzkümmelsamen schützt möglicherweise gegen die durch Tetrachlorkohlenstoff ausgelöste Giftwirkung.
Um die Verwendung von Schwarzkümmel bei Leberbeschwerden in der Volksmedizin zu stützen, sind jedoch weitere Studien nötig.
Magen
In einem Experiment wurden bei Ratten Magengeschwüre durch Alkohol ausgelöst. Eine Gruppe der Tiere erhielt vorher Schwarzkümmelöl. Dadurch verringerte sich der Schaden bei einem Großteil der Tiere.
Niere
In einem Experiment wurde bei Ratten durch die Verabreichung des Antibiotikums Gentamicin eine Nierenvergiftung ausgelöst. Die gleichzeitige orale Gabe von Schwarzkümmelöl linderte die Giftwirkung von Gentamicin. Dies äußerte sich an verbesserten biochemischen und histologischen Parametern.
In einem anderen Tierexperiment mit Ratten wurde durch das Nierengift Kaliumbromat oxidativer Stress und Tumorförderung ausgelöst. Dies spiegelte sich an mehreren Laborparametern wider. Die Vorbeugung mit Schwarzkümmelextrakt wirkte sich positiv aus. Die Forscher zogen den Schluss, dass Schwarzkümmel vorbeugend wirkt und den durch Kaliumbromat vermittelten oxidativen Stress sowie die Tumorförderung unterdrücken kann.
Stoffwechselstörungen
Schwarzkümmel wird traditionell bei der Behandlung von Fettstoffwechselstörungen und erhöhten Blutzuckerwerten eingesetzt. Der Nutzen wurde in Tierversuchen bestätigt. Bei Ratten bewirkte die tägliche Fütterung mit Schwarzkümmelöl für 12 Wochen niedrigere Cholesterin-, Triglycerid- und Glucosewerte im Blut.
Thrombose
Mehrere Inhaltsstoffe von Schwarzkümmel (darunter Thymol und Carvacrol) hemmen im Reagenzglas die Blutplättchenaggregation und die Blutgerinnung. Diese Verbindungen haben im Reagenzglas eine über 30mal stärkere Aktivität als das Thrombosemittel Aspirin.
Laut Volksmedizin und Ärzte-Erfahrung hilft Schwarzkümmel(öl) bei

- Abwehrschwäche
- Asthma bronchiale, Husten
- Erkältung, Fieber, Grippe, echte
- Entzündungen
- Fettwerte, erhöhte, Homozysteinerhöhung
- Infekte der oberen Atemwege
- Juckreiz, Neurodermitis
- Krebserkrankungen
- Leberentzündung, Vermeidung von Leberschädigung
- rheumatische Erkrankungen
- Verdauungsbeschwerden, Magen-Darmbeschwerden
- Zuckerkrankheit
Links zu den Erkrankungen, bei denen Schwarzkümmel(öl) helfen kann
- Hals, Nase, Ohren, Mund und Zähne:
- Haut und Haar:
- Herz, Kreislauf und Gefäße:
- Immunsystem:
- Infektionskrankheiten:
- Lunge und Bronchien:
- Magen, Darm und Speiseröhre:
- Stoffwechsel:


