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Acker-Schachtelhalm

Nahansicht von Acker-Schachtelhalm

Schachtelhalm zur Durchspültherapie

Der Schachtelhalm ist harntreibend, das bedeutet, er fördert die Harnbildung. Daher wird er bei Entzündungen der ableitenden Harnwege und Nierengrieß genutzt.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Acker-Schachtelhalm kompakt: Die wichtigsten Fakten

Anwendung: Wie gut hilft Acker-Schachtelhalm?

Der Acker-Schachtelhalm wird hauptsächlich traditionell angewendet. Klinische Studien gibt es bislang keine und daher auch kaum gesicherte Beobachtungen von Nebenwirkungen. Auf Grund der Inhaltsstoffe (Flavonoide, Kieselsäure und Kaliumsalze) ist die harntreibende Aktivität plausibel. Weitere Einsatzgebiete des Schachtelhalms sind schlecht heilende Wunden. So soll er durch den Reichtum an Mineralien den Aufbau des Bindegewebes unterstützen. Mineralien fördern ebenso das Haar- und Nagelwachstum.

Alle Anwendungen im Überblick, sortiert nach Wirksamkeit

Hinweis: die möglichen Anwendungsgebiete (Indikationen) sind drei verschiedenen Kategorien zugeordnet, je nach Studienlage.

Eine ausführliche Definition erhalten Sie, wenn Sie mit der Maus über die jeweiligen Blätter fahren.

Gesicherte Wirksamkeit
  • bakterielle und entzündliche Erkrankungen der ableitenden Harnwege (Blasenentzündung): Durchspültherapie
  • Nierengrieß (innere Anwendung)
  • posttraumatisches und statisches Ödem, Phlebödem (innere Anwendung)
Wirksamkeit laut Erfahrungsheilkunde
  • schlecht heilende Wunden (äußere Wundbehandlung)
Bisher keine Beweise zur Wirksamkeit, aber Potenzial

Heilwirkung von Acker-Schachtelhalm

Der Schachtelhalm fördert nachweislich die Harnbildung [1]. Er kann daher immer dann eingesetzt werden, wenn die Wasserausscheidung gefördert werden soll.

Ödeme

In bestimmten Situationen bildet der Körper unerwünschte Wasseransammlungen (Ödeme), zum Beispiel nach Verletzungen, Störungen der Durchblutung oder in Verbindung mit dem prämenstruellen Syndrom. Der Schachtelhalm sorgt für eine verbesserte Entwässerung. Das Wasser wird dann als Harn ausgeschieden.

Durchspültherapie bei Nieren-/Blasenentzündung und Gicht

Bei Infektionen der ableitenden Harnwege muss die Trinkmenge erhöht werden (mindestens 2 Liter pro Tag), um das Ausspülen von Erregern und Reizstoffen zu fördern („Durchspültherapie“). Die natürliche Wasserausscheidung lässt sich bei dieser Therapie mit harntreibenden Mitteln (sog. Aquaretika) unterstützen.

Übrigens empfiehlt die Tradition die Heilpflanze auch bei Gicht und zur Förderung der allgemeinen Entgiftung. So wird Schachtelhalm in Rheumatees und Präparaten zur Blutreinigung verarbeitet. Während die Entwässerung nachgewiesen werden kann, fehlen Daten zu weiteren Zusatzeffekten. In Laborversuchen zumindest hat Schachtelhalm eine antioxidative [2] und antientzündliche [3] Wirkung.

Nierengrieß

Einige Menschen haben die Veranlagung zur Bildung von Nieren-/Blasensteinen. Im Urin gehen dann häufig kleine Steine als Nierengries ab.

Menschen, die dazu veranlagt sind, werden dazu angehalten viel zu trinken (mindestens 2 Liter pro Tag). Damit werden die Steine ausgeschwemmt so lange sie noch klein sind und außerdem die Steinbildung verlangsamt. Damit die Trinkmenge schnell ausgeschieden wird, können Aquaretika unterstützend zum Einsatz kommen.

Acker-Schachtelhalm zur Wundbehandlung

Wundbehandlung äußerlich

Äußerlich verwendet man Schachtelhalm traditionell bei schlecht heilenden Wunden der Haut und anderen Hautleiden. Immerhin gibt es in neuerer Zeit Laborversuche zu dem Thema. Man fand in der Pflanze eine antibakterielle, antimykotische Aktivität sowie eine antientzündliche Eigenschaft [3-8].
Zusätzlich hat die Heilpflanze antioxidative Wirkungen, die ebenfalls auf das oxidativ-schädigende Wundklima günstig wirken könnten [2]. Wie gut das bei der Wundbehandlung in der Praxis hilft, muss noch untersucht werden.

Die Kommission E hat diese Indikation offiziell anerkannt, obwohl es keine klinischen Studien zum Nachweis gibt.

Achtung: Bei größeren offenen Wunden ist die Gefahr einer Wundinfektion zu beachten, selbst wenn der Sud abgekocht wird. Es gibt Bedenken, dass Schachtelhalmextrakt auch auf die Gewebezellen schädigend wirken könnte [7], vor allem in höherer Konzentration [9].

Wundbehandlung innerlich

Wegen des Reichtums an Mineralien – insbesondere Kieselsäure – setzt die Tradition Schachtelhalmtee zusätzlich innerlich zur Stärkung des Bindegewebes, der Knorpel, Fingernägel und Haare ein. Auch für die Gewebsheilung (insbesondere der Knochen und Haut) könnten Mineralien (wie Silizium) nützlich sein, glaubt man. So kam der Schachtelhalm sogar bei Knochenbrüchen zum Einsatz. 

Immerhin lassen sich in Zellkulturen die knochenaufbauenden Zellen („Osteoblasten“) stimulieren [9]. Gleichzeitig wird die Bildung der knochenabbauenden Zellen vermindert [10]. In der klinischen Praxis ist diese Wirksamkeit nicht getestet.

Blutstillend

Die Tradition schreibt dem Schachtelhalm auch eine blutstillende Eigenschaft zu. Man setzte ihn bei diversen Blutungen ein (Nasen-, Lungen- und Magenblutung, Monatsblutung). Die Wirkung ist hier allerdings nicht wissenschaftlich belegt.

Biologische Landwirtschaft

Extrakte und Aufgüsse finden als Schutz- und Vorbeugemittel gegen Pilzerkrankungen (Mehltau) und Algenwachstum Anwendung.

Dazu weicht man die frischen Pflanzen in Wasser über Nacht ein und kocht sie anschließend für zwei Stunden. Mit dem Sud werden dann die Pflanzen besprüht. Erste Versuche bestätigen antimykotische Effekte [4], die auch bei der Verminderung von Pilzgiften (Mycotoxinen) in Nahrungsmitteln hilfreich sein könnten [4, 11].

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

In der Regel wird Acker-Schachtelhalm als getrocknetes Kraut in Kombinationen mit anderen Heilpflanzen angeboten. Es sind auch Flüssigextrakte erhältlich oder Kapseln mit pulverisiertem Kraut oder Trockenextrakten.

Aufbewahrung:

Dunkel und in einem fest schließenden Behältnis aufbewahren.

Innerliche Anwendung:

Tee zur Entwässerung und Entgiftung: Tagesdosis etwa 6 g, pro Portion 2-4 g Droge als Tee: das Ackerschachtelhalmkraut in etwa 150 ml siedendem Wasser für 5 bis 10 min kochen, dann ziehen lassen und nach etwa 15 min abseihen. Wenn nicht anders verordnet, mehrmals täglich eine Tasse frisch bereiteten Tee zwischen den Mahlzeiten trinken.

Flüssigextrakt (1:1 in 25%igem Alkohol): 3-mal täglich 1 bis 4 ml Extrakt

Trockenextrakte werden zu Nahrungsergänzungsmitteln speziell für Sportler oder die Indikation „Haut und Haare“ verarbeitet. Die Dosierung richtet sich nach dem jeweiligen Produkt.

Presssaft (1:1,6-2): Im Rahmen einer Durchspültherapie nimmt man 3-mal täglich 20 ml Press-Saft mit reichlich Flüssigkeit ein.

Äußerliche Anwendung:

Umschläge bei Hauterkrankungen: 10 g getrocknetes Kraut in einem Liter Wasser 30 Minuten kochen.

Achtung: Größere Wunden sollte man wegen der Infektionsgefahr nicht mit einem selbst hergestellten Sud behandeln. In diesem Fall empfehlen sich sterile Fertigprodukte. Aber auch fetthaltige Salben dürfen nicht auf offene Wunden, sondern nur auf die Wundränder aufgetragen werden.

In Frage kommt der Sud (für Umschläge und Waschungen) nur bei oberflächlichen und leichteren Abschürfungen, Juckreiz und sonstigen Hautreizungen. Die angegebenen Konzentrationen dürfen nicht überschritten werden, da höhere Mengen Schachtelhalmextrakt das Gewebe schädigen könnten.

Schachtelhalm-Bad: 2 g pro Liter Wasser, Kraut mit heißem Wasser circa eine Stunde kochen und dem Bad zusetzen. Verfügbar sind auch fertige Badezusätze mit dem Schachtelhalmextrakt.

Wirkstoffe

  • Silikate: 5–8% Kieselsäure
  • Salze: 1,5% Kalium- und Aluminiumsalze, Mangan
  • Flavonoide: Quercetin und Kämpferol (als Glykoside und Ester)
  • Säuren: Equisetolsäure; Phenolische Säuren: Zimtsäure, Kaffeesäure, Caffeoylshikimisäure und Dicaffeoyl-meso-Weinsäure
  • Alkaloide: Nicotin, 3-Methoxypyridin: Spuren
  • Ätherische Öle: Hexahydrofarnesyl-Aceton, cis-Geranyl-Sceton, Thymol und Trans-phytol

Der Schachtelhalm enthält sehr viele Mineralien, etwa 10% der Trockenmasse sind Mineralien (75% davon Silizium).