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Acker-Schachtelhalm

© C. Heyer/PhytoDoc

Schachtelhalm zur Durchspültherapie

Der Schachtelhalm ist harntreibend, das bedeutet, er fördert die Harnbildung. Daher wird er bei Entzündungen der ableitenden Harnwege und Nierengrieß genutzt.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Den Acker-Schachtelhalm (Equisetum arvense) findet man auf der nördlichen Halbkugel der Erde. Die Kenntnisse über die Wirkungsweisen des Schachtelhalms beruhen auf traditionellen Anwendungen und Ärzteerfahrungen, klinische Studien gibt es bislang keine. Schachtelhalm wirkt harntreibend und wird deshalb gerne bei Nieren- und Harnwegserkrankungen eingesetzt; ergänzend sollte reichlich getrunken werden. Auch um die Entwässerung des Gewebes bei Ödemen zu unterstützen kann der Schachtelhalm eingesetzt werden. Weitere Einsatzgebiete des Schachtelhalms sind schlecht heilende Wunden. So soll er durch den Reichtum an Mineralien den Aufbau des Bindegewebes unterstützen. Für die innerliche Anwendung eignen sich Flüssigextrakte und Tees; äußerlich wird üblicherweise mit Umschlägen oder Bädern behandelt.

Wogegen hilft Acker-Schachtelhalm?

Der Acker-Schachtelhalm wird hauptsächlich traditionell angewendet, klinische Studien gibt es nicht. Auf Grund der Inhaltsstoffe (Flavonoide, Kieselsäure und Kaliumsalze) ist die harntreibende Aktivität plausibel. Vermutlich unterstützt der Ackerschachtelhalm auch die Gewebsheilung von Knochen und Haut. Mineralien fördern ebenso das Haar- und Nagelwachstum.

Heilwirkung von Acker-Schachtelhalm

Der Schachtelhalm ist harntreibend, das bedeutet, er fördert die Harnbildung. Daher wird er zur Durchspültherapie bei Entzündungen der ableitenden Harnwege und Nierengrieß genutzt. Begleitend dazu sollte man für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sorgen und pro Tag mindestens 2 Liter trinken.

Ödeme

In bestimmten Situationen bildet der Körper unerwünschte Wasseransammlungen (Ödeme), zum Beispiel nach Verletzungen oder in Verbindung mit dem prämenstruellen Syndrom. Auch hier sorgt der Schachtelhalm für eine verbesserte Entwässerung des Gewebes. Das Wasser wird dann als Harn ausgeschieden.

Wundbehandlung

Äußerlich verwendet man Schachtelhalm traditionell bei schlecht heilenden Wunden der Haut und der Knochen sowie anderen Hautleiden; In der Regel erfolgt die Behandlung äußerlich. Wegen des Reichtums an Mineralien - insbesondere Kieselsäure - ist es sinnvoll, Schachtelhalm zusätzlich innerlich zur Stärkung des Bindegewebes einzusetzen. Auch für die Gewebsheilung (insbesondere der Knochen und Haut) könnten Mineralien und Silizium nützlich sein. Außerdem braucht der Organismus für gesunde Knorpel, Fingernägel und Haare ausreichend Mineralien.

Blutstillend

Die Tradition schreibt dem Schachtelhalm auch eine blutstillende Eigenschaft zu. Man setzte ihn bei diversen Blutungen ein (Nasen-, Lungen- und Magenblutung, Monatsblutung). Die Wirkung ist hier allerdings nicht belegt.

Biologische Landwirtschaft

Extrakte und Aufgüsse finden als Schutz- und Vorbeugemittel gegen Pilzerkrankungen (Mehltau) und Algenwachstum Anwendung. Dazu weicht man die frischen Pflanzen in Wasser über Nacht ein und kocht sich anschließend für zwei Stunden. Mit dem Sud werden dann die Pflanzen besprüht.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Maßgebliche Bewertungskommissionen: Kommission E, ESCOP, HMPC, WHO.

  • posttraumatisches und statisches Ödem, Phlebödem (innere Anwendung)
  • bakterielle und entzündliche Erkrankungen der ableitenden Harnwege: Durchspültherapie
  • Nierengrieß (innere Anwendung)
  • schlecht heilende Wunden (zusätzlich zur äußeren Wundbehandlung)

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

  • Blähungen, Magen-Darmbeschwerden, Durchfall
  • leichte Katarrhe der oberen Luftwege
  • Krätze
  • rissige Fingernägel und Haarausfall

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

  • Frostbeulen
  • Geschwüre
  • Knochenbrüche
  • Krampfadern (begleitend)
  • rheumatische Erkrankungen, Gicht (Entgiftung und Durchspültherapie)
  • Unterleibsleiden der Frau (Bäder)
  • verstärkte Monatsblutung, Nasen-, Lungen- und Magenblutung: blutstillend

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

In der Regel wird Acker-Schachtelhalm als getrocknetes Kraut in Kombinationen mit anderen Heilpflanzen angeboten. Es sind auch Flüssigextrakte erhältlich oder Kapseln mit pulverisiertem Kraut oder Trockenextrakten.

Aufbewahrung:

Dunkel und in einem fest schließenden Behältnis aufbewahren.

Dosierung

Innerlich:

Tee: Tagesdosis etwa 6 g, pro Portion 2-4 g Droge als Tee: das Ackerschachtelhalmkraut in etwa 150 mL siedendem Wasser für 5 bis 10 min kochen, dann ziehen lassen und nach etwa 15 min abseihen. Wenn nicht anders verordnet, mehrmals täglich eine Tasse frisch bereiteten Tee zwischen den Mahlzeiten trinken.

Flüssigextrakt (1 : 1 in 25%igem Alkohol): 3-mal täglich 1 bis 4 ml Extrakt

Äußerlich:

Umschläge: 10 g getrocknetes Kraut in einem Liter Wasser 30 Minuten kochen.

Schachtelhalm-Bad: 2 g pro Liter Wasser, Kraut mit heißem Wasser circa eine Stunde kochen und dem Bad zusetzen.

Wirkstoffe

  • Silikate: 5–8% Kieselsäure
  • Salze: 1,5% Kalium- und Aluminiumsalze, Mangan
  • Flavonoide: Quercetin und Kämpferol (als Glykoside und Ester)
  • Säuren: Equisetolsäure
  • Alkaloide: Nicotin, 3-Methoxypyridin: Spuren