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Pflanzenprofil von Acker-Schachtelhalm

Vorsicht Verwechslungsgefahr!

Nur wer den Acker-Schachtelhalm genau kennt, sollte die Pflanze selbst sammeln. So besteht an feuchten Standorten Verwechslungsgefahr mit dem Sumpf-Schachtelhalm. Dieser enthält ein schädliches Enzym, die Thiaminase. Es baut Thiamin (= Vitamin B1) ab. Wenn Weidetiere die Pflanze über längere Zeit fressen, leiden sie unter Vitamin-B1-Mangel und können daran versterben. Auch für den Menschen ist Vitamin-B1-Mangel unter Umständen lebensbedrohlich.

Aussehen und Herkunft

Der Acker-Schachtelhalm (Equisetum arvense) gehört zu der Pflanzenfamilie der Equisetaceae. Schachtelhalmgewächse haben im System der Pflanzen ein ganz besondere Bedeutung: Es waren die ersten Landpflanzen, die während der Evolution entstanden sind. Sie sind bereits im Karbon, also vor rund 350 Mio. Jahren, nachweisbar. Dementsprechend einfach ist auch die Ausstattung. Der Acker-Schachtelhalm hat wie seine Vorfahren weder Blüten noch Samen. Die Vermehrung findet über Sporen statt. Daraus bilden sich kleine, unförmige Pflänzchen. Sie erzeugen schwimmende männliche und weibliche Zellen. Nach deren Verschmelzung im Wassertropfen kann wieder eine sporenbildende Pflanze entstehen. Die Fortpflanzung des Acker-Schachtelhalms ist also bis heute vom Wasser abhängig.

Geschachtelte Elemente

Der Acker-Schachtelhalm bildet im zeitigen Frühjahr unverzweigte hellbraune bis rötliche Sprosse, mit einem endständigen, braunen Sporenbehälter (Sporangium). Die Sprosse im Sommer sind steril. Der Acker-Schachtelhalm wird etwa 50 cm hoch und ist in Stockwerke gegliedert. Jede Stufe besteht aus einem Quirl von Seitenästen. Der dazugehörige Stängel steckt in einer Blattscheide. Deswegen auch der Name „Schachtel“- Halm: Jedes Stockwerk und jeder Astabschnitt trägt den jeweils nächsten in einer Blattscheide. Da die Äste mit jedem höheren Stockwerk kürzer werden, sieht der Ackerschachtelhalm im Umriss dreieckig wie ein kleiner Tannenbaum aus.

Neben dem Acker-Schachtelhalm verwendet man auch den Winter-Schachtelhalm (E. hyemale L.) und den Teich-Schachtelhalm(E. fluviatile L.). Aber Achtung: Der Sumpf-Schachtelhalm (E. palustre L.) ist für Pferde und Kühe giftig, wenn sie über längere Zeiträume davon fressen.

Treuer Geselle

Acker-Schachtelhalm hat sehr tiefgehende Wurzeln und Ausläufer, die bis zu 6m lang werden können. Hat er erst einmal Fuß gefasst, wird man ihn nicht mehr los. Das hat den Vorteil, dass man ihn jedes Jahr vom selben Standort sammeln kann. Der Acker-Schachtelhalm gehört, insbesondere auf lehmhaltigen Sandböden, zur klassischen „Ruderalflora“ (Wegränder und Schuttplätze).

Sanftes Scheuermittel

Und noch eine Besonderheit hat der Acker-Schachtelhalm: Er nutzt als Festigungselement nicht verholzende Strukturen sondern Kieselsäure. Früher hatte man eine ganz praktische Anwendung für den Kieselsäure-reichen Schachtelhalm: man putzte Zinngeschirr mit ihm, woran heut noch sein Zweitname „Zinnkraut“ erinnert.

Kalte Heimat

Acker-Schachtelhalm findet man auf der gesamten nördlichen Hemisphäre (Nordamerika, Europa und Asien). Man sammelt die sterilen Sprosse (Equiseti herba). In der Regel kommt der Acker-Schachtelhalm für pharmakologische Zwecke aus Osteuropa.

Gewinnung

Die sterilen Sommertriebe werden gesammelt und im Schatten getrocknet.

Quellen/Weitere Informationen

Quellen