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Adonisröschen

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Adonisröschen: Herz ist trumpf

Empfohlen als Herzstärkung, insbesondere wenn die Herzprobleme von nervösen Symptomen begleitet werden.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Über Adonis, Aphrodite und kranke Herzen

In der Griechischen Sage waren die Götter der Schönheit Aphrodite und Adonis ein Liebespaar. Nach dem Tod von Adonis brach Aphrodite das Herz. Zum Trost verwandelte sie seine Blutstropfen in Adonisröschen (Adonis vernalis). Ist es Zufall, dass das Adonisröschen kranke Herzen heilt? Es hat eine nachweislich kräftigende Wirkung auf den Herzmuskel und die Venenmuskulatur.

Das Adonisröschen ist europaweit nur noch selten anzutreffen, es wurde durch die intensive Landnutzung stark zurückgedrängt. Leider war auch der Anbau für die kommerzielle Nutzung nicht erfolgreich, so stammt das Material immer noch aus kontrollierten Wildsammlungen. Verwendet werden das pulverisierte Kraut sowie definierte Auszüge aus Adonisröschenkraut (in Form von Tabletten oder Tropfen).

Wogegen hilft Adonisröschen?

Nach Kommission E ist Adonisröschenkraut sinnvoll bei leichten Herzbeschwerden, die nervös bedingt sind, sowie begleitender Kreislauflabilität. Es kann auch bei leichter Belastungsschwäche eingesetzt werden, wenn Produkte mit Fingerhut noch zu stark sind.

Wegen der Giftigkeit des Adonisröschens soll man nur bezüglich des Wirkstoffes eingestellte Produkte aus der Apotheke verwenden. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind möglich, daher empfiehlt sich eine Rücksprache mit Arzt oder Apotheker.

Bei Kombination von Adonisröschen mit den herzwirksamen Heilpflanzen Maiglöckchen, Meerzwiebeln und Oleander werden von der Kommission E nur Präparate befürwortet, die genau auf die jeweiligen Wirkstoffe eingestellt sind (Cymarin 5,99 mg/100ml, Convallatoxin 0,97 mg/100ml, Proscillaridin A 1,73 mg/100ml, Oleandrin 0,86mg/100ml). Kombinationen von Adonisröschen mit allen anderen Pflanzen (wie Arnika, Baldrian, Besenginster, Kolasamen, Epfedera…) wurden negativ bewertet.

Heilwirkung von Adonisröschen

Das Frühlings-Adonisröschen stärkt die Muskelkontraktion und fördert die Spannung der Blutgefäße („Venen-tonisierend“). Verantwortlich hierfür sind die enthaltenen Cardenolide. Sie verbessern auch die Kontraktionskraft des Herzmuskels ohne die Pulsfrequenz zu steigern. Daher wird die Pflanze, wie auch der Fingerhut (Digitalis), als Herzmittel eingesetzt. Adonis eignet sich vor allem dann, wenn die Herzprobleme von nervösen Symptomen begleitet werden.

Traditionell wendet man die Pflanze auch zur Behandlung von Blasen- und Nierensteinen an. In der russischen Volksmedizin wird dem Kraut auch eine Besserung der Wassersucht, von Krämpfen, Fieber und Menstruationsproblemen nachgesagt. Die Wirksamkeit bei den letztgenannten Anwendungen ist wissenschaftlich jedoch nicht belegt.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Maßgebliche Bewertungskommissionen: Kommission E, ESCOP, HMPC, WHO.

  • Herzschwäche/Herzinsuffizienz Stadium NYHA (New York Heart Association) I-II (d.h. nur bei leicher Herzschwäche), insbesondere bei nervöser Begleitsymptomatik

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

  • Blutdruck, niedriger (Hypotonie)
  • Kreislauflabilität mit nervöser Begleitsymptomatik (insbesondere, wenn noch kein Digitalis benötigt wird)

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

  • Blasen- und Nierensteine

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Verfügbar sind standardisierte Pulver, seltener Tinkturen. Die Dosierung sollte sorgfältig angepasst werden, um unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden.

Adonis wird als Einzeldroge nicht in frei verkäuflichen Pflanzenarzneimitteln eingesetzt. Es gibt allerdings Kombinationspräparate und einige sehr stark verdünnte homöopathische Mittel.

Hausmittel

Wegen der Giftigkeit der Heilpflanze gehört die Behandlung in ärztliche Hand. Vor Teezubereitungen als Hausmittel kann daher nur eindringlich gewarnt werden.

Dosierung

Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt für das Pulver 0,6 g. Nach der Monographie der Kommission E sollte für Pulver die höchste Einzeldosis nicht über 1 g und die höchste Tagesdosis nicht über 3 g liegen.

Wirkstoffe

  • mehrere herzwirksame Glykoside vom Cardenolidtyp (Konzentrationen von 0,2–0,5%), mit dem Hauptwirkstoff Cymarin, kleineren Mengen an Adonitoxin und 26 weiteren Cardenolide
  • Flavonoide (Flavon-C-Glykoside)