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Afrikanische Teufelskralle

Getrocknete afrikanische Teufelskralle.

Die Afrikanische Teufelskralle: Hilft bei Arthrose und Gelenkschmerzen

Inhaltsstoffe der Pflanze wirken appetit- und verdauungsanregend, sowie entzündungshemmend und schmerzstillend.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Afrikanische Teufelskralle kompakt: Die wichtigsten Fakten

Steile Karriere: Vom Appetitanreger zum Schmerzstiller

Die Afrikanische Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) aus der Familie der Sesamgewächse ist im Süden Afrikas beheimatet. Nicht zu verwechseln ist sie mit der in Deutschland vorkommenden „Teufelskralle“ (Phyteuma spec.).

Die Afrikanische Teufelskralle ist bereits seit Jahrhunderten für ihre verdauungsfördernde und appetitanregende Heilkraft bekannt. Typisches Anwendungsgebiet sind Schmerzen des Bewegungsapparats durch Verschleiß. Die Indikation wurde offiziell von der Kommission E bestätigt.

Bei der Herstellung von Phytopharmaka werden die Wurzeln der Teufelskralle zu standardisierten Extrakten verarbeitet. Verabreicht wird die Afrikanische Teufelskralle zur Einnahme in Kapsel- oder Tablettenform und seltener als Tee. Teufelskralle soll bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren sowie während der Schwangerschaft und der Stillzeit nicht eingenommen werden. Die möglichen Nebenwirkungen sollten beachtet werden.

Wie gut hilft Afrikanische Teufelskralle?

Die Afrikanische Teufelskralle ist wegen der enthaltenen Bitterstoffe appetit- und verdauungsanregend. Die Wirkung ist allgemein anerkannt. Diverse Versuche weisen darüber hinaus auf eine entzündungshemmende sowie, schwach schmerzstillende Wirkung hin. Klinische Studien zeigten einen deutlichen Nutzen bei der Behandlung von Schmerzen durch Erkrankungen des Bewegungsapparates, die durch Abnutzung bedingt sind. Auch bei wesentlich stärkerem Entzündungsgeschehen wie Rheuma und Arthritis könnte man ein gewisses Ansprechen erwarten, hier sind die Beweise zu wenig und nicht gänzlich überzeugend.

Alle Anwendungen im Überblick, sortiert nach Wirksamkeit

Hinweis: die möglichen Anwendungsgebiete (Indikationen) sind drei verschiedenen Kategorien zugeordnet, je nach Studienlage.

Eine ausführliche Definition erhalten Sie, wenn Sie mit der Maus über die jeweiligen Blätter fahren.

Gesicherte Wirksamkeit
Wirksamkeit laut Erfahrungsheilkunde
Bisher keine Beweise zur Wirksamkeit, aber Potenzial

Heilwirkung von Afrikanischer Teufelskralle

Teufelskralle mit doppelter Wirkung

Die Teufelskralle hat zwei Wirkschwerpunkte. Sie beeinflusst Entzündungen im Körper und wirkt auf die Verdauung. Die Pflanze gilt daher als appetit- und verdauungsanregend, entzündungshemmend sowie schwach schmerzstillend. In Europa wird sie bei Gelenkschmerzen (Rheuma und Arthrose), Sehnenscheidenentzündung sowie Appetitverlust und Dyspepsie eingesetzt (HPMC). Die Volksmedizin kennt viele weitere Anwendungen wie Fieber, Kopfschmerzen, Menstruationsschmerzen und Hautbeschwerden.

Teufelskralle beeinflusst die Entzündung

Verschiedene Inhaltsstoffe der Heilpflanze modulieren die entzündliche Aktivität im Körper (wie Harpagid, Harpagoside und 8-Coumaroylharpagid). Es kommt daher auf hochwertige Produkte mit kontrollierter Zusammensetzung an.

Vom Mechanismus her beruht die leicht schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung auf

  • der Hemmung eines Enzyms (Cyclooxygenase), das bestimmte entzündliche Botenstoffe herstellt (Prostaglandin E₂).
  • der fallenden Ausschüttung entzündlicher Botenstoffe (IL-1β, IL-6, TNFα).
  • der geringeren Produktion von Proteinen, die letzten Endes die Entzündung entstehen lassen. Damit wirkt die Teufelskralle auf die Genexpression.
  • Der fallenden Herstellung knorpelzerstörender Enzyme. Damit sinkt die zerstörerische Kraft der Gelenksentzündung.

Studienlage bei Gelenkentzündungen

Zur Wirkung auf die Gelenke liegt eine große Zahl an klinischen Untersuchungen am Menschen vor. Aktuelle Auswertungen haben sich aber nur auf die hochwertigeren Studien konzentriert. Sie geben zu Protokoll, dass die Beweiskraft bei der Indikation Arthrose moderat ist, bei einigen Anwendungen sogar hoch.

Dosis und Zubereitung

Indikation

Beweiskraft

Alkoholischer Extrakt mit 30 mg Harpagosid

Arthrose im Knie und der Hüfte

beschränkt

Wurzelpulver mit 60 mg

Arthrose in der Wirbelsäule, Hüfte und Knie

moderat

Wässriger Extrakt mit 100 mg

Akute und chronische nicht spezifische Kreuzschmerzen

moderat

Wässriger Extrakt mit 50 mg

Akutes Aufflammen eines nicht spezifische Kreuzschmerzes

hoch

Interessant ist auch eine Untersuchung, die den Pflanzenextrakt (wässrig mit 60 mg Harpagosid) mit einem nichtsteroidale Antirheumatikum (Rofecoxib) verglichen hat. Dabei fiel die Wirksamkeit der beiden Mittel adäquat gut aus.

Weniger überzeugend sind die Belege für Rheuma, Arthritis, Muskelskelettbeschwerden, Fibromyalgie und Verspannungen. Daher fordern einige Autoren weitere Studien nach den aktuellen Qualitätskriterien. Problematisch bei großen Auswertungen sind die sehr unterschiedlich zusammengesetzten Präparate. So sind einzelne Studien nur schwer miteinander zu vergleichen.

Bei den Gelenkbeschwerden, insbesondere den hochentzündlichen liegen also noch gewisse Zweifel vor; Unumstritten dagegen ist die Wirkung der Bitterstoffe.

Verdauungsfördernde Wirkung

Alle Bitterstoffe regen die Verdauung an, in dieser Hinsicht ist die Teufelskralle keine Ausnahme. Es gibt daher eine sehr lange Anwendungstradition bei Verdauungsschwäche mit den Symptomen „aufgeblähter Bauch, Blähungen, Appetitverlust“. Diese Eigenschaft ist offensichtlich, daher gibt es dazu keine Studien. Die relevanten Kommissionen haben diese Eigenschaft anerkannt (in Deutschland die Kommission E und in Europa die EMA).

Folgende Wirksamkeiten kann man von den Bitterstoffen bezüglich der Verdauung erwarten:

  • Verdauungsbeschwerden im Dünndarm
  • Normalisierung von Verstopfung
  • Linderung von Durchfall
  • Behebung von Blähungen
  • Steigerung des Appetits

Damit ist die Teufelskralle ähnlich wirksam wie andere bittere Heilpflanzen wie beispielsweise der Enzian oder das Tausendgüldenkraut.

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Dosierung und Anwendung

Die Teufelskrallenwurzel ist als standardisierter Extrakt, Kapsel oder Tee verfügbar. Die Tagesdosis des Tees beträgt bis zu 9 g der Wurzel oder Extrakte, die dieser Wurzelmenge entsprechen.

Gelenkbeschwerden

Erfolgreich in Studien abgeschnitten haben:

  • wässrige Extrakte
  • Wurzelpulver

Sofern die Präparate korrekt auf einen Leitstoff eingestellt worden waren. Ab einer Tagesdosis von mindestens 30 mg „Harpagosid“ sind Effekte belegt. Besser noch ist die Wirksamkeit mit 60-100 mg. Bei alkoholischen Extrakten wäre ebenfalls eine Wirkung möglich, jedoch ist die Datenlage bis dato weniger überzeugend.

Geduld bei der Einnahme

Die Wirkung tritt üblicherweise nicht sofort, sondern erst nach einer längeren Anlaufzeit ein. Bei gleichzeitiger Einnahme entzündungshemmender Medikamente (nichtsteroidale Antirheumatika, NSAR) kann die Dosis dieser NSAR eventuell reduziert, aber nicht ersetzt werden.

Das HMPC (Committee on Herbal Medicinal Product) an der EMA (European medicines agency) berichtet von einer traditionellen Anwendungsdauer von 4 Wochen. In klinischen Studien wurde teilweise über 3 Monate therapiert.

Hausmittel und Rezepte

Tee bei Verdauungsbeschwerden

Gegen Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden werden 1,5 g pro Tag empfohlen, am Besten in 3 Anwendungen. Als Anwendungsdauer sind 2 Wochen vorgesehen.

Zur unterstützenden Therapie des Bewegungsapparates ist eine höhere Dosierung notwendig. Hier werden von der Kommission E täglich 4,5 g empfohlen (1,5g 3 Mal täglich). Traditionelle Anwendungsdauer sind 4 Wochen.

Wirkstoffe

  • Iridoidglukoside: Harpagosid, Harpagid, 8-O-p-Cumaroylharpagid, Procumbid, 6’-O-p-Cumaroylprocumbid und Procumbosid

Die Iridoide sind Prodrugs (also Wirkstoff-Vorstufen), die im Körper aktiviert werden. Nach Abspaltung des Glucoserestes aus den Glucosiden entsteht ein instabiles Aglykon. Der Laktol-Ring öffnet sich und es entstehen zwei reaktive Aldehydgruppen. Dieser Dialdehyd kann kovalent an Proteine, wie Transkriptionsfaktoren oder Cyclooxygenase binden. Sie werden inaktiviert und es entstehen keine entzündlichen Botenstoffe.

  • Phenylethanoidglykoside: Verbascoid und Isoacteosid
  • Kohlenhydrate: Stachyose, Raffinose, Saccharose, Glucose
  • Weitere Inhaltsstoffe: Flavonoide, Triterpene, Pflanzensäuren u.a.

Der Harpagosidgehalt in der Teufelskrallenwurzel schwankt zwischen 1,2 % und 4 %.