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Afrikanische Teufelskralle

© Prof. Dr. Michael Wink/PhytoDoc

Die Afrikanische Teufelskralle: Hilft bei Arthrose und Gelenkschmerzen

Inhaltsstoffe der Pflanze wirken appetit- und verdauungsanregend, sowie entzündungshemmend und schmerzstillend.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Steile Karriere: Vom Appetitanreger zum Schmerzstiller

Ursprünglich stammt die Afrikanische Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) aus dem Süden Afrikas. Dort ist sie bereits seit Jahrhunderten für ihre verdauungsfördernde und appetitanregende Heilkraft bekannt. Doch wie inzwischen belegt wurde, bieten ihre Inhaltsstoffe mehr. Die Afrikanische Teufelskralle wirkt schmerzlindernd und hemmt Entzündungen. Typisches Anwendungsgebiet sind Schmerzen des Bewegungsapparats durch Verschleiß. Die Indikation wurde offiziell von der Kommission E bestätigt. Bei der Herstellung von Phytopharmaka werden die Wurzeln der Teufelskrallen zu standardisierten Extrakten verarbeitet. Verabreicht wird die Afrikanische Teufelskralle zur Einnahme in Kapsel- oder Tablettenform und seltener als Tee. Teufelskralle soll bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren sowie während der Schwangerschaft und der Stillzeit nicht eingenommen werden.

Wogegen hilft Afrikanische Teufelskralle?

Die Afrikanische Teufelskralle ist wegen der enthaltenen Bitterstoffe appetit- und verdauungsanregend. Diverse Versuche weisen auf eine entzündungshemmende sowie, schwach schmerzstillende Wirkung hin. Klinische Studien zeigten einen deutlichen Nutzen bei der Behandlung von Schmerzen durch Erkrankungen des Bewegungsapparates.

Hinweis: Nicht einnehmen bei Geschwüren im Magen-Darmtrakt.

Heilwirkung von Afrikanische Teufelskralle

Die deutsche Expertengruppe zur Wirksamkeit und Sicherheit von Arzneipflanzen (Kommission E, eine Sachverständigenkommission, die vom Gesetzgeber eingerichtet wurde, um den medizinischen Sachverstand pflanzlicher Arzneimittel in die Arbeit des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte einzubringen) nennt als Wirkungen: appetit- und verdauungsanregend, entzündungshemmend, schwach schmerzstillend. Auch wenn das Arznei-Telegramm von 2001 die Datenlage zur Teufelskralle als unzureichend beschreibt, belegen klinische Studien einen deutlichen Nutzen bei der Behandlung von chronisch-rheumatischen Erkrankungen und Schmerzen in der Lendenwirbelsäule.

Die leicht schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung beruht darauf, dass bestimmte Inhaltsstoffe der Teufelskralle (Iridoidglykoside bzw. deren Abbauprodukte) ein Enzym (die Cyclooxygenase) hemmen, das bei Entzündungen eine wichtige Rolle spielt.

Um eine optimale Wirkung zu erzielen, sollten die Präparate mindestens 50 mg der Substanz Harpagosid enthalten: Die Wirkung tritt jedoch üblicherweise nicht sofort, sondern erst nach einer längeren Anlaufzeit ein. Bei gleichzeitiger Einnahme entzündungshemmender Medikamente (nichtsteroidale Antirheumatika, NSAR) kann die Dosis dieser NSAR reduziert, aber nicht ersetzt werden. Da nicht alle Teufelskrallenpräparate einheitlich zusammengesetzt sind, ist die Interpretation der Daten aus klinischen Studien schwierig.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Für diese Anwendungsgebiete liegen eindeutige klinische Studien vor, um von einer Wirksamkeit auszugehen. Die Wirksamkeit wurde von mindestens einer der maßgeblichen Bewertungskommissionen (Kommission E/ESCOP/HMPC/WHO) verbindlich festgestellt.

  • degenerative Erkrankungen des Bewegungsapparates, unterstützende Therapie
  • Schmerzen in der Lendenwirbelsäule
  • Verdauungsbeschwerden und Appetitlosigkeit

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

Es liegen zahlreiche Hinweise aus einer langen Anwendungstradition in der Volksmedizin und in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde vor, die eine Wirksamkeit annehmen lassen. Dennoch sind bisher nicht alle Kriterien erfüllt, die für eine volle Beweiskraft notwendig sind. Falls es klinische Studien gibt, haben die Ergebnisse nicht zweifelsfrei überzeugt.

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

Die Hinweise aus traditioneller Anwendung oder Laborversuchen sind zu wenig überzeugend und gehen über einen experimentellen Status nicht hinaus. Es gibt bisher keine korrekten oder positiven klinischen Studien.

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Die Teufelskrallenwurzel ist als standardisierter Extrakt, Kapsel oder Tee verfügbar. Die Tagesdosis des Tees beträgt bis zu 9 g. Gegen Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden werden 1,5 g pro Tag empfohlen. Zur unterstützenden Therapie des Bewegungsapparates werden von der Kommission E täglich 4,5 g empfohlen.

Antirheumatische pflanzliche Arzneimittel sollten nicht länger als drei Wochen kontinuierlich eingenommen werden, danach sei keine Wirkung mehr zu erwarten. Dagegen empfiehlt die Monographie der European Scientific Cooperative on Phytotherapy (ESCOP, eine Organisation, die als ein Ziel hat, den wissenschaftlichen Stand der Pflanzenmedizin in Europa voranzutreiben) eine Behandlungsdauer von mindestens 3 Monaten.

Wirkstoffe

  • Iridoidglykoside: Harpagosid, Harpagid, 8-O-p-Cumaroylharpagid, Procumbid, 6’-O-p-Cumaroylprocumbid und Procumbosid
  • Phenylethanoidglykoside: Verbascoid und Isoacteosid
  • Kohlenhydrate: Stachyose, Raffinose, Saccharose, Glucose
  • Weitere Inhaltsstoffe: Flavonoide, Triterpene, Pflanzensäuren u.a.

Der Harpagosidgehalt in der Teufelskrallenwurzel schwankt zwischen 1,2 % und 4 %.