Ihr Portal für Gesundheit,
Naturheilkunde und Heilpflanzen

natürlich gesund

Arginin

© Wikipedia: Kürbiskerne sind eine reichhaltige Argininquelle.

Arginin: Eine Aminosäure mit vielen Funktionen

Inwieweit Nahrungsergänzungsmittel mit Arginin therapeutisch sinnvoll sind, wird derzeit intensiv erforscht. Herz-Kreislauf und Gefäße, Potenz und Bodybuilding sind die Hauptthemen. Welche Ergebnisse liegen derzeit vor?

Von: PhytoDoc-Redaktion

Kürbiskerne haben’s in sich!

Arginin ist die Aminosäure mit dem höchsten Gehalt an Stickstoff. Im Pflanzen- und Tierreich nimmt Arginin daher eine Sonderstellung ein. Es ist nicht nur Nähr- und Speicherstoff sondern übernimmt daneben auch andere wichtige Funktionen. Als Nahrungsergänzungsstoff hat die Aminosäure neuerdings Karriere gemacht. Die Anwendungsgebiete von Arginin drehen sich meist um die Durchblutung und den Energiestoffwechsel: Herz-Kreislauf und Gefäße, Potenz und Bodybuilding sind die Hauptthemen. Natürlicher Weise ist Arginin ist in vielen proteinreichen Lebensmitteln – vor allem in Kürbiskernen, Hülsenfrüchten sowie in Fleisch und Fisch – enthalten. Daneben kann es der Körper selbst herstellen. Inwieweit Nahrungsergänzungsmittel mit Arginin therapeutisch sinnvoll sind, wird derzeit intensiv erforscht. Es lassen sich tatsächlich Wirkungen nachweisen, jedoch zeigte sich auch, dass die Wirkung von Arginin oft von den Begleitumständen abhängt.

Wogegen hilft Arginin?

Arginin: wichtig, aber weitere Studien müssen folgen

Unstrittig ist, dass Arginin eine wichtige Funktion im Stoffwechsel von Stickstoffmonoxid hat. Nicht gesichert ist, ob es bei Einnahme über Nahrungsergänzungsprodukte auch die gewünschten Effekte auf die Durchblutung hat, denn nur ein kleiner Teil des über die Nahrung aufgenommenen Arginins kommt auch im Blutplasma an und nur 1,2 % wird in NO umgesetzt. Erste Studien sind zum Thema Blutdruck, Herzfunktion, Entzündung, Oxidationsschutz, Depression und Erektionsprobleme erschienen, die Ergebnisse waren jedoch sehr unterschiedlich und zum Teil auch widersprüchlich. Der Nutzen von Arginin hängt offensichtlich sehr vom jeweiligen gesundheitlichen Zustand des Patienten ab. Das bedeutet, nicht jeder wird auch von einer Einnahme profitieren. In bestimmten Situationen könnte es auch zu negativen Effekten kommen.

Insgesamt ist Arginin aber ein viel versprechendes Supplement, dennoch muss es weitere Studien zur Anwendung und Wirkungsweise geben. Auch ist die Langzeitwirkung höherer Mengen an Arginin auf den Gesamtstoffwechsel noch nicht hinreichend geklärt. Hier müssen Studien die Sicherheit noch abklären.

Der wichtigste Effekt, für den man Arginin therapeutisch einsetzt, ist die Gefäßerweiterung und Durchblutung.

Heilwirkung von Arginin

Ein Molekül mit vielen Funktionen

Arginin hat im Körper sehr unterschiedliche Funktionen. Zunächst ist es ein wichtiger Baustein aller Proteine, die im Körper alle lebenswichtigen Funktionen übernehmen. Im Gesamtstoffwechsel sorgt es zum Beispiel für die Entgiftung von Ammonium als Harnstoff im Urin, im Muskel für die Bereitstellung des Energiespeichers Kreatin und im Blut für die Herstellung von NO.

Darüber hinaus beeinflusst es die hormonelle Regulation (endokrine Regulation) vor allem der Hypophyse und der Nebenniere. Hormone wie Katecholamine (Anregung des Herz-Kreislaufsystems), Insulin (reduziert Zuckerspiegel), Glukagon (erhöht Zuckerspiegel), Prolaktin (fördert Stillen und Brutpflege, hemmt die Fruchtbarkeit) und Wachstumshormon (stimuliert Zellwachstum) sind von Arginin abhängig.

Erweitert Arginin direkt die Gefäße?

So einfach ist es nicht. Vielmehr handelt es sich um einen indirekten Effekt über das Gas Stickstoffmonoxid (NO). Es muss in den Zellen der Gefäßwände aus der Aminosäure L-Arginin mit Hilfe des Enzyms NO-Synthase gebildet werden. Arginin ist also die natürliche Quelle des Körpers für NO. Zur NO-Wirkung gibt es zahlreiche Experimente, die auf seine Bedeutung beispielsweise für den Blutdruck, Herzfunktion und den Entzündungsverlauf hinweisen. Zudem ist NO als Botenstoff im Gehirn verantwortlich für die Gedächtnisfunktion.

Herz-Kreislauf

NO wird seit langer Zeit in Form von Nitroglyzerin in Herzmedikamenten bei Herz-Kreislauferkrankungen eingesetzt, also zur Besserung der Herzdurchblutung, zur Blutdrucksenkung im Notfall und bei schwerer Herzinsuffizienz. Nitroglyzerin wird im Körper sehr schnell zu NO umgesetzt. Ob Arginin genauso effektiv ist, bleibt zu klären.

Intravenöse Gaben höherer Argininmengen lösen jedenfalls eine Erweiterung der Gefäße aus. Mit der oralen Aufnahme sind die Wirkungen weniger deutlich. Der Blutspiegel von Arginin erhöht sich nur geringfügig. Bei der Behandlung kongestiver Herzinsuffizienz (Pumpschwäche) konnte man aber durchaus positive Effekte belegen. Patienten mit stabiler Angina Pectoris, koronarer Herzerkrankung und einem verheilten Myokardinfarkt waren einer kleinen Studie zur Folge nach der Einnahme von Arginin länger körperlich belastbar. Die größte der Studien mit 792 Patienten zeigte nur ein tendenziell besseres Abschneiden der Arginingruppe in den Studienparametern. Andere Studien verliefen negativ.

Diese sehr uneinheitlichen Ergebnisse dürften verschiedene Gründe haben. Die Wirkung von Arginin scheint je nach Stoffwechsellage individuell verschieden zu sein. Patienten mit Hypercholesterinämie sprachen vergleichsweise gut an. Außerdem dürften Personen im Anfangsstadium von Arteriosklerose deutlich stärker reagieren. Patienten, die maximal mit anderen pharmakologischen Präparaten versorgt sind, erfahren kaum eine Wirkung.

Arginin ist aber vermutlich nicht für jeden geeignet. Wegen Sicherheitsbedenken sollte Arginin bei instabilem Myokardinfarkt, nach frischen Beipassoperation, bei schwerer Arteriosklerose und starken Herzrhythmusstörungen nicht empfohlen werden. Im Zweifelsfall sollte ein Arzt entscheiden und die Behandlung begleiten.

Blutdruck

Erweiterte Adern erlauben eine Senkung des Bluthochdrucks, was im Tierversuch mit Arginin eindeutig nachgewiesen ist. Auch die Studien am Menschen zeigten einen moderaten blutdrucksenkenden Effekt. Getestet hat man das Präparat an gesunden Probanden, Diabetikern mit Bluthochdruck und Patienten mit chronischer Nierenerkrankung. Die Wirkung war in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium oder bei massivem Bluthochdruck gering. Bei den Hypertonikern, die auf eine Salzreduktion ansprechen, dürfte die Wirkung am stärksten sein.

In eine Studie mit schwangeren Frauen, mit hohem Risiko für eine Schwangerschaftshypertonie, hat die präventive Einnahme von Arginin zusammen mit antioxidativen Vitaminen das Risiko deutlich vermindert. Der Effekt war jedoch minimal, wenn Arginin erst nach dem Eintritt der Schwangerschaftshypertonie gegeben wurde.

Durchblutung

Einer kleinen Studie zur Folge soll Arginin nach eine Hauttransplantation die Durchblutung fördern. Auch zur Behandlung von Verbrennungen und Patienten mit anderen Verletzungen liegen hoffnungsvolle Berichte vor. Die Ergebnisse zu diesem Thema sind jedoch nicht einhellig positiv. Bei Nieren- und Herztransplantationen wird der Stoff augenblicklich getestet.

Im Fall von Herzinsuffizienz konnte mit Arginin eine verbesserte Durchblutung der Niere erreicht werden.

In Tierversuchen und Studien am Menschen war Arginin jedoch bei bestehender schwerer Arteriosklerose wirkungslos. Bedenken, dass Arginin bei schwerer Arteriosklerose eventuell den oxidativen Stress verstärken könnte, wurden bisher nicht ausgeräumt. Auch eine Studie bei Patienten mit Claudicatio intermitens verlief negativ. Insbesondere sollte Arginin hier nicht über längere Zeiträume eingesetz werden.

Diabetes

Diabetes ist oft mit einem reduzierten Blutspiegel für Arginin verbunden. Intravenöse Gaben von Arginin führten zu einer Verbesserung der Durchblutung und der Sensitivität gegenüber Insulin. Zusätzlich wurden der bei Diabetikern verstärkte oxidative Stress im Blut durch Arginin gemildert. Im Tierversuch sank nicht nur der Glukosespiegel im Blut, sondern auch die Werte von Homocystein und Blutfetten. Eine kleine Studie weist darauf hin, dass die Einnahme von Arginin die Wirkung von Ernähungs- und Bewegungstherapie bei Diabetikern verbessert.

Auch hier gibt es Einschränkungen: Bei jungen Menschen mit Diabetes Typ 1 (Insulinmangel) war leider der erwünschte Effekt auf die Aderwände nicht zu registrieren.

Blutverdünnung

Nicht nur in den Zellen der Gefäße hat NO eine Wirkung, auch außerhalb der Zellen im Blut. Dort verhindert das Gas die Thrombozytenaggregation und -adhäsion. Damit wären die Fließeigenschaften des Blutes verbessert und die Thrombosegefahr verringert. Ob das klinisch relevant ist, müssen Studien erst beweisen.

Bei einem akuten Schlaganfall dürfte Arginin wenig nützen, denn im Blut sind dann vermehrt Verbindungen nachzuweisen, welche die Wirkung von Arginin hemmen (ADMA und SDMA).

Darm

In der Darmwand lösen Nervenzellen auf den Kontakt mit NO hin eine Entspannung der Ringmuskulatur der Darmwand aus. Höhere Argininmengen führen mitunter zu Verdauungsbeschwerden.

Vorläufige Untersuchungen ließen vermuten, dass die Heilungstendenz von Magendarmgeschwüren und entzündlichen Magen-Darmerkrankungen durch Arginin verbessert wird. Da nicht alle Fakten geklärt sind, sollte Arginin bei dieser Anwendung noch nicht eingesetzt werden.

Erektion

Im Penis führt die Entspannung zur Füllung der Schwellkörper und somit zu einer Erektion. Während Arginin den Grundstoff NO liefert, verstärkt Viagra die Wirkung von NO über den Botenstoff cGMP.

Einige Studien sprechen für einen erektionsfördernden Effekt, einige dagegen. Es könnte sein, dass Personen mit schwachen Potenzstörungen oder einem gestörtem NO Stoffwechsel besser ansprechen.

Fruchtbarkeit

Es liegt im Bereich des Möglichen, dass Arginin bei Fruchtbarkeitsstörungen der Frau und das Mannes normalisierend wirken könnte, indem es die Durchblutung der Geschlechtsorgane verstärkt. Eine Verbesserung der Spermienqualität mit Hilfe von Arginin konnte mehrfach gezeigt werden. Bei weiblichen Kühen, Schweinen und Ratten verringerte Arginin die Rate an Fehlgeburten und förderte Wachstum und Entwicklung des Embryos. Vermutlich liegt das an der besseren Durchblutung der Plazenta. Umfangreiche Studien am Menschen fehlen noch.

Abwehr

NO ist ein hochreaktives Gas. Zellen des Immunsystems – die so genannten Makrophagen – bilden es, um Bakterien abzutöten. Außerdem wird Arginin für die Zellteilung und Reifung weißer Blutzellen benötigt. Arginin verbessert dadurch die erworbene sowie die angeborene Immunität. Einige Versuche bestätigten das: Arginin verminderte die Rate an postoperativen Infektionen und verbesserte die Wundheilung.

Arginin kann außerdem die Immunfunktion von Chemotherapiepatienten verbessern. Daneben förderte Arginin in der Kombination mit Fischöl in einigen Fällen den Angriff des Immunsystems auf das Tumorgewebe.

Die andere Seite von NO

Doch Achtung: Arginin kann experimentell im Mensch und Tier die Tumorprogression fördern, das hängt von der Art des Tumors und dem Stadium der Krebsentstehung ab. Bei Gabe vor der Tumorentstehung war Arginin ein Schutz vor Tumorentstehung oder Wachstum. Wenn sich der Tumor bereits etabliert hatte, wurde das Tumorwachstum beschleunigt.

NO ist aber ein sehr reaktives Gas. Unter bestimmten Bedingungen, wenn im Körper durch Entzündungen zu viel NO produziert wird, können daraus gefährliche Verbindungen entstehen (Peroxynitrit), was oxidative Schäden an Proteinen und DNA auslöst. Solche Zustände entwickeln sich bei verschiedenen hochentzündlichen Vorgängen wie bestimmten Asthmaformen, Autoimmunerkrankungen, entzündlichen Erkrankungen von Haut (Schuppenflechte, Sonnenbrand) und Magen-Darm-Trakt, bei Herzinfarkt und Schlaganfall, bei bestimmten Krebserkrankungen und rheumatoider Arthritis. Besonders auch für das Fortschreiten neurodegenerativer Erkrankungen (Alzheimer, Parkinson) wird nitrosativer Stress verantwortlich gemacht.

Wundheilung

Verschiedene Versuche an Mensch und Tier kommen zu dem Schluss, dass Arginin die Wundheilung fördert. Dabei liefert es den Grundstoff für die Herstellung von Kollagen und sorgt damit für die mechanische Verstärkung des Wundbereichs. Bei einer kleinen Gruppe von Diabetikern wurde mit einer subkutanen Injektion von Arginin die Heilung von Beingeschwüren erreicht, vermutlich ein kombinierter Effekt aus Durchblutung, Zellteilung und Kollagenproduktion. Bei geplanten Operationen könnte die Gabe von Arginin durchaus den Heilungsverlauf beschleunigen.

Nierenversagen

Die Niere ist an der Regeneration von Arginin aus Citrullin beteiligt. Bei chronischem Nierenversagen kommt es daher vermutlich zu einem Mangel an Arginin und NO.

Tierversuche legen nahe, dass bei Entfernung der Nieren, Harnleiterverschluss, Nierenleiden in Folge von Diabetes und bei Abnahme der Nierenfunktion auf Grund hohen Alters die Gabe von Arginin stabilisierend wirkt. Auch bei Nierenversagen durch Gifte oder bei Durchblutungsstörungen (Thrombose, Embolie) könnte der Patient profitieren. Ebenso, wenn die Niere durch Bluthochdruck gefährdet ist, wäre Arginin einen Versuch wert.

Jedoch trägt eine übermäßige Produktion von NO auch zur Zerstörung der Niere bei vielen entzündlichen Nierenerkrankungen bei. Der Verlauf wird durch Arginin beschleunigt. Autoimmunerkrankungen und Nierentransplantatabstoßung sind vermutlich ungeeignete Indikationen.

Angstlösend

Arginin hatte in Studien insbesondere in Kombination mit der Aminosäure Lysin und Magnesium ausgleichende Effekte bei Angststörungen. Eine Studie stellte einen gesenkten Wert des Stresshormons Kortisol fest. Aber auch hier gibt es durch eine unterschiedliche Stoffwechsellage der Probanden Unterschiede in der Reaktion auf Arginin.

Psychologische Untersuchungen zeigten darüber hinaus, dass Kortisol auch beim Verlernen einer Angstreaktion innerhalb einer Psychotherapie helfen kann. Da NO auch bei der Gedächtnisbildung notwendig ist, lässt sich ein Zusammenhang konstruieren. Ob das in der Praxis relevant ist, müssen Untersuchungen zeigen.

Schlankmacher

Im Tierversuch mit übergewichtigen Ratten und Schweinen hatte Arginin einen bremsenden Effekt auf die Gewichtszunahme. Mikroskopische Aufnahmen zeigten, dass die Aminosäure für eine Zunahme der „Energiekraftwerke“ in den Zellen sorgt (Mitochondrien). Übereinstimmend damit ließ sich die Verbrennung von Zucker und Fetten ankurbeln. Im Fütterungsversuch an Schweinen regte die Aminosäure den Muskelaufbau an. Die Tiere hatten einen geringeren Fettanteil und niedrigere Fettspiegel im Blut.

Sportlernahrung

Diese Wirkung auf den Muskelaufbau entging natürlich nicht der Fittnessbranche. Arginin fördert die Ausschüttung des Wachstumshormons aus der Hypophyse, welches auch Muskelwachstum reguliert. Daneben braucht der Körper Arginin, um Kreatin für die Muskelregeneration herzustellen. Im Bodybuilding findet es als so genanntes „Pump-Supplement“ Anwendung. Durch die Erweiterung der Adern im aktiven Muskel soll einerseits die Kraftentwicklung gefördert werden, auf der anderen Seite die Regeneration des Muskels nach Beanspruchung.

Die Studienlage hierzu ist nicht einheitlich. Untersucht wurden der kurzfristige oder ein langfristiger Einsatz. Etwa die Hälfte der Studien verzeichnete einen positiven Effekt auf die Leistung. Dabei konnte aber eine verbesserte Durchblutung nicht nachgewiesen werden. Es war jedoch im Blut ein Anstieg von Wachstumshormonen sichtbar. Die Folge sollte eine Zunahme der Muskelmasse sein, was aber bisher objektiv nicht nachgewiesen werden konnte.

Muskelabbau stoppen

Bei Frauen nach der Menopause konnte Arginin zwar nicht den Abbau von Knochen aufhalten, dennoch verminderte es die Abnahme der Muskelstärke. Ebenso zeigt ein Versuch bei Duchenne-Muskeldystrophie einen verbesserten Erhalt des Muskelgewebes. Man diskutiert aus diesem Grund außerdem einen Einsatz bei bettlägerigen Patienten oder Astronauten.

Patienten mit HIV leiden unter oft erheblichem Gewichtsverlust. In Studien wurde mit Arginin in Kombination mit anderen Verbindungen (Glutamin und Hdroxymethylbutyrat) eine Gewichtszunahme verzeichnet. Ein anderes Experiment zeigte, dass Arginin in Kombination mit lebenswichtigen Fettsäuren vergleichbar war zu einer Gabe von Vitaminen, Spurenelementen und Mineralien. Es gab keinen Unterschied beim Immunstatus und Gewicht.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Maßgebliche Bewertungskommissionen: Kommission E, ESCOP, HMPC, WHO.

  • Metabolische Alkalose bei Erbrechen, Hyperammonämie
  • künstliche Ernährung (parenterale Ernährung)
  • Harnstoffzyklusdefekte: Stärkung der verbliebenen Funktion des Harnstoffzyklus

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

  • Bluthochdruck
  • Durchblutungsstörungen, Gefäßerkrankungen, frühes Stadium: Arteriosklerose,
  • Herzerkrankungen: stabiles Stadium: Angina pectoris, Koronare Herzkrankheit
  • Impotenz (erektile Dysfunktion)
  • Muskelschwäche, Muskelabbau

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

  • Angststörung, Stress
  • Diabetes (Folgeerkrankungen: Mangeldurchblutung, Beingeschwüre)
  • Nierenkrankheiten (nicht-entzündlich, nicht-autoimmun)
  • Thrombose, Schlaganfall (vorbeugend)
  • Unfruchtbarkeit (bei Mann und Frau)

Praktische Anwendung: Produkte & natürliche Argininquellen

Das eigentlich aktive Produkt aus Arginin – NO – ist sehr instabil. Es reagiert innerhalb von Sekunden mit Sauerstoff zu Nitrit (NO2-) und Nitrat (NO3-). Die Wirkung ist daher nur kurz und lokal. Für eine etwas längere Wirkung muss es also ständig neu hergestellt werden. Der Vorläuferstoff hierfür ist das Citrullin. Es wird daher bei einigen Präparaten zugesetzt, um die Wirkung zu verlängern.

Dosierung

Bei einem Proteinkonsum von etwa 70 bis 90 g/Tag ergibt sich eine rechnerische, tägliche Aufnahme von ca. 2 bis 5 g Arginin pro Tag.

Zusätzliche Zufuhr über Produkte

Nahrungsergänzungsmittel oder diätetische Lebensmittel enthalten durchschnittlich 1,5 bis 6 g.

In Studien wurden Mengen von 3 bis 30 g pro Tag eingesetzt.

Natürliche Argininquellen

Pflanzliche Quellen (Angaben in g Arginin /100 g Produkt und Prozent des Gesamtproteins):

Kürbiskerne517,7 % des Gesamtproteins
Erdnuss, geröstet 2,811,9 %
Pinienkerne 2,417,6 %
Walnüsse 2,315,0 %
Erbsen, getrocknet2,2 8,9 %
Buchweizenkörner 0,987,4 %
tierische Quellen:
Hähnchenbrustfilet, roh 1,46,8 %
Schweinefleisch, roh 1,46,7 %
Lachs, roh 1,26,0 %
Hühnerei 0,826,5 %

Wirkstoffe

Aminosäure: Arginin