Ihr Portal für Gesundheit,
Naturheilkunde und Heilpflanzen

natürlich gesund

Arnika

© C. Heyer/PhytoDoc

Arnika: Linderung bei Prellungen oder Verstauchungen

Die traditionelle Anwendung als entzündungshemmendes, schmerzlinderndes und antiseptisches Mittel wurde von der Kommission E bestätigt. 

Von: PhytoDoc-Redaktion

Hilft bei Schwellungen, Prellungen oder Verstauchungen

Arnika (Arnica montana) ist eine seltene Gebirgspflanze, die in Deutschland auf der Roten Liste steht. Um den Bedarf an der Heilpflanze zu decken, wird sie aus dem Ausland eingeführt. Arnikaprodukte werden primär äußerlich angewendet: Als Salbe oder Tinktur aufgetragen wirkt Arnika schmerzlindernd und entzündungshemmend. Arnika hilft bei Verletzungen mit Schwellungen, Prellungen, Blutergüssenoder Verstauchungen. Sowohl die Kommission E als auch die ESCOPerkennen viele der heilenden Eigenschaften der Arnika an. Medizinisch relevant ist ausschließlich die Blüte; Arnika wird als Extrakt und Tinktur angeboten. Achtung: Arnika ist reizend und eignet sich nur für die Kurzzeitanwendung.

Wogegen hilft Arnika?

Die traditionelle Anwendung als entzündungshemmendes, schmerzlinderndes und antiseptisches Mittel wurde bestätigt. Bei äußerer Anwendung sind die Gefahren und Nebenwirkungen gering, von einer innerlichen Anwendung rät die Kommission E ab. In der Homöopathie können allerdings für innerliche Anwendungen höhere Verdünnungen (D4) eingesetzt werden.

Heilwirkung von Arnika

  • schmerzhemmend bei Entzündungen (analgetisch)
  • keimhemmend (antiseptisch), Hemmung von Pilzwachstum (antimykotisch)
  • durchblutungsfördernd (hyperämisierend)

Arnika hat auch wundheilende Effekte

Bei der äußerlichen Anwendung zeigen sich neben den antiseptischen Eigenschaften auch hautrötende und durchblutungssteigernde sowie schmerzstillende und wundheilende Effekte. Arnika hat daher eine lange Tradition in der Anwendung gegen Wunden, Verletzungen und infektiösen Erkrankungen, Entzündungen (Blutergüssen, Prellungen, Verstauchungen, Verbrennungen, Sonnenbrand, Windeldermatitis und andere mehr). Arnika findet auch als Gegenreizmittel (Counterirritans) bei Rheuma Anwendung. In wissenschaftlichen Experimenten wurde gezeigt, dass vor allem Helenalin (ein Sesquiterpenlacton) das Entzündungsgeschehen hemmt und darüber hinaus eine antimikrobielle Aktivität aufweist.

Traditionell setzte man Arnika auch als Stimulans von Herz und Kreislauf sowie bei Erschöpfung ein. In Tierexperimenten wurde die Herztätigkeit gefördert sowie die Atmung verstärkt und vertieft. Allerdings hält diese Wirkung nicht lange an und es können Herzrhythmusstörungen oder Blutdruckerhöhungen hervorgerufen werden.

Daneben wurde bei Tieren eine Erniedrigung des Cholesterin- und Fettspiegels durch Arnika beschrieben sowie bei Laborversuchen eine Wirkung gegen Krebswachstum.

Nach neuen Erkenntnissen empfiehlt man, Arnika nur noch äußerlich oder als Mundspülung (bei Schleimhautentzündung) zu verwenden. denn Inhaltsstoffe wie das Sesquiterpenlacton Helenalin wirken zellschädigend (zytotoxisch) und können durch ihre erbgutverändernde Eigenschaft möglicherweise Krebs auszulösen. Helenalin ist auch für die relativ häufigen allergischen Wirkungen gegen Arnika verantwortlich. Arnikablüten aus Portugal und Spanien, enthalten dagegen hauptsächlich Dihydrohelenalin, das viel seltener eine allergische Hautentzündung auslöst, aber auch weniger antientzündlich wirkt.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Maßgebliche Bewertungskommissionen: Kommission E, ESCOP, HMPC, WHO.

  • Entzündungen der Mundschleimhaut und des Zahnfleisches, Aphten
  • Furunkel
  • Insektenstiche
  • Venenentzündung, oberflächliche
  • Verletzungen und Unfallfolgen (z.B. Bluterguss = Hämatom, Prellungen, Quetschungen, Zerrungen, Schwellung bei Knochenbrüchen = Frakturödem)
  • rheumatische Muskel- und Gelenkschmerzen (wird vom BfArM nicht mehr akzeptiert, was nach Meinung der Kommission E unberechtigt ist)

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

  • Arthritis, Gelenkschmerzen
  • Infektionen, antiseptisch
  • Verbrennungen, Sonnenbrand
  • Wunden und Entzündungen, entzündungshemmend (antiphlogistisch), schmerzlindernd

Bildergalerie zu den genannten Erkrankungen

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

  • Herzkreislaufschwäche, anregend
  • Hypercholesterinämie

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Zurzeit wird nur die äußerliche Anwendung von Arnika befürwortet. Arnika-Extrakt oder -tinktur wird häufig für Salben und Kompressen verarbeitet.

Arnikaöl: Die Salben sollen max. 20-25 % Arnikatinktur und 15 % Arnikaöl enthalten.

Dosierung

Äußerliche Anwendung:

Für einen Aufguss 2 g Droge in 100 ml Wasser verwenden:

  • dabei für Mundspülungen den Aufguss 1:10 verdünnen
  • für Umschläge 3:10 bis 1:10 verdünnen.

Arnikatinktur: Gebräuchlich ist als Einzeldosis 0,5 bis 1,0 g:

  • für Umschläge die Tinktur 3- bis 10 fach mit Wasser verdünnen und
  • für Mundspülungen Tinktur 10 fach verdünnen.

Wirkstoffe

  • Sesquiterpenlactone: Hauptwirkstoffe (0,2–0,5%) Helenalin, Dihydrohelenalin und Verwandte mit bitterem Geschmack
  • Flavone und Flavonole,
  • etherisches Öl (mit Thymol, Thymolmethylether und Azulen)
  • Triterpene
  • Phenolcarbonsäuren
  • Polysaccharide