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Augentrost

Nahaufnahme einer Augentrostblüte.

Augentrost: Nomen est omen

Der Augentrost wird gerne zur Behandlung von diversen Augenleiden eingesetzt. Gesicherte Studien fehlen allerdings. In der Homöopathie ist er aber eine wichtige Heilpflanze.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Augentrost kompakt: Die wichtigsten Fakten

Wie der Name schon vermuten lässt, ist der Echte Augentrost (Euphrasia officinalis) die klassische Heilpflanze für Beschwerden des Auges, wie bei Bindehaut- und Augenlidentzündungen sowie Tränenfluss. Schwerpunktmäßig bewirkt Augentrost eine Hemmung von Entzündungen. Daher verwendet man den Augentrost auch bei anderen Beschwerden der Schleimhäute, wie Husten und Schnupfen und Verdauungsbeschwerden.

Die Anwendung von Augentrost kann, je nach Entzündungsherd sowohl äußerlich als auch innerlich erfolgen. Für die Augen sollte man nur keimfreie Tropfen aus der Apotheke verwenden, für Anwendung bei Hals, Mund und Magenbeschwerden reicht der selbst aufgebrühte Tee. Augentrost ist gut verträglich und besitzt bisher keine bekannten Nebenwirkungen.

Woher die volkstümlichen Namen Milchdieb oder Wiesenwolf stammen, lesen Sie im botanischen Steckbrief.

Wie gut hilft Augentrost?

Positive und negative Beurteilungen über Augentrost

Augentrost ist ein traditionelles Heilmittel. Nach der Kommission D ist die Pflanze für entzündliche Zustände der Augen und der oberen Luftwege geeignet. Die Anwendung ist auf Grund der Inhaltsstoffe gerechtfertigt. Größere Studien über den Augentrost fehlen aber.

Die Kommission E für Phytopharmaka hat die Pflanze negativ beurteilt. Hauptgrund für die Ablehnung waren hygienische Bedenken bei selbst hergestellten Absuden. Desweiteren lägen zu wenige fundierte Studien vor.

Gegen Anwendung eines keimfreien filtrierten Auszuges aus Augentrost ist nichts einzuwenden. Nach ärztlicher Anwendungsbeobachtung ist dieser sicher und wirksam.

Alle Anwendungen im Überblick, sortiert nach Wirksamkeit

Hinweis: die möglichen Anwendungsgebiete (Indikationen) sind drei verschiedenen Kategorien zugeordnet, je nach Studienlage.

Eine ausführliche Definition erhalten Sie, wenn Sie mit der Maus über die jeweiligen Blätter fahren.

Gesicherte Wirksamkeit
  • Entzündung und Infektionen der Augen (z. B.Reizungen, Entzündungen von Augenlidrand und Bindehaut, Gerstenkorn, Augenkatarrh, Augenschleimfluss)
Wirksamkeit laut Erfahrungsheilkunde
  • Keine
Bisher keine Beweise zur Wirksamkeit, aber Potenzial

Heilwirkung von Augentrost

Nomen est omen: Augentrost wird in Europa seit dem 14. Jahrhundert bei Augenbeschwerden eingesetzt wie z. B. Reizungen, Entzündungen von Augenlidrand und Bindehaut, Sehstörungen und Augenermüdung. Auch bei Hautproblemen entzündlicher Art nutzte man die Pflanze.

Früher wurde die Pflanze abgekocht und der Sud für Umschläge, Augenbäder und Waschungen verwendet. Heute stehen dazu hygienisch einwandfreie und reizstofffreie Tropfen zur Verfügung.

In einer kleineren klinischen Studie mit homöopathischen Tropfen (D3) und 65 Patienten mit Konjunktivitis kam es in 64 Fällen zu einer Besserung oder Gesundung (81%). Allerdings lag keine Vergleichsgruppe vor. Es traten keine unerwünschten Nebenwirkungen auf, was auf die Verträglichkeit des Produktes schließen lässt.

Lindert Beschwerden der Schleimhäute

Innerlich angewendet soll Augentrost als Magenmittel nützlich sein. Dies rechtfertigen die Gerbstoffe sowie die bitteren Inhaltsstoffe. Man verwendet Augentrost außerdem auch bei Husten und Heiserkeit, Schnupfen, Erkältung und Nebenhöhlenentzündung. Hierzu liegen keine Studien vor.

Pharmakologische Hinweise

Auf Grund der Inhaltsstoffe erscheint eine Wirkung möglich. Iridoidglykoside hemmen die Prostaglandinbildung. Damit werden entzündliche Zustände reduziert:

Die Iridoidglucoside liegen als sogenannte „Prodrug“ vor. Durch enzymatische Umsetzung und spontane Reaktionen entsteht eine aktive Verbindung, die mit Proteinen reagiert. Dadurch werden z.B. die Enzyme der Prostaglandinbiosynthese aber auch verschiedene mikrobielle Proteine gehemmt. Daher haben die Iridoidglycoside ein sehr breites Wirkungsspektrum.

Auch die phenolischen Verbindungen wie Phenolcarbonsäuren und Flavonoide zeichnen sich durch antibakterielle Effekte aus. Die Gerbstoffe sorgen darüber hinaus für eine adstringierende Wirkung. Die traditionellen Indikationen von Augentrost mit entzündlichen Zuständen oder infektiösen Ursachen erscheinen daher plausibel.

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Augentrost gehört zu den häufig angewendeten homöopathischen Mitteln bei Augenentzündungen, Infekten und Augenreizungen sowie allergischen Zuständen (Heuschnupfen). Eingesetzt wird die Ursubstanz oder Verdünnungen D2 bis D6; in dieser Dosierung wirkt der Extrakt als klassisches pflanzliches Arzneimittel.

Die Leitsymptome sind

  1. brennende Augen mit Absonderungen (Eiter, Tränenfluss)
  2. Schmerzen und Kratzen (wie Sand im Auge)
  3. Lichtempfindlichkeit und ständiges Blinzeln
  4. rote und geschwollene Lidränder

Sterile Augentropfen aus der Apotheke sind sicher und wirksam, von der Anwendung von selbst hergestellten Abkochungen ist abzuraten.

Hausmittel: Augenspülung und Tee

Wer die Augenspülung dennoch selbst herstellen möchte: dazu verwendet man eine 2%-ige Abkochung (2 g des Krauts auf 100 ml Wasser), drei- bis viermal täglich. Zur Behandlung von Gerstenkörnern kann ein heißer Umschlag aufgelegt werden.

Tee-Aufguss bei Magenproblemen, Husten und Heiserkeit

2–3 g getrocknetes Kraut auf 1 Tasse kochendes Wasser oder in kaltem Wasser ansetzen und kurz aufkochen; 5-10 Minuten ziehen lassen.

Wirkstoffe

  • Iridoidglykoside (bis zu 0,9%): wie Aucubin, Catalpol, Ixorosid, Mussaenosid, Eurostosid und Euphrosid.
  • Lignane: Dehydrodiconiferylalkohol-4β-D-glucosid
  • Phenylpropanglykosid: Eukovosid
  • Gerbstoffe
  • Phenolcarbonsäuren: Kaffeesäure, p-Hydroxyphenylbrenztraubensäure und Vanillesäure
  • Flavonoide