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Augentrost

Augentrost lindert Bindehaut- und Augenlidentzündungen. © wikipedia

Augentrost: Nomen est omen

Der Augentrost wird in der Erfahrungsheilkunde zur Behandlung von Augenleiden eingesetzt.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Augentrost (Euphrasia officinalis) ist eine eher unscheinbare Pflanze. Wer sich bückt, kann die 5-10 cm hoher Pflanze mit den winzigen weißen Blüten auf ungedüngten Naturwiesen finden. Wie der Name schon vermuten lässt, ist der Augentrost die klassische Heilpflanze für Beschwerden des Auges, wie bei Bindehaut- und Augenlidentzündungen sowie Tränenfluss. Schwerpunktmäßig bewirkt Augentrost eine Hemmung von Entzündungen. Daher verwendet man den Augentrost auch bei anderen Beschwerden der Schleimhäute, wie Husten und Schnupfen und Verdauungsbeschwerden. Die Anwendung von Augentrost kann, je nach Entzündungsherd sowohl äußerlich als auch innerlich erfolgen. Für die Augen sollte man nur keimfreie Tropfen aus der Apotheke verwenden, für Anwendung bei Hals, Mund und Magenbeschwerden reicht der selbst aufgebrühte Tee.

Wogegen hilft Augentrost?

Positive und negative Beurteilungen über Augentrost

Augentrost ist ein traditionelles Heilmittel. Nach der Kommission D ist die Pflanze für entzündliche Zustände der Augen und der oberen Luftwege geeignet. Die Anwendung ist auf Grund der Inhaltsstoffe gerechtfertigt. Größere Studien über den Augentrost fehlen aber.

Die Kommission E für Phytopharmaka hat die Pflanze negativ beurteilt. Hauptgrund für die Ablehnung waren hygienische Bedenken bei selbst hergestellten Absuden. Desweiteren lägen zu wenige fundierte Studien vor.

Gegen Anwendung eines keimfreien filtrierten Auszuges aus Augentrost ist nichts einzuwenden. Nach ärztlicher Anwendungsbeobachtung ist dieser sicher und wirksam.

Heilwirkung von Augentrost

Nomen est omen: Augentrost wird in Europa seit dem 14. Jahrhundert bei Augenbeschwerden eingesetzt wie z. B. Reizungen, Entzündungen von Augenlidrand und Bindehaut, Sehstörungen und Augenermüdung. Auch bei Hautproblemen entzündlicher Art nutzte man die Pflanze.

Früher wurde die Pflanze abgekocht und der Sud für Umschläge, Augenbäder und Waschungen verwendet. Heute stehen dazu hygienisch einwandfreie und reizstofffreie Tropfen zur Verfügung.

In einer kleineren klinischen Studie mit homöopathischen Tropfen (D3) und 65 Patienten mit Konjunktivitis kam es in 64 Fällen zu einer Besserung oder Gesundung (81%). Allerdings lag keine Vergleichsgruppe vor. Es traten keine unerwünschten Nebenwirkungen auf, was auf die Verträglichkeit des Produktes schließen lässt.

Lindert Beschwerden der Schleimhäute

Innerlich angewendet soll Augentrost als Magenmittel nützlich sein. Dies rechtfertigen die Gerbstoffe sowie die bitteren Inhaltsstoffe. Man verwendet Augentrost außerdem auch bei Husten und Heiserkeit, Schnupfen, Erkältung und Nebenhöhlenentzündung. Hierzu liegen keine Studien vor.

Pharmakologische Hinweise

Auf Grund der Inhaltsstoffe erscheint eine Wirkung möglich. Iridoidglykoside hemmen die Prostaglandinbildung. Damit werden entzündliche Zustände reduziert:

Die Iridoidglucoside liegen als sogenannte „Prodrug“ vor. Durch enzymatische Umsetzung und spontane Reaktionen entsteht eine aktive Verbindung, die mit Proteinen reagiert. Dadurch werden z.B. die Enzyme der Prostaglandinbiosynthese aber auch verschiedene mikrobielle Proteine gehemmt. Daher haben die Iridoidglycoside ein sehr breites Wirkungsspektrum.

Auch die phenolischen Verbindungen wie Phenolcarbonsäuren und Flavonoide zeichnen sich durch antibakterielle Effekte aus. Die Gerbstoffe sorgen darüber hinaus für eine adstringierende Wirkung. Die traditionellen Indikationen von Augentrost mit entzündlichen Zuständen oder infektiösen Ursachen erscheinen daher plausibel.

Medizinische Anwendungsgebiete

Anerkannte Anwendungsgebiete, die durch Studien belegt sind

Für diese Anwendungsgebiete liegen eindeutige klinische Studien vor, um von einer Wirksamkeit auszugehen. Die Wirksamkeit wurde von mindestens einer der maßgeblichen Bewertungskommissionen (Kommission E/ESCOP/HMPC/WHO) verbindlich festgestellt.

Positive Bewertung der Kommission D und HMPC

  • Entzündung und Infektionen der Augen (z. B. Reizungen, Entzündungen von Augenlidrand und Bindehaut, Gerstenkorn, Augenkatarrh, Augenschleimfluss)

Traditionelle Anwendungsgebiete in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde und Volksmedizin

Es liegen zahlreiche Hinweise aus einer langen Anwendungstradition in der Volksmedizin und in der ärztlichen Erfahrungsheilkunde vor, die eine Wirksamkeit annehmen lassen. Dennoch sind bisher nicht alle Kriterien erfüllt, die für eine volle Beweiskraft notwendig sind. Falls es klinische Studien gibt, haben die Ergebnisse nicht zweifelsfrei überzeugt.

Anwendungsgebiete mit nicht gesicherter Wirksamkeit

Die Hinweise aus traditioneller Anwendung oder Laborversuchen sind zu wenig überzeugend und gehen über einen experimentellen Status nicht hinaus. Es gibt bisher keine korrekten oder positiven klinischen Studien.

Anwendungsgebiete laut Volksmedizin und Ärzte-Erfahrung
  • entzündliche Hautprobleme (äußerlich)
  • Entzündung der oberen Luftwege (z.B. Husten und Heiserkeit, Heuschnupfen und Nebenhöhlenentzündung)
  • Magenmittel
  • Sehstörungen und Augenermüdung

Praktische Anwendung: Produkte & Hausmittel

Augentrost gehört zu den häufig angewendeten homöopathischen Mitteln bei Augenentzündungen, Infekten und Augenreizungen sowie allergischen Zuständen (Heuschnupfen). Eingesetzt wird die Ursubstanz oder Verdünnungen D2 bis D6; in dieser Dosierung wirkt der Extrakt als klassisches pflanzliches Arzneimittel.

Die Leitsymptome sind

  1. brennende Augen mit Absonderungen (Eiter, Tränenfluss)
  2. Schmerzen und Kratzen (wie Sand im Auge)
  3. Lichtempfindlichkeit und ständiges Blinzeln
  4. rote und geschwollene Lidränder

Sterile Augentropfen aus der Apotheke sind sicher und wirksam, von der Anwendung von selbst hergestellten Abkochungen ist abzuraten.

Hausmittel: Augenspülung und Tee

Wer die Augenspülung dennoch selbst herstellen möchte: dazu verwendet man eine 2%-ige Abkochung (2 g des Krauts auf 100 ml Wasser), drei- bis viermal täglich. Zur Behandlung von Gerstenkörnern kann ein heißer Umschlag aufgelegt werden.

Tee-Aufguss bei Magenproblemen, Husten und Heiserkeit

2–3 g getrocknetes Kraut auf 1 Tasse kochendes Wasser oder in kaltem Wasser ansetzen und kurz aufkochen; 5-10 Minuten ziehen lassen.

Wirkstoffe

Iridoidglykoside (bis zu 0,9%): wie Aucubin, Catalpol, Ixorosid, Mussaenosid, Eurostosid und Euphrosid.

Lignane: Dehydrodiconiferylalkohol-4β-D-glucosid

Phenylpropanglykosid: Eukovosid

Gerbstoffe

Phenolcarbonsäuren: Kaffeesäure, p-Hydroxyphenylbrenztraubensäure und Vanillesäure

Flavonoide