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Pflanzenprofil von Baldrian

Das Hexenkraut

Erste Zeugnisse der Verwendung von Baldrian gehen auf das 1. Jh. nach Chr. zurück. Seit dem Altertum wurde Baldrian gegen Schmerzen in der Brust, für die Sehschärfe, zur Verdauung, als Menstruations-förderndes und harntreibendes Mittel eingesetzt. Der Name Hexenkraut rührt aus der Verwendung im Mittelalter als Zauberpflanze gegen böse Magie und den Teufel. Die Wirkung von Baldrian gegen Unruhezustände und Schlafstörungen ist seit dem 15. Jahrhundert belegt.

Aussehen und Herkunft

Baldrian (Valeriana officinalis L.) stammt aus Europa und den gemäßigten Zonen Asiens. Die Pflanze bevorzugt feuchte Standorte wie Flussufer und Wassergräben.

Baldrian wird 0,4-2,3 m hoch und hat einen aufrechten, gefurchten Stängel. Die Blätter wirken mit ihrer unpaarigen Fiederung sehr grazil. Ende Mai bis Anfang Juni leuchten die rosa-, lilafarbenen bis weißen Blüten-Trugdolden aus dem dichten grünen Uferbewuchs. Die Krone der Einzelblüten besteht aus vorwiegend 5 miteinander verwachsenen Kronblättern. Aus den 5 Zipfeln des Blütenkelchs bildet sich beim Reifen des Samens ein Haarkranz.

Unter Baldrian fasst man mehrere Ökotypen, geografische Rassen und Varianten zusammen, die sich in der Zusammensetzung der Inhaltsstoffe unterscheiden. Die eiförmig bis zylindrischen Verdickungen der Wurzel (5 cm lang und 2 bis 3 cm dick) werden zur pharmakologischen Verarbeitung in der Zeit von Mai bis September geerntet. Aus dem Wurzelstock bereitet man den Extrakt.

Gewinnung

Die Wurzel von Valeriana officinalis wird gewaschen, grob zerkleinert und entweder zu Presssaft verarbeitet oder unterhalb von 40°C unter Luftumwälzung getrocknet. Anschließend wird das getrocknete Material zu Pulver verarbeitet. Man presst es zu Tabletten oder extrahiert es. Dazu wird das Pulver mit einem Lösungsmittel (Alkohol oder Wasser) versetzt und gefiltert. Nach der Verdampfung des Lösungsmittels wird der Rückstand mit technischen Hilfsstoffen zu Tabletten verarbeitet.

Quellen/Weitere Informationen

Quellen