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Stärken der Heilpflanzen-Präparate

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Heilpflanzen: Die Mischung macht's

Vorteile der Stoffgemische in der Phytotherapie gegenüber isolierten Wirkstoffen in der Schulmedizin.

Von: Berthold Musselmann

Einzelne Bestandteile einer Pflanze

Die konventionelle Medizin bemüht sich oft um die Identifizierung und Untersuchung des hauptsächlich wirksamen Bestandteiles einer Pflanze in chemisch getrennter und gereinigter Form. Diese Nutzungsstrategie von Wirkstoffen pflanzlicher Herkunft kann erfolgreich sein. Sie kann Vorteile gegenüber Extrakten haben, etwa wenn auf diesem Weg Nebenwirkungen (beispielsweise durch Entfernen unerwünschter Stoffe) verringert werden können oder der Gehalt des Wirkstoffes in einem Medikament konstant gehalten werden kann. Eventuell können die Wirkstoffe auch chemisch modifiziert und verbessert werden.

Konventionelle Medizin

Solche genau untersuchten und als reiner Stoff dargestellten Pflanzeninhaltsstoffe werden in der konventionellen Medizin am liebsten eingesetzt, da ihre medizinische Wirksamkeit am besten in sog. randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) nachgewiesen werden kann. Nachteile dieses Vorgehens sind z. B., dass viele nützliche Phytopharmaka mit (im Hinblick auf einzelne Symptome) schwacher, aber für das Gesamtbefinden gesehen deutlicher Wirkung „aussortiert“ werden und dass Medikamente mit starker Wirkung um den Preis mindestens ebenso starker Neben- und Wechselwirkung selektioniert werden; obwohl in der Natur mit den Heilpflanzen als natürliche Stoffgemische mindestens ebenbürtige Heilmittel mit wesentlich weniger Nebenwirkungen existieren. Mit den seit den siebziger Jahren modernen RCTs (engl.: randomized controlled trial = randomisierte kontrollierte Studie), die eigentlich nur ein Standbein von vielen zur Erkenntnisgewinnung darstellen, werden die Pharmaka begünstigt, die durch mögliche Patentierung (bei Heilpflanzen nur sehr eingeschränkt für bestimmte Extrakte möglich) die besten wirtschaftlichen Erfolge versprechen, nicht unbedingt diejenigen, die in ihrer Gesamtheit (Preis-Wirkungsverhältnis, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen etc.) für Patienten am besten geeignet sind.

Die tägliche Erfahrung in der Praxis, die Erfahrung über Jahrhunderte, qualitative Studien und die Rückmeldungen von Patienten stellen weitere wertvolle Erkenntnisquellen dar. RCTs allein können nicht einmal annähernd die Realität der Patienten darstellen. Sog. „Befindlichkeitsstörungen“ sind wesentlich mehr als eingebildete Beschwerden. Die subjektive Sicht der Patienten über ihren Körper und Gesundheitszustand wird seit mehr als einem Jahrhundert sträflich vernachlässigt. Phytotherapeutika verbessern häufig das Befinden durch die gleichzeitige Beeinflussung vieler Körpersysteme, den Allgemeinzustand von Patienten und damit die Gesamtgesundheit, nicht nur einzelner Parameter, Indikatoren, Symptome oder Messwerte. Bei der rationalen Phytotherapie werden Stoffgemische verwendet, sei es, weil der Wirkstoff bisher unbekannt ist, oder sei es, weil bekannte Präparate gut wirksam sind.

Im nächsten Artikel finden Sie Beispiele für bewährte Heilpflanzenpräparate.

Ihr

Berthold Musselmann